»Auschwitz war ein Ort, an dem ich nicht hätte mitmachen dürfen«, so die späte Erkenntnis des Oskar Gröning.
Oskar Gröning ist 21 Jahre alt, als er als überzeugter SS-Mann nach Auschwitz abkommandiert wird. Seine Aufgabe besteht darin, die Wertsachen der Häftlinge zu verwalten. Obwohl Gröning von der Ermordung der Menschen weiß, rechtfertigt er seine Arbeit damit, dass er nicht unmittelbar an den Tötungen beteiligt ist. In einem der letzten großen Auschwitz-Prozesse wurde Oskar Gröning wegen Beihilfe zum Mord an 300.000 Juden verurteilt. Reiner Engelmann hat seine Lebensstationen anhand von Interviews und Gerichtsprotokollen aufgeschrieben – ein wichtiger Beitrag über eine verführte Jugend, versäumte Gewissensentscheidungen und ein Leben mit Schuld.
2,5 STERNE Das Buch ist leider wirklich nicht gut. Nicht nur, dass es nicht mehr Informationen zu Oskar Gröning und seinem Prozess enthält, als eine super oberflächliche Google-Suche auch ergeben hätte, es spart zudem auch noch 70Jahre in Grönings Leben gänzlich aus. Dafür aber werden ganze Passagen ständig wiederholt. Auch der Teil zu Eva Fahidi erschließt sich mir nicht. Fahidi, eine ungarische Jüdin und Auschwitzüberlebende, und Gröning trafen nie bewusst aufeinander. Trotzdem erzählt der Autor in dieser Gröning-Biographie in einem Viertel Buches ihren Leidensweg nach. Wieso? Lieber hätte er ihr ein eigenes Buch widmen sollen und sich stattdessen auf Hintergrundinformationen zu Gröning konzentrieren sollen. Was mich aber am meisten gestört hat, ist die Art des Erzählens, aus der Position eines Mannes, der eben kein Zeitzeuge ist und.trotzdem scheinbar die Gedanken der Täter und Opfer besser zu kennen glaubt, als diese selbst. Insbesondere auf die Labilität der Opfer bezogen finde ich es sehr anmaßend. Als Zusammenfassung des Gröningprozesses ist das Buch okay, und auch für alle, denen die Ungarn-Aktion in Auschwitz gar nichts sagt, für alle anderen möchte ich das Buch absolut nicht weiterempfehlen.
Nachdem man im Geschichtsunterricht gefühlt die halbe Schulzeit lang den zweiten Weltkrieg mehr als ausführlich behandelt hat, hätte ich nicht gedacht, dass es mich je wieder zu einem Buch mit diesem Thema ziehen würde - allerdings hat der Unterricht in der Oberstufe anscheinend doch eine prägendere Wirkung auf mich gehabt, als zunächst gedacht, denn als ich über dieses Buch gestolpert bin, war für mich ziemlich schnell klar, dass ich es unbedingt lesen wollte, da ich die Schuldfrage nicht uninteressant finde.
Bereits im Vorwort wirft der Autor einige Fragen auf, wie zum Beispiel ob es reicht sich lediglich moralisch schuldig zu fühlen - eine Aussage Grönings -, wo Beihilfe einen strafrechtlicher Tatbestand erfüllt oder was für ein Zweck überhaupt dahinter steht ehemalige SS-Männer erst jetzt, in hohem Alter, auf die Anklagebank zu setzen. Wieso wurden diese Männer nicht bereits viel früher verurteilt? Und kann man sie jetzt nicht einfach ihr Leben leben lassen, Jahrzehnte später?
Auch wirft er einen Gedanken auf, an den ich mir gleich einen Klebezettel geheftet habe, denn darüber habe ich mir tatsächlich nie Gedanken gemacht: Noch ein weiterer Punkt muss klargestellt werden. In unserem sprachlichen Alltag neigen wir gerne dazu, all jene, die in Konzentrationslagern eingesperrt waren, als Häftlinge zu bezeichnen. Der Begriff "Häftling" impliziert jedoch, dass jemand eine Straftat begangen hat und deswegen inhaftiert ist. [...] Es waren Verbrechen an unschuldigen Menschen. (S. 11/12)
Den Gedanken fand ich gut, allerdings ist mir dann ziemlich schnell aufgefallen, dass der Autor das Wort Häftling das gesamte Werk durch weiterhin verwendet. Warum man ein Wort, das man kritisiert, weil es einen negativen Beigeschmack hat, nicht ersetzt, hat sich mir nicht so ganz erschlossen. Aber gut, weiter im Text.
Das Buch besteht aus drei Teilen. Der erste beschäftigt sich mit dem Leben des Oskar Gröning, allerdings auch nur mit dessen Jugend und anschließend mit Gröning im hohen Alter. Etliche Jahrzehnte seines Lebens werden nicht beleuchtet. Dafür spricht der Autor in einem Viertel des Buches von dem Leben der Éva Fahidi, einer ungarischen Jüdin, die nach Auschwitz kam und dort ihre Familie verlor. Gröning und Fahidi hatten persönlich nie etwas miteinander zu tun, weshalb der zweite Abschnitt zwar einen erschreckenden Exkurs darstellte, mit dem Thema des Buches - nämlich der Schuld des Oskar Gröning - nur wenig zu tun hatte. Der dritte Abschnitt schließlich beschäftigt sich dann mit dem Prozess von 2015 und dem Urteil und war für mich persönlich der spannendste Part.
Was mir vermehrt beim Lesen aufgefallen ist, ist, dass sich teilweise Passagen im Text dem Wortlaut nach sehr ähnlich wiederholen, was ich nicht so schön fand, da sich dadurch bei mir recht schnell eine Ja-ich-weiß-du-musst-mir-nicht-alles-drei-Mal-sagen-ich-bin-nicht-doof-Einstellung eingestellt hat. Zumal es mich zunächst vor allem irritiert hat, da ich mich gefragt habe, woher dieses Déjà-vu kommt.
Und schließlich sind mir am bittersten aufgestoßen Formulierungen wie (nur um ein paar Beispiele zu nennen) »offenbar hatte keiner von ihnen Skrupel, dort ein ausgelassenes Leben zu führen« (S. 42) oder »Es schien ihn emotional nicht zu berühren.« (S.158). Das impliziert für mich, dass der Autor den Personen in den Kopf schauen konnte, weiß, was sie denken - was nun einmal nicht der Fall ist. Das kann er schließlich gar nicht. Engelmann schreibt dieses Buch mit dem Hintergrund von Interviews und Prozessprotokollen. Er ist selbst kein Zeitzeuge, nimmt sich aber heraus der Position dieser zu schreiben und impliziert zu wissen, was sie dachten und fühlten.
Leider bin ich neben den Kritikpunkten, die ich bereits angebracht habe, mit dem Gefühl aus dem Buch herausgegangen, kaum etwas Neues gelernt zu haben. Das Buch behandelt die Ereignisse, die es schildert, recht oberflächlich - in Anbetracht dessen, dass das Werk allerdings für eine jüngere Zielgruppe gedacht ist finde ich dennoch angemessen und ausreichend. Wer kaum etwas über Auschwitz und die Ungarn-Aktion weiß, für den wird das Buch durchaus informativ sein, wer den zweiten Weltkrieg allerdings in der Schule behandelt hat, wird vermutlich kaum etwas finden, das man nicht wusste. Aber trotz, dass das, was der Autor erzählt, nicht neu für mich war, hat er es dennoch geschafft mir wieder einmal vor Augen zu führen, wie schrecklich die Zustände in Auschwitz und anderen Lagern waren - nämlich unvorstellbar.
Das Buch thematisiert nun das Leben des Oskar Grönings in der Zeit in Auschwitz. Er war hauptsächlich für die Verwaltung der Wertsachen der Häftlinge zuständig. Manchmal musste er auch zur Aufsicht der Ankunft der Transporte im Lager. Hierfür wurde er 2016 in den sogenannten „Auschwitzprozessen“ für schuldig gesprochen. An Beihilfe zum Mord an 300.000 Menschen. Auch dieser Prozess wird im Buch beleuchtet.
Dieses Buch trägt ein schweres Thema. Und der Autor ist auch kein Unbekannter auf dem Gebiet. Ich habe den „Fotograf von Auschwitz“ nicht gelesen, kann daher keinen Vergleich stellen. Aber so wie dieses Buch geschrieben wurde, mag ich den Vorgänger nicht lesen wollen.
Ich hatte das Gefühl, der Autor war fasziniert vom Prozess und hat in Konsequenz zum Vorgängerbuch dieses hier geschrieben. Und das wohl sehr schnell. Denn eine Recherche zu dem Leben von Herrn Gröning war kaum festzustellen. Er beschrieb Fakten, die wohl schon überall durch die Medien gingen. Natürlich muss man darauf hinweisen, dass Herr Gröning zu seinem Leben schwieg. Aber ohne viele Fakten wäre dann auch das Buch nicht nötig gewesen. Über Auschwitz an sich gibt es genügend Bücher (da kannte sich auch der Autor dann bestens aus).
Der Schreibstil des Autors passt zu dem Untertitel des Buches: Die Schuld des Oskar Gröning. Denn man wurde das Gefühl nicht los, als würde der Autor den Angeklagten durch und durch hassen. Natürlich hatte Herr Gröning eine Schuld. Und wurde auch verurteilt. Der Autor schafft es aber, in jedem Satz das Schlechte hervorzuheben. Ich finde dies vor allem in einem Jugendbuch sehr bedenklich. Der Autor gibt nur seine Meinung preis. Kein Pro und Contra. Keine Begründungen. Kein Warum. Mit der fehlenden Recherche zu der Person kann da nur eine starre Meinung übrigbleiben. Im Buch wird nichts hinterfragt. Es ist nur eine Reihung von Ereignissen (die den Medien bekannt waren). Auch beschäftigt sich der Autor wenig mit der Zeit vor und nach Auschwitz des Oskar Grönings. Aber genau diese Lebensabschnitte hätten die Gründe und Fakten geben können, warum alles so kam, wie es kam.
Weiterhin frage ich mich bis heute, was der Zwischenteil sollte. Das Buch ist in drei Teile unterteilt. Am Anfang wird das Leben des Protagonisten erzählt, hauptsächlich in Auschwitz. Der letzte Teil erzählt vom Prozess. Der zweite Teil des Buches passt so gar nicht zum Rest. Hier wird nicht über Herrn Gröning erzählt, sondern über Éva Fahidi. Sie wurde nach Auschwitz deportiert und kam dort an, als Oskar Gröning Dienst an der Rampe hatte. Beide haben sich nie persönlich getroffen, doch sie sagte im Prozess gegen ihn aus. Hier im Buch wird nun ihr Leben erzählt. So eine Person hat es nicht verdient, sein Leben in diesem Buch wiederzufinden. Ein eigenes Buch wäre durchaus sinnvoll gewesen, um dem Leben und Leiden von Frau Fahidi gerecht zu werden.
Zusammenfassend ist es kein schönes Buch. In jeder Hinsicht. Man hätte so viel aus dem Stoff machen können. Aber hier schlägt nur eine Richtung durch. Es ist ein Buch, dass den Autor in den Vordergrund stellt und nicht die Thematik. Das ist so schade. Ich kann dieses Buch nur dann empfehlen, wenn man noch nichts über Oskar Gröning gehört hat und den Autor mag.
Ein unglaublich erschütterndes aber informatives Sachbuch, welches aufzeigt, dass Tragödien Anderer Gröning durch seine Arbeit in Auschwitz abstumpfen ließ. Erschreckend und einfach nur die traurige Wahrheit eines Menschen, der aus vermeintlich guten Gründen mitverantwortlich für den Holocaust war. Empfehlenswert für alle, die sich mit dem Thema Auschwitz und Holocaust auseinandersetzen wollen.
Kniha odehrávající se během 2. světové války v koncentračním táboře Osvětim. Kniha má 3 části. Hlavní postavou je Oskar Gröning, který vstoupil do služeb SS a vykonává práci účetního v Osvětimi a také někdy stojí na rampě, kde dohlíží, aby se neztratili věci nového příchozího transportu Židů, aby se všechny jejich věci dostaly do "Kanady". Kniha je založena na skutečných událostech.
Autor má úsporný styl, pokládá řadu otázek. Jedna z nejdůležitějších je, jestli se něčím provinil Oskar Gröning a jestli zasluhuje trest za to, že pracoval v Osvětimi. V druhé části sledujeme příběh maďarské dívky Évi Fahidi. V třetí části se dočteme o procesu a rozsudku Oskara Gröninga.
Kniha je na pomezí beletrie a odborné literatury. V závěru knihy se vyskytuje glosář, jména nacistů a seznam použité literatury.
Na knižním trhu existuje řadu titulů z 2. světové války, které se zabývají holokaustem. Určitě existují lépe zpracované a čtivější knihy z tohoto žánru, nicméně kniha je zajímavá tím, že z převážné části sledujeme příběh muže - Oskara Gröninga, který je členem SS a čtenář může sledovat pohled nacisty, jak vnímal své působení v Osvětimi a jak se s tím vyrovnává během svého života.
Myslím si, že kniha stojí za přečtení pro čtenáře, kteří čtou rádi příběhy z tohoto žánru. V knize jsem se dozvěděl opětovně nové informace.
Citáty z knihy, které mne oslovily:
"Z Osvětimi se nedokážu vymanit. Pokaždé, když tam přijedu, musím začít znovu. Nesnažím se pochopit, co je nepochopitelné, ale kladu si otázky, pokouším se přiblížit tomu, co se tam dálo. V minulosti jsem se soustředil na oběti a jejich příběhy. Ale kde jsou oběti, tam jsou i pachatelé. V Osvětimi bylo pachatelů několik tisíc. Co to bylo za lidi? Byla to monstra, ďáblové v lidské podobě? Měli vůbec ponětí o tom, že jsou součástí zločinného systému, anebo že ten systém dokonce utvářejí? Jedním z pachatelů byl Oskar Gröning, malé kolečko v soukolí Osvětimi, jak sám sebe popsal."
Kniha se odehrává v Osvětimi během 2. Světové války podle skutečných událostí. Vypráví příběh Oscara Grönniga, který t pracoval jako účetní a občas dohlížel na rampě. Většinou, když čteme o tomto tématu, čteme z pohledu oběti. Ale autor vypráví příběh Oscara, který se podílel na koloběhu v táboře, i když jen jako účetní. Bylo velmi zajímavé, vidět koncentrační tábor z druhé strany. Kniha byla zajímavá, podle skutečnosti a dobře napsaná. Bohužel se mi nečetla moc dobře. Je to spíše odborná/historická kniha. Na konci je také seznam jmen, se kterými se potkáme v knize,ke každému pár vět.