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Rozznjogd

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RADIKALE MENSCHLICHKEIT
Zwei Menschen - Mann und Frau - landen bei ihrem ersten Date in einem Cabrio am Müllplatz. Anstatt sich von der besten Seite zu zeigen, setzen sie alles auf eine Karte. In einem richtiggehenden Rausch enledigen sich Stück für Stück der Fassade: ihrer Kleider, ihrer Habseligkeiten, ihrer Moral. Was ist es, das übrig bleibt?

Eine waschecht-österreichische Graphic Novel gezeichnet von GERHARD HADERER. PETER TURRINIS legendäre "ROZZNJOGD" löste bei ihrer Uraufführung 1971 Skandale aus, heute ist sie ein zeitloser Bühnenklassiker, der weltweit gespielt wird. Der Zeichner und Karrikaturist GERHARD HADERER findet dafür eine beklemmende Bildsprache und legt hiermit seine ERSTE GRAPHIC NOVEL vor: Düster und packend!

HADERER und TURRINI - zwei Großmeister ihrer Kunst -
Gerhard Haderers "JAHRBÜCHER" bilden längst das Highlight des Jahres für Fans der Karikaturenkunst, seine "SCHULE DES UNGEHORSAMS" in seiner Heimatstadt Linz erregt Aufsehen über die Grenzen des Landes hinweg. Dass er ein großer Bewunderer und Kenner der heimischen Literatur ist, zeigt er in seiner Inszenierung der "Rozznjogd". Mit Haderer und Turrini begegnen sich zwei Großmeister ihrer Kunst - ein Ereignis!

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„Solange die beiden maskiert sind, mit Sprache und eingeübtem Verhalten, sind sie hässlich, wenn sie sich nackt und bloß im Dreck wälzen, sind sie schön."
Peter Turrini

• zeitloser Bühnenklassiker gezeichnet von Gerhard Haderer
• ein Stück österreichischer Kulturgeschichte als Graphic Novel
• mit hochdeutschen Übersetzungen auf den linken Seiten

222 pages, Hardcover

Published February 12, 2018

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About the author

Peter Turrini

108 books7 followers
Peter Turrini is an Austrian leftist playwright.
Born in Carinthia, Turrini has been writing since 1971, when his play Rozznjogd premiered at the Volkstheater, Vienna. A versatile author, he has written plays, screenplays, poems, and essays. Rather than presenting an authentic picture of reality, in Turrini's understanding it is the function of the theatre to exaggerate and, by doing so, to raise the consciousness of the public.
He lives in Vienna and Retz, Lower Austria.

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Profile Image for Alexandra .
936 reviews378 followers
March 4, 2018
Das klassische Skandal-Theaterstück von Peter Turrini aus dem Jahr 1971 wird in dieser Graphic Novel vom bekannten Karikaturisten Gerhard Haderer zeichnerisch sehr entlarvend und grandios verstörend umgesetzt. Die Handlung fand ich genauso grausam wie bei meinem ersten Lesen des Stücks in den 80er-Jahren – wenn nicht noch furchtbarer – durch die Bilder.

Ein Pärchen hat sein erstes Rendezvous im Auto auf einer Mülldeponie. Warum der Mann diese kuriose und doch sehr unangenehme Location für den Beginn des Kennenlernens gewählt hat, wird dem Leser am Beginn der Geschichte noch nicht offenbart. Zuerst erschießen die beiden mit einem Gewehr die Ratten auf der Müllhalde und dann wollen sie sich WIRKLICH kennenlernen. Aber was bedeutet das?

Alle menschlichen Masken fallen nach und nach, die beiden wollen sich in der Essenz und der Nacktheit des Charakters kennenlernen, das Paar räumt sich wie bei einem Christbaum gegenseitig den „Schmuck“ ab. Da werden Toupets, Haarteile und falsche Wimpern abgerissen, die Zähne herausgenommen und auf den Müll geschleudert, da werden Sakkotaschen und Handtaschen analysiert und ausgeräumt, Schmuck und Geld weggeschmissen, alle Kleider abgelegt und Schaumstoff-BH-Einlagen auf die Kippe geworfen. Schicht um Schicht wird alles abgetragen, schlicht und ergreifend wird neben dem spannenden Seelenstriptease auch ein körperlicher Striptease vollführt und alle Errungenschaften des Konsums und der Beziehungen zu anderen auch gleich mitentsorgt.

Das ist sowohl spannend, entlarvend als auch brutal grausam, teilweise auch sehr ekelig, da es dem Leser vorführt, unter wie vielen Schichten von Tand und Optimierungen wir uns selbst begraben, um nicht nackt in unserem eigenen Charakter bar von Masken vor unseren Mitmenschen zu stehen. Auch das Ende der Geschichte, das ja durchaus eine positive Sicht auf den Nukleus des Menschen geben könnte, ist absolut gnadenlos und entbehrt jeder Hoffnung.

Gerhard Haderer hat das bekannte Volksstück großsartig ganz in Graustufen umgesetzt, dadurch wird auch die hoffnungslose triste Stimmung klar transportiert. Die Figuren sind extrem gut gezeichnet, vor allem die für die Geschichte wesentlichen körperlichen Unzulänglichkeiten und die schlechten Charaktereigenschaften, die sich in der Physiognomie manifestieren, kann ein Karikaturist natürlich noch viel besser mit spitzer Feder umsetzen, als ein traditioneller Grafiker.

Dramaturgisch und sprachlich ist die Geschichte auch für den deutschen Markt sehr gut auf das Zielpublikum ausgerichtet. Denn obwohl das Theaterstück ursprünglich in starkem Dialekt konzipiert war, kann man auf den linken Seiten auch die hochdeutschen Dialoge lesen – rechts spielt das Stück im Dialekt, das ist eine sehr gute Idee. Der Dialekt (wo ist der überhaupt her?) war teilweise so ausgeprägt, dass sogar ich hin und wieder links die hochdeutsche Übersetzung nutzte.

Das Einzige, was Haderer manchmal übertreibt, ist die Tristesse der Geschichte durch möglichst dunkle Graustufen herauszuarbeiten. Dadurch, dass manche Bilder fast zu dunkel sind, konnte ich oft die Details in den Zeichnungen nicht gut genug erkennen. Vor allem wenn man abends beim künstlichen Licht der Energiesparglühbirne und nicht im kalten Focus der Hallogenlampe liest, ist das ein Hindernis, wirklich jedes Detail zu erkennen und zu rezipieren.

Fazit: Grandios, verstörend und starker Tobak – ein tiefgründiges, bösartiges, demaskierendes Stück ohne Gnade und Hoffnung – also nicht für jedermann geeignet.
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