4.6| Mit diesen Start seiner neuen SF-Trilogie bei CrossCult ist Dirk van den Boom ein echter Pageturner gelungen. Das Buch zieht einen in den Bann und man kann sich kaum aus der Geschichte lösen.
Das irdische Sternenreich in Dirk van den Booms neuer, hinreißender Trilogie, das Konkurdat, befindet sich im Zustand der Stagnation, weil man behäbig und zufrieden geworden ist, allen geht es gut, man lebt in Frieden mit allen Fremdvölkern und eine kleine Polizei-Streitmacht sorgt dafür, dass interstellare Verbrechen nicht ungesühnt bleiben.
Als zwei Studenten am Rande des Konkurdats-Raums eine riesiges, künstliches Objekt entdecken, das anscheinend exotische Materie mit sich führt, ist dies der Auftakt von Ereignissen, die das Reich aus der Lethargie reißen könnte...
Eine Expedition wird gestartet um Kontakt mit der Macht hinter dem unsichtbaren Schirm des Objektes aufzunehmen; auch um an die unsagbar wertvolle Dunkle Materie heran zu kommen, die hinter dem Schirm vermutet wird. Auch die beiden Studenten, eine davon eine Autistin, sind an Bord des Schiffes und geben wertvolle Hinweise. Parallel zu diesen Ereignissen, ist eine Polizistin an Bord des Polizeitkreuzers Scythe hinter einem skrupellosen Serienmörder her, den sie seit Jahren verfolgt, es ist fast schon zu einer Manie geworden. Als sie vermutet, dass sich der Serienkiller an Bord des Expeditionsschiffes befindet, der die Späre erforscht, folgt sie mit dem Polizeikreuzer dem Expedtionsschiff, das sich gerade durch eine Strukturlücke des Sphäen-Schirms in das Innere gelangt; nachdem beide Schiffe sich im Inneren befinden, schließt sich die Lücke und beide sind darin gefangen. Derweil stellt sich heraus, dass sich im Inneren der Spähre tausende von Raumschiffen befinden, teils geplündert, teils noch bewohnt, die sich alle seit langer Zeit in Gefangenschaft befinden, die einzige Überlebenschance der (noch lebenden) Bewohnter ist die Tatsache, dass man Neuankömmlinge plündern, ausrauben und töten kann...
Nach der Lektüre der letzten CrossCult-Triloge von Dirk van den Boom "Die Welten der Skiir" hätte ich mir nicht vorstellen können, dass man dieses vielgelobte Werk noch toppen kann; und ja, Dirk kann es !
In der ersten Hälfte stellt er seine faszinierenden Charaktere vor, zum einen Jordan, der Astronomie-Student, der in seine geniale autistische Kommilitonin Elissi verliebt ist, da ist die Polizistin Apostol, die seit Jahren einen Serienkiller jagt, da ist eine Anwältin, die zwischen Eherechtstreits und Firmenkonflikten genervt, einen Platz an Bord des Expeditionskreuzers als Xenopsychologin erhält, da ist der Kommandant der Expedition, der in der Sphäre um das Überleben seiner Besatzung kämpft und Verhandlungen mit den Aliens führen muss usw...
Der ganze Reiz der Geschichte entfaltet sich für mich sofort am Anfang, als der Autor mit vielen Perspektivenwechsel die Charaktere und den Plot einführt. Nachdem die beiden Schiffe innerhalb der Sphäre eingeschlossen werden, kommen auch die Aliens innerhalb der Sphäre in den Focus, da ihre Geschichte, ihre Hintergründe und ihre unterschiedliche Perspektiven einen eigenen Reiz entfalten.
Dabei hat der Autor in diesem Band Rätsel über Rätsel gestellt, so ist immer noch unklar, wer die Erbauer der Sphäre sind, was ist ihre Motivation, wer setzt sich durch innerhalb der Sphäre, die Aggressiven, die Toleranten oder die Neutralen ?
Wer ist der Serienmörder und was ist sein Ziel ? Wohin fliegt die Sphäre ?, gibt es ein Entkommen?
Warum ist der Skythe im Zentrum gelungen, was den anderen Alienschiffen über Generationen nicht gelungen ist ? usw. usf...
Ein toller, faszinierender, spannender, von leichter Hand geschriebener Science Fiction Thriller von einem Autor, der, für mich absolut unverständlich, von der deutschen SF-Verlagszene ignoriert wird, Gottseidank hat CrossCult diesem Autor, dessen Können es so in Deutschland nicht gibt, eine Stimme gegeben hat.
Das zweite Buch wird sofort in die Hand genommen, die Geschichte hat ja einen Sog...