Sicherheit, Gleichheit und Einigkeit;Freiheit, Gerechtigkeit und IndividualitätDas weltumspannende Cybernet ist der Segen der Zukunft – es verbindet die Empfindungen der Menschen. Kybernetik, Genetik und Holografie sorgen für ein langes Leben voller Gesundheit, Kraft und Schönheit. Die Welt scheint endlich Frieden gefunden zu haben und die Menschheit bereit, in das Universum vorzudringen.Der renommierte Erinnerungskonstrukteur Leon lebt in den oberen Ebenen der vertikalen Stadt Skyscrape und schon bald wird er mit seiner großen Liebe Janica verheiratet sein. Doch die fatalen Folgen eines dubiosen Auftrages werden ihm zum Verhängnis. Er wird zum Spielball der Mächtigen und sein bisher so von Erfolg beschienenes Leben liegt innerhalb kürzester Zeit in Scherben.Als er schließlich in die unteren Ebenen der Stadt abgeschoben wird, erlebt er eine Welt voller Gewalt und Ungerechtigkeit. Der menschliche Körper ist nur eine austauschbare Puppe und die dort fehlende Verbindung zum Cybernet stellt sein gesamtes Sein als Mensch infrage.Doch ausgerechnet an diesem gefühlskalten Ort berührt jemand unerwartet sein Wesen – und das intensiver, als es die künstliche Empathie jemals hätte ermöglichen können.Ist der vermeintliche Segen vielleicht doch ein Fluch oder nur der logische Schritt der Evolution?.Verheißungsvolle Utopie, verstörende Dystopie, glaubwürdige Science-Fiction - willkommen im Cyberpunk.
„Cyberempathy“, eine dystopische Science-Fiction Story, fällt eigentlich genau in mein Beuteschema und doch bin ich um dieses Buch herumgeschlichen, seitdem es erschienen ist. Im Nachhinein ärgert es mich, dass ich so lange damit gewartet habe, denn diese Geschichte hat alles, was ein wirklich gutes Buch ausmacht - ein grandioses Setting, eine geniale Story und wahnsinnig tolle Charaktere. Es geht dabei vorrangig nicht um eine Lovestory und das Buch ist auch nicht LGBT-Genre gelistet, trotzdem hat es sich einen Platz auf meinem Blog verdient. Zum einen passt es bei näherer Betrachtung doch irgendwie perfekt in den queeren Bereich und zum anderen ist die Geschichte um Leon, Rade, Lux und Skylinn zu einem meiner All-Time-Favorites aufgestiegen.
E.F. v. Hainwald hat mit diesem Buch etwas Besonderes geschaffen. Durch seinen eingängigen Schreibstil, der es mir leicht machte in die komplexe Welt einzutauchen, die detailliert ausgearbeiteten, vielschichtigen Protagonisten und der unvorhersehbaren Handlung entwickelte die Story einen Sog, dem ich mich nicht entziehen konnte. Das Szenario, in das man einsteigt, fand ich zuerst verstörend, es herrscht Frieden, Wohlstand und keine nennenswerte Kriminalität - dank der emotionalen Vernetzung durch das Cybernet - und doch fühle ich mich mit dieser vernetzten Gesellschaft nicht wohl. Auch bei den persönlichen Optimierungen, die die Bewohner von Skyscrapes an sich vornehmen lassen, bin ich zwiegespalten. Auf genetischer oder kybernetischer Ebene kann ich das noch nachvollziehen, aber die eigenen Erinnerungen positiv abzuändern wäre für mich ein No-Go. Dieses streben nach Perfektion in einer perfekten Welt, nach eitel Sonnenschein, kann es nicht ohne Schatten geben, auch wenn diese von der Regierung dementiert werden. Leon bekommt diese, im wahrsten Sinne des Wortes, verborgenen Abgründe mit voller Wucht zu spüren und wird nach einem fehlgeschlagenen Auftrag als Bauernopfer auserkoren und diszipliniert. So landet er ohne eigenes Verschulden in den tiefsten Ebenen von Skyscrapes und ab hier beginnt der wirklich grandiose Teil der Geschichte. Leon muss bei null anfangen, ohne Netz und doppelten Boden des Cybernets. Er muss lernen, was für uns selbstverständlich ist, Gestik und Mimik richtig zu deuten. Angst, Wut, Hoffnung, Glück und Liebe werden zu einer völlig neuen Erfahrung für ihn. Der Autor hat diesen Weg toll umgesetzt und Leon bekommt ein umfassendes Bild davon, was Freundschaft, Ehrlichkeit, Vertrauen aber auch Enttäuschung wirklich bedeuten. Mit Hilfe seiner drei neuen Freunde, unter denen Rade mein heimlicher Favorit ist, kämpft sich Leon zurück. E.F. v. Hainwald hat mich mit den Wendungen in dieser Geschichte, besonders im letzten Drittel, kalt erwischt. Ich habe zwar mit so einigem gerechnet, aber bestimmt nicht damit. Das Quartett letztendlich loszulassen fiel mir deswegen wirklich schwer, vor allem, da ein Wiedersehen in einem weiteren Teil außer Frage steht – „Cyberempathy“ bleit ein Einzelband.
Kurzbeschreibung In der perfekten Welt sind alle Menschen durch das Cybernet emotional miteinander verbunden. Kriege gehören der Vergangenheit an, Verbrechen gibt es kaum noch, die Menschheit erlebt Glück und Wohlstand in nie gekanntem Ausmaß. Hier, in der wolkenhohen Metropole Skyscrape, lebt Erinnerungskonstrukteur Leon, der mit seiner Arbeit anderen hilft, negative und möglicherweise traumatisierende Erlebnisse in positive Erinnerungen zu verwandeln. Leons Karriere, wie auch sein Privatleben scheinen auf dem Höhepunkt, als er unerwartet in Ungnade fällt und mit einem Schlag alles verliert. Er wird in die „Unterstadt“ verbannt, eine archaische Welt voller Leid und Gewalt, in der er abgeschnitten vom Cybernet nun ums Überleben kämpfen muss.
Cover Im Hintergrund, in Grün- und Blautönen gehalten, erkennt man gerade so die Silhouette einer städtischen Umgebung. Davor, im Zentrum, sieht man ein metallisches Wesen, das sich zu einer Pflanze herabbeugt. Das Wesen wirkt auf den ersten Blick wie ein Roboter und doch erscheint es sehr menschlich. Ein helles, rötliches Licht wird von einem Punkt im Hintergrund ausgestrahlt und trifft das Wesen scheinbar zufällig an genau der Stelle, wo sich beim Menschen das Herz befindet. In futuristischen, jedoch sehr eleganten Großbuchstaben ergänzt der Titel die Gesamtdarstellung. Ich interessiere mich üblicherweise nicht für Cover, aber dieses weckt auf den ersten Blick meine Aufmerksamkeit und ich kann es lange betrachten. Es spiegelt meiner Meinung nach gut die Stimmung des Inhalts wider und hinterlässt bei mir das gleiche Gefühl wie der Roman selbst. Gefällt mir sehr.
Schreibstil Bedingt durch das Cybernet spielen Emotionen für die Figuren des Romans eine große Rolle. Fast hätte mich das ein wenig abgeschreckt, da ich Gefühlsduselei nicht mag. Aber glücklicherweise ist es Autor E.F. v. Hainwald hervorragend gelungen, die Gefühle seiner Figuren deutlich aber schnörkellos darzustellen. Dieser Stil zieht sich durch den ganzen Roman; ich hatte immer den Eindruck, die Dinge werden genau so dargestellt wie sie sind, direkt, ohne überflüssige blumige oder ausweichende Formulierungen. Die Figuren, insbesondere Protagonist Leon, sind detailliert und glaubhaft dargestellt. Ihre Verhaltensweisen sind nachvollziehbar, was umso erstaunlicher ist, da es sich doch um eher außergewöhnliche Personen handelt. Obwohl man schnell einen Bezug zu den wichtigsten Figuren herstellen kann, das Gefühl entwickelt sie zu kennen, bleiben sie doch undurchschaubar genug um die Spannung zu erhalten. Skyscrape, Ober- wie Unterstadt sind ebenso detailliert dargestellt, so dass alles gut vorstellbar wird. Auch bei den Bewohnern der Stadt wurde nicht mit außergewöhnlichen Charakteristika gegeizt, so dass die gesamte Welt vielfältig und interessant wirkt.
Meinung Da es sich bei Cyberempathy um eine Dystopie handelt und ich dem Genre sehr zugetan bin, war ich von Beginn an recht kritisch. Offengestanden habe ich allenfalls oberflächliche, angenehme Unterhaltung erwartet. Umso überraschter war ich, als es doch recht schnell ans Eingemachte ging und ich von Szenen überrumpelt wurde, die tatsächlich unter die Haut gehen. Der Roman bietet nicht nur eine futuristische Umgebung und eine spannende Geschichte darin, sondern genau das, was ich von einem dystopischen Roman erwarte: Kritische Betrachtung unangenehmer Themen mit Bezug zur Realität. Schleichend lernt man die Figuren und ihre Lebensbedingungen kennen und merkt gar nicht wie man sich daran gewöhnt, die Dinge als gegeben hinzunehmen. Und plötzlich offenbart der Autor eine andere Perspektive, verschiebt nur ein klein wenig den Blickwinkel, und schon sieht alles ganz anders aus. Dabei weicht er keinem Dilemma und keiner noch so beschämenden Gefühlsregung aus. Als Leser hat man schnell das Gefühl da „irgendwie mit drin zu stecken“, Beobachter von moralisch zweifelhaften aber auch viel zu privaten Szenen zu werden. Durch die detaillierte Innensicht fühlt man sich der Hauptfigur schnell verbunden, da die übrigen Figuren aber auch immer mehr von sich preisgeben, wird die Intensität des Erlebens beim Lesen immer stärker. Die Beziehungen der Figuren untereinander darzustellen ist dem Autor meiner Meinung nach besonders gut gelungen. Es finden sich keine schwarz-weiß Situationen, keine klaren Stempel die den Figuren aufgedrückt werden, sondern lebensnahe Verbindungen zwischen Menschen in all ihrer Kompliziertheit. Das ist beim Lesen gleichzeitig anstrengend und wunderschön. Inhaltlich wurde ich häufig überrascht, so dass ich während des Lesens kaum ein Schema erkennen konnte. Ich hatte zwar eine ungefähre Vorstellung, wo der Roman hinführen könnte, aber die Art und Weise war für mich gänzlich undurchschaubar. Das hat mir wirklich gut gefallen! Der bereits erwähnte schnörkellose Schreibstil hat mich ebenfalls sehr angesprochen. Ich schätze normalerweise blumige Formulierungen und ausufernde Metaphern, aber bei Cyberempathy hatte ich immer das Gefühl, dass jede Formulierung nur genau so weit „dekoriert“ wurde wie es notwendig war um die Sache auf den Punkt zu bringen. Was nicht heißt, dass an schönen und bildhaften Formulierungen gespart wurde, es wurde nur eben nicht damit übertrieben. Der Roman hat mich durchweg begeistert und mich sogar ein paar Stunden Schlaf gekostet, was wirklich selten ist :)
Fazit Außergewöhnliche Dystopie mit hohem Unterhaltungswert und tiefgreifendem Sinn!
Kurzbeschreibung In der Stadt Skyscrape lebt und arbeitet Leon als Erinnerungskonstrukteur. Er ist einer der Besten, wenn nicht sogar der Beste in seinem Beruf, was ihm nicht nur Ansehen sondern auch lukrative Aufträge verschafft. Leider passiert bei einem solchen Auftrag das Unfassbare und Leon wird in die Unterstadt verbannt, welche ihm ohne die Emotionsvernetzung kalt und leer erscheint. In dieser Welt, in der nur der Stärkere gewinnt, findet Leon Freunde, die ihm helfen und zeigen, dass alles, was er bis jetzt kannte, eine Lüge zu sein scheint.
Nur: wo hört die Lüge auf und wird durch die Wahrheit ersetzt ...
Cover Das Cover ist einfach nur WOW... Ich liebe dieses farbenfrohe Cover, das mit der seltsamen Gestalt, die sich zu bücken scheint, neugierig auf mehr macht. Zum Einen: warum bückt sich dieses seltsame Wesen nach dem Licht einer Pflanze, welche einsam allein inmitten von Technik auf dem Hügel steht. Interessant und vor allem passend zum Inhalt, das kann ich schon mal sagen. 😉
Schreibstil Der Autor E.F. v. Hainwald hat eine wundervolle Geschichte ins Leben gerufen, die mich begeistert hat und ich gespannt, was man mit Leon, der aus der Oberwelt von Skyscrape kommt, alles erleben wird. Dabei spart der Autor nicht an bildhafter Sprache und jeder Menge Spannung, die sich wie ein roter Faden durchs Buch zieht und einen mitnimmt, zu den ganz eigenen Charakteristika der Protas. Jeder für sich ist schon interessant und gemeinsam ergeben sie ein großes Ganzes. Natürlich spielt hier alles in einer Welt, die von Klassenunterschieden geprägt ist und korrupten System, das die Macht über alles und jeden haben will. Der Autor spielt mit Infos, die man Stückweise bekommt und auch mit der Sichtweise Leons, der alles hautnah erlebt und durchleidet. Nur gegen Ende des Buches hätte ich persönlich gerne weitergelesen und hoffe irgendwann auf eine Fortsetzung, denn ich will mehr. 😃💖 Ich stimme also dem Satz voll und ganz zu. 😉
Verheißungsvolle Utopie, verstörende Dystopie, glaubwürdige Science-Fiction - willkommen im Cyberpunk (Auszug aus dem Gedankenreich Verlag)
Meinung Wenn Dein Leben nahezu perfekt ist ...
Dann sind wir in der Stadt Skyscrape in der Leon arbeitet. Er ist in seinem Job als Erinnerungskonstrukteur einer der Besten und hat bei einem brisanten Auftrag die Aufgabe den Sohn eines Kunden mit positiven Erinnerungen zu füttern. Allerdings merkt Leon sehr schnell, dass etwas nicht stimmt, und er am Schicksal des Jungen mehr beteiligt ist, als er dachte.
Dabei merkt er sehr schnell, dass die Scheinwelt des Cybernet aus Lügen zu bestehen scheint. Verlässt ihn doch seine Verlobte Janica, die ihn immer mit ihrer Stimme bezauberte und sein bester Freund wendet sich von ihm ab. Seine Welt scheint in Trümmern zu stehen und ab jetzt muss er nach unten in die Welt der Unterstadt.
Dort angekommen wir er aufs Übelste zugerichtet. Hier zählt nur das Recht des Stärkeren und die meisten sind mit Kybernetik und jeder Menge Waffen ausgestattet. Für Leon eine gewöhnungsbedürftige Situation, da er das aus der Oberstadt nicht kennt. Er muss sich zurecht finden und trifft auf jemanden, der ihm hilft, sich in dieser rauen Welt ohne Emotionsvernetzung zurechtzufinden. Rade ist eine Kampfmaschine in Form eines außergewöhnlichen Mannes, der zwar sehr aufbrausend sein kann, aber für seine Freunde da ist. Er hilft Leon, behütet ihn vor einer Dummheit und nimmt ihn bei sich auf.
Dort lernt Leon Lux kennen, die nicht nur eine Prostituierte und mit jeder Menge Kybernetik ausgestattet ist, sondern ihren ganz persönlichen Humor hat. Der macht sie einzigartig und ist mit Rade auf einer Wellenlänge. Beide ergänzen sich und zu dritt lernt Leon nicht nur, dass es mehr gibt wie einen neuen Beruf in der Werkstatt von Skylynn, sondern auch sein Herz scheint nach dem Verlust Janicas zu heilen.
Doch bis dahin ist es ein langer Weg, denn ohne Emotionsvernetzung weiß er nicht, was andere empfinden. Allerdings ist er ein Kämpfer und kommt dabei einer Sache auf die Spur, die noch größer scheint, als das Lügenkonstrukt der Regierung.
Ein Kampf in Dir, der alles verändert scheint zu beginnen ...
Fazit Absolut empfehlenswert hat mich diese Geschichte begeistert! Ein Fehler, ein Leben, das sich verändert, und die Frage nach dem Sinn erleben wir hier. 😉
Leon ist einer der besten Erinnerungskonstrukteure in der Stadt Skyscrape. Er ist verlobt mit Janica, einer bekannten Sängerin und sein Leben scheint perfekt zu sein. Die Menschheit ist in einer Ära des Friedens und des Wohlstandes, was vor allem durch die Verbindung zum Cybernet funktioniert: Jeder Mensch ist daran angeschlossen und kann somit die Emotionen von anderen fühlen. Fügt man jemand anderem Leid zu, so fühlt man dies auch selbst. Leon erhält einen problematischen Auftrag in dessen Folge etwas schreckliches geschieht. Als Schuldiger angeklagt wird er in die Unterstadt abgeschoben, wo das Cybernet nicht existiert und das Recht von Syndikaten und dem Stärkeren gilt. Leon muss nicht nur überleben, sondern sich auch fragen, was es ausmacht, Mensch zu sein.
Ich bin eher ein Neuling im Bereich des Cyberpunks und kann dieses Buch daher nicht wirklich mit anderen dieses Genres vergleichen. Für mich persönlich kam jedoch die entsprechende Atmosphäre in der Unterstadt sehr gut rüber und es machte mir großen Spaß mir die kreativen Elemente dort vorzustellen.
Die Charaktere sind gut dargestellt. Auch wenn sie manchmal etwas überzeichnet sind, vor allem für humorvolle Szenen, bleiben sie dennoch insgesamt glaubhaft und sind vor allem sehr interessant. Egal ob es um einen der sympathietragenden Charaktere geht, oder um einen der weniger freundlichen – alle haben etwas, was sie besonders macht. Gegen Ende gab es etwa einen Charakter, den ich von seiner Art her als eher unangenehm empfunden habe, trotzdem mochte ich die Szenen mit ihm und war interessiert daran, mehr zu erfahren.
Auch die Geschichte hat mir recht gut gefallen. Sie ist eher komplex aufgebaut und behandelt viele verschiedene Themen. Als Leser hat man so vieles, worüber man nachdenken kann. Mir gefiel hier jedoch das Tempo des Buches nicht so sehr. Zu Beginn und im Mittelteil gibt es immer wieder Stellen, in denen sich die Geschichte doch etwas hinzog. Die letzten etwa hundert Seiten dagegen fühlten sich extrem gehetzt an und den meisten Themen wurde gar nicht mehr genug Raum gelassen. So blieben dann auch viele Fragen einfach offen, oder wurden so beantwortet, dass sich eher noch mehr Fragen ergaben. Im Allgemeinen hatte ich auch so oft das Gefühl, dass viele weiterführende Fragen und Probleme einfach offen gelassen wurden. So steht Leon mehrfach im Buch vor moralischen Dilemmata, welche jedoch einfach abgehandelt werden, ohne viel darüber nachzudenken. Da das Buch einen großen Fokus auf die emotionalen Aspekte legt, wäre es vielleicht interessant gewesen, zu erkunden, wie es Leon emotional damit geht vor gewisse Entscheidungen gestellt zu werden und welche Folgen dies für ihn hat. Es gibt Kleinigkeiten, die als wissenschaftliche Erkenntnisse dargestellt werden, die schlichtweg falsch sind, wie etwa, dass die Emotionen im Herz zustande kommen. Allerdings habe ich dies darauf geschoben, dass es in der Welt des Buches eben so ist. Etwas seltsam fand ich es dennoch, dass in Bezug auf Gefühle und die Seele des Menschen nicht einmal das Gehirn erwähnt wurde.
Es gab einige Stellen im Buch, an denen ich das Gefühl hatte, dass sie besser in einem visuellen Medium funktionieren würden. Gerade actionreiche Szenen, aber auch Situationen, in denen die Charaktere starke Körperreaktionen hatten, erschienen mir in geschriebener Form irgendwie seltsam. Ich konnte mir diese jedoch gut in einem Film vorstellen. Dies betraf jedoch nur einzelne Szenen.
„Cyberempathy“ hat mir auf jeden Fall das Genre des Cyberpunks näher gebracht. Die Welt ist kreativ dargestellt und die Geschichte komplex, mit vielen interessanten Thematiken. Ich hätte mir dennoch gewünscht, dass diese stärker ausgelotet worden wären und mehr Zeit bekommen hätten.
Das Cover ist aus meiner Sicht sehr imposant. Es ist wahnsinnig kreativ, ohne dabei zu aufdringlich oder beladen zu wirken. Noch dazu weckt es genau die richtigen Erwartungen an die Geschichte, ohne wirklich etwas zu verraten. Für mich ist es ein sehr schön anzusehendes, passendes Cover!
Inhalt: Wow! Eigentlich weiß ich gar nicht, womit ich anfangen soll, denn "Cyberempathiy" ist eine sehr tiefgründige Geschichte. Auf jeden Fall fiel mir der Einstieg in die Geschichte sehr leicht, denn es beginnt sehr sachte und mehr oder weniger alltäglich. Doch das bleibt keineswegs lange so, denn die Geschichte nimmt wahnsinnig schnell an Fahrt auf, sodass ich mich nach nur wenigen Seiten nicht mehr von dem Buch lösen konnte. Ab diesem Zeitpunkt war ich nicht mehr ansprechbar, denn die Geschichte hielt so viele überraschende Wendungen, gefühlvolle Szenen und nervenaufreibende Momente bereit, dass ich das Buch fast in einem Rutsch durchgelesen habe. Man kommt nicht drumherum, sich von der Geschichte bis zum Ende mitreißen zu lassen und selbst dann lässt sie einen in gewisser Weise nicht los.
Charaktere: Für mich bedeuten die Charaktere der Geschichte pure Unterhaltung. Mit dem Protagonisten Leon erlebte ich viele erschütternde Momente, erfuhr von Geheimnissen und begleitete seine starke Entwicklung im Verlauf der Handlung. Für mich ist er eine interessante Figur, die einen tollen Mittelpunkt der Geschichte darstellte. Ich mochte seine ruhigere, besonnene, aber doch emotionale Art sehr gerne. Die Nebencharaktere wurden aus meiner Sicht sehr authentisch dargestellt, auch wenn sie nur einen kurzen Auftritt hatten. Besonders Leons Begegnungen in der Unterstadt haben es mir angetan. Ich kann nur sagen, dass man dortigen neu gefundenen Freunde nur ins Herz schließen kann.
Schreibstil: Mich konnte der Autor mit seinem Schreibstil sehr begeistern! Er konnte mir das Geschehen in dem besonderen Setting der Ober- und Unterstadt von Skyscrape sehr gekonnt vors innere Augen zaubern. Ich empfand es so, dass in der Geschichte sehr angenehm die Waage zwischen den notwendigen Erklärungen der Technik, Gentik, Kybernetik, etc. und dem voranschreitenden Geschehen gehalten wurde. Auch die Erzählperspektive mit dem fokus auf den Protagonisten Leon, den man dadurch sehr gut kennenlernen konnte, gefiel mir sehr sehr gut. Für mich gingen die 560 Seiten viel zu schnell zu Ende aufgrund des angenehm zu lesenden, fließenden Stils.
Fazit: Ich würde "Cyberempathy" als gewaltig bezeichnen! In jeder Hinsicht hat mich dieses Buch umgehauen! Macht euch auf eine mehr als spannende Handlung, ein krasses Setting, einen bildgewaltigen Schreibstil und sehr authentische Charaktere gefasst. Dieses Buch ist nicht nur eine Geschichte. Der Autor hat erfolgreich so viel Tiefgründigkeit in diese packende Story gemogelt, sodass es euch definitiv begeistern wird! Ich kann nur eine absolute Leseempfehlung aussprechen. "Cyberempathie" gehört zu den wenigen Bücher, die mich emotional sehr bewegt, zum Nachdenken angeregt und mich dabei noch bestens unterhalten haben.
Eine Welt, die für Gleichheit und Individualität steht und bei Ihrer Moral selbst Grenzen zieht! Ich war soooo gespannt auf dieses Buch und bin so überrascht und begeistert. Da ich in dieser Richtung noch nie etwas gelesen hatte, musste ich alles inhalieren, was ich auf der Autorenseite bei FB finden konnte. Endlich war es dann soweit. Das Buch war erhältlich und was tat mein angefixtes Leseschweinchen? Zack! Buch auf den Kindle, schnell noch einen Kaffee holen, ein Sprung aufs Sofa und los ging es ... Ich bin in eine Welt getaucht, die faszinierend und zugleich irgendwie beängstigend war (aber im guten Sinne). Dieses Buch barg so viele Eindrücke und Informationen, man konnte gar nicht so schnell lesen und aufnehmen, was die Welt einem bot. Der Autor hat sie so gut beschrieben, dass sogar meine Wenigkeit (kleine Anmerkung am Rande – alles was Technik und Architektur betrifft, bin ich eine Niete) sich zurechtfand. Es waren viele Dinge die angenehm erschienen, einen aber doch überlegen ließen, wie man es selbst haben wollen würde. Es gab hier eine Welt, die sich, glaube ich zumindest, jeder wünschen würde: Frieden, keine Gewalt, keine Verbrechen, die totale Harmonie, frei Entscheidung, absolute Toleranz unter den Bewohnern in jeder Hinsicht. Wäre doch schön, wenn man selbst bestimmen könnte, wer man sein, was man tun und wie man aussehen will. Gerade dann, wenn es einem nicht von Natur aus gegeben wurde. Wenn man vergessen könnte, was man erlebt hat, fühlen könnte, was ein Passant empfindet, der an einem vorüberzieht, wenn man Emotionen nicht sehen müsste, um zu wissen, was Sache ist. Denn Gefühle und Emotionen sind ja immer echt und aufrichtig ... ODER??? Das Beängstigende an dieser Welt ist aber die Ansicht von Gerechtigkeit, von richtig oder falsch, Leben oder Leben lassen, Gut oder Böse, Sicherheit und Gefahr. Denkt ihr jetzt, hat die einen Knall? Wie soll das gehen, erst alles Flowerpower und dann plötzlich Doppelmoral!? Tja, das müsst ihr selbst lesen, um verstehen und erkennen zu können, wie diese Welt läuft. Die Protas (ihr werdet sie LIEBEN und manche vielleicht nicht *lach*) sind jeder Einzelne: einzigartig, andersartig und total individuell. Jeder hat seinen Charakter, der aus erlebtem und gegenwärtigem Leben entspringt ... ODER etwa nicht? Dennoch sind sie alle gleich, mit Prioritäten und Eigenschaften, die das Leben so mit sich bringt. Tiefe, aufrichtige Gefühle, Mimik, Emotionen wie Freundschaft, Zorn, Liebe, Mut, Zuneigung, Sympathie, Wertschätzung, Ehrlichkeit, Wut, Enttäuschung, Unsicherheit, Erregung, Lüge, Wahrheit ... Sollte man sie erkennen können, ohne sie hören oder sehen zu können? Wäre es nicht viel einfacher, wenn das "moderne Leben" uns das abnimmt? Ich habe heute einen Satz zu lesen bekommen, der es treffend beschreibt: Wo beginnt die Menschlichkeit und wo endet sie!? Fazit: Wenn ihr euch über die Story hermacht, seid darauf gefasst, sie wird euch und eure Gedanken wie ein Strudel mitreißen und euch sowas von Begeistern, aber zugleich in vielen Dingen überraschen.
Das Cybernet hat die Zukunft im Griff. Es verbindet die Empfindungen der Menschen und dadurch herrscht Frieden. Dank Kybernetik und Genetik haben die Menschen ein langes und gesundes Leben. Die Welt ist sicher, friedlich. Keine Gewalt und Kriege mehr. Leon ist ein erfolgreicher Erinnerungskonstrukteur und lebt in den oberen Ebenen der Stadt Skyscape, wird bald seine große Liebe Janica heiraten und ist glücklich. Doch ein Auftrag wirft ihn aus der Bahn und seinem gewohnten Leben. In die unteren Ebenen der Stadt verbannt, erlebt er Gewalt und Empathielosigkeit. Der menschliche Körper, austauschbar. Warum aber erfährt er gerade dort dennoch, was es heißt wirklich zu leben?
Meine Meinung:
Dieses Buch ist für mich mit das Beste, was ich in diesem Jahr gelesen habe. Ich weiß gar nicht wie ich all meine Emotionen gerade in Worte fassen soll. Der Autor hat mich regelrecht mit seiner Geschichte geflasht, denn diese hat einfach alles, was man sich wünschen kann.
Ich habe mit dem Lesen begonnen und war wirklich sofort in der Story vertieft. E. F. v. Hainwald hat mich sofort in seinen Bann gezogen. All die vermeintlichen Vorzüge vom Cybernet, gesundes, friedvolles Leben, all das klingt doch nach einem perfekten Leben, oder? Wenn man dafür seine Freiheit opfert…
Der Schreibstil ist dermaßen bildgewaltig, dass ich mich wie ein Teil der Geschichte gefühlt habe. Ich bin mit Leon, Rade und den anderen durch die dunklen Gassen gezogen, usw. Alles hatte ich vorm geistigen Auge. Bei manchen Szenen hatte ich feuchte Finger, bei anderen raste mein Herz, weil ich es gefühlt habe, als ob ich es direkt miterlebe.
Spannend, emotional, kreativ, alles ist dabei und ich konnte einfach nicht genug bekommen.
Meine Emotionen spielten völlig verrückt. Schon früh habe ich so eine Wut empfunden und gleichzeitig ein Mitgefühl entwickelt. Ich habe mit den Charakteren jederzeit so sehr mit gefühlt. Der Autor hat die Emotionen auf den Punkt rübergebracht.
Überhaupt die Charaktere, alle sind so wundervoll beschrieben. Individuell, einzigartig und alles andere als perfekt. Sie zeigen ihre Ecken und Kanten und ich liebe sie einfach alle.
Die Story an sich hat mich vom Stuhl gehauen. Sie ist krass, anderes kann ich es nicht ausdrücken. Teilweise vielleicht sogar ein bisschen erschütternd. Kann das die Zukunft sein? Es ist vorstellbar und das macht es umso schlimmer.
Eine Dystopie mit einigen SciFi Elementen und einer riesengroßen Portion Unterhaltung. Ich könnte ewig so weiter schwärmen.
Mein erstes Buch von E. F. v. Hainwald, und verdammt, ich muss mehr von ihm lesen!
Fazit:
Eine spannende SciFi Dystopie mit fantastischen Charakteren und einer clever durchdachten Story, die es in sich hat. Dieses Buch wird mich sicherlich noch eine Weile begleiten, weil ich es nicht so einfach loslassen kann. Ich bin wirklich begeistert und empfehle es von Herzen weiter. Dieses Buch wird eure Emotionen zum Überkochen bringen.
Dort, wo der hochgeschätzte Erinnerungskonstrukteur Leon lebt, verlässt man sich ganz auf Technik. Egal, ob es um Gefühle, Bedürfnisse oder die eigene Lebensweise geht. Doch als Leon durch einen Fehler aus der Oberstadt verbannt wird, muss er sich mit vergangenen, ausgemusterten Technologien und ausgesonderten Menschen auseinandersetzen, was alles andere als unriskant für ihn wird.
Ganz schön viel zu verdauen. Der Autor erzählt eine Geschichte, die unterhalten soll und mit einer großen Portion Action zum Mitfiebern einlädt. Nach dem Lesen stellt man sich allerdings Fragen: Was macht einen Menschen aus? Wie viel kann an einem Menschen verändert werden? Wo sind die Grenzen? Wann ist man kein Mensch mehr, sondern nur noch eine Maschine? Was ist in welchem Maß vertretbar? Warum mich das so beschäftigt? E.F. v. Hainwald hat für dieses Werk unglaublich viel Recherche betrieben. Alles, was man an technologischen Fortschriften in dem Buch findet, existiert bereits punktuell.
Die Charaktere sind gut ausgearbeitet und harmonieren miteinander. Die Entwicklungen sind nachvollziehbar, realistisch und überraschen den Leser an ein/zwei Stellen.
Der Schreibstil: Man muss sich erst mit dem Stil anfreunden, dafür wird man aber auch belohnt. Die Sprache ist bildgewaltig und der Leser kann sich alles (erschreckend) gut vorstellen. E.F. v. Hainwald hat ein sehr breitgefächertes Vokabular, was den Lesefluss alles andere als stört. Man schwebt tatsächlich nur so über die Seiten hinweg.
Das Hörbuch: Mehr Kleinverlage haben Hörbücher verdient. Cyberempathy als eines zu realisieren, war ein großes Projekt des Autors. Und ich bin ihm sehr dankbar dafür. Ich habe je nach Lust und Laune entweder das Hörbuch gehört oder meine Nase zwischen die Seiten gesteckt. Der Sprecher ist perfekt gewählt. Er findet für jeden Charakter den passenden Unterton und hat dabei eine sehr angenehme Stimme.
Das Cover: Da der Autor selbst ein beeindruckend guter Grafiker ist, wundert es mich nicht, was für ein Meisterwerk daraus geworden ist. Das Farbspiel fängt die Atmosphäre der Geschichte perfekt ein und ist ein richtiger Eyecatcher im Regal. Die Spotlackierung ist die Kirsche auf dem Sahnehäubchen. Alles richtig gemacht!
Fazit: Cyberempathy ist eine Geschichte voller Action, Technologie und lebhaften Charakteren. Die Sprache wird gerne einmal derb, was das Gesamtpaket perfekt abrundet. Selbst für Technik-Noobs eine große Empfehlung! E.F. v. Hainwald führt in angenehmen Tempo in die Materie ein, was weder den Lesefluss stört, noch Fragen offen lässt. Ein Buch, in dem auffällig viel Herzblut fließt. Großartig.
Ein Erinnerungskonstrukteur sitzt plötzlich in der Klemme und weiß gar nicht, warum …
Leon hat einen festen Job und ist damit gut im Geschäft, wenn man es so bezeichnen will. Doch als er an den Erinnerungen eines Jugendlichen im Auftrag des Vater. Irgendwas aber ist schief gelaufen und er erfährt, dass der Junge gestorben ist. Hatte es etwas mit dem zu tun, was er getan hat? Leon kann es nicht mehr wirklich herausfinden, denn er wird in die Unterwelt verbannt. Ein Ort, der Jenseits von dem ist, was er gekannt hat. Weit unten aber lernt er sich selbst besser kennen und verstehen. Er erfährt am eigenen Leib wie ein Leben ohne Cybernet funktioniert und ein irrer Kampf entsteht, bei dem es nicht nur Sieger und Verlierer gibt.
Leon hat viel durchmachen müssen und doch bin ich nicht immer mit dem Einverstanden gewesen, was er getan hat oder wie er reagierte. Zwischenzeitlich war es mir auch etwas zu vulgär von der Sprache her. Leon lernt natürlich auch unterhalb des Systems Leute kennen. „Menschen“ die etwas von sich verkaufen, um Geld zu verdienen. Zum Beispiel verkaufen sie ihren Arm, um ihn dann gegen etwas nicht menschliches auszutauschen, was aber immer noch günstiger ist …
Geschrieben ist es ganz gut, aber ich bin oft aus dieser Geschichte „geflogen“, weil mir irgendwas plötzlich gefehlt hat. Auch habe ich sehr lange daran gelesen, was schade ist, denn ich hatte mich etwas auf das Buch gefreut, ist doch das Cover mega schön und es hat 2018 einen Preis erhalten.
Erwartungen: 5/5
Cover: 5/5
Lesevergnügen: 3/5
Zukunftsvision: 3/5
Glaubwürdigkeit: 3/5
Allerdings muss ich eins anmerken: Man erkennt, wie viel Zeit sich Hainwald beim Schreiben gelassen hat und wie viele Gedanken er sich über die Zukunft und die Menschheit gemacht hatte.
Utopisch dargestellte Dystopia einer Gesellschaft, welche gegenseitig Emotionen fühlen, eine Verbannung aus der Komfortzone in die Freiheit und Unsicherheit sowie spannende Lebens- fragen in einem jugendlichen Schreibstil
Leon ist eine sehr frustrierende Figur, weil er manchmal sehr dumme und unhilfreiche Gedanken hat. Das Setting ist ziemlich interessant und das Ende ist angemessen sentimental.