Jump to ratings and reviews
Rate this book

Wir sind dann wohl die Angehörigen

Rate this book
Johann Scheerer erzählt auf berührende und mitreißende Weise von den 33 Tagen um Ostern 1996, als sich sein Vater Jan Philipp Reemtsma in den Händen von Entführern befand, das Zuhause zu einer polizeilichen Einsatzzentrale wurde und kaum Hoffnung bestand, ihn lebend wiederzusehen.
»Es waren zwei Geldübergaben gescheitert und mein Vater vermutlich tot. Das Faxgerät hatte kein Papier mehr, wir keine Reserven, und irgendwo lag ein Brief mit Neuigkeiten.« Wie fühlt es sich an, wenn einen die Mutter weckt und berichtet, dass der eigene Vater entführt wurde? Wie erträgt man die Sorge, Ungewissheit, Angst und die quälende Langeweile? Wie füllt man die Tage, wenn jederzeit alles passieren kann, man aber nicht mal in die Schule gehen, Sport machen, oder Freunde treffen darf? Und selbst Die Ärzte, Green Day und die eigene E-Gitarre nicht mehr weiterhelfen?

240 pages, Hardcover

First published March 1, 2018

4 people are currently reading
166 people want to read

About the author

Johann Scheerer

3 books2 followers

Ratings & Reviews

What do you think?
Rate this book

Friends & Following

Create a free account to discover what your friends think of this book!

Community Reviews

5 stars
53 (22%)
4 stars
103 (44%)
3 stars
62 (26%)
2 stars
12 (5%)
1 star
2 (<1%)
Displaying 1 - 30 of 31 reviews
Profile Image for Semjon.
766 reviews504 followers
March 23, 2021
Anlässlich des 25. Jahrestages der Entführung von Jan Philipp Reemtsma hatte ich mir eigentlich vorgenommen Im Keller vom Entführten selbst zu lesen. Doch dieser Bericht fing sehr trocken mit den Schilderungen der reinen Fakten der Entführung und der vielen gescheiterten Geldübergaben an. Ich brach daher das Buch des Vaters ab und schaute stattdessen in den Augenzeugenbericht des damals 13jährigen Sohns Johann Scheerer hinein. Das gefiel mir deutlich besser, da Johann Scheerer von Anfang seine Gedanken und Gefühle der 33tägigen Entführungszeit darlegt. Es beginnt mit dem Wecken durch die Mutter am Morgen nach der Entführung und dem verrückten Gedanken, dass er durch dieses Ereignis nun die Lateinarbeit verpasst und endet der schwierigen Kommunikation mit den Mitschülern nach mehrwöchigen Fehlen in der Schule.

Johann Scheerer versteht es, die lange Zeit des Wartens auf einen Anruf der Entführer und den Versuch der Zerstreuung in unterhaltsame Worte zu verpacken. Klar sind da auch mal Längen in der Schilderung, aber das Buch ist allemal besser als jeder fiktive Entführungsfall im Thriller-Bereich.
Profile Image for Anika.
967 reviews323 followers
January 6, 2020
Ein Zeitzeugenbericht der etwas anderen Art: Johannes Scheerer erzählt rückblickend, wie er 1996 als 13-Jähriger die 33-tägige Entführung seines Vaters Jan Philipp Reemtsma erlebt hat (Reemtsma-Entführung). Die Erzählperspektive ist gut gewählt und authentisch wiedergegeben. Vom ersten Schock über die Schritte ins das neue, temporäre Leben ohne Vater (dafür mit Polizei, Ermittlern und Entführern) bis hin zur großen Verzweiflung - Scheerer lässt den Emotionen freien Lauf, ohne dass sein Bericht ins Kitschige abdriftet.

Man kann sie nachvollziehen, die Hoffnungslosig- und Hilflosigkeit des 13-Jährigen, dessen gesamtes Leben von jetzt auf gleich auf nur ein Thema (Entführung!) einzoomt und kaum Platz für darüber hinaus gehende Randbetrachtungen lässt. Er ist quasi mittendrin im Geschehen, aber irgendwie nicht, denn vieles, vor dem er als 13-Jähriger in dem Moment geschützt werden sollte, erfuhr er erst später. So ist es vor allem die Hilfslosigkeit, die die Gedanken des 13-Jährigen bestimmt. Neben Fragen wie: "Was kann ich tun, wie kann ich von Nutzen sein?" ist es dabei vor allem die reale Befürchtung, den Vater nie wieder zu sehen, die der 13-Jährige schon früh akzeptiert, um auf das Schlimmste vorbereitet zu sein. Briefe des Vaters aus der Gefangenschaft, in denen er liebevoll mit Frau und Sohn kommuniziert, erzeugen so einen mentalen Spagat zwischen dem schon fast als real empfundenen Verlust und der hierfür unerwünschten Hoffnung. Diese Gedanken, diese vorauseilende Akzeptanz des "bösen Endes" fand ich ziemlich düster, teils fast erschreckend.

33 Tage lang dauert die Qual. 33 Tage, in denen die Polizei sich diverse ermittlungstaktische Pannen erlaubt, in denen die Kommunikation mit den Entführern immer wieder scheitert, in denen Johannes die Außenwelt kaum wahrnimmt (und wenn doch, immer mit etwas schlechtem Gewissen) und in denen so manche an ihre Grenzen stoßen.

Die (von ein paar Gesangseinlagen abgesehen) überwiegend besonnene, ruhige Lesung vom Autor passt gut zur "Stimmung" des Buchs. Für mich persönlich hätte es an einigen wenigen Stellen noch etwas straffer sein dürfen. Grundsätzlich hat es sich aber gut lesen bzw. hören lassen und ist als außergewöhnlicher Blickwinkel auf eine solche Entführungssituation empfehlenswert.
Profile Image for Meike.
Author 1 book5,023 followers
April 21, 2018
Deutsche Zeitgeschichte aus der Perspektive eines Kindes: Johann Scheerer ist der Sohn von Jan Philipp Reemtsma, dem Gründer des Hamburger Instituts für Sozialforschung und Millionenerben, der 1996 entführt wurde, um Lösegeld zu erpressen. 33 Tage befand sich Reemtsma in der Gewalt der Entführer, nach Zahlung von 15 Millionen D-Mark und 12,5 Millionen Franken wurde er schließlich frei gelassen.

In „Wir sind dann wohl die Angehörigen“ schildert Scheerer die Entführung aus seiner damaligen Sicht – er war zum Tatzeitpunkt 13 Jahre alt. Ähnlich wie Matthias Brandt in Raumpatrouille (im Buch beschreibt Brandt seine kindliche Sicht auf die Kanzlerschaft seines Vaters, Willy Brandt) wählt Scheerer damit eine besonders eindringliche Perspektive, und während Brandt sehr erfolgreich eine nahezu magische kindliche Welt evoziert, bietet Scheerer insofern das Gegenstück, als dass er die Hilflosigkeit, Desorientierung und Angst seines 13-jährigen Ichs angesichts eines Verbrechens greifbar macht, das im kollektiven Bewusstsein des Landes eine wichtige Rolle spielt. (Damals wurde insbesondere das Vertrauen in die Polizei erschüttert.)

Scheerer und ich sind ungefähr gleich alt, und wir haben den gleichen Musikgeschmack – das ist hier relevant, denn Scheerer, der mittlerweile als Musikproduzent arbeitet und die Clouds Hill Studios in Hamburg betreibt (dort hat beispielsweise Pete Doherty sein wunderbares Album „Hamburg Demonstrations“ aufgenommen), findet immer wieder Zuflucht in der Musik. Ich habe das Audiobook gehört und hatte so die Gelegenheit, mit Scheerer mitzusingen, wenn sein kindliches Ich in beklemmenden Momenten von Angst und Verunsicherung seine Lieblingsplatten auflegt (ja, Scheerer singt im Audiobook). Vor allem liebt er Die Ärzte, gerne auch deren obskure, alte Songs aus den 80ern (na klar kann ich die alle mitsingen, was denkt Ihr denn?) und Green Day (mein 12-jähriges Ich hatte die „Dookie“-Promo in seinem Zimmer hängen, nachdem ich sie dem lokalen Plattenhändler abgeschwatzt hatte).

Diese Momente haben für mich eine besondere Verbindung zu Scheerer hergestellt, wobei ich sicher bin, dass auch andere Leser sich in ihn hineinversetzen können, wenn er verzweifelt versucht, sich bei den Ermittlungen nützlich zu machen, wenn er anfängt, die Schrullen seines Vaters zu vermissen, und wenn er sich fragt, wie er sich in seiner Situation richtig verhalten soll, als Sohn eines Entführungsopfers. Besonders erschütternd sind auch die Briefe Reemtsmas an Scheerer und dessen Mutter, in denen Reemtsma, das Opfer, versucht, seiner Familie das Gefühl zu geben, ihr nah zu sein.

Sehr gutes Buch. Lesen!
(Reemtsma selbst hat übrigens das Gegenstück aus seiner Perspektive geschrieben, Im Keller: Jan Philipp Reemtsma.)
Profile Image for Anni K. Mars.
419 reviews92 followers
August 10, 2019
Sehr interessant und einnehmend. Toll geschrieben. Das Buch beschränkt sich auf die Erlebnisse des 13-jährigen Johanns während der Entführung. Die restlichen Hintergründe bleiben unbekannt. Das werde ich jetzt noch mit ein wenig Internetrecherche ändern :)
Profile Image for Lisa Burgess.
164 reviews12 followers
March 3, 2018
vor wochen habe ich von der erscheinung dieses buches erfahren und war seitdem äußerst gespannt darauf. johann scheerer, sohn von jan philipp reemtsma, beschreibt darin aus seiner sicht (damals 13 jahre alt) die entführung seines vaters im jahr 1996. ich selbst war damals gerade mal 9 jahre alt, aber kann mich trotzdem an die schlagzeilen dazu erinnern, zumal ich zu der zeit in dem ort gewohnt habe, in dem herr reemtsma am ende freigelassen wurde.
anyway. heute mittag hab ich es endlich kaufen können und an einem nachmittag komplett verschlungen.
zu sagen "das buch hat mir unfassbar gut gefallen" klingt in dem kontext des inhalts erstmal unangebracht, aber ich lass das jetzt trotzdem so stehen. angehörige von solch heftigen ereignissen - insbesondere wenn es kinder sind! - müssen gehört werden und aus diesem grund bin ich sehr sehr sehr sehr dankbar, dass johann scheerer seine sichtweise und seine erlebnisse zu papier gebracht hat. wirklich, danke von ganzem herzen. es gäbe noch so viele dinge, die ich sagen möchte, aber das ist nicht der richtige ort. also deswegen nochmal: danke!
Profile Image for Laura Evlolle.
81 reviews281 followers
September 2, 2025
Wie immer bei autobiografischen Texten: Die Bewertung gilt nicht dem Inhalt, sondern drückt mein Lesevergnügen aus.
Profile Image for Buchstabenträumerin.
210 reviews16 followers
March 12, 2018
WIR WAREN AUS UNSEREM UNIVERSUM HINAUSKATAPULTIERT WORDEN. DIE ZEIT, WIE WIR SIE KANNTEN, EXISTIERTE NICHT MEHR. (SEITE 19)

„Und ich schau wieder auf die Uhr: du bist immer noch nicht da
Keine Ahnung wo du bleibst, es ist wahr:
Mir ist langweilig […]“*

Nachdem ich „Wir sind dann wohl die Angehörigen“ von Johann Scheerer in der vergangenen Woche gelesen hatte, hat sich der Sinngehalt des Liedes *“Langweilig“ von den Ärzten für mich grundlegend geändert. In dem autobiografischen Bericht des Hamburger Musikproduzenten ist Langeweile ein zentrales Motiv, denn vor 22 Jahren konnte Johann Scheerer 33 Tage lang nichts anderes tun, als im Nichtstun zu verharren und zu warten: Am 25. März 1996 wurde sein Vater, Literatur- und Sozialwissenschaftler Jan Philipp Reemtsma, entführt und erst 33 Tage später wieder freigelassen.

Was tut man, wenn der normale Alltag, bestehend aus Schule, Tests und Treffen mit Freunden in den Hintergrund rückt und wochenlang von Sorgen, Unsicherheit und eben Langeweile ersetzt wird? Wenn die Welt, wie man sie kennt, auf ein einziges, erschreckendes und unbegreifliches Ereignis zusammenschrumpft? Johann Scheerer findet sich plötzlich in einer anderen Welt, in einer anderen Galaxie, wieder. Alles verschiebt sich, alles von dem er glaubte, es sei normal, bleibt ihm plötzlich verschlossen. Stattdessen öffnet sich ein großes schwarzes Loch, das alles Normale verschluckt und seine Welt aus den Angeln hebt. Er glaubt nicht, dass er seinen Vater lebend wiedersehen wird.

In einem Lebensabschnitt, in dem Johann Scheerer damit beginnt, sich von seinen Eltern zu distanzieren, durchdringen und beengen auf einmal Verwandte, Freunde, Polizei und Helfer sein Zuhause und sein Leben. Sie arbeiten und wohnen auf engstem Raum zusammen, und dennoch steht jeder für sich, mit seinen individuellen Sorgen und Nöten. Denn teilen lässt sich die Wahrnehmung dieser Entführung nicht, jeder empfindet sie anders, geht anders damit um.

Johann Scheerer empfindet vor allem Langeweile. Er schaut Fernsehen, Videos, hört Musik. Geht ins Kino, kauft sich eine Gitarre. Einzig die Neuigkeiten der Entführer durchbrechen diese neuen Abläufe. Nicht alles erfährt Johann Scheerer unmittelbar, er hält sich heraus und wird herausgehalten, erfährt viele, teils erschreckende Details erst später. Seiner Mutter möchte er keine zusätzliche Last sein, er zieht sich zurück. Das Gefühl von Machtlosigkeit und eine zunehmende Isolation machen ihm zu schaffen, doch mit wem kann er reden? Wem kann er sich anvertrauen? Zu mächtig und unwirklich erscheint die Situation, als dass er sie (mit-)teilen könnte, und so schlagen einzelne Versuche, in den gewohnten Alltag zurückzufinden, fehl.

MEIN KÖRPER SCHIEN SEIT TAGEN TAUB UND GAR NICHT MEHR IN DER LAGE, GEFÜHLE ZU ZEIGEN. DAS GEFÜHL, WIE MIT WACHS ÜBERZOGEN ZU SEIN, VON DER AUSSENWELT ABGESCHNITTEN, ALLEIN UND UMGEBEN VON EINEM VAKUUM, DAS NICHTS AN MICH HERANLIESS, DAS ICH SCHON AM ERSTEN MORGEN GESPÜRT HATTE, WAR MEIN NORMALZUSTAND, DEN ICH NICHT MEHR HERSTELLEN MUSSTE, DAFÜR ABER AUCH NICHT ÄNDERN KONNTE. (SEITE 215)

Sensibel und persönlich, aber stets mit einer gewissen Nüchternheit erzählt Johann Scheerer von diesen 33 Tagen, in denen er sich des Todes seines Vaters gewiss wähnte. Dabei überlässt er seinem jüngeren Ich das Wort, blickt nicht mit heutigem Wissen und Erfahrungsschatz auf diese Zeit zurück, sondert erinnert sich an kleine Details, an Ausflüge, Gespräche der Erwachsenen, Momentaufnahmen und seine Gedanken und Empfindungen als Dreizehnjähriger. Umso zerbrechlicher und verletzlicher wirkt der Bericht insgesamt. Man spürt, wie wenig Johann Scheerer teils vielleicht auch heute noch die Zeit der Entführung mit seinem „normalen“ Leben in Einklang oder gar in Verbindung bringen kann. Sie steht für sich, kann beschrieben, aber nicht emotional erfasst werden. Ein schwarzes Loch eben.

KEINE WORTE. KAUM WEINEN. KEIN LAUT.
NUR SCHWERE ATMEN IN DER UNFASSBARKEIT.
UNAUSSPRECHLICHES WAR GESCHEHEN. NICHT IN WORTE ZU FASSEN.
NICHT IN UNSERER GALAXIE. NICHT IN MEINER. NICHT IN SEINER.

ES FÜHLT SICH AN, ALS SCHWIEGEN WIR IMMER NOCH. (SEITE 222)

Niemand, der nicht in einer ähnlichen Lage war, kann sich vorstellen oder nachempfinden, was ein Entführungsfall innerhalb der Familie mit einem jungen Menschen und den Eltern macht. Wie weitreichend und tiefgreifend verändernd dies nachwirkt. Bis heute fällt es allen Beteiligten schwer, über die 33 Tage zu reden. Wie soll man auch Worte finden für etwas, das so aus dem Rahmen der gängigen Erfahrungen fällt?

Lediglich Jan Philipp Reemtsma hatte bereits unmittelbar nach seiner Entführung damit begonnen, seine Erinnerungen und Gedanken niederzuschreiben. „Im Keller“ heißt sein Bericht, mit dem er die Absicht verfolgt, die in der Öffentlichkeit kursierende Geschichte wieder zu seiner Geschichte zu machen. Nun schildert der Sohn seine Seite des Erlebten, die unterschiedlicher nicht sein könnte, jedoch gleichermaßen einen Versuch darstellt, das Schweigen zu brechen und die einzelnen Galaxien, die sich im Frühjahr 1996 gebildet haben, wieder zusammenzuführen.

Fazit

„Wir sind dann wohl die Angehörigen“ von Johann Scheerer ist eine berührend persönliche und präzise Beschreibung der Entführung Jan Philipp Reemtsma’s aus Sicht des damals dreizehnjährigen Sohnes. Es geht nicht um bahnbrechende Erkenntnisse und nicht darum, am Erlebten zu wachsen, sondern um 33 Tage voller Langeweile und Warten, Unsicherheit und Ängste und darum, wie es ist, wenn ein Ausnahmezustand zum Normalzustand wird.
Profile Image for Monerl.
482 reviews14 followers
April 3, 2018
Johann Scheerer, der Sohn des am 25. März 1996 entführten Jan Philipp Reemtsma, hat nun nach 22 Jahren einen autobiografischen Roman veröffentlicht, in dem er die 33 Tage, die die Entführung seines Vaters dauerte, aus der Sicht seines damaligen 13-jährigen Ichs beschreibt. Damit kommt der zweite (intime) Teil dieser schlimmen 4,5 Wochen an die Öffentlichkeit, der Teil, der sich in der Villa, die zur polizeilichen Einsatzzentrale umfunktioniert wurde, abgespielt hat. Johann Scheerer nimmt uns mit zurück in die Vergangenheit seiner Erinnerungen, in die Zeit, als er sich im Ausnahmezustand befand, in dem das Warten das einzige war, das vorherrschte und gleichzeitig unerträglich war.

"Mein Blick auf die Welt hatte sich verändert. Nichts war mehr normal, alles stand im Zeichen einer potentiellen Gefahr. Alles war ein potentielles Hindernis." (eBook, Pos. 559)

In dieser Zeit steht seine Welt Kopf. Plötzlich gibt es keine Privatsphäre mehr. Fremde Menschen nisten sich in der Villa ein, versuchen verzerrte Stimmen und Telefonate zu verstehen, Briefe seines Vaters auf evtl. versteckte Hinweise zu entziffern und die Lösegeldforderungen vorzubereiten. Eine erzwungene Gemeinschaft hat sich gebildet, die vor lauter Frust und Angst ihre Anspannung in Humor, Lachflashs und Eierwerfen zu beherrschen versuchen. Doch gleichzeitig stellt sich das schlechte Gewissen ein.

"Wann würde es mir wieder möglich sein, ohne schlechtes Gewissen zu lachen?" (eBook, Pos. 84)

Johann Scheerer ist währen dieser 33 Tage von seiner Schulpflicht befreit. Ein kurzer Schulbesuch hatte ihm aufgezeigt, dass, solange die Entführung nicht vorbei ist, er sich dort nicht befreit aufhalten kann.

"Der Schulbesuch hatte mich stärker irritiert, als ich es mir gewünscht hätte. Es war nicht die Rückkehr zur Normalität gewesen, sondern der Weg aus meiner neuen Normalität in eine surreale Situation. Dort war ich also auch falsch." (eBook, Pos. 2008)

Denn mit der Zeit merkte er, dass die Informationen, die er von seiner Mutter und den anderen erhält, stark gefiltert sind. Der Versuch einer Erklärung seiner Mutter, warum die zweite Geldübergabe nicht geklappt hat, ist mit so vielen Auslassungen gespickt, sodass es ihm nicht möglich war, der Erklärung zu folgen.

Der Autor versucht seine Gefühle zu unterdrücken und die Hoffnung auf ein Wiedersehen mit seinem Vater, den er schrecklich vermisste, nicht aufkeimen zu lassen. Die Entführung könnte seiner Vorstellung nach nicht glücklich enden. Bekämen die Entführer das Geld, würden sie den Zeugen wahrscheinlich töten.

Obwohl ich als Leserin den Ausgang dieser Entführung kannte, fieberte ich währen der beiden von der Polizei verpatzen Geldübergaben mit. Es war ein schreckliches Gefühl zu wissen, dass diese Entführung insgesamt so lange dauerte, weil die Polizei Fehler gemacht hatte. Doch Johann Scheerer erwähnt das fast wie beiläufig. Er betreibt keine Schuldzuweisung und zeigt auf, das er als 13-jähriger großes Vertrauen in die Polizei hatte. Dennoch wurde heimlich eine dritte Geldübergabe hinter dem Rücken der Polizei vorbereitet, die dann Gott sei Dank auch geglückt war. Der Autor erfuhr von der Freilassung seines Vaters und dass er sich auf dem Weg ins Bundeswehrkrankenhaus befand und er ihn dort treffen würde. Mit diesem Satz hatte auch mein Gefühlschaos endlich ein Ende.

Befreit, froh und dennoch nicht im alten Leben wieder zurück. Keiner. Sehr eindrucksvoll beschreibt Johann Scheerer, wie diese 33 Tage seine Welt und seine Familie zerstört hat.

"Ich erinnere mich währenddessen an unsere Formulierung aus meinen Kindertagen, als wir kuschelnd im Bett lagen. >>Zwischen uns passt keine Briefmarke.<< Nun habe ich das Gefühl, dass zwischen uns Welten Platz hätten. Zwei Galaxien, die aufeinanderprallen." (eBook, Pos. 2482)

Fazit:
Gerne bin ich den Gedanken, den Gefühlen und den Erinnerungen des Autors gefolgt. Gelungen zeigt er auf, wie so ein einschneidendes Erlebnis nie mehr wieder aus dem eigenen Leben verschwinden wird. Es rückt zwar in den Hintergrund und dennoch holen harmlose Wortspielereien wie ">>Darf ich Ihnen den Johann mal kurz für zwei Minuten entühren?<<" (eBook, Pos.2636) alles wieder nach vorne.
Ein sehr lesenswertes Buch eines Betroffenen, das Schlimmes aufzeigt, die emotionale Seite jedoch im Rahmen hält, sich auf die Fakten fokusiert und die Sicht eines jungen Menschen aufzeigt und wie dieser mit den ganzen plötzlichen Veränderungen umgegangen ist. Schnörkellos und mit Galgenhumor erzählt.
Profile Image for Oneofthefoxes.
746 reviews25 followers
March 30, 2020
Johann Scheerer hat ein Buch über sich und seine Familie geschrieben. Eine Art Chronik der Ereignisse aus der Sicht eines Teenagers, der er damals war, als sein Vater Jan Philipp Reemtsma entführt wurde. Schon der Titel drückt für mich schon so vieles treffend aus. Und je mehr ich weiter gehört habe, desto mehr habe ich das so empfunden.

Scheerer ist auch ein sehr guter Leser, einerseits denke ich natürlich, das er seinen Text eben auch am besten selbst lesen sollte. Immerhin geht es hier um sehr intime Erlebnisse, über die er sicher so noch in der Öffentlichkeit gesprochen hatte. Andererseits wird dadurch auch der Text intensiver und man kommt ihm sehr nahe. Zum Teil fühlte ich mich sehr als Voyeurin, die hier in die Privatsphäre eindringt, um zu erfahren, was Scheerer bewegt hat. Andererseits bin ich auch froh, das er diesen Blick gewährt hat. All zu oft stehen dann am Ende eben die Täter im Fokus und kaum jemand fragt noch, wie geht es den Angehörigen? Ich vermute schon, das er damit der Meute geben wollte, was sie erwartet um in Zukunft Ruhe vor nervigen Fragen zu haben (was ich wirklich verstehen kann.).

Ich finde dem Autor ist es sehr gut gelungen eine Annäherung an seine Gefühle und die Ereignisse, was sie für ihn bedeuten zu ermöglichen.
Der intim, sehr nahe, aber auch mit genug Abstand um das zu erzählen, was er möchte, aber auch selbst zu entscheiden, was lasse ich weg.

Das Ganze konzentriert sich wirklich nur auf den Zeitraum der Entführung und lässt ihm so die Privatsphäre. Ein kleiner Blick in die Gegenwart (von 2016) gibt es am Ende, ein Einblick darin, das die Entführung immer irgendwie eine Rolle spielt, aber nicht die Hauptfigur geblieben ist.
Profile Image for Cordula.
152 reviews4 followers
April 24, 2018
Zuerst war ich ein wenig skeptisch, dass Johann Scheerer das Hörbuch selbst spricht und am Anfang war es für meinen Geschmack ein wenig zu langsam gesprochen, aber spätestens bei Kapitel 3 fand ich das super, weil man so viel besser mitfühlen konnte, wie es dem 13jährigen Jungen ging und das Gesagte ein wenig sacken lassen konnte. Ich hatte fast die ganze Zeit über einen Kloß im Hals und eine Beklemmung, die dann nachließ, als Herr Reemtsma freigelassen wurde (war das jetzt ein Spoiler?!). Was in den 33 Tagen dazwischen geschah hat mich doch sehr mitgenommen und ich wäre am liebsten in mein Smartphone rein gekrochen und hätte Johann gern in die Arme genommen und ihm gesagt, dass alles wieder gut wird. Ich bin zwar Hamburgerin und war 1996 bereits 26 Jahre alt, hatte aber seinerzeit einen Job, der mich so sehr beansprucht hat, dass mein Tag nur aus Arbeit und Schlaf bestand, so dass ich von der Entführung nichts mitbekommen habe, außer dass sie stattgefunden hatte und Herr Reemtsma freigelassen wurde.
Ich fand das Hörbuch absolut lohnenswert, sofern man eine Lebensgeschichte überhaupt bewerten kann!
52 reviews1 follower
May 21, 2018
Das geht unter die Haut.
Dieses Buch erzählt nicht nur irgendeine fiktive Geschichte, es erzählt vom einschneidensten Erlebnis, das die Reemtsma-Familie 1996 durchleben musste. Johann Scheerer, der Sohn vom Entführungsopfer Jan Philipp Reemtsma, gibt seine ganz private und dreizehnjährige Sicht auf die Entführung preis. Schonungslos und ohne Auslassungen durchleben wir beim Lesen was sein Leben so sehr geprägt hat, dass er es sich erst von der Seele schreiben musste.
Seit ich von der Existenz dieses Buches erfahren habe, wollte ich es lesen, durch einen glücklichen Umstand fiel es mir schneller als gedacht in die Hände und was soll ich sagen: Ich ziehe meinen Hut vor Scheerer. Keine Frage das literarische Feingefühl liegt in der Familie.
Ich selbst bin zu jung und habe die mediale Verarbeitung dieses Vorfalls nicht miterlebt, konnte das Buch also völlig unbefangen und ohne Vorkenntnisse lesen. Die Erzählstimme ist von Anfang an stark und stimmungsvoll ohne dabei zu sehr erwachsen oder durchdacht zu klingen. Wir lauschen der Stimme eines Teenagers, der auch seine Vorliebe zu Gitarren, die ihm ein Trostpflaster werden, nicht auslässt, weil es möglicherweise besser klingt. Der grausame Alltag während der Entführung und die schmerzliche Ungewissheit, die sich während der 33 Tage der Reemtsma-Entführung durch sein Zuhause ziehen, finden sich auf den Buchseiten wieder. Da kommt man beim Lesen selbst ins Grübeln und stellt sich die gleichen Fragen, der gleichen Angst, um im nächsten Moment erleichtert aufzuatmen und das eigene Leben einmal mehr zu schätzen wie es ist.
Scheerer heischt nicht nach Mitleid oder großen Gefühlen mit seiner Art zu Schreiben und trotzdem ist das Buch weder langeilig noch trostlos. Wir verfolgen gebannt das Geschehen an seiner Seite und merken wie sich das Blatt wendet. Er beobachtet die kleinen Details, die sich verändern und wie die Nerven der Beteiligten mehr und mehr unter dem Druck leiden.
An Intimität und Details gewinnt das Buch durch die Briefe des Vaters und die Botschaften der Erpresser, die privateste Einblicke in diese schmerzvolle psychische Farce gewähren und die Entführung illustrieren.
Psychologisch gesehen sehr wertvoll und interessant zu verfolgen, gerade wenn Interesse am Thema Entführungen besteht.
Vor dem Lesen dachte ich 230 Seiten wären eventuell zu kurz um diese Wahrheit darzustellen, aber im Nachhinein erscheint mir diese Länge gut gewählt. Die Handlung kommt nicht dazu auszuufern und trotzdem verschafft sie einen umfassenden Überblick. Gelungene Gratwanderung zwischen zu ausführlich und vollständig.
Das einzige was ich mir noch gewünscht hätte, wäre eine Art Fazit oder ein paar abschließende Worte gewesen, da diese Reise in Scheerers Seelenwelt den Leser mit vielen Gedanken und Fragen zurücklässt, was die Zukunft angeht. Ich versteh aber auch, dass es dem Autor hier nicht darum ging alles aufzuklären. Seinen Interviews entnehme ich, dass er sich die ganze Sache von der Seele schreiben wollte und das ist ihm gelungen.
Ein Buch, das einen so schnell nicht mehr loslässt und einen neuen Blick auf Entführungen öffnet, den Leidensweg der Angehörigen, die mit der Ungewissheit leben müssen in völliger Ohnmacht.
Profile Image for yexxo.
907 reviews27 followers
March 26, 2018
Nachdem Jan Philipp Reemtsma nach seiner Entführung im Jahre 1996 gegen eine Zahlung von 30 Millionen DM wieder freikam, schrieb er das Buch 'Im Keller', in dem er die Ereignisse sachlich chronologisch darstellt, daran anschließend seine eigenen Erlebnisse schildert und zuguterletzt darüber reflektiert, was damals mit ihm geschehen ist. Sein Sohn, der damals 13 Jahre alt war, beschreibt nun in 'Wir sind dann wohl die Angehörigen', wie er diese 33 Tage erlebte.
Es ist erstaunlich, wie detailliert die Erinnerungen von Johann Scheerer an diese Zeit sind. Natürlich könnte Manches aus dem Reiche der Fiktion stammen, was nach 22 Jahren verständlich wäre. Doch ich hatte eher den Eindruck, dass sich diese Geschehnisse mit einer Deutlichkeit in seinem Gedächtnis eingebrannt haben, dass er sie ohne Schwierigkeiten jederzeit vor seinem inneren Auge ablaufen lassen kann.
Sehr überzeugend schildert er, wie er verzweifelt versuchte, Haltung zu bewahren und in irgendeiner Form zu helfen, obwohl er sich sicher war, seinen Vater nie mehr zu sehen. Sein permanent schlechtes Gewissen, ob er überhaupt noch Freude empfinden dürfe; sein Gefühl, in einer Welt zu leben, die nichts, aber auch überhaupt nichts mit seinem bisherigen Leben zu tun hat; all das vermittelt er so glaubwürdig, dass ich glaube, zumindest ansatzweise mitfühlen zu können, was er durchlebte.
Irgendwelche bedeutsamen neuen Erkenntnisse bietet dieses Buch nicht, sieht man davon ab, dass ich erst jetzt erfahren habe, wie amateurmäßig die Polizei damals gearbeitet hatte und damit das Leben des Entführten wiederholt aufs Spiel setzte. Aber es ist eine beeindruckende Erinnerung eines dramatischen Geschehens, das vielleicht dem Autor auch hilft, damit besser klar zu kommen. Denn vergessen kann man so etwas sicherlich nie!
Profile Image for Labyrinth.
335 reviews8 followers
March 21, 2021
Johann Scheerer erzählt, wie er die Tage der Entführung seines Vaters erlebte. Es passierte nicht viel, das Warten war für ihn unerträglich und gleichzeitig langweilig. Dieses Gefühl der Langeweile hat stellenweise auf mich als Leser abgefärbt. Gleichzeitig kam ich mir vor wie ein Voyeur, der in das Gefühlsleben eines Kindes eindringt.

Trotz der Kürze des Buches enthielt es manche unwichtige Einzelheiten, die nichts mit der Entführung zu tun haben. Die Beschreibung des Dieners der Grossmutter, der eben deren Tod beweinte und dann durch den Flur ging « als würde er eine Art homoerotische Parodie von sich selbst aufführen wollen » empfand ich als billigen Schlag unter die Gürtellinie.

Die ungefähren Linie der Entführung hatte ich noch im Kopf. Trotzdem hätte ich etwas mehr Wissen über die Familie gewünscht. Keine Geheimnisse, das normale Wikipedia-Wissen hätte gereicht. Woher kam der Reichtum der Familie? Waren 20 Millionen problemlos zu beschaffen? Wie hatten die Entführer den Vater behandelt? Wurden sie geschnappt?

Das Buch ist gut geschrieben, angenehm zu lesen, aber nicht für mich. Ich hatte zu oft den Eindruck über Gefühle zu lesen, die mich nichts angehen.
Profile Image for monsieur_steini .
235 reviews7 followers
December 10, 2022
Vor etwa zwanzig Jahren erschütterte der Entführungsfall von Jan Philipp Reemtsma die Bundesrepublik Deutschland. Nach zahlreichen Pannen der Polizei und gescheiterten Versuchen der Lösegeldübergabe kam Reemtsma frei, nachdem man über Freunde eine erneute Zahlung eingefädelt hatte, ohne die Polizei zu informieren. Seine Erlebnisse hielt er damals in seinem Buch "Im Keller" fest.

Dieses Buch ist nun die Antwort und Sichtweise des Sohnes, der im Alter von 13 Jahren miterlebt, wie die blecherne Stimme der Entführer durch das Haus dringt und sich mit der Ungewissheit konfrontiert sieht, ob der Vater je wieder nach Hause kommt.

Dass ein Erwachsener im Rückblick auf sein Ich mit 13 schaut, verändert selbstverständlich die Perspektive der Erzählung und lässt die die jugendliche Figur oft zu reif reflektieren und bewerten. Diese zitiert aus Songs der Ärzte und hadert mit der Veränderung der Beziehung zu den Eltern, die der Entführungsfall nur verstärkt.

Spannende, echte und bedeutende Krimigeschichte.
Profile Image for Fantasminoo .
72 reviews9 followers
September 10, 2019
Spannende Zeitzeugen-Erzählung aus der Sicht eines 13jährigen, der mit der Entführung seines Vaters umgehen muss. Wer sich für die Reemtsma-Entführung interessiert, sollte dieses Buch gelesen haben.

Aus Lese-Perspektive war es mir an manchen Stellen zu lang - aus Schreibperspektive kann ich jedoch verstehen, dass all das gesagt oder gesungen werden musste. Ich fühlte mich manchmal wie der 13jährige Johann, dem die Wochen der Entführung unendlich lang waren und der kaum begreifen konnte, was da grad passiert und teils mächtig daneben geht.
Was mir sehr sauer aufgestoßen ist, ist die banale Wiedergabe homofeindlicher Beleidigungen, die er als Jugendlicher cool fand und als Erwachsener kein Stück neu verortet. Im Gegenteil, beim Zuhören bekam ich das Gefühl dass es auch für den erwachsenen Johann eine legitime Wortwahl ist.
Profile Image for Andrea.
31 reviews6 followers
January 4, 2019
Obwohl es mich sehr beeindruckt hat, mit welcher Offenheit Johann Scheerer von der Entführung seines Vaters berichtet, kann ich doch leider nicht mehr als 3 Sterne vergeben. Der Stil wirkt im Vergleich zur Erzählung leider nicht authentisch, sondern eher holprig und aufgesetzt, was es mir erschwert hat, mich in die dargestellten Personen hineinzudenken. Man merkt dem erstaunlich detaillierten Bericht außerdem an, dass ein erwachsener Erzähler mit einer gewissen Distanz die Emotionen und Gedanken des 13-jährigen Ichs wiederzugeben versucht, was dem Leser das Einfühlen zusätzlich erschwert. Nichtsdestotrotz: ein gelungener Bericht, der sich spannend und schnell liest.
Profile Image for G.
328 reviews
March 15, 2023
Totale Enttäuschung. Hätte ein wirklich berührendes Buch werden können, aber leider wurde der Schreibstil, um nicht zu sagen die -fähigkeit des Autors dem Stoff nicht gerecht. Ein guter Ghostwriter hätte da extrem helfen können. Mir ging der unfassbar selbstbezogene jugendliche Johann einfach nur auf den Geist, und der Einblick in die Welt der Extremreichen machte leider deutlich, dass selbst rigoroses Zurücknehmen in Sachen Lifestyle offensichtlich nicht ausreicht, ein Kind vor der selbstverständlichen Arroganz des Überprivilegs zu schützen (obwohl das natürlich auch dem Filter des Erwachsenen-Rückblicks geschuldet sein mag).
Schade.
Profile Image for Domic.
899 reviews18 followers
April 20, 2018
Ich fand die Idee, dass einer der "Angehörigen" über eine Entführung berichtet, interessant. Aber so sehr ich mich bemüht habe, in dieses Buch habe ich einfach nicht recht hereingefunden. Der Schreibstil des Autors lag mir irgendwie so gar nicht, ich fand die Kapitel irgendwie kurz, zusammenhanglos und abgehackt, da hat sich kein Lesefluss eingestellt. Ich habe das Buch ungefähr nach der Hälfte frustiert zur Seite gelegt - ist einfach nicht meins.
Profile Image for Magdalena Malfoy.
99 reviews3 followers
Read
September 18, 2021
Keine Bewertung, da es autobiographisch ist.

Ich fand das Buch bzw. die Erlebnisse, die Johann Scheerer beschreibt, unglaublich beeindruckend und bedrückend zu gleich. Das Buch zeigt das Handeln von Menschen in Extremsituation und vor allem, wie Kinder mit solchen Geschehnissen umgehen & versuchen diese zu verarbeiten.
Absolut empfehlenswert, wenn man sich mit der Entführung genauer auseinandersetzen will.
322 reviews
January 14, 2019
Sehr persönlicher Bericht aus der Perspektive des damals 13-jährigen Sohnes des Entführungsopfers. Sprachlich elegant, aber unprätentiös werden dem Leser die Ereignisse, das Vorgehen der Polizei, die Reaktionen des Umfelds, vor allem aber die quälende Ungewissheit und das Warten auf die immer wieder scheiternde Geldübergabe geschildert.
68 reviews
April 22, 2020
Das Buch hat mich gefesselt und ich habe mich erinnert an diese Entführung. Es stimmt schon, man denkt an die Geschichte des entführten - diese Perspektive mal zu sehen, ist spannend. Und gut geschrieben.
Profile Image for Rosi.
12 reviews
June 23, 2024
Triggerwarnung:

Nach einer erfolgten Entführung werden die Umstände und Situationen, die sich für die Angehörigen ändern, sehr genau beschrieben.

Sehr einfühlsam geschrieben. Bereichernd, die Sicht einer Entführung aus Sicht es Sohnes.
133 reviews
June 11, 2019
Ziemlich interessant; noch besser, im Zusammenlesen mit dem Buch des Vaters.
Profile Image for Claudia.
94 reviews8 followers
April 2, 2021
Aufwühlendes Ereignis aber ermüdende Erzählweise.
Profile Image for Miaki.
43 reviews
June 10, 2021
Das Buch ist nicht sehr informativ über die Entführung an sich, jedoch ist es auch mal spannend so etwas aus der Perspektive eines Kindes mitzubekommen.
Profile Image for Julebu.
185 reviews3 followers
May 12, 2022
Danach fühlt sich die Wirklichkeit an wie einen Millimeter verrutscht.
8 reviews1 follower
May 15, 2022
Gelungener Perspektivwechsel zu "Im Keller". Intensive und ehrliche Einblicke in das Leben der Angehörigen des Entführten.
Profile Image for Xl.
88 reviews4 followers
July 3, 2018
Es fällt mir immer sehr schwer Nonfiction zu bewerten. Es ist eine wahre Geschichte, die einen mitnimmt und ich empfehle das Buch all denen, die eine nicht reißerische Sichtweise auf die Geschehnisse von damals gewinnen wollen.
Hier wird sich nicht auf das Opfer konzentriert, sondern aus der Sicht des Sohns zuhause erzählt, was einen ganz neuen Einblick ermöglicht.
Profile Image for Julie.
135 reviews2 followers
Read
July 21, 2018
Abgebrochen - Eine Bewertung möchte ich nicht geben, weil ich das Hörbuch gehört habe und mir der Sprecher nicht so gefallen hat. Der Schreibstil an sich war interessant, aber irgendwie konnte ich mich persönlich nicht auf die Geschichte einlassen.
Displaying 1 - 30 of 31 reviews

Can't find what you're looking for?

Get help and learn more about the design.