Der bekannte Kinderbuchautor Werner Lindemann veröffentliche 1988 im Buchverlag Der Morgen Berlin das Buch über die Jugendzeit seines Sohnes Till - heute als Sänger der Band Rammstein weltbekannt. Im Buch nennt Werner Lindemann den jungen Mann Timm. Er zeigt den klassischen Vater-Sohn-Konflikt - gelassen, tolerant und im kritischen Umgang mit den gesellschaftlichen Realitäten der DDR, mit ihren plakativen Worthülsen und kontraproduktiven Anforderungen an junge Menschen, die eher Ablehnung als wild entschlossene Zuneigung zu ihrem Staat hervorbrachten. Das Buch ist eine schon damals bemerkenswerte Auseinandersetzung mit der Bedeutung von Geschichte und Gegenwert für junge Menschen gewesen. Heute ist es ein viel gesuchtes und antiquarisch hoch bezahltes Kultbuch – auch ein Buch, das hilft, einen Weg zum Verständnis der Lyrik und Musik von Rammstein zu finden.
Till Lindemanns Vater hat 1988 einen Roman über sein Leben mit seinem Sohn veröffentlicht, der 2020 mit einem Nachwort von Till Lindemann neu herausgegeben wurde. Werner Lindemann verstarb bereits 1993, aufgearbeitet und besprochen haben die beiden diesen Roman wohl nie wirklich. Biographisch sehr interessant, besonders auch vor dem Hintergrund, dass Till Lindemann einigen Darstellungen seines Vaters vehement widerspricht. Gerade durch dieses Fehlen von Eindeutigkeit erfährt man doch einiges über das Verhältnis und (kurze) Zusammenleben der beiden. Sprachlich angenehm zu lesen.
Although this was written by Werner Lindemann, father of Rammstein-Leadsinger Till Lindemann, you get some interesting perspectives of young Till‘s life. More even these are experiences about parenting a son in late puberty, living as a writer of child-literature in a GDR-village. Talks about politics, people and values. Charming and interesting. Till‘s 2019 interview-appendix brings some light to the other side.
Die Tatsache, dass der Autor dieses Buches der Vater von Rammstein-Sänger Till Lindemann ist, veranlasste mich dieses Buch überhaupt in die Hand zu nehmen.
Im Buch schreibt der Vater über das Zusammenleben mit seinem Sohn Timm (ist mir schleierhaft, wieso er seinen Sohn nicht bei echtem Namen nannte, tut er dies doch mit seiner Tochter Saskia, die im Buch auch ein paar Mal vorkommt). Man merkt schnell dass Werner Lindemann eigentlich Dichter ist und sich mit dem Geschichtenschreiben etwas schwer tut.
Mir ist nicht ganz klar was einem dieses Buch nun vermitteln soll, wenn das überhaupt der Plan war. Er liest sich eher wie die privaten Notizen eines Vaters, der bestimmte Erlebnisse oder Konversationen nicht vergessen will und sie deshalb aufschreibt.
Über Till Lindemann habe ich eigentlich nichts gelernt, dafür ist das Buch aber etwas für Naturliebhaber, denn es werden fast pausenlos Bäume, Sträucher und Tiere beschrieben.
Leider eines dieser Bücher, das man sich hätte sparen können...
Ein schönes Buch, in dem Werner Lindemann anhand von hübsch aneinander gereihten, teils unscheinbaren Andekdoten über große Ideen sinniert. Er sammelt Gespräche und Eindrücke aus ein paar Monaten in den 80er Jahren, in denen sein 19-jähriger Sohn bei ihm in seiner Stadtfluchtoase in einem mecklenburgsichen Bauernhaus lebt, und verwebt diese mit Erinnerungen aus seiner eigenen Kindheit, Jugend, aus dem Krieg und aus frühen Beziehungsmomenten. Hierbei tun sich oft subtil, manchmal aber auch zaunpfahlartig Parallelen zwischen der Vergangenheit und Gegenwart, zwischen Vater und Sohn auf.
Einige Passagen haben mich beim Lesen mit voller Wucht erwischt, wie ein Schlag in die Magengrube. Vor allem manche Erzählungen über Erlebnisse als jugendlicher Soldat in den letzten Jahren des 2. Weltkrieges waren harter Tobak, der für mich nur durch die Kürze und die vielen poetischen Gedanken über die Natur und die Jugend und das Vatersein gut zu verkraften war.
A must-read for everyone who is interested in the persona of Till Lindemann. Gives you a great insight into the Rammstein singer's background. Then again, probably more a must-read for supporters of the recent allegations - the book takes away from the current image and makes Till more relatable, more "human".
Anfang der 1980er Jahre verbrachte der junge Till insgesamt neun Monate zusammen mit seinem Vater Werner Lindemann, der zu dieser Zeit sehr erfolgreich als Schriftsteller in der DDR tätig war. In diesem Buch schildert Lindemann Senior auf sehr liebenswürdige und oft fast schon philosophische Art wie dieses Zusammenleben war. Es ist kein sehr langes Buch, aber man erhält ein paar sehr interessante Einblicke in die jungen, "wilden" Jahre von Till und auch die leicht autobiographischen Züge seines Vaters sind sehr interessant. In einigen Aussagen ist es überraschend kritisch im Hinblick auf die DDR. Auch wenn in dem sehr interessanten Interview mit Till im Nachwort klar wird, dass nicht alles in dem Buch auch so passiert ist wie es sein Vater schildert, ist es doch ein schönes Lesevergnügen für alle Fans. Falls ihr das Original von 1988 besitzen solltet, ist diese Ausgabe definitiv schon wegen der Aufmachung und des Interviews noch mal zu empfehlen, passt super in die Sammlung. ;)
The fact that "Timm", the author's son, is actually Till Lindemann (Rammstein) was actually enough to generate my interest. Why wouldn't it be interesting to read about him from his father's perspective. The fact that this book had been written before Rammstein was even an idea let alone an international success makes it even more interesting.
I really liked the narrative style. The story does not aim at a certain ending or conclusion. It is a description as well as an observation. I have never read something like this before. Who would write a book about their son - a normal teenager at the time. Someone special, for sure, but still not the prominent successful man he is now. It is something extraordinary and it is what I liked about this book.