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Das halbe Leben - Junge Frauen erzählen

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Im letzten Band von Susanna Schwagers Wanderung durch »Das volle Leben« und »Das halbe Leben« haben nun junge Frauen das Wort. Ob Boxweltmeisterin, Buchhändlerin, Pflegefachfrau, Rockstar, Moderatorin, Orientierungsläuferin mit 23 Weltmeistertiteln, Elektronikfachfrau oder blutjunge Mutter, sie alle haben in diesem Buch eines Einfach, unkompliziert und mit grosser Kraft heissen sie die Zukunft willkommen in einer verrückten Welt. In lebensschäumenden Geschichten erschliesst sich uns ein weiterer Teil von Schwagers Comédie humaine. Ein Kosmos, in dem man sich als Mitwandernde erkannt und aufgehoben fühlen kann. Was er zeigt, sind auch diesmal Heldinnen des Alltags, traurig und lustig, erhellend und schäkernd, schwungvoll, stolpernd und leichten Fusses unterwegs zu sich und unseren Herzen. Tragen wir ihnen Sorge. Und lassen wir uns verführen von der Kraft am Anfang allen den jungen Frauen.

200 pages, Hardcover

First published January 1, 2012

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About the author

Susanna Schwager

10 books2 followers

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Community Reviews

5 stars
6 (25%)
4 stars
6 (25%)
3 stars
10 (41%)
2 stars
2 (8%)
1 star
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Displaying 1 - 8 of 8 reviews
Profile Image for Tatjana Sebben.
43 reviews1 follower
April 2, 2024
Eigentlich 2.5. Ich möchte ihren Büchern dieser Reihe eigentlich nicht unter 3 Sternen geben, da ich sie an sich eine tolle Geste finde. Sie fängt die Personen oder zumindest, was ihr entgegenkommt, auch wieder bewundernswert ein. Vielleicht sind die 2.5 Punkte wirklich den erzählten Inhalten geschuldet. Ich fand es im Vergleich zu den 80 jährigen Frauen und Männern schlicht nicht so interessant, was die Männer U40 zu erzählen hatten.

Ein paar Zitate, die mir gefallen gibt es tatsächlich trotzdem:

"Gute Bücher helfen gegen Ängste. Und reisen."

"Wenn du davon ausgehst, dass die Erde alles erinnert, dann lebst du anders."

"Manchmal machen wir das [Gewichte heben] draussen vor der Kinderkrippe, die Göfis finden das immer lustig."

"Nur sitzen, auf diese alte Treppe."

"Es ist unschätzbar schön, von so vielen guten Geistern getragen zu werden."
Profile Image for Tatjana Sebben.
43 reviews1 follower
July 30, 2024
Auch wieder ein schönes, sinnliches Buch von Susanna Schwager. Für mich das traurigste im Quartett.

"Wahrscheinlich muss ich zuerst selber herauswachsen aus der Lebensmitte, um sie beschreiben zu können. Das Eigene und allzu Nahe nimmt man ungenau wahr, unscharf.", schreibt Susanna Schwager in ihren Worten vorab - wohl aus demselben Grund gehen mir die jungen Frauen so nahe - ich kann sie weniger aus der Distanz betrachten.

Meine liebsten:

".. - ich sehe mich als Geschichtensammlerin, als Zuhörerin, als eine Art Durchlauferhitzerin (oder wenigstens -erwärmerin) von erzählten, sogenannt wahren Begebenheiten."

"Einfach freundliche Geister, die kann man brauchen, egal, woher sie kommen."

"Und darf ich das sagen - ich habe das Gefühl - das kommt auch so."

"So gut es geht, halte ich es mit Thomas Mann - Du sollst dem Tod keine Macht über dein Denken einräumen. - Ich entscheide mit meiner Ratio, was sich in mir ausbreiten darf, und ich entscheide mich ganz entschieden gegen die Angst. Sie beansprucht schnell viel zu viel vom Leben."

"Wie er sich plötzlich um die vielen Enkel und Beziehungen kümmerte, als die Grossmutter starb und das Emotionale nicht mehr über sie laufen konnte. (...) Und was ganz verrückt war - er führte das Gespräch nicht mehr allein. Manchmal hatte er sogar Tränen. Plötzlich tauchte vor meiner Tür dieser etwas verlegen lächelnde Grossvater auf und wollte wissen, wie es mir geht."

"Manchmal ist es schön, sich Worte auszulehnen. In Gedichten finde ich sie, in Liedern und auch in alten Gebeten. Ich kann mich an sie anlehnen, darin ausruhen, muss gar nichts sonst, schon gar nicht inspiriert sein. Ich werde gehalten in diesen Worten."

"In Dharamsala war ich einmal in einem Kinderheim, sass einfach am Boden und schaute den Kindern zu. Und sie kamen alle daher, diese kleinen duftenden Wesen und berührten mich und umarmten mich und begannen sogar an mir zu süggelen, wie an einem Stück Zucker."

"Treu sein heisst - die gegenseitige Wärme nicht verlieren. Sich nicht verlieren."

"Wir sind sechs Geschwister. Ich habe eine Zwillingsschwester. Und jedes von uns hat daheim ein Feuer, jedes schätzt das sehr. Auch meine beiden Brüder arbeiten mit Feuer, einer ist Ofenbauer, der andere Kunstschlosser."

"Vielleicht ist es die wichtigste Aufgabe überhaupt, als junger Mensch herauszufinden, wo man hingehört. Zufällig wird man in ein Nest geboren und dann macht man sich auf ins Eigene. Für die einen ist das gar nicht weit, für die anderen aber schon."

"Das Leben trägt immer wieder Dinge an mich heran, die ich selber niemals ausgewählt hätte und die meinem Naturell überhaupt nicht entsprechen. Der Zufall weiss es oft besser als ich."

"Jedenfalls machte er sich auf die Söckli."

Danke für diese Bücher, Susanna Schwager!
41 reviews
February 3, 2019
I do hope she writes more of these books and next time she speaks to e.g. scientists, doctors, physicists, history professors,... unfortunately there were no women in this book that work in a field, where high qualifications are required. There was only one woman, a singer, who came across as passionate about her profession. The women described were all likable, but apart from the singer, not exactly inspiring - I wouldn't be interested to be friends with any of them.
Also most of the women in this book come from practically almost the same class. It would have been more interesting to cut across different classes in society.
But the author did succeed to portray the women she selected brilliantly. You really feel like you get to know them and connect to them. Very well written.
Profile Image for Literalina.
116 reviews3 followers
March 28, 2018
Jede der acht Geschichten ist besonders und regt zum Nachdenken an. Man kann viele Kleinigkeiten aus dem Buch für sich mitnehmen und lernt/entdeckt etwas neues über das Leben!
31 reviews
February 16, 2025
Favorite: Magdalena :)
ein paar Zitate, die nachklingen:

Aniya, 34:
- «Ich muss nicht wieder in eine Klinik, nicht zu Psychiaterinnen und Therapeuten, die alles wissen und nicht kennen. Ich muss zu den wirklich weisen Leuten».
- «Es ist schön, einen Weg zu finden, der einen nicht trennt, sondern zu allem führt. Aber wenn man getrennt ist vom Grossen Ganzen, dann ist man auch getrennt von sich selbst. Von allem. Man hetzt vom einen zum Nächsten und findet immer nur die laute Leere, die jetzt überall ist. Keine gute Leere. Und es gibt eine Leere, die gefüllt ist mit allem und verbunden. Ich glaube, sie macht frei.»
- «Ich sah plötzlich, wie schön und vergänglich alles ist. Heute bist du hier und morgen bist du nicht mehr da. Aber das, was du getan hast, was du in die Welt hineingegeben hast, das ist noch da.»
- «Es sind immer die Personen, nicht die Dinge, die mich dazu bringen, Energie zu mobilisieren.»

Laura, 24:
- «Sich etwas einzugestehen, heisst auch, zuerst einmal richtig schwach zu werden. Das macht Angst.»

Mona, 39:
- «Ich bin bis heute überzeugt, dass Schönheit und Anziehungskraft absolut nichts miteinander zu tun haben.»
- «Das ist die Krux. Ich kann nicht mit und ich kann nicht ohne viel Arbeit sein. Ich brauche in regelmässigen Dosen Anforderungen, die mich zwingen, Sachen zu machen, vor denen ich eigentlich Schiss habe. Erst wenn ich sie überwinde, spüre ich mich richtig und lerne mich zu schätzen. Da drin liegt wahrscheinlich für mich die Zufriedenheit.»
- «Ich brauche die Welt ringsum, die mich mit einem gewissen Druck wachhält. Ich brauche Inputs, sonst fängt es an zu drüllen und zu drehen. Aber zusammen mit anderen laufe ich zu Hochform. Zusammen mit anderen erreiche ich fast alles.»
- «Kindern verändern dich überhaupt nicht. Aber sie verändern deine Prioritäten für eine Weile radikal. In einem Familienverbund als Mutter zu wirken, ist durch nichts zu ersetzen. Es ist der krasseste und schönste Selbstversuch.»
- «Solche Extreme wie eine Geburt werden in unserem Leben sonst überall entschärft, verboten, domestiziert oder an kontrollierte Orte vermauert. Wir leben wohldosiert, abgepackt, hygienisch mit Verfalldatum. Überall klebt grösstmöglicher Komfort an uns. Unsere Convenience-Existenz. Eine Geburt ist das radikale Gegenteil. Viel stärker kann man das Leben nicht erfahren, ganz banal. Der Anfang und das Ende von etwas. Total nah beieinander.»

Marina, 21:
- «Wenn ich von etwas überzeugt bin, dann kann ich sehr viel mobilisieren. Und wenn ich ein Ziel habe, will ich es auch erreichen. Schwieriger finde ich, überhaupt ein Ziel zu finden.»
- («pfnüchserle» 😊)

Magdalena, 27:
- «In der Fremde sein tut nicht weh, Nur daheim nicht daheim sein finde ich sehr schwierig.»
- «Stören tut mich, dass viele Menschen oft alles wollen, ohne etwas dafür zu geben. Dass sie Qualität, sorgfältigen Umgang selbstverständlich finden, aber meinen, das sei gratis.» «Die Schnäppchenjagd finde ich verlogen oder gedankenlos.» «Mit dieser Art Geiz, der alles zersetzt, haben wir auch hier zu kämpfen.»
- «Mit Menschen bin ich eher langsam.» «Ich habe sehr gerne Kontakt, aber ich hasse zum Beispiel Apéros.»
- «Manchmal denke ich, hoffentlich werde ich nicht ganz so schnell kompliziert, wenn ich hier oben so allein und sehr angenehm wohne. Ohne, dass jemand an meinen Gewohnheiten ritzt.»
- «Es ist wohltuend, aus dem Hirn zu gelangen.»
- «Heimweh entsteht nicht durch Reisen, vielleicht ist es eher die Ursache fürs Reisen. Vielleicht spielt das Heimweh mit dem Fernweh verstecken. Ob es nicht ein anderes Weh ist, ein tieferes, grundsätzlicheres, auch älteres, das ich nicht erklären kann.»
- «Ich entscheide mit meiner Ratio, was sich in mir ausbreiten darf, und ich entscheide mich ganz entschieden gegen die Angst. Sie beansprucht schnell viel zu viel vom Leben.»
- «Der Mensch ist so ein komisches Mischwesen, immer oszillierend in allem Möglichen. Wir sind so vielstoffig gemacht. Und sind doch immer ein bisschen am Rotieren, weil wir finden, wir müssen uns für etwas entscheiden. Das heisst, anderes ausschliessen. Dabei heisst entscheiden auch, anfangen können.»
- «Alles wirkliche Leben ist Begegnung» (Martin Buber)
- «Apropos Grossvater – es faszinierte mich, wie sich der alte Mann nochmal so veränderte. Wie aus dem alten Patriarchen, der alles so nüchtern und pragmatisch, um nicht zu sagen materiell sah, im hohen Alter ein teilnahmsvoller Mensch wurde. Wie er sich kümmerte, als die Grossmutter starb und das Emotionale nicht mehr über sie laufen konnte.»
- «Ich glaube, wir haben alle diese Räume in uns, auch die sogennant irren. Jeder hat fast alle Abgründe und Lebensvarianten in sich, als Möglichkeit, sie sind nur verschlossen. Im Theater leuchtest du sie aus und lernst sie kennen.»
- «Für meine behinderten Zwillingsbrüder ist das Leben anscheinend jederzeit ein Grund, fröhlich zu sein. Ihre Freude ist in jedem Moment da und gross.» «Wenn es sie zum Beispiel stresst, in den vollen Bus einzusteigen, dann steigen sie einfach nicht ein und warten auf einen, der nicht so voll ist. Sie warten und schauen sich unterdessen die Welt an und sind überhaupt nicht unzufrieden.»
- «Meine Eltern haben ihrer Liebe immer grosse Sorge getragen. Und sie lachten viel. Ich weiss auch, dass ich ein geliebtes Kind bin. Nicht ein verwöhntes Kind, aber ein geliebtes. Das ist nicht selbstverständlich.»
- «Ich sehe aber, dass es Eltern gibt, die pachten ihre Kinder für sich und manipulieren und kontrollieren sie. Es gibt Eltern, die füllen ihre Leere mit Kindern.»
- «Ich wünsche mir oft eine gewisse Klarheit, Verortetheit, Konkretheit, einfach in der Gegenwart zu sein. Nicht so viel Gedankliches.» «Meine Wünsche sind oft wirr und abstrakt. Ich kenne sie ja nicht mal, könnte sie kaum formulieren. Das beunruhigt mich ein bisschen, weil ich merke – alle rundherum stehen jetzt so konkret im Leben. Und bei mir ist sehr viel Gedankliches da, aber ich zögere immer. Ich könnte ja auch etwas anderes tun. Ich stehe einfach in diesem Nebel, weiss, dass wohl irgendwo ein Ziel sein muss, aber ich sehe es nicht. Das Zielehaben ist aber in aller Mund, man hat einfach Ziele, alle stürmen auf etwas zu. In diesem Gestürm stehe ich manchmal ein wenig verloren herum. Muss ich unbedingt ein Ziel haben? Das Lebenswichtige findet jetzt statt, genau jetzt und hier.»
- «Ich mag einfach gute Sätze. Sie sind etwas Kostbares.» «Der kürzeste Satz ist wohl ein Name». «Manchmal ist es schön, sich Worte auszulehnen.»
- «Die Sprache bringt mich oft in eine Not. Musik zementiert weniger als Wörter».
- «Musik verlangt nie einen konkreten gemeinsamen Hintergrund. Sie setzt viel inniger an.».
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