Wenn bei T.C. Boyle von "Good Home" die Rede ist, muss man auf alles gefasst sein: Ein Witwer legt sich eine Schlange zu, aber die Ratten, mit denen er sie füttern will, wachsen ihm so sehr ans Herz, dass er Dreizehnhundert von ihnen beherbergt. Eine Zwölfjährige soll vor Gericht gegen ihren alkoholkranken Vater aussagen; und plötzlich gibt es viele Wahrheiten. Eine betörende Frau lässt sich auf den Hundemann ein – kurz zuvor hatte sie ihm ihre Kätzchen anvertraut, doch was er mit denen vorhat, kann sie nicht ahnen. Der Bestsellerautor erkundet in seinen neuen Erzählungen, die dieser Band versammelt, die dunkle Seite der amerikanischen Seele – witzig, exzentrisch, unheimlich.
T. Coraghessan Boyle (also known as T.C. Boyle, is a U.S. novelist and short story writer. Since the late 1970s, he has published eighteen novels and twleve collections of short stories. He won the PEN/Faulkner award in 1988 for his third novel, World's End, which recounts 300 years in upstate New York. He is married with three children. Boyle has been a Professor of English at the University of Southern California since 1978, when he founded the school's undergraduate creative writing program.
He grew up in the small town on the Hudson Valley that he regularly fictionalizes as Peterskill (as in widely anthologized short story Greasy Lake). Boyle changed his middle name when he was 17 and exclusively used Coraghessan for much of his career, but now also goes by T.C. Boyle.
T.C. Boyle ist optimaler Alleinunterhalter. Jede Lesung ein Spaß, ähnlich die Romane. Good Stories kondensiert dies, 20 Einblicke in 420 Seiten. Boyle umgeht dabei oft das deutsche Prinzip einer Kurzgeschichte, gibt mehr einen Einblick in menschlicher Lebensumstände, die meinem sehr fern sind, als einen überraschenden Twist oder eine unerhörte Neuigkeit. Es ist Auffächern des Alltags.
Good Home ist wie ein Fernseher der regelmäßig und unkontrolliert den Kanal wechselt. Meist dann, wenn ich diesen Ausschnitt der Welt, die Motivation der Figuren und ihr Handeln, wenn schon nicht gutheißen, dann zumindest nachvollziehen konnte, wechselte der Sender. Mehr als einmal blätterte ich um, entrüstet, dass es nicht weitergeht. Nur um mich dann in die neue Situation einzufinden.
Nicht alle Geschichten haben mir getaugt, nicht alle Situationen fand ich interessant. Aber selbst sie sind Teil dieser Möglichkeit, in menschliches Handeln, meist in ihre Abgründe zu blicken. Dass ich nach den meisten Geschichten mehr wollte, quasi mitten im Ritt rausgeworfen wurde, war in den Momenten zwar ärgerlich, erhält die Erinnerungen aber umso leuchtender. Treibt die Fantasie umso weiter an.
Und, Hanser hat ein ziemlich schönes Cover und wertig gemachtes Buch hingelegt. Nicht nur wegen des Inhalts habe ich dieses Buch sehr gerne in der Hand.
Hab das Buch bis zur Hälfte gelesen. Absolute Zeitverschwendung. Alle Kurzgeschichten darin (bis zur Hälfte) waren langweilig und nichts sagend. Bis auf die Kurzgeschichte „Hände“, in der es um eine Frau geht, die starke Probleme mit ihrem Selbstwert hat und sich deswegen Botox spritzen lässt. Das reicht ihr nicht und so sucht sie die Bestätigung ihres Arztes und zieht sich vor ihm aus, um zu wissen, ob sie schön sei. Women written by men.. Was ist das für ne sexistische Sch****? Wenn ich Sexismus erleben will, kann ich auch einfach auf die Straße gehen. Das Buch ist widerlich und der Autor auch. Bin kein Fan vom Verbrennen von Wissen, aber das Buch sollte wirklich verbrannt werden. Der einzige Grund, warum ich es nicht verbrenne ist, dass ich es aus der Bücherei geliehen habe. Bitte lest dieses Buch nicht. Ich bezweifle sehr stark, dass es nach der Hälfte qualitativ hochwertiger wird. Wenn ihr eine sinnvolle Tätigkeit sucht, meidet dieses Buch.
Diese zwanzig Kurzgeschichten sind ein erzählter Querschnitt durch die amerikanische Geselleschaft oder zumindest des Teils der nicht unbedingt sorgenfrei, gut situiert durchs Leben kommt. Manche Geschichten würden das Potential für einen Roman in sich bergen andere entspringen, so hat es den Anschein, weiterskizzierten Zeitungsberichten. Jedenfalls ist T.C. Boyle ein großartiger Geschichtenerzähler und ich höre (lese) ihm gerne zu.
Wenig Zeit und noch weniger Nerv zu Lesen, das zieht sich nun leider schon eine ganze Weile hin bei mir. In einer solchen Phase waren diese Stories genau das Richtige: kleine Vignetten, die auch Teile von Romanen sein könnten und die Lust auf mehr machen.
Bei fast jeder Geschichte hatte ich das Gefühl "Das kann jetzt gern über 320 Seiten so weitergehen". Vor allem über den schmuddeligen Arzt hätte ich gern mehr gelesen.