Seit jeher begeben sich Schriftsteller auf Reisen, um das Natürliche, das Unverfälschte und das Ursprüngliche zu erfahren. Und um Antworten auf die Fragen des eigenen Lebens zu erhalten. Carl von Siemens folgt dieser Tradition. Bei indigenen Völkern im pazifischen Raum möchte er lernen, die Welt mit anderen Augen zu sehen. In Australien begegnet er dem magischen Denken der Aborigines und teilt ihren Alltag im Outback. Auf Mangaia, der ältesten der Cookinseln, erlebt er die Vormoderne nur mehr als Spuk. Und in Peru wird er von Mestizen und Amazonasindianern in den Gebrauch halluzinogener Pflanzenmedizin eingewiesen. Bei seinen sinnlich und elegant erzählten Reisen stößt Carl von Siemens nicht nur an die Enden der Welt vor. Sie werden auch zu Ausflügen in die Tiefen seiner Seele, die er mit pointierter Selbstironie erforscht.
Ein spiritueller Roman, es sind auch die Ausflüge in die tiefen der Seele an der uns er teilhaben lässt. Von Siemens' Schreibstil ist klug, kraftvoll und klar, ohne unnötige Schnörkel und er gibt vieles schonungslos Preis. Alle Stationen der Reise sind sehr bildhaft beschrieben, sodass man Australien, Ozeanien und Lateinamerika mit seinen Bewohnern förmlich vor sich sieht. Ein aussergewöhnlicher Reisebericht, der seine Leser gefangen nimmt und nachdenklich macht.