"Eine Liebe, in Gedanken" erzählt von Liebe und Lebenslügen, von den Hoffnungen und Träumen der im Krieg geborenen Generation, vom Gefühl des Aufbruchs und Umbruchs der Sechziger Jahre. Kristine Bilkau hält uns einen Spiegel vor: Wie viel Intensität, Risiko und Schmerz lassen wir zu, wenn es um unsere Gefühle und Beziehungen geht?
Hamburg, 1964. Antonia und Edgar scheinen wie füreinander gemacht. Sie teilen den Traum von einer Zukunft fern von ihrer Herkunft. Im Krieg geboren und mit Härte und Verdrängung aufgewachsen, wollen die Welt kennenlernen, anders leben und lieben als ihre Eltern. Edgar ergreift die Chance, für eine Außenhandelsfirma ein Büro in Hongkong aufzubauen. Toni soll folgen, sobald er Fuß gefasst hat. Nach einem Jahr der Vertröstungen löst Toni die Verlobung. Sie will nicht mehr warten und hoffen, sondern endlich weiterleben.
Tonis und Edgars Leben entwickeln sich auseinander, doch der Trennungsschmerz zieht sich wie ein roter Faden durch beide Biographien. Toni lebt in dem Konflikt zwischen ihren Idealen von Freiheit und Unabhängigkeit und dem Wunsch, sich zu binden, um Edgar zu vergessen. Fünfzig Jahre später, nach dem Tod ihrer Mutter fragt sich Tonis Tochter: War ihre Mutter gescheitert oder lebte sie, wie sie es sich gewünscht hat: selbstbestimmt und frei? Wer war dieser Mann, den sie nie vergessen konnte? Die Tochter will ihm begegnen, ein einziges Mal.
Kristine Bilkau, born in 1974, studied History and Literature at Hamburg University and Tulane University, New Orleans. Her debut novel „Die Glücklichen" (The Happy Ones) about an urban family getting into the turmoils of financial crisis was awarded best debut novel of the year 2015 with the Klaus-Michael-Kühne-Preis and the Franz-Tumler-Literaturpreis, praised both by reviewers and readers, and translated into Dutch, French and Italian. Her second novel „Eine Liebe, in Gedanken" (A love in thoughts) came out in March 2018 telling a love story about a young couple in the early sixties trying to escape the constrictions and repression of german post-war society. Kristine Bilkau lives in Hamburg.
Kristine Bilkau, 1974 geboren, studierte Geschichte und Amerikanistik in Hamburg und New Orleans. Ihr erster Roman „Die Glücklichen“ fand ein begeistertes Medienecho, wurde 2015 mit dem Franz-Tumler-Preis, dem Klaus-Michael-Kühne-Preis und dem Hamburger Förderpreis für Literatur ausgezeichnet und in mehrere Sprachen übersetzt. 2018 erschien ihr zweiter Roman, „Eine Liebe, in Gedanken". Sie lebt mit ihrer Familie in Hamburg.
The other novel for my literature class that features a narrator telling the story of, in this case, the love of her mother's life .
Now this one swept me away utterly and completely.
Part of the magic derives from a painting: the daughter who is narrating this poignant love story is at present working on an exhibition dedicated to Helene Schjerfbeck. I did not recognize the name, but the title of this painting immediately conjured that image in my mind, of the child with flushed cheeks and tousled hair, gently touching the delicate twig with its green shoots. I no longer recall where I saw it: Wicki tells me that it lives in Helsinki but it must have been lent out to another gallery, for my only visit to Helsinki lasted barely a day and I'm sure we had no time for artwork. I do remember how deeply moved I was by it: although the child's gaze is focussed on that twig, there is a sense of her being almost stunned by her own recovery, as if she herself had no longer believed she would come back from this. Her vulnerability. How precious life is. It's all there.
A fitting image, then, for the narrator's mother, Antonia, Toni, whose great love was lost to her, and yet who managed to recover, stunned by her own ability to do so. And why did the wondrous love story with Edgar not work out? Because of a lack of imagination on his part. Preconceived ideas about men and women (we're back in the 1960s here) that grandstand his view of himself as the responsible one and as a foil to that has to see her as frivolous and therefore unsuited to a challenging life. But she had the vision, and the grit, and was willing to make sacrifices. Blind, Edgar, blind. Like Edgar's father in King Lear.
Nach Kristine Bilkaus erfolgreichem Debüt „Die Glücklichen“, ein Gegenwartsroman, der den Zeitgeist einer ganzen Generation punktgenau trifft, folgt nun ihr zweiter Streich. „Eine Liebe, in Gedanken“ heißt er und macht etwas komplett anderes als Bilkaus Debüt: er springt in die Vergangenheit und ist dabei so sanft und ruhig wie leichte Wellen, die sachte an den Strand gespült werden. Das könnte man blöd finden und wie Toni aus Bilkaus Geschichte mit einem: „Och, nööö“ quittieren. Damit hätte man aber Bilkaus Erzähltalent verkannt.
„Eine Liebe, in Gedanken“ erzählt von Toni und Edgar, die sich in den 1960er Jahren kennenlernen. Eine Liebe wie vom Blitz getroffen. Toni und Edgar wollen gemeinsam die Welt erkunden, sich zusammen etwas aufbauen und dabei nicht den Beziehungs-Strukturen folgen, die ihnen ihre Eltern vorgelebt haben. Es soll anders sein, besonders, moderner, eigensinniger. Als Edgar die Chance bekommt nach Hongkong zu gehen soll Toni folgen, sobald sich sein Leben dort gefestigt hat. Doch irgendwas kommt dazwischen, Toni löst die Verlobung, sie will nicht mehr länger vertröstet werden. Was bleibt ist der Trennungsschmerz und eine Liebe in Gedanken. Fünfzig Jahre später – und hier setzt der Roman ein – findet Tonis Tochter nach deren Tod die Briefe von Edgar. Sie fragt sich, was wäre wenn? Wer wäre Toni geworden, wenn alles anders gekommen wäre? Und wer war dieser Mensch, den ihre Mutter nie vergessen konnte?
Kristine Bilkau erzählt parallel von heute und damals. Von der Tochter Tonis, die auf den Spuren der großen Liebe ihrer Mutter deren ganze Lebensgeschichte ertastet. Stück für Stück. Und dabei nicht nur diese eine ganz große Liebe begreift, die für Tonis Mutter Ausgangspunkt für ihr ganzes weiteres Leben werden wird, sondern auch ihre eigene Beziehung zu ihrer Mutter aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten lernt. Bilkaus Erzählstil ist sanft und leise, verzichtet auf kitschige Details, setzt dafür liebe Akzente zwischen den Zeilen. Es schwingt etwas mit, in Bilkaus Geschichte, das man nicht ganz greifen, geschweige denn benennen kann, das aber dazu führt, dass man sich in ihren Worten geborgen fühlt. Etwas schade ist, dass der Zeitgeist der 60er Jahre dabei leider etwas auf der Strecke bleibt, er kann sich nicht ausbreiten, wird lediglich angedeutet und bleibt so sanft wie Bilkaus Erzählstil. Etwas weniger Zurückhaltung hätte ich hier gut gefunden, aber vielleicht hätte das dann nicht in den Ton der Erzählung gepasst, wäre aus der Reihe gerutscht und hätte irgendwie schief geklungen.
„Eine Liebe, in Gedanken“ ist ein Roman, dem man anmerkt, dass jede Zeile wohlüberlegt und mit zartem Fingerspitzengefühl geschrieben ist. Eine Geschichte, die ohne dramatische Effekte, ohne Glitzer und knallige Farben auskommt, sich aber dafür angenehm ins Gedächtnis schleicht.
Eine Liebe, in Gedanken erzählt von einer so leisen Liebe, die doch so unendlich laut in die Welt hinaus geschriehen wird.
Inhalt Eine Liebe, in Gedanken“ erzählt von Liebe und Lebenslügen, von den Hoffnungen und Träumen der im Krieg geborenen Generation, vom Gefühl des Aufbruchs und Umbruchs der Sechziger Jahre. Kristine Bilkau hält uns einen Spiegel vor: Wie viel Intensität, Risiko und Schmerz lassen wir zu, wenn es um unsere Gefühle und Beziehungen geht?
Hamburg, 1964. Antonia und Edgar scheinen wie füreinander gemacht. Sie teilen den Traum von einer Zukunft fern von ihrer Herkunft. Im Krieg geboren und mit Härte und Verdrängung aufgewachsen, wollen die Welt kennenlernen, anders leben und lieben als ihre Eltern. Edgar ergreift die Chance, für eine Außenhandelsfirma ein Büro in Hongkong aufzubauen. Toni soll folgen, sobald er Fuß gefasst hat. Nach einem Jahr der Vertröstungen löst Toni die Verlobung. Sie will nicht mehr warten und hoffen, sondern endlich weiterleben.
Tonis und Edgars Leben entwickeln sich auseinander, doch der Trennungsschmerz zieht sich wie ein roter Faden durch beide Biographien. Toni lebt in dem Konflikt zwischen ihren Idealen von Freiheit und Unabhängigkeit und dem Wunsch, sich zu binden, um Edgar zu vergessen. Fünfzig Jahre später, nach dem Tod ihrer Mutter fragt sich Tonis Tochter: War ihre Mutter gescheitert oder lebte sie, wie sie es sich gewünscht hat: selbstbestimmt und frei? Wer war dieser Mann, den sie nie vergessen konnte? Die Tochter will ihm begegnen, ein einziges Mal.
Thoughts Ich mag keine reinen Liebesgeschichten. Um ehrlich zu sein, hasse ich sie sogar. Sie machen mich krank. Kitsch macht mich krank, rumgeturtel macht mich krank. Einfach das ganze Genre. Klassiker sind okay, da wird wenigstens noch auf die Realität eingegangen sowie auf die Konventionen der jeweiligen Epoche. Aber Contemporary Romance? Zehn Meter Abstand. Am besten noch die Straßenseite wechseln. Es ist echt nicht meins.
Ich weiß, dass es sich bei Eine Liebe, in Gedanken auch um eine Liebesgeschichte dreht. Ja, sie ist sogar sehr zentral. Eigentlich der Themenschwerpunkt. ABER – ja, jetzt kommt das dicke Aber – aber: Das ist nicht Contemporary. Im Gegenteil. Es ist eher der Literatur zu zuordnen. Wenn ich von Literatur spreche, meine ich nicht Bücher im Allgemeinen, sondern ich rede von richtiger Literatur. Werke, die eine Aussage haben, die man vielleicht in ein paar Jahrzehnten in irgendeinem Klassenzimmer irgendwo in der Großstadt ein paar verlorenen Teenagern zum Analysieren aufdrückt, um sie so noch mehr zu quälen und zu demütigen. (Das ist wirklich eine maßlose Übertreibung. Ich habe das Analysieren von schriftlichen Werken geliebt. Vor allem Gedichte waren mein Ding.)
Ja, Eine Liebe, in Gedanken ist schon etwas anspruchsvoller als die leichte Urlaubslektüre. Jedenfalls wage ich mich, das mal offen auszusprechen.
Kristine Bilkau hat wirklich eine großartige Art und Weise, die Dinge so zu banalisieren und dennoch etwas schönes, episches zu schaffen. Ihre nahtlosen, ombreartigen Übergänge von Gegenwart in die Vergangenheit und umgekehrt waren wirklich toll und gaben mir beim Lesen eine Art Cinema-Effekt. Ich konnte mir wirklich vorstellen, wie Antonias Tochter an einer Bushaltestelle steht, zu einem Dachfenster hinaufsieht und plötzlich ihre Mutter dort auftaucht, wieder zarte 20, und schwups – sind wir in der Vergangenheit und es dreht sich wieder alles um Antonia, wie sie ihre große Liebe lieben und verlieren lernte. Herzzerreißend und doch so schön, dass es mich wirklich mitgerissen hat. Ich ziehe an der Stelle mein All-Time-Favorite Drama als Maßstab zur Rate und muss schon sagen, dass Eine Liebe, in Gedanken wirklich genauso gut ist, wie Die Geister Schweigen von Care Santos. (Übrigens sehr zu empfehlen!)
Deswegen vergebe ich an diesem Roman überzeugte 5 Sterne. Ich werde mir definitiv auch Kristine Bilkaus Debüt zu Gemüte führen. Ich erwarte, genauso überzeugt zu werden, wie von ihrem Werk Eine Liebe, in Gedanken.
„Sie hatte 1967 darauf gewartet, von ihm nach Hongkong geholt zu werden, doch er hatte sie immer wieder um Geduld gebeten….“
Eine Liebe. Ein Mann, eine Frau. Hamburg in den 60er Jahren. Die Frau, Antonia, genannt Toni, ist aus ihrem Schleswig Holsteinischen Dorf in die große Stadt gezogen. Die Abenteuerlust, die Lust, sich ein eigenes, ein größeres Leben zu erlauben, ist ein Grund unter vielen dafür, dass sie dem Mann, Edgar, so gut gefällt. Der hat bereits einen unehelichen Sohn. Aber mit diesem hat er wenig zu tun. Edgar lebt noch im Elternhaus, er hat eine Arbeit und sieht gerne das, was nicht funktioniert. Während Toni voller Lebensfreude ist und damit auch ihn ansteckt. Wenn er sich bei ihr über sein Leben beklagt, heitert sie ihn auf. Mit seinem VW Käfer fahren sie durch die Stadt und ans Meer. Sie werden ein Liebespaar, dem alle ansehen, dass sie zueinander gehören. Dass Toni wegen ihres Status als unverheiratete Frau die Pille nicht vom Arzt bekommt, diese Problematik teilt sie nicht mit Edgar. Sie haben trotzdem Sex. Dass Toni ein Kind durch eine Fehlgeburt verliert. Sie teilt es nicht mit Edgar. Sie flüchtet heim nach Schleswig Holstein, kuriert sich bei der Mutter aus und für Edgar ist sie einfach krank. Als sich für Edgar die Chance auftut, sein unbefriedigendes Leben zu verlassen und für die Firma nach Hongkong zu gehen, ist es Toni, die ihn dazu ermutigt. Als er geht, ist sie zwar traurig, weil er sie nicht fragt, ob sie mitkommt. Aber auch das teilt sie nicht mit Edgar. Sie freut sich wirklich für ihn. Aber sich selbst verbirgt sie konsequent, als wüsste sie, dass er nur die eine Seite von ihr liebt, die fröhliche. „Du hast mir ein schönes Leben gezeigt.“
(part of my contemporary german-reading program) loved the first book by this writer (die glücklichen) which had subtle beatifully written scenes and interesting contemporary urban characters. this second book (or maybe it was written before?) is a decrease in quality compared to the first one. it tells the story of a relationship between the narrators deceased mother and a man in hamburg in 1964. especially the character of the man, edgar, remains very schematic and one-dimensional, his decision to move to hong-kong and break up the relationship remains as unexplained and uninteresting as it is from just reading the synopsis, like a reconstructed story the narrator (and the author) doesn‘t really know enough details about to make it interesting. hopefully more books will follow and this talented writer will return to first-hand stories of the contemporary urban quotidian she did so well in her first book.
Mich haben die beiden anderen Bücher von Kristine Bilkau begeistert. "Die Glücklichen" und "Nebenan" gehören zu meinen absoluten Lese-Highlights im fast abgelaufenen Jahr 2022. Natürlich waren die Erwartungen an diesen Roman entsprechend hoch und wurden leider nicht wirklich erfüllt. Auf mich wirkt das Buch etwas unausgegoren. Vordergründig geht es um die Trauerbewältigung der Ich-Erzählerin kurz nach dem Tod ihrer Mutter. Diese Passagen, gerade zu Beginn und gegen Ende, haben mir gut gefallen und erinnerten mich im besten Sinne an die beiden anderen Bilkau-Bücher. Die im Rückblick erzählte Liebesgeschichte zwischen der Mutter Toni und Edgar in den 1960er-Jahren vermochte mich allerdings nicht so richtig zu berühren, der Funke sprang nicht über, die Schilderungen verlieren sich irgendwie oft im Belanglosen. Ein großes Manko ist meines Erachtens, dass schon zu Beginn klar ist, dass die Liebe der beiden nur von kurzer Dauer gewesen ist. Das Aufeinandertreffen von Edgar und Tonis Tochter wird gegen Ende relativ schnell und ebenfalls unspektakulär abgehandelt. Wirkliche Spannung kam bei der Lektüre daher nicht auf. Ein bisschen wettgemacht wurde die schwache Handlung vom abermals sehr unaufdringlichen, nahbaren und überaus lesenswerten Schreibstil der Autorin.
although the ending was quite unsatisfying, i do feel like this is an accurate portrayal of relationships in the 60s/70s. it made me sad for edgar and antonia. i felt like he had to see her as the opposite of him; himself as the breadwinner, the responsible one, the businessman, her as the frivolous one, the homemaker, the one who could not live without nice things. however, in doing so, he failed to recognize her strength, and robbed himself of the ability to dream. losing her was entirely his own doing, but it saddened me that he hurt her in the process
Nach dem Tod ihrer Mutter lässt die Tochter das Leben Antonias Revue passieren. Vor allem die ganz große Liebe zu Edgar – den Grundstein für ihr späteres Leben. Zwei geschiedene Ehen, viele Umzüge, eine Tochter, die sich stets nach Beständigkeit gesehnt hat. Und sie sehnte sich „nach Toni und Edgar, nach ihrem Glück, nach ihrer gemeinsamen Zukunft, die es einmal gegeben hatte. Nach den beiden Menschen, die Toni und Edgar gewesen waren. Ich wünschte mir, diese Zeit der beiden von irgendwoher zurückholen zu können und meiner Mutter zurückgeben zu können. Wie ein verloren geglaubtes Schmuckstück, das immer vermisst und nie vergessen worden war. Hier, das habe ich für dich gefunden, es gehört dir.“
Die Tochter, die für den Leser namenlos bleibt, löst den ehemaligen Haushalt ihrer Mutter auf. Dabei stößt sie auf Spuren, die sie das Leben Antonias zusammen mit ihren eigenen Erinnerungsstücken aufleben und verarbeiten lassen. „[Ich] räumte [...] den Bücherschrank aus, nahm dieses Gebäude aus Gedanken und Erinnerungen, aus den vielen kleinen Indizien gelebter Momente auseinander.“ Dabei stößt sie „auf ein kleines Buch mit einem violetten, abgenutzten Umschlag [...] übersät mit Markierungen: "Fast ganz die Deine"; es war der innere Monolog einer jungen, lungenkranken Französin, die einige Zeit in einem Sanatorium verbringen musste, die dort einen Brief erhielt, von dem Mann, den sie liebte, den sie heiraten wollte, der ihr nun mitteilte, er würde sich von ihr trennen.“ Er ist Spiegel für Antonias eigene Gedanken und Gefühle: "Es ist zu Ende; Man hat nichts mehr zu erwarten und bleibt doch noch endlos so stehen, wohl wissend, daß nichts mehr kommen wird ... Nun haben Sie meinem Herzen so lange die bedingungslose Liebe abverlangt ... Sie sind fort, doch ich finde mich wieder und bin weniger allein als in jenen Tagen, da ich Sie suchte."
Neben Marcelle Sauvageots "Fast ganz die Deine" findet die Tochter einen Kunstband über die finnische Malerin Helene Schjerfbeck, zu der sie gerade als Innenarchitektin eine Ausstellung entwirft: „Eine Achtzehnjährige, die 1880 als junge Malerin mit einem Stipendium von Helsinki eine lange Reise mit Schiff und Bahn unternahm, um nach Paris zu kommen [...], die sich verliebte und doch nicht glücklich wurde. Die später in Finnland blieb [...] Die ihr Leben lang aus den Jahren in Frankreich und England schöpfte, »ich begehre große, tiefe und wunderbare Dinge«, den Satz hatte ich gelesen und notiert. Sie malte Bilder von jungen Frauen mit eigenwilligem Anmut.“ Die Tochter stellt einen Vergleich zwischen ihrer Mutter und der Malerin auf, die ein unstetes, selbstbestimmtes, einsames Leben führte. "Ich möchte an meiner Straße am Fenster sitzen und glauben, dass jeder, der vorbeigeht, ein Leben hat, glücklich oder unglücklich, aber tief." „Und dann war meine Mutter es, die [...] zurückblickte auf ihr eigenes Leben, die sich bis zum Schluss von niemandem ihre Liebe hatte abwerten lassen, ihre angeblich so unheilbare, zwecklose, vergebliche und verschwendete Liebe.“
Die intertextuellen Bezüge zu Marcelle Sauvageots "Fast ganz die Deine" und den zitierten Aussagen der Malerin Helene Schjerfbeck verleihen dem Roman eine weitere, tiefe Dimension, die die Lebensgeschichte Antonias in eine universelle, zeit- und raumlose Lesart rücken. Der Roman „Eine Liebe, in Gedanken“ erzählt eine berührende, fesselnde Geschichte – einnehmend geschrieben in leichter poetischer Sprache ohne falsche Sentimentalitäten. Und er ist wie das Leben selbst – mit offen bleibenden Fragen, ohne eindeutige Antworten. Denn nicht die explizite Antwortfindung ist das entscheidende, es geht vielmehr darum, wie bestimmte Entscheidungen das Leben und die Persönlichkeit verändern können.
Toni und Edgar scheinen ein Traumpaar zu sein. Toni ist etwas unkonventionell, abenteuerlustig, unabhängig und lebensfroh. Edgar ist davon fasziniert und findet in Toni seiner Meinung nach die perfekte Partnerin, die er bewundert für ihre Eigenschaften, ohne sie selbst zu teilen. Lange führen beide ein scheinbar perfekte Beziehung. Doch Edgar will sich nicht binden, während Toni nichts dagegen hätte. Von Toni dazu ermutigt, tritt Edgar schließlich einen Außenhandelsposten in Hongkong an. Toni soll nachkommen, sobald Edgar sich etabliert und eine Wohnung gefunden hat. Doch ein Jahr lang wartet Toni Monat um Monat und löst schließlich die Verlobung. Rund 50 Jahre später fragt sich Tonis Tochter, die gerade ihre Mutter beerdigt hat und die von ihrer Mutter viele Geschichten über Edgar und die Zeit mit ihm gehört hat, ob ihre Mutter nun gescheitert ist oder ein glückliches, und vor allem das Leben, das sie gewollt hat, geführt hat.
Bilkau zeichnet sehr menschliche Figuren, die einem sehr lebensnah erscheinen. Welches Kind kennt es nicht, dass es den "alten Geschichten" der Eltern wenig Aufmerksamkeit schenkt, weil es nicht interessiert und immer wieder die alten "Kamellen" sind. Auch Tonis Tochter ärgert sich letztlich, nicht genau hingehört zu haben, Details vergessen zu haben und damals nicht begriffen zu haben, welche Gefühle ihre Mutter bewegten. Dennoch war Edgar für sie immer wie ein Schatten, der das Leben ihrer Mutter begleitete. Nun rollt sie die Geschichte anhand der Unterlagen und Briefe ihrer Mutter wieder auf und versucht zu verstehen, was damals passiert ist und ob ihre Mutter einen Abschluss finden konnte oder ewig von den Ereignissen beeinflusst wurde. Es wird nicht besser dadurch, dass Edgar nicht weit entfernt ein Sommerhaus hat und jedes Jahr für eine kurze Zeit in Tonis Nähe wohnt. Nun muss Tonis Tochter ihn, einen für sie völlig Fremden, der ihr aufgrund der Geschichten doch so unendlich vertraut erscheint, bei seinem nächsten Aufenthalt über Tonis Tod informieren. Wie wird er es aufnehmen? Wie wird er sie aufnehmen? Und wird sie von ihm Antworten bekommen? Nicht nur all diese emotionalen und gedanklichen Vorgänge zeichnet Bilkau glaubhaft und nachfühlbar nach, sondern sie fängt auch die Aufbruchsstimmung der 1960er sehr plastisch ein. Die ganze Geschichte über wird einem Edgar nie ganz sympathisch, blitzt doch auch bei ihm immer wieder das damalige Frauenbild durch. Auch wenn er von Tonis Art, Ungezwungenheit und Selbstbewusstsein fasziniert ist, maßt er sich doch immer wieder an, Dinge von ihr fernzhalten und für sie zu entscheiden. Auf die Frage beispielsweise, warum er sie nicht direkt mit nach Hongkong nimmt, antwortet er, das sei nichts für eine Frau und so, wie er momentan lebe, könnte sie nicht leben und würde es ihr nicht gefallen.
"Eine Liebe, in Gedanken" ist eine emotionale Geschichte, die völlig ohne Kitsch und Pathos auskommt. Sie ist nicht rosarot und zuckerwattesüß, sondern realistisch, bodenständig, bittersüß und voller unterschwelligem Herzschmerz. Mir hat die Geschichte gut gefallen, hat mich hineingezogen und mitfühlen lassen, auch wenn sie vielleicht nicht so nachhallt und zum Nachdenken anregt, wie manch andere. Es ist dennoch ein gelungenes Buch über die Wege, die das Leben geht und die Entscheidungen, die wir, mal zum Besseren, mal zum Schlechteren, treffen oder die für uns getroffen werden und mit denen wir uns irgendwie arrangieren (müssen).
Kristine Bilkau bleibt sich treu. Eine Geschichte in der Geschichte ist nicht ungewöhnlich und oft charmant. In Bilkaus Covergeschichte geht es zunächst um Trauerbewältigung. Die Mutter der Erzählerin, zu der ein im Grunde gutes Verhältnis bestand, ist gestorben. Die Tochter ist nun dabei, die Wohnung der Mutter aufzulösen und macht sich Gedanken: hat sie die Mutter wirklich gekannt. Sind die Träume der Mutter wahr geworden oder ist sie eine gescheiterte Person gewesen?
Die Innengeschichte enthüllt also das Leben, insbesondere die große Liebe der Mutter. Es ist die Geschichte von Antonia und Edgar.
Die Covergeschichte gefällt mir sehr gut. Ich mag Romane, die sich mit Trauerbewältigung beschäftigen. Die Liebesgeschichte indes fällt meiner Meinung nach ab. Obwohl ich den besinnlichen, leicht melancholischen, phrasenlosen Ton von Kristine Bilkau mag.
Schon in ihrem ersten Roman „Die Glücklichen“, in dem es ebenfalls um ein junges Paar in der Stadt geht, hat sie diesen Ton angeschlagen. Sehr detailreich, langsam, dialogarm. Wieder kann ich sagen, der Autorin gelingt es, dem Leser die Innenwelt ihrer Protagonisten zu vermitteln.
Doch für ein Paar in den 60ern sind Antonia und Edgar zu versichtig miteinander, zu lahmarschig, zu wenig burschikos, zu wenig aufregend. Sie reden miteinander als ob sie auf rohen Eiern gingen. Und die Liebesbriefe, von denen es einige im Roman gibt, sind ungefähr so erotisch wie Einkaufslisten. Vielleicht haben sogar die Einkaufslisten die Nase vorn! Mir fehlt Pathos für die Große Liebe, Leidenschaft, Lautheit. Alles ist so sanft und abgepuffert. Dabei war diese Zeit voller Aufbrüche, Rebellion, Möglichkeiten. Nichts davon im Buch.
Kristine Bilkau ist sich in ihrem zweiten Roman treu geblieben, ihre Sprache ist schön, sie stellt Atmosphäre her und vermittelt Innenschau, doch da ist kaum Entwicklung.
Von der Rahmengeschichte hätte ich gerne mehr gelesen, sie ist wirklich wunderbar angelegt gewesen, zumal auch die Erzählerin Mutter einer erwachsenen Tochter ist. Die raumgreifende Geschichte in der Geschichte aber hat dem Roman nicht gutgetan, einfach, weil sie blutleer ist. Hätte der Fokus doch auf der Trauerbewältigung gelegen, alles wäre anders gekommen!
Sich treu bleiben ist bei bewährten Autoren ein Kompliment, nicht für Newcomer, denn man wünscht sich Entwicklung: Die leider ausbleibt.
Fazit: Wunderschön geschrieben, aber die Trauerbewältigung ist leider nur der Aufhänger für eine recht unbedeutende Liebesgeschichte, die zudem mit ihrer Sanftheit kaum in die wilden 60er passt.
Hamburg im Jahr 1964: Antonia Weber, kurz Toni, und Edgar Janssen sind scheinbar ein tolles Paar. Mit Mitte 20 teilt die junge Frau mit ihm den Traum von einer Zukunft fernab der Heimat. Als Edgar nach Hongkong geht, um für eine Außenhandelsfirma dort ein Büro aufzubauen, haben sie gemeinsame Pläne. Sie soll ihm folgen, sobald er Fuß gefasst hat. Doch ein Jahr lang wird sie immer nur vertröstet. Sie beschließt, ohne ihn weiterzuleben. Der Trennungsschmerz lässt beide jedoch auch im Laufe der Zeit nicht los. Fünfzig Jahre später, kurze Zeit nach dem Tod von Toni, will ihre Tochter Edgar ein einziges Mal treffen. Wer war der Mensch, den ihre Mutter nie vergessen konnte? Was genau ist damals passiert?
„Eine Liebe, in Gedanken“ ist ein bewegender Roman von Kristine Bilkau.
Meine Meinung: Der Roman besteht aus vielen, eher kurzen Kapitel. Erzählt wird einerseits aus der Ich-Perspektive aus der Sicht von Tonis Tochter und andererseits aus der Sicht von Toni selbst. Die Geschichte spielt teilweise in der Gegenwart und teilweise in den 1960er-Jahren. Diesen Aufbau finde ich gelungen.
Besonders begeistern konnte mich die Sprache. Sie ist intensiv und gefühlvoll. Der Schreibstil schaffte durch die wundervollen Beschreibungen eine lebendige Atmosphäre. So konnte mich die Geschichte schnell in ihren Bann ziehen.
Edgar, Toni und ihre Tochter sind die drei Hauptfiguren, auf die sich der Roman konzentriert. Die Charaktere wirken authentisch und werden liebevoll gezeichnet. Ich konnte vor allem die Gedanken und Gefühle der beiden Frauen sehr gut nachvollziehen.
Inhaltlich ist die Geschichte sehr emotional und berührend. Positiv fällt dabei auf, dass sie ohne Kitsch und Klischees auskommt.
Gut gefallen hat mir außerdem, wie tiefgründig der Roman ist. Es geht um mehr als nur Liebe. Es geht um Hoffnungen, Träume, Lügen und Zeiten des Umbruchs. Mich konnte die Geschichte sehr zum Nachdenken anregen.
Das Cover des Buches gefällt mir sehr gut. Es passt gut zum Inhalt. Auch der Titel ist treffend formuliert. Er könnte aber zu der falschen Annahme verleiten, es handele sich um einen ganz gewöhnlichen Liebesroman, was das Buch definitiv nicht ist.
Mein Fazit: „Eine Liebe, in Gedanken“ von Kristine Bilkau ist ein gelungener Roman, der mich sehr berühren konnte. Ich kann ihn wärmstens empfehlen.
Dies ist ein berührender, aber nie kitschiger Roman, in dem zum Einen eine Tochter versucht, sich nach dem Tod ihrer Mutter vorzustellen, was für ein Mensch sie war. Und zum Andern eine Liebesgeschichte, die schon lange zurückliegt.
Als die Mutter stirbt, bleibt ihre Tochter mit schlechtem Gewissen zurück. Viel zu wenig Zeit verbrachte man in den letzten Wochen, Monaten, Jahren miteinander. Was weiß sie überhaupt von ihr? Wie war sie als junge Frau? Wie war das mit ihrer großen Liebe, damals, mit der sie sich in Hongkong ein gemeinsames Leben aufbauen wollte? Abwechselnd liest man, wie die Tochter mit dem Verlust klar kommt und die Auflösung des Haushalts die Erinnerungen an ihre Mutter hervorbringt sowie das, was damals tatsächlich geschah. Die Liebesgeschichte zwischen ihr, Toni, und Edgar, Mitte der Sechziger Jahre. Die Geschichte einer lebenslustigen, intelligenten und selbstbewussten jungen Frau, die die Welt kennenlernen wollte, aber nicht um jeden Preis. Den Preis ihres selbst bestimmten Lebens zum Beispiel, wofür sie auch Entscheidungen traf, die ihr ganzes Leben änderten.
Kristine Bilkau gelingt es gut, den Tonfall der trauernden Tochter so wiederzugeben, dass man auch ohne Klagen und Jammern die Liebe und den Verlust spürt, den diese empfindet. Aber auch die Stimme der jungen Toni ist gut getroffen: ein bisschen frech, neugierig auf die Welt und trotz mancher Zweifel durchaus selbstbewusst. Ein gelungenes Porträt wie auch eine überzeugend wirkende Darstellung der damaligen Verhältnisse in den Sechzigern.
Hier stimmt das Cover mit dem Inhalt überein, leichte Pastelltöne und die Frau, die gerne in die Ferne schweift. Die Mutter ist verstorben und die Tochter sucht das Leben der Mutter zu verstehen, das Leben nach einer einzigartigen und doch verlorenen Liebe in den Sechziger in Hamburg. Das zarte Anbandeln, die Zuversicht, die Pläne für die Zukunft und das Scheitern - alles zart und sanft im Zwiegespräch oder Nacherzählung. Das Leben wurde gelebt aber wieso zu Beginn diese Enttäuschung, wie kam es dazu? Dank des schönen haptischen Einbands verliert man sich in der Liebesgeschichte und wird schnell parteiisch und würde den Herrn Edgar ein bisschen Butter bei den Fischen geben. Man wird zurückversetzt in das letzte Jahrhundert mit Untermietzimmer und dem Kohlduft im Flur, dem doch sehr verschiedenem Ausgehverhalten und dem täglichen Briefverkehr. Auch die Aufregung eines Ferngesprächs wird einem noch mal deutlich.
Wer Liebesromane mag, Frauengeschichten aus dem letzten Jahrhundert und mit enttäuschter Liebe umgehen kann, kann ich das Buch empfehlen.
Inhalt: "Eine Liebe, in Gedanken" erzählt von Liebe und Lebenslügen, von den Hoffnungen und Träumen der im Krieg geborenen Generation, vom Gefühl des Aufbruchs und Umbruchs der Sechziger Jahre. Kristine Bilkau hält uns einen Spiegel vor: Wie viel Intensität, Risiko und Schmerz lassen wir zu, wenn es um unsere Gefühle und Beziehungen geht?
Fazit: Der Schreibstil ist hervorragend - sehr bildhaft und detailreich, daher taucht man in die Geschichte ein und Sehnsüchte und Liebe sind beim Lesen richtig "spührbar" - und auch flüssig, man kommt gut und schnell voran. Die Tragik des Buches geht auch eins zu eins auf den Leser über - man fühlt mit den Protagonisten mit. Diesen Roman kann ich jeden empfehlen, der hinter die Fassade von Familien schauen will, und auf der Suche nach einem tiefgründigen Roman ist - denn hierbei handelt es sich definitiv nicht um leichte Literatur. Ein Buch was unter die Haut geht und einem nicht so schnell wieder los lässt.
Der Inhalt einer sich unglücklich verlorenen Liebesgeschichte, vor dem Hintergrund eines Neuanfangs in einer "anderen" Welt hat mich neugierig auf das Buch gemacht. Ich wollte erfahren, wie eine so große Liebe sich in den Fängen des Schicksals verlieren konnte, und was letzlich doch noch irgendwo von ihr übrig geblieben ist. Und der Roman bringt genau das auf den Punkt Die Charaktere sind sehr liebevoll gestaltet, und der Schreibstil gleichzeitig analysierend und emotional, indem er nicht nur auf die Dinge an sich, sondern speziell auf den Sinn hinter ihnen eingeht. Einziger Kritikpunkt ist für mich, dass ich mich nicht auf die Liebesgeschichte zwischen den beiden einlassen konnte und mich nicht in ihr Wechselwirken miteinander verlieben konnte, es nicht mal besonders anrührend fand. Ansonsten ist dies ein Buch, das ich nicht bereue, gelesen zu haben, und dessen Zitate teils noch immer in mir nachhallen.
Bij het leegmaken van de woning van haar overleden moeder Antonia, 'Toni', vindt haar dochter brieven van een romance die plaats vond in de jaren zestig. Het lijkt erop dat Antonia het vooraf zo voor haar heeft gesorteerd. Met een rake verbeelding en in poëtische taal reconstrueert ze het liefdesverhaal van Toni en Edgar en beschrijft de zoektocht naar vrijheid in een tijd waarin vrouwen net het keurslijf begonnen te doorbreken. De vraag waarom haar moeder zich zo aan het lijntje liet houden, laat haar niet los. De tweede verhaallijn in het boek gaat over het ‘heden’: het leegruimen van de woning van haar moeder, haar werkzaamheden – ze is bezig met het organiseren van een tentoonstelling over een Finse schilderes – en de verhouding met haar eigen puberdochter Hanna. Mooie roman over moeder-dochterrelaties, liefde en vrouwelijke veerkracht.
Eine wunderschön erzählte Liebesgeschichte, die so viel mehr ist als das. Von den Hoffnungen und Sehnsüchten der Nachkriegsgeneration, von dem Ringen zwischen Mut und Verstand, zwischen Freiheit und Sicherheit. Vom Verlassenwerden, Warten und Nichtmehrwartenwollen. Vom Nichtvergessenkönnen trotz aller Neuanfänge. Vom Abschiednehmen und Abschlusssuchen. Von der Sprachlosigkeit und den Zwischentönen. Eine Liebe in Gedanken erzählt von der Liebe zwischen Toni und Edgar, deren Bruch sie ihr Leben lang nie überwunden haben, aber auch davon, wie Tonis Tochter in der Gegenwart nach ihrem Tod von ihr Abschied nimmt. Die Sprache ist leicht, schwebend, aber auch sehnsuchtsvoll, suchend. Großartig.
In dit boek is de ik-persoon een anoniem gehouden tentoonstellingsmaakster die terugkijkt op het leven van haar net overleden moeder. Toni (Antonia) en Edgar waren jong eind de jaren 60 van de vorige eeuw. Ze raakten verloofd en zijn een tijdlang erg gelukkig met elkaar geweest. Edgar was een zakenman en had een zoontje uit een eerdere relatie dat hij moest onderhouden. Als junior verdiende hij echter niet veel, maar hij kreeg wel de kans om voor zijn firma naar Hong Kong te vertrekken om daar een kantoor proberen op te zetten voor zijn bazen. In die tijd betekende dat best heel wat. Hoewel hij Toni beloofd had haar te laten nakomen en hem te vervoegen, heeft hij die belofte om dat ticket op te sturen nooit ingelost. De verloving sprong af, en beiden gingen alleen verder, ook al heeft Toni haar grote liefde nooit meer gevonden.
Met tederheid en begrip kijkt de ik-figuur terug op dit liefdesverhaal. De vertelster schrijft met ‘Sehnsucht’, nostalgie, over de periode waarin haar moeder het geluk mocht kennen en dat nooit is teruggekomen. Nu wil ze op bezoek bij Edgar die na lange tijd terug naar Duitsland is gekomen en niet te ver van haar af woont. Ook het thema van het ouder worden is mooi uitgewerkt. Een aanrader!
Jaren 60-70 - een dolverliefd koppel Toni en Edgar en hoe komt het dat Toni hem toch niet volgt nr Hongkong... mooie weergave van de tijdsgeest. Ook het wachten wordt heel mooi omschreven.. knap. De hedendaagse verhaallijn over de dochter die mijmert over de verloren liefde van haar moeder vond ik minder... vandaar de 3 sterren ipv 4.
Ja, richtig: Liebesroman, da sich zwei Menschen Mitte der 60er finden möchten, um gemeinsam zu leben. Wichtiger: wie Oliver Jungen (ZEIT) möchte ich es "unangestrengt poetisch" nennen, wie eine Tochter ihrer Mutter nach deren Tod das Recht auf diese Liebe ihres Lebens zärtlich schenken möchte.