Jeder kennt sie, allerorts trifft man auf sie, kaum einer weiß etwas Genaues. Noch 700 Jahre nach ihrer Entstehung schlägt Dantes Göttliche Komödie Menschen aus allen Kulturkreisen und Schichten in ihren Bann. Wie ist das möglich? Kundig ebnet Franziska Meier heutigen Lesern den Weg in Dantes Beschreibung der drei Jenseitsreiche. Warum etwa gab er ihr den Titel Komödie? Warum wirkt die Wanderung unter Toten an Ostern 1300 so lebensnah? Was hat es mit der mysteriösen Beatrice auf sich? Und ist Dante tatsächlich über der Lektüre von Mohammeds Himmelfahrt die Idee dazu gekommen?
Dantes von Umfang und Inhalt her voluminöse Komödie zusammenzufassen, muss ein schwieriges Unterfangen sein. Franziska Meier schlägt sich dabei recht passabel. Mit erhellenden Schlaglichtern hilft dieser schmale Band auch jenen, die sich an eine unkommentierte Version des Lehrgedichts aus dem 14. Jahrhundert wagen möchten, dessen Bezüge heute ohne Hilfe undurchdringbar geworden sind. Abgerundet mit einigen Infos zu Rezeptions- und Übersetzungsgeschichte ist dieser Text sowohl für Erstleser als auch bekennende Dante-Anhänger lesenswert.
Hervorragende Einführung. Das eine Professorin für Romanische Literaturwissenschaft ab und zu mal ein unbekanntes Wort benutzt sollte nicht überraschen.