Wie oft soll ein erwachsener Sohn seine Mutter besuchen? Muss sich eine Tochter finanziell an der Pflege ihres Vaters beteiligen? Sind Kinder ihren Eltern überhaupt etwas schuldig? Die Bindung an die Eltern ist die einzige Beziehung, die wir uns nicht aussuchen können. Klug und zugänglich schildert die Philosophin Barbara Bleisch diese existentielle und zugleich komplizierte Verwandtschaftsbeziehung. Sie macht deutlich, was Kinder im Guten wie im Schlechten an ihre Eltern bindet, geht Fragen auf den Grund, die jeden beschäftigen – und beschreibt, warum aus dieser Bindung keine Pflicht erwächst, es aber dennoch ein großes Glück sein kann, sich um seine Eltern zu bemühen.
Hab irgendwie was anderes erwartet und auf den ersten paar Seiten gab es schon so viele Wiederholungen und kritische Aussagen, dass ich schnell das Interesse verloren habe
Wir schulden unseren Eltern etwas, nicht weil sie unsere Eltern sind, weil sie uns geboren oder aufgezogen haben, sondern nur, weil sie Menschen wie alle andere auch sind und wir Beziehungen zu ihnen haben, die eben ganz normale moralische Verpflichtungen mit sich bringen.
Das erscheint mir sehr einleuchtend und ist ein starker Appell für Kommunikation, Aufrichtigkeit und Freiheit, nicht nur zwischen Familienmitgliedern, sondern zwischen allen Menschen. Die Familie ist ein Konstrukt, was in dieses Beziehungskonglomerat Vorstellung beimischt, die jene Beziehungen letztlich eher schaden als nutzen. Die Vorstellung einer vermeintlichen Verpflichtung gegenüber den Eltern beschädigt unserer Beziehungen eher und macht sie unfreier.
Wenn wir allerdings (an)erkennen, dass die Beziehungen innerhalb einer Familie, sich (potentiell) nicht so sehr von Freundschaften unterscheiden, wie man vielleicht denkt, eröffnet dies womöglich genau die Freiheit, die gute Beziehungen brauchen, um sich zu bilden, zu wachsen und zu gedeihen.
Ein sehr lesefreundlicher, philosophischer Überblick über die Eltern-Kind Beziehung, der die Waage zwischen Gutmütigkeit gegenüber der eigenen Eltern und deren Verantwortung (an eigenen Problemen) sehr gut hält.
"Mir scheint die ganze Terminologie der Schuld in einer Beziehung zwischen Menschen, die einander mögen und ihre Beziehung befriedigend leben wollen, unpassend, wenn nicht gar schädlich. Egal, welcher Teil einer Gemeinschaft sich in der Schuld eines anderen sieht – bereits die Vorstellung von Schuldigkeit steht einer wirklich liebenden Beziehung oft entgegen."
"Ich plädiere daher im Kontext der Familienbeziehungen für einen Perspektivwechsel: weg vom transaktionalen Modell der Moral, bei dem der Austausch in Familien vor allem durch Transaktionen von Schulden oder Dankbarkeit geregelt wird, und hin zu einem relationalen Modell der Moral, bei dem die Pflichten und die Gründe, die wir in Beziehungen haben, allein in der Beziehung selbst wurzeln."
"Die Trauer, die mich überkam, galt nicht Ihr, denn Sie kannte ich kaum, die Trauer galt dem Versäumten, das meine Kindheit und Jugend mit gähnender Leere umgeben hatte."
Not a crazy insightful book this one, but it's some good philosophical reflection that I don't think I would have ever embarked on by myself. It's good to reflect on familial bonds from a more detached perspective than from the thick of it all, it helps see yourself and the people you care about more clearly, and to understand your own motivation for doing certain things.
And a decent book to practice your German, if you're into that.
es waren alles punkte/dinge, die man bzw ich irgendwie schon gewusst habe. also es war nichts dabei, wo ich sagen kann, „das hab ich nicht gewusst“. aber im endeffekt gilt, immer auf sich selber hören und ehrlich sein.
This entire review has been hidden because of spoilers.
Spannende, leider oberflächliche Ansätze. Mein Lehrer hätte mir massiv Punkte abgezogen wegen stetem Wiederholungsfehler. Leider werden dieselben Thesen wieder und immer wieder wiederholt, ohne dabei neue Erkenntnisse zu erzeugen. Es gibt hilfreiche Denkweisen für Leute, die mit der Beziehung zu den Eltern hadern, auch beleuchtet Bleisch durchaus interessante Teilaspekte familiärer Beziehungen und deren Wichtigkeit in einzelnen Kapiteln, dennoch wirkt das Gabze sehr Oberflächlich. Auch die zitierte Literatur wird nur minimal und eben so eingesetzt, wie sie die These der Autorin stützt, ohne weitere Zusammenhänge zu schaffen. Insgesamt wirkt das Buch leider wie eine mittelmäßige HA in der Uni.
Ich gebe der Autorin recht, dass Kinder ihren Eltern nichts schulden. Für mich kam aber grundsätzlich wenig Neues dazu und das Buch war insgesamt sehr langatmig und vor allem repetitiv. Habe es deshalb auch nicht ganz fertig gelesen. 2,5/5 ⭐️
- Kapitel Schuld: Fr. Bleisch zeigt dass Schuld nicht das richtige Motiv ist um eine Familie Beziehung zu beschreiben insbesondere die zwischen Eltern und Kindern; und dass das Argument, dass die Eltern so viel gemacht hätten für das Kind (z.B. in der Kindheit) nicht trägt, weil die Kind sich das ja nciht gewünscht oder „beauftragt“ hatten und nicht bewusst dafür Schulden in Kauf genommen haben; was wir unseren Eltern (so wie allen Menschen Schulden) ist Respekt - „die Familienbeziehung kann nicht sinnvoll als ein Verhältnis erwischen Gläubiger und Schuldner beschrieben werden […]. Zwar haben Eltern in aller Regel eine Menge für ihre Kinder getan. Doch Kinder haben bei ihrer Geburt nicht in eine Art Fürsorgevertrag eingewilligt, dessen bezogene Leistungen sie im Erwachsenenleben begleichen müssen. Der schiere Umstand, dass wir alle von jemanden geboren werden, lädt uns keine Schuld auf, die wir als erwachsene abzutragen haben.“ - Kapitel Dankbarkeit: Bleisch zeigt, dass Dankbarkeit eine Tugend ist, die wir grundsätzlich kultivieren sollten, weil dankbare Menschen in der Regel auch glücklichere Menschen sind. In der Frage, ob Kinder ihren Eltern aber nicht zu Dankbarkeit schulden bzw. Ihnen verpflichtet sind, schwingt wie in der Frage nach der Schuld eben diese mit. Bleisch sagt, dass Eltern eher ihre elterlichen Pflichten erfüllen und für die Erfüllung von Pflichten muss man nicht dankbar sein (sozial ist es manchmal dennoch netter und hilfreich). Weiter argumentiert Bleisch, dass es bei der Frage ja grundsätzlich nicht um eine reine Anerkennung der Leistung der Eltern und ein dafür Dankbar sein geht, sondern um eine Form der Rückgabe (z.B. in Form von Besuchen, Kontakt, Unterstützung im Alter) und dass dies eben wieder eine from der Schuld darstellt bzw. Mit einforderbaren Pflichten - Dankbarkeit ist aber nciht mit diesen verbunden. „Zwar mag es Kinder geben, deren Eltern sich weit über ihre Verantwortlichkeit hinaus gekümmert und bemüht haben, und möglicherweise sollten diese Kinder ihren Eltern auch dankbar sein. Doch erstens gilt das sicherlich nicht für alle Kinder, und zweitens geht Dankbarkeit nicht mit einforderbaren Pflichten einher, denen ein berechtigter Anspruch von Seiten der Wohltäter entsprechen würde.“ - Kapitel Freundschaft: auch der Versuch die Verpflichtung von Kindern gegenüber ihren Eltern über die Freundschaft zu verstehen, trägt nicht, den „anders als bei Freundschaft handelt es sich bei Eltern-Kind-Verhältnissen um asymmetrische, unfreiwillige Beziehungen.“ Und um Beziehungen, die man - im Gegensatz zu Freundschaft - nicht einfach beenden kann. - Kapitel Verwandtschaft: rückt man die Frage in den Fokus, ob Kinder ihren Eltern etwas schulden wegen Verwandtschaft kommt ja häufig die Aussage „Blut ist dicker als Wasser“ - Bleisch argumentiert, dass Blutsverwandtschaft kein Grund ist, dass Eltern ihren Kindern etwas schulden würden, und auch soziale Elternschaft nicht, denn auch wenn Eltern und Verwandtschaft relevant ist im aufwachsen für die Identitätsfindung und persönlichkeitsentwicklung, gehört zu diesem Prozess auch die Abnabelung und das los lassen von problematischem - d.h. Moralisch erwächst daraus auch keine Pflicht - Im Fazit wiederholt Fr. Bleisch noch einmal ihre Kernaussagen und sagt, dass es zwar keine Pflicht den Eltern gegenüber gibt, aber dass man dennoch - aufgrund der vielen positiven Möglichkeiten die eine gute Familie bietet - an seiner Familie interessiert sein sollte. Ein gutes Kind zu sein beinhaltet u. A. Zu wissen dass die Eltern verletzlich sind, Familie ein geflecht ist, man fpr seine Eltern wichtig ist, aber man kann nur dann ein gutes kind for seine Eltern sein, wenn man seine eigenen Grenzen kennt und wahrt und wenn die eltern auf der der anderen Seite diese Grenzen respektieren und einen als erwachsen ansieht.
- Botschaft und Abhandlung für mich relevant und wichtig! Aber viele Wiederholungen - dennoch gut zu lesen !
This entire review has been hidden because of spoilers.
Man muss hochhalten, dass das Buch ganz gute, und vor allem vielseitige, philosophische Ansätze anspricht, wie man die eigene Haltung zu der dem Titel zugrunde liegenden Frage rechtfertigen kann, wenn man so will.
Leider ist das Buch sehr redundant geschrieben, sodass ein Überfliegen vollkommen ausreicht, um die Quintessenz mitzunehmen. Ich verstehe durchaus, dass die Ansätze aufeinander aufbauen, doch wenn man jedem ein ganzes Kapitel widmet, muss man es im darauffolgenden nicht unbedingt mit anderem Wortlaut wiederholen, um den nächsten Ansatz zu verstehen. Man darf gern davon ausgehen, dass die LeserInnen die Zusammenhänge auch so verstehen ;)
Kurzum: Es regt zum Nachdenken an, wurde aber wohl künstlich sehr aufgebauscht, um ein bestimmtes Seitenzahl-Ziel zu erreichen, zumindest mutet es so an.
Nice and brave idea to write a book about this topic - but it doesn't manage to actually say something new or even just specific!
I read half, then skimmed through the rest as it felt very repetitive. Of course, this isn't meant to be a self-help book, it's rather a philosophical analysis of the topic, but I was still hoping for a bit more guidance for how to deal with the issues she describes.
Easy to read, almost a bit too easy, would have liked to hear more about the philosophical ideas and the studies she briefly mentions.
Ein gutes Buch, das nüchtern und klar über die vielen Aspekte der Eltern-Kind-Beziehung aufklärt. Die Meinung der Autorin ist bereits aus dem Titel bekannt, aber im Verlauf des Buches prüft sie diese immer wieder aus verschiedenen Blickwinkeln und mit Zutaten und Einflüssen anderer. Von daher fühlt es sich nie an, als würde sie dem Leser ihre Meinung aufhalsen. Mehr ist es ein Dialog mit sich selbst eine Meinung zu formen.
Kluge Analyse des Verhältnisses zwischen Eltern und ihren Kindern. Stellenweile repetitiv, aber das bringt der argumentative Ton mit sich. Das letzte Kapitel liest sich mit Abstand am einfachsten und rundet Bleischs Text ab. Empfehlenswert.
Geschwankt zwischen 3-4 Sternen, gutes Buch, gute Inhalte, die Autorin hat sich am Anfang nur so so so so oft wiederholt und tausendmal das gleiche erzählt :/