Did I mention I´m in love with everything about this series?
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Zu den Büchern:
Mia ist sechzehn und hat diese seltsame Gabe. Sie kann Gefühle „lesen“ und jeden Menschen in ihrer Umgebung sofort als Neider oder Lügner entlarven. Was sich nützlich anhört, ist im Alltag eine Bürde. Mia ist eine Einzelgängerin, die mit erschreckender Regelmäßigkeit gegen Straßenlaternen läuft, weil sie sich unter vielen Menschen kaum konzentrieren kann.
Als sie sich eines Tages verfolgt fühlt, beginnt eine Verkettung seltsamer Zufälle, die ihr Leben aus der Spur werfen. Da sind auf einmal dieses Monster und der Junge mit dem Bogen auf der Schulter, der für einen Helden viel zu viel flucht.
Als am nächsten Tag auch noch der schönste Mann der Welt bei ihr zu Hause auftaucht und sie bittet, auf sein Internat zu wechseln, steht fest, dass bald nichts mehr so sein wird früher. Raphael leitet die Ars Vivendi, eine Schule, die als Deckmantel eines uralten Ordens dient, dem Mia sich anschließen soll. Sie ist eine Wächterin – auserwählt, ihre Welt zu beschützen und Frieden zu wahren.
Engel, Dämonen, Motorräder und Schwerter, all das soll sie in ihr Leben lassen und als ob das nicht schon schwierig genug wäre, muss sie sich auch noch mit ihrem fluchenden, misslaunigen Helden herumschlagen, von dem man durchaus auch fasziniert sein könnte.
Wahrscheinlich hat ihre Aufgabe etwas mit dem Schicksal zu tun, aber das wären die Worte eines Erzengels und Mia ist vorerst nur eine Wächterin in Ausbildung, also nennt sie es: „Neuanfang"
Meine Meinung:
Die Idee, die sich durch alle drei Bände zieht, ist super durchdacht, der Schreibstil sehr flüssig und angenehm, wenn auch mit einigen Rechtschreib- und Grammatikfehlern durchzogen, doch diese stören nicht, sie verdeutlichen nur noch einmal, dass Jasmin Romana Welsch eine sehr junge Autorin ist. Außerdem beziehe ich mich hier auf die erste E-Book Auflage, die Taschenbuch-Version besitze ich leider noch nicht, aber ich gehe stark davon aus, dass dieser kleine Mangel dort behoben wurde.
Wie dem auch sei, die Handlung ist größtenteils sehr realistisch beschrieben, nur die Tatsache, dass die ganze Welt Mia und Mia die ganze Welt liebt, ist im ersten Band ein wenig unglaubhaft dargestellt, was auch in vielen Rezensionen auf Amazon etc. bemängelt wird, doch eigentlich sollte sich der Grund dafür jedem erschließen, wenn er der Reihe eine Chance gibt und sie komplett liest.
Und auch die Charaktere werden so dargestellt, dass man direkt eine Verbindung zu ihnen aufbaut, man fühlt mit ihnen und jeder von ihnen hat eine so starke Persönlichkeit, dass sie alle die Bücher auf ihre ganz eigene Weise prägen. Selbst die Nebencharaktere gehen niemals verloren, sie alle kommen irgendwann zurück und erinnern daran, dass der Geschichte ohne sie etwas fehlen würde.
Allerdings bin ich ein wenig enttäuscht von dem abrupten Ende des dritten Bandes. Alles zielt auf diese eine Situation hin und dann hört das Buch einfach so auf. Es scheint, als wäre plötzlich die Inspiration abhanden gekommen, aber mehr kann ich dazu leider nicht sagen, ohne euch von vorne bis hinten zu spoilern...
Pluspunkte gibt es aber wiederum für die Titel (Nihil Fit Sine Causa; Sum Lux In Tenebris; Dum Spiro Spero)! Auch wenn es vielleicht schwerer verständlich ist als eine englische Redewendung es wäre, sie machen die Bücher noch einzigartiger, als sie es so oder so schon sind! Genauso die Passagen auf italienisch aus der Zeit in Florenz und die auf französisch im Elsass. Sie machen aus den Büchern die perfekten Individuen.
Alles in allem ist es aber eine sehr gute Geschichte mit viel Potential, das die Autorin auch auszuschöpfen wusste, als Leser wird man von der Art und Weise, wie die Bücher aufgebaut sind und aneinander anknüpfen, sofort in einen Bann gezogen und will das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen. Deswegen kann man auch getrost darüber hinwegsehen, dass es noch einige sprachliche Fehler und auch Sätze, die man dreimal lesen muss, damit man sie versteht, gibt.
ABER: Wer mich kennt und den „Meine Meinung“-Part bis jetzt aufmerksam gelesen hat, der wird sich wahrscheinlich wundern, warum ich mir extra die Mühe mache und diesen Aufwand für diese Reihe betreibe. Dass meine Begeisterung für die Bücher bis jetzt eher mäßig erscheint, liegt daran, dass der – für mich persönlich – wichtigste Teil jetzt erst kommt...
Ich habe noch nie ein Buch – geschweige denn eine ganze Reihe – in den Händen gehalten, in dem so viel Herzblut steckte. Die Emotionen, mit welchen das Geschehen beschrieben wird, sind so glaubhaft und echt, dass man gar nicht anders kann, als sich von der Handlung mitreißen zu lassen. Ich persönlich kann eigentlich nur sagen, dass ich noch nie aufgrund eines Buches so herzhaft geweint und gleichzeitig gelacht habe. Mia hat die ganze Zeit über mit so vielen Verlusten und Schicksalsschlägen zu kämpfen, dass man sie am liebsten einfach in einen „goldenen Käfig“ sperren möchte, damit das Böse nicht mehr an sie heran kommt. Doch sie muss sich ihrem Schicksal stellen und niemand kann etwas dagegen tun, dass sie verletzt wird, weswegen ich meinen Kindle mehr als nur einmal verzweifelt von mir geschmissen habe. Und dann habe ich ihn wiedergeholt und weiter gelesen, es ging einfach nicht anders. Die Bücher haben mich gefesselt und waren für einige Stunden meine ganz persönliche Droge. Ich habe über Keon´s dämliche Sprüche gelacht, wollte ihn mehr als nur einmal schütteln, habe jedes Mal mit den „Großen“ gelitten, wenn Mia sie an vergangene Zeiten erinnerte, Leo war die ganze Zeit über mein ganz persönlicher Held, ich habe Gabriel, den starken, stillen Erzengel, mit jeder Faser meines Körpers geliebt, heimlich für Conan geschwärmt, ich habe mir so sehr gewünscht, dass Raphael irgendwann wieder bedingungslos glücklich wird, meine Bewunderung galt Sebastian, der so selbstlos wie sonst niemand war, ich habe um den Engel Astaras getrauert, genau wie um Lia, aber vor allem habe ich Mia bewundert, die von dem kleinen, verwirrten Mädchen zu einer starken Wächterin geworden ist. Ihre Entwicklung ist so echt, so greifbar, dass ich mich jedes Mal, wenn ich die letzte Seite des letzten Bandes lese, selbst fühle, als wäre der Berg, auf dem sich meine Lebenserfahrung türmt, um ein paar Zentimeter gewachsen.
Und das alles ist nur zustande gekommen, weil eine einzige Person für ihre Leidenschaft lebt, und ein Stück von ihr selbst auch in ihren Büchern steckt. Ich bewundere die Autorin, Jasmin Romana Welsch, dafür, dass sie es geschafft hat, eine Welt zu erschaffen, aus der man am liebsten niemals wieder zurückkehren möchte, und ich möchte mich hiermit bei ihr dafür bedanken, dass sie meinen Horizont um ein ganzes Stück erweitert hat.
Also, liebe Jasmin, ich habe so einiges aus deinen Büchern mitgenommen, du hast mir gezeigt, dass es nicht nur schwarz und weiß gibt, dass Engel auch der Inbegriff dessen sein können, was wir als „Dämonen“ bezeichnen, und dass in jedem Dämon die Seele eines Engels steckt, der für seine Überzeugung alles aufgegeben hat. Denn wir selbst entscheiden, wer wir sein wollen. Conan kann noch so oft beweisen, dass er ein verdammter Erzdämon ist und so gar nichts engelhaftes mehr in sich trägt, wir alle wissen, dass es nicht wahr ist. Ebenso wird Jaron wohl immer für mich der nicht existierende dritte Erzengel bleiben, der gekommen ist, um die Welt ein Stückchen besser zu machen...
Jetzt freue ich mich darauf, die „Fabula Lux“-Bücher auch noch zu lesen, die zwar lange auf mich warten mussten, jetzt aber endlich auf dem Weg zu mir sind. Ich denke, es wird ein ganz besonderes Erlebnis, die vielen, schon bekannten Charaktere in diesem ganz anderen Umfeld zu erleben, und danach freue ich mich dann schon auf die neue KDL-Reihe!