Science Slam To Go: Molekularbiologie leicht & unterhaltsam erklärt!
Treffen sich zwei Moleküle ist ein populärwissenschaftliches Sachbuch aus der Feder des österreichischen Molekularbiologen & Science-Slam-Europameisters Martin Moder. Als neustes Mitglied der Wissenschaftskabarett-Gruppe Science Busters wurde ich jüngst auf ihn aufmerksam. Die Taschenbuchausgabe seines Sachbuchs erschien am 19.02.2018 bei Goldmann. Das passt ja. :)
Was passiert?
Was bedeutet es, wenn die Chemie zwischen zwei Menschen stimmt?
Kann man ein Menschenleben konservieren? Seine Erinnerungen physisch bewahren?
Auf welchen Kaffee des Tages sollte man auf keinen Fall verzichten?
Wenn unsere Eigenschaften in unseren Genen einprogrammiert sind, wer testet dann auf Bugs?
Wieviel wissenschaftlicher Optimismus steckt in der Planung von Jurassic-Park-Projekten?
In sechs großen Kapiteln, unterteilt in knackige Abschnitte von im Schnitt je 5 Seiten, erfährt man hier allerhand über die Gene & die Chemie der Liebe, erhält sinnvolle Tipps für reibungslosen Alltag, möglichst im Einklang mit dem eigenen Biorhythmus, und entdeckt nach und nach das Potenzial des bisher unscheinbaren Zweigs der Molekularbiologie.
Worum geht´s?
Die Wissenschaft erobert die Kleinkunstbühnen & die Molekularbiologie mein Hirn. Es ist schon sau spannend, einen Blick in die Labore zu werfen, doch auch befremdlich. Und das muss es sein, will man doch Neues erfahren.
In „Treffen sich zwei Moleküle“ wirft Martin Moder in bester Science-Slam-Manier mit Wissen und Witz um sich (und trifft); wer Humor lieber „light“ genießt, dem könnte die deftige Ladung den Lesefluss verhageln. Mir gefiel das aber sehr gut. Doch das Buch kann auch das Gegenteil:
Natürlich sind Tierversuche fester Bestandteil der genetischen Forschung und als solcher kaum wegzudenken. Im Buch findet sich deshalb ein ganzes Kapitel zu den „winzigen Helden der Molekularbiologie“, der sowohl einen Rückblick auf vergangene Experimente als auch Einblick auf jüngste Studien bietet. Dort berichtet er, jederzeit respektvoll, vom Umgang mit Tierversuchen, die notwendig und aufschlussreich, aber nie unumstritten sind. Wer eine große Empathie für Tierchen jeder Art hegt, der möge aber lieber ein anderes Buch wählen.
Weiter geht es mit Kapiteln über den Alltag, den eigenen Biorhythmus und wie man optimal - also: fit - durch den Alltag kommt. Wann setzt der Körper welche Stoffe frei & wie wirken sich diese auf unser Befinden aus? Abgerundet wird der Ausflug in die Molekularbiologie mit einem Kapitel über die Zukunft dieses Gebiets: Denn die Genetik ist noch recht jung, die Möglichkeiten zur Nutzung verlockend, die daraus resultierenden Gefahren nicht einschätzbar.
Wie war´s?
Noch nie hat sich Martin Moder so verständlich ausgedrückt! Diese zum Buch gebundenen Untertitel sind echt der Hit.
In Treffen sich zwei Moleküle gelingt es Martin Moder, einen faszinierenden Einblick in Biologie & Genetik zu gewähren, der unterhaltsam und verständlich zugleich ist. Dabei beleuchtet er nicht nur die theoretischen Möglichkeiten seines Fachs, sondern auch die ethischen Grenzen.
Der Mensch ist das erste Lebewesen, das theoretisch seine eigene Natur beeinflussen kann, und das ist erstaunlich und beängstigend zugleich. Wird die Menschheit erwachsen genug sein, mit der ihr gegebenen Macht über die Genetik verantwortungsvoll umzugehen? Dies wird im Buch angesprochen, aber kein Diskurs eröffnet, was ich gut fand.
Besonders empfehlen möchte ich „Treffen sich zwei Moleküle…“ regelmäßigen Lesern populärwissenschaftlicher Sachbücher. Martin Moder bleibt bei seinem Thema: Ausflüge neben sein Gebiet gibt es kaum, dafür aber einen angenehmen Einstieg & sinnvolle Thementiefe, für jeden, der grob weiß, worum es geht. Ein spezielles und fokussiertes Sachbuch für Neugierige.
Vielen Dank an den Goldmann-Verlag für dieses Rezi-Exemplar.
Ausführliche Rezi auf meinem Blog.