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Die tragikomische Geschichte mit der winzigen Theaterfliege beschreibt also jenen großen Bogen, der direkt in Polts Kindheit zurückführt -- und signalisiert so etwas wie den Abschluss eines Lebenswerks. Wie passend also, dass rechtzeitig zum 60. Geburtstag des großen Komikers eine Ausgabe seiner gesammelten Schriften erschienen ist, die den ganzen Witz und die bisweilen brüllend spießig sich gebärdende Philosophie der bajuwarischen Provinz mit dem grandiosen Odem großer Kunst durchweht: Da findet sich das klassische Weißwurst-Frühstück im Biergarten neben dem Schickimicki-Leberkäs Hawaii, da schwadroniert ein alberner Galan über seine in Thailand gekaufte Frau, die "nicht schmutzt", und da wartet ein überheblich frühstückender Vorarbeiter mit seinem nur in der Anrede existenten tüchtigen türkischen Untergebenen auf einen Dillinger, der ebenso wenig kommt wie bei Beckett der Godot. Fast so absurd wie im richtigen Leben ist das alles. Aber mindestens genauso witzig.
Vor allem aber zeigt Circus Maximus, wie eng bei Polt Banales und Großes, Tod und Leben, Provinz und Kunst beieinander liegen. Ebenso wie in jener fast schon Shakespeare'schen Szene mit der begrabenen Fliege im Münchner Cuvilliés-Theater. Also unbedingt lesen, staunen, lachen. Jo mei: Das kann man mit dem Polt halt immer noch am besten. --Thomas Köster
Paperback
First published May 1, 2002