Favorite: Magdalena :)
ein paar Zitate, die nachklingen:
Aniya, 34:
- «Ich muss nicht wieder in eine Klinik, nicht zu Psychiaterinnen und Therapeuten, die alles wissen und nicht kennen. Ich muss zu den wirklich weisen Leuten».
- «Es ist schön, einen Weg zu finden, der einen nicht trennt, sondern zu allem führt. Aber wenn man getrennt ist vom Grossen Ganzen, dann ist man auch getrennt von sich selbst. Von allem. Man hetzt vom einen zum Nächsten und findet immer nur die laute Leere, die jetzt überall ist. Keine gute Leere. Und es gibt eine Leere, die gefüllt ist mit allem und verbunden. Ich glaube, sie macht frei.»
- «Ich sah plötzlich, wie schön und vergänglich alles ist. Heute bist du hier und morgen bist du nicht mehr da. Aber das, was du getan hast, was du in die Welt hineingegeben hast, das ist noch da.»
- «Es sind immer die Personen, nicht die Dinge, die mich dazu bringen, Energie zu mobilisieren.»
Laura, 24:
- «Sich etwas einzugestehen, heisst auch, zuerst einmal richtig schwach zu werden. Das macht Angst.»
Mona, 39:
- «Ich bin bis heute überzeugt, dass Schönheit und Anziehungskraft absolut nichts miteinander zu tun haben.»
- «Das ist die Krux. Ich kann nicht mit und ich kann nicht ohne viel Arbeit sein. Ich brauche in regelmässigen Dosen Anforderungen, die mich zwingen, Sachen zu machen, vor denen ich eigentlich Schiss habe. Erst wenn ich sie überwinde, spüre ich mich richtig und lerne mich zu schätzen. Da drin liegt wahrscheinlich für mich die Zufriedenheit.»
- «Ich brauche die Welt ringsum, die mich mit einem gewissen Druck wachhält. Ich brauche Inputs, sonst fängt es an zu drüllen und zu drehen. Aber zusammen mit anderen laufe ich zu Hochform. Zusammen mit anderen erreiche ich fast alles.»
- «Kindern verändern dich überhaupt nicht. Aber sie verändern deine Prioritäten für eine Weile radikal. In einem Familienverbund als Mutter zu wirken, ist durch nichts zu ersetzen. Es ist der krasseste und schönste Selbstversuch.»
- «Solche Extreme wie eine Geburt werden in unserem Leben sonst überall entschärft, verboten, domestiziert oder an kontrollierte Orte vermauert. Wir leben wohldosiert, abgepackt, hygienisch mit Verfalldatum. Überall klebt grösstmöglicher Komfort an uns. Unsere Convenience-Existenz. Eine Geburt ist das radikale Gegenteil. Viel stärker kann man das Leben nicht erfahren, ganz banal. Der Anfang und das Ende von etwas. Total nah beieinander.»
Marina, 21:
- «Wenn ich von etwas überzeugt bin, dann kann ich sehr viel mobilisieren. Und wenn ich ein Ziel habe, will ich es auch erreichen. Schwieriger finde ich, überhaupt ein Ziel zu finden.»
- («pfnüchserle» 😊)
Magdalena, 27:
- «In der Fremde sein tut nicht weh, Nur daheim nicht daheim sein finde ich sehr schwierig.»
- «Stören tut mich, dass viele Menschen oft alles wollen, ohne etwas dafür zu geben. Dass sie Qualität, sorgfältigen Umgang selbstverständlich finden, aber meinen, das sei gratis.» «Die Schnäppchenjagd finde ich verlogen oder gedankenlos.» «Mit dieser Art Geiz, der alles zersetzt, haben wir auch hier zu kämpfen.»
- «Mit Menschen bin ich eher langsam.» «Ich habe sehr gerne Kontakt, aber ich hasse zum Beispiel Apéros.»
- «Manchmal denke ich, hoffentlich werde ich nicht ganz so schnell kompliziert, wenn ich hier oben so allein und sehr angenehm wohne. Ohne, dass jemand an meinen Gewohnheiten ritzt.»
- «Es ist wohltuend, aus dem Hirn zu gelangen.»
- «Heimweh entsteht nicht durch Reisen, vielleicht ist es eher die Ursache fürs Reisen. Vielleicht spielt das Heimweh mit dem Fernweh verstecken. Ob es nicht ein anderes Weh ist, ein tieferes, grundsätzlicheres, auch älteres, das ich nicht erklären kann.»
- «Ich entscheide mit meiner Ratio, was sich in mir ausbreiten darf, und ich entscheide mich ganz entschieden gegen die Angst. Sie beansprucht schnell viel zu viel vom Leben.»
- «Der Mensch ist so ein komisches Mischwesen, immer oszillierend in allem Möglichen. Wir sind so vielstoffig gemacht. Und sind doch immer ein bisschen am Rotieren, weil wir finden, wir müssen uns für etwas entscheiden. Das heisst, anderes ausschliessen. Dabei heisst entscheiden auch, anfangen können.»
- «Alles wirkliche Leben ist Begegnung» (Martin Buber)
- «Apropos Grossvater – es faszinierte mich, wie sich der alte Mann nochmal so veränderte. Wie aus dem alten Patriarchen, der alles so nüchtern und pragmatisch, um nicht zu sagen materiell sah, im hohen Alter ein teilnahmsvoller Mensch wurde. Wie er sich kümmerte, als die Grossmutter starb und das Emotionale nicht mehr über sie laufen konnte.»
- «Ich glaube, wir haben alle diese Räume in uns, auch die sogennant irren. Jeder hat fast alle Abgründe und Lebensvarianten in sich, als Möglichkeit, sie sind nur verschlossen. Im Theater leuchtest du sie aus und lernst sie kennen.»
- «Für meine behinderten Zwillingsbrüder ist das Leben anscheinend jederzeit ein Grund, fröhlich zu sein. Ihre Freude ist in jedem Moment da und gross.» «Wenn es sie zum Beispiel stresst, in den vollen Bus einzusteigen, dann steigen sie einfach nicht ein und warten auf einen, der nicht so voll ist. Sie warten und schauen sich unterdessen die Welt an und sind überhaupt nicht unzufrieden.»
- «Meine Eltern haben ihrer Liebe immer grosse Sorge getragen. Und sie lachten viel. Ich weiss auch, dass ich ein geliebtes Kind bin. Nicht ein verwöhntes Kind, aber ein geliebtes. Das ist nicht selbstverständlich.»
- «Ich sehe aber, dass es Eltern gibt, die pachten ihre Kinder für sich und manipulieren und kontrollieren sie. Es gibt Eltern, die füllen ihre Leere mit Kindern.»
- «Ich wünsche mir oft eine gewisse Klarheit, Verortetheit, Konkretheit, einfach in der Gegenwart zu sein. Nicht so viel Gedankliches.» «Meine Wünsche sind oft wirr und abstrakt. Ich kenne sie ja nicht mal, könnte sie kaum formulieren. Das beunruhigt mich ein bisschen, weil ich merke – alle rundherum stehen jetzt so konkret im Leben. Und bei mir ist sehr viel Gedankliches da, aber ich zögere immer. Ich könnte ja auch etwas anderes tun. Ich stehe einfach in diesem Nebel, weiss, dass wohl irgendwo ein Ziel sein muss, aber ich sehe es nicht. Das Zielehaben ist aber in aller Mund, man hat einfach Ziele, alle stürmen auf etwas zu. In diesem Gestürm stehe ich manchmal ein wenig verloren herum. Muss ich unbedingt ein Ziel haben? Das Lebenswichtige findet jetzt statt, genau jetzt und hier.»
- «Ich mag einfach gute Sätze. Sie sind etwas Kostbares.» «Der kürzeste Satz ist wohl ein Name». «Manchmal ist es schön, sich Worte auszulehnen.»
- «Die Sprache bringt mich oft in eine Not. Musik zementiert weniger als Wörter».
- «Musik verlangt nie einen konkreten gemeinsamen Hintergrund. Sie setzt viel inniger an.».