•In einem schottischen Dorf voller Schmuggler Nahe der stürmischen Küste, leben William - ein pflichtbewusster junger Zöllner und seine Verlobte - Maggie. Ihr verarmter Vater hat Schulden und wird von einem Schurken gezwungen mit seinem Fischerboot Konterbande an Land zu bringen. William erfährt davon und gerät in ein Dilemma.•
Stoker erzählt somit eine Geschichte über DIE klassischen Konflikte überhaupt.
Tugend oder Schuldenfreiheit, Pflichterfüllung oder Liebe, Dienstherr oder Familie.
Ganz klar DER Stoff, aus dem Tragödien bestehen.
Man könnte also meinen, das sind alles rührselige Schmachtfetzen für einen überaus schnulzigen Roman a là antikem, hellenischem Drama.
Weit gefehlt. Denn diesem genialen Autor gelingt etwas Phänomenales: eine gekonnte Verschiebung der Perspektive.
Wo der Leser noch mit dem Gewissenskonflikt des jungen Zöllners mitfühlt, gerät Maggie als Protagonistin in den Fokus, um dann wiederum Platz zu schaffen für die tragende Hauptrolle des Buches
- das zornige Meer.
Obwohl dieses Werk nur knapp 170 Seiten hat, ist es spannend, atmosphärisch und metaphorisch sprachgewaltig.
Für mich eine echte Entdeckung und ab sofort eins meiner absoluten Lieblingsbücher.
Ein echter Klassiker, den man gelesen haben sollte.