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#EGOLAND

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"Vielleicht solltest du mal wieder mit einer Frau schlafen, die du magst." Mit diesem Satz beginnt #EGOLAND, das auf wahren Begebenheiten beruhende, lang erwartete Romandebut vom Bestseller-Autor Michael Nast (Generation Beziehungsunfähig).
Alles beginnt mit dem Selbstmord des Schriftstellers Andreas Landwehr, der in seinem Abschiedsbrief verfügt, dass sein unvollendetes Manuskript seinem Freund Michael Nast zu übergeben ist. Stück für Stück stellt Nast fest, dass die unglaublichen Schilderungen echt und tatsächlich passiert sind.
Der von schriftstellerischem Ehrgeiz getriebene Landwehr war in eine unheilvolle Dreiecksgeschichte voller Intrigen und Manipulationen verstrickt. Vom Sog der Geschichte ergriffen beginnt Nast, die Geschehnisse zu recherchieren. Er spricht mit den Protagonisten, um Landwehrs Aufzeichnungen zu vervollständigen und verfasst aus dem Material #EGOLAND.
Das Buch handelt von Obsessionen und Missverständnissen, von falsch verstandener Liebe und Entwurzelung, von Selbstentfremdung und der Sinnsuche in unserer narzisstischen Konsumgesellschaft. Von der großen Sehnsucht, ein ganz neues Leben auszuprobieren und dabei sein altes hinter sich lassen zu können.
#EGOLAND ist eine Reise in die Psyche unserer Gesellschaft, in der das Ego alles bestimmt. Nast beschreibt, was neue Technologien, verändertes Kommunikationsverhalten und Selbstinszenierung mit der Generation machen, die sich alles offen hält.

433 pages, Kindle Edition

Published April 6, 2018

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About the author

Michael Nast

12 books32 followers

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17 (26%)
1 star
2 (3%)
Displaying 1 - 11 of 11 reviews
Profile Image for miss.mesmerized mesmerized.
1,405 reviews42 followers
April 12, 2018
Ein Bekannter hat sich das Leben genommen. Eigentlich hatten sie schon lange keinen Kontakt mehr, aber er hat Michael Nast das Manuskript seines Romans mit der Bitte, dieses zu veröffentlichen, hinterlassen. Je tiefer Nast in die Geschichte eindringt, desto unbehaglicher wird ihm. Das, was da vor ihm liegt, ist nicht nur Fiktion, es ist die Dokumentation eines gemeinen Plans, der immer mehr Opfer forderte, zuletzt das des Schöpfers. Aus dem Spiel mit flüchtigen Bekannten hat Andreas Landwehr ein reales Szenario gemacht, hat sich selbst zum Autor und Regisseur aufgeschwungen und die Menschen wie Spielfiguren bewegt. Immer mehr hat es ihn fasziniert, wie sie ihm gehorchten, wie einfach sie zu manipulieren waren und ihm Glauben geschenkt haben. Doch plötzlich läuft sein Spiel nicht mehr wie vorgesehen, die Figuren agieren plötzlich anders, als er es geplant hat, und das Ganze nimmt einen verhängnisvollen Verlauf.

Michael Nast versucht in seinem Roman gleich mehrere Grenzen zu überschreiten. Nicht nur die Buch-im-Buch-Geschichte, die den Autor zum Erzähler macht und eine quasi Realität des Textes suggeriert, sondern auch die Verwischung zwischen realer und online Welt, zwischen echtem Sein und medial dargestelltem Ich wird thematisiert. Wer sind wir wirklich? Der Mensch in Fleisch und Blut oder das online Profil mit den ansprechenden Umgebungen und sympathischen Posen?

Für mich hätte es den etwas zu sehr künstlich wirkenden Rahmen mit dem Manuskript des angeblichen Freundes, der nun verstorben ist, nicht gebraucht. Die Story selbst hat genügend Potenzial, als dass man ihr den Anschein von Realität künstlich hätte konstruieren müssen.

Nimmt man nur diese Handlung – der Cameo des Autors wäre ihm ja gegönnt gewesen – hat diese durchaus einige interessante Facetten. Andreas‘ Manipulationen setzen an den Schwachstellen seiner Co-Figuren an. Er braucht sich noch nicht einmal besonders viel Mühe zu geben, um sie leicht zu lenken, mit ein wenig Zeit kann er dank ihrer online Profile und dem, was sie ihm zusätzlich beichten, genau die Schalter drücken, die sie zum Agieren in seinem Sinne veranlassen. Die Grundhaltung der unbestimmten Unzufriedenheit mit Beziehung, Job und Leben im Allgemeinen und dem Eindruck, dass andere immer mehr und tollere Sachen erleben als man selbst, ist ja inzwischen so verbreitet, dass man keinerlei Schwierigkeiten hat, sich vorzustellen, dass die Ereignisse tatsächlich so hätten stattfinden können. Ebenso die Tatsache, wie schnell sich ein recht vollständiges Bild eines Menschen über seine Bewegungen im Internet erstellen lässt.

Dadurch, dass der Verlauf sich langsam zuspitzt und man ja letztlich weiß, wie es endet, entsteht auch eine gewisse Spannung, da man gebannt auf den großen Knall wartet. Auch hier die kurze Nebenhandlung des Berliner U-Bahn-Treters – ein wenig zu viel gewollt und zu dick aufgetragen für meinen Geschmack.

Alles in allem aber eine durchaus lesenswerte Geschichte, die vor allem durch die recht authentisch wirkenden Figuren überzeugt. Ein wenig übers Ziel hinausgeschossen, aber sieht man darüber hinweg, gute Unterhaltung.
Profile Image for Ceciliasophie.
220 reviews10 followers
May 9, 2018
Andreas Landwehr, ein erfolgreicher Schriftsteller, ist stets auf der Suche nach neuen Ideen für ein weiteres Buch. Als er eines Abends Christoph kennenlernt, der unglücklich in seiner Beziehung zu Julia ist, beginnt in ihm ein Plan zu reifen. Als dann noch seine Exfreundin Leonie auftaucht,
Unter dem Deckmantel der Freundschaft greift Andreas in das Leben von Christoph, Julia und Leonie ein, manipuliert, lügt und zieht im Hintergrund seine Fäden. Bis zur absoluten Katatstrophe.

Ich war sehr gespannt auf das Buch, da es auf der Startseite vieler Leseplattformen zu sehen war und der Autor schon mit „Generation Beziehungsunfähig“ in vielen Zeitschriften und Artikeln vorgestellt worden war. Auch der Klappentext machte mich super neugierig.
Ich wurde jedoch schnell wieder von meiner Euphoriewelle gerissen. Denn nach nur ein paar Kapiteln fand ich alle Charaktere einfach unausstehlich.
Der eine äußerte sich unfassbar abfällig über alles, der andere handelte gegen meinen Wertekompass. Kurzum, ich wurde mit niemandem wirklich warm und verlor dadurch schnell die Lust an dem weiteren Verbleib der Charaktere.
Dennoch ließ mich die eigentliche Idee hinter dem Buch immer weiter lesen. Mein Durchhaltevermögen wurde jedoch bis auf das letzte Drittel auf eine harte Probe gestellt. Die Geschichte war zäh, es passierte wenig, detailreiche wurde die Gedankenwelt der Charaktere ausgeschmückt. Ich habe an sich kein Problem mit detailreichen Weidergaben, da mir diese die Möglichkeit geben, mich mehr mit dem Charakter auseinanderzusetzen. Der Charakter bekommt Kanten und Ecken, eine Tiefe, ist nicht mehr glatt poliert und gleich viel interessanter. Doch da mir die Charaktere einfach im höchsten Grade unsympathsich waren, langweilte ich mich sehr schnell, ich brauchte eine gefühlte Ewigkeit, um ein Kapitel zu beenden.

Für mich ist das Buch auch nicht als Gesellschaftskritik anzusehen. Kritik muss geäußert werden, gerne auch immer wieder. Doch sehe ich #Egoland nicht als Kritik an unserem Konsumverhalten im Social Media Bereich oder als Spiegel, der uns als Nutzer von Social Media Kanälen vorgehalten wird an. Es ist einfach nur Kritik, die in so unfassbar vielen Bücher schon geäußert wurde, dass es hier auf mich nur noch lächerlich, nicht innovativ und langweilig wirkt. Einfach gequirlter Einheitsbrei in nicht mehr neuer Form wiedergekäut.
Dabei finde ich die Ausgangsidee wirklich richtig gut und ich habe mir immer wieder beim Lesen Fragen gestellt. Denn bis zu welchem Grad ist etwas nun auf die Literatur bezogen noch Kunst und ab wann moralisch verwerflich? Sind wir uns überhaupt bewusste, was für eine immense Macht Freundschaft hat?
Leider wurden immer nur wieder interessante Ansätze erläutert, jedoch nie weiter ausgeführt.
Das Cover gefällt mir ganz gut. Der Riss in der Oberfläche passt in gewisser Weise zum Inhalt.
Der Schreibstil konnte mich nicht wirklich fesseln, gerade zum Ende der Geschichte hin ertappte ich mich dabei, wie ich ganze Seiten nur noch überflog. Verpasste habe ich trotz Überspringen etlicher Passagen nichts.
Leider gab es in dieser Ausgabe noch etliche Rechtschreibe- und Grammatikfehler, welche mir das Lesen zusätzlich erschwerten.
Als Randbemerkung möchte ich hier einmal noch hinzufügen, dass mich das in diesem Buch gezeichnete Bild von Berlin so wütend machte, dass ich das Buch fast vom Balkon warf. Mit einem authentischen Leben in Berlin haben diese Schilderungen rein gar nichts zu tun. Ganz im Gegenteil, es wurden sich jeglicher Klischees bedient, fernab jeglicher Realität des Berliner Alltags. Beeinflusst hat dieses meine Bewertung nicht, da es sich hierbei um einen zu persönlichen Punkt handelt.
Es ist schon nicht einfach, ein Buch zu lesen, in dem einem alle Charaktere sehr unsympathisch sind. Kommt dann jedoch noch dazu, dass sich die Geschichte wahnsinnig in die Länge zieht, so muss ich mich als Leser wirklich durch das Buch zwingen. Denn genau das war auch hier der Fall. Immer wieder musste ich mich selber motivieren, dass Buch in die Hand zu nehmen und hätte ich es nicht im Zuge einer Leserunde gelesen, so hätte ich es eventuell abgebrochen.

Ich vergebe 2 Sterne.
Interessante Ansätze, viel verschenktes Potential, grauenhafte Charaktere und ein Plot, der sich zu sehr in die Länge zog.
Profile Image for Valerie.
309 reviews11 followers
May 14, 2018
Leider nichts Neues dabei

„Wahrscheinlich beruhte das Drama im modernen Menschen auf diesem großen Missverständnis, dachte er; den Unterschied zwischen beruflichem Erfolg und privatem Glück nicht zu erkennen oder genauer: beruflichen Erfolg mit Glück zu verwechseln.“

Wer „Generation Beziehungsunfähig“ gelesen hat, kennt den Stil von Nast. In diesem Roman geht es – Überraschung! – um dasselbe Thema. Diesmal verpackt als Roman, der wohl auf wahren Begebenheiten beruht. Die Generation der „Millenials“: die Unfähigkeit, zu Lieben; Egoismus, Narzissmus; ein Leben, das sich nur in sozialen Medien abspielt. Deshalb geht es nicht um verschiedene Bekannte von Nast, sondern gibt es vier Protagonisten. Erstmal Andreas Landwehr, der wohl wichtigste von allen. Er ist selbst Autor, und hat sich nach seinen Nachforschungen zu seinem zweiten Roman das Leben genommen. Sein Wunsch: Michael Nast soll den Roman zu Ende schreiben. Und nicht nur das, eigentlich hat er mit dem Schreiben noch gar nicht angefangen. Leonie ist eine weitere Protagonistin. Sie ist 25, Psychologiestudentin, und auf der Suche nach der großen Liebe. Leider hat sie aber ständig nur Dates mit uninteressanten, gemäß ihr selbst „austauschbaren“ Männern. Dann gibt es noch Christoph und Julia, die scheinbar in der perfekten Beziehung sind. Andreas kennt sie alle und beginnt, mit ihnen ein Puppenspiel zu spielen. Alle versucht er, auf seine Weise zu beeinflussen. Mit tragischem Ende…

Die Geschichte beginnt sehr langatmig, sicher mehr als die ersten hundert Seiten werden verwendet, um die Protagonisten sehr detailreich vorzustellen. Dies ist für den Leser sehr beschwerend und ich kam nur langsam voran. Andreas Landwehr ist ein Narzisst vom Feinsten, seine Welt dreht sich nur um ihn selbst und er kann es nicht nachvollziehen, wenn eine Frau nicht an ihm interessiert ist. Nur ein Narzisst kann außerdem auf die Idee kommen, seine Mitmenschen mit dem Ziel zu beeinflussen, Beziehungen zu zerstören. Seine Ideen nehmen immer abstrusere Formen an, weil er beschließt, ohne Julia nicht leben zu können, die jedoch mit Christoph in einer Beziehung ist. Die anderen Protagonisten geraten mehr zufällig in seine Fänge; sie alle sind typische „Millenials“, ebenfalls ziemlich von sich selbst eingenommen und mehr mit dem Schein als mit ihrem wirklichen Leben beschäftigt. Besonders Leonie lebt sehr dafür, sich nach außen richtig darzustellen, obwohl sie das eigentlich gar nicht will. Extrem befremdlich sind mehrere Szenen im Roman, in denen Nast selber vorkommt. Die Art und Weise wie er dies aus Andreas Sicht beschreibt, und Andreas auf ihn eifersüchtig sein lässt, lässt nur schließen, dass er ebenfalls narzisstisch veranlagt ist; ein Schluss, den ich schon nach „Generation Beziehungsunfähig“ gezogen habe. Das Aufschlussreichste an dem Buch ist zweifelsohne der Epilog, in dem Nast seine Gedanken zu unserer Gesellschaft noch einmal darlegt. Dies ist zwar interessant, aber auch nichts wirklich Neues. Gesellschaftskritik ist gerade „in“, aber es gibt einige Bücher, die ich hier mehr empfehlen würde als dieses. Einzelne Passagen enthielten interessante Aussagen, die mir gut gefallen und mich zum Nachdenken gebracht haben. Fazit: leider keine neuen Gedanken, wofür es sich lohnen würde, diesen Roman zu lesen.
Profile Image for Nina‘s Bücherbasar.
299 reviews22 followers
May 22, 2018
Michael Nast liebt die Provokation – diesen Eindruck habe ich, nachdem ich #Egoland gelesen habe. Vielleicht sind manche seiner Aussagen also nur so direkt und kritisch formuliert worden, um eben genau das zu tun – um zu provozieren. Es wirkt ein bisschen, als wolle der Autor damit weiter auf seiner Erfolgswelle reiten. Ich hatte mir ein paar neue und interessante Aspekte gewünscht. Schade. Nast erzählt von einer Welt voller Egoismus und Egomanen und vergisst dabei, dass er diese Gesellschaftskritik nicht zum ersten Mal äußert – wer seine anderen Bücher schon kennt erkenn vieles wiederö

Die Hauptpersonen des Romans sind allesamt selbst beziehungsunfähig, arrogant und selbstverliebt, anscheinend bestimmt durch unser heutiges Leben im Einklang mit Social Media. Zu Facebook und Co gehören dann natürlich auch Sex und Alkohol, was sonst. Die Rockstars von heute sind die Social-Media-Stars.

Mir gefällt der Schreibstil von Michael Nast sehr gut und ich mag auch seinen gesellschaftskritischen Ansatz. Die Tatsache, dass seine Geschichte auf einer wahren Begebenheit beruht stimmt traurig – mehr aber auch nicht. Sehr interessant (aber auch irgendwie unheimlich) fand ich, dass ich tatsächlich einige der Verhaltensmuster der Protagonisten auch in mir selbst wiedererkannt habe. Im Nachhinein fiel mir aber trotzdem auf, dass es sehr schwer fällt, eine Bindung zu den Charakteren aufzubauen. Ob das daran liegt, dass diese wirklich existieren? Ich weiß es nicht. Im Laufe der Geschichte werden diese auch noch immer uninteressanter und irgendwann öden einen diese Eskapaden einfach nur noch an.

Sowohl mir als auch meinen Mitlesern sind am Ende zwei weitere Dinge aufgefallen: 1. Obwohl die Namen geändert wurden, lässt es sich anscheinend relativ gut herausfinden, wer die Personen im echten Leben sind. 2. Man findet so einige Grammatikfehler. (Bsp.: S. 43: Leonie zündete die dicken Kerzen an, die auf (???) Fensterbrett standen.) Das stört den normalen Leser wahrscheinlich nicht, aber ich finde beides sehr unschön und ersteres kann für die Protagonisten wirklich unangenehm werde.

Fazit: Eine tolle Idee, ein talentierter Autor aber an der Umsetzung hat es echt gehapert. Eine starke Kürzung täte dem Buch ganz gut… 430 Seiten ziehen sich am Ende wirklich.
Profile Image for Lina.
5 reviews1 follower
May 25, 2018
Andreas Landwehr ist ein gelangweilter und uninspirierter Schriftsteller, der nach seinem ersten großen Erfolg Probleme hat, wieder ins Schreiben zu kommen. Er beschließt, das Leben von seinen Bekannten Leonie, Julia und Christoph zu manipulieren und die daraus entstandenen Geschehnisse für seinen nächsten Roman zu verwenden.

Der Roman beginnt damit, dass auf den ersten paar hundert Seiten die Charaktere und ihre Ansichten und Probleme sehr ausführlich beschrieben werden, was das Ganze recht langatmig macht. Erst nach etwa 200 Seiten beschließt und beginnt Andreas tatsächlich, sich in Christophs Leben einzumischen. Danach dauert es dann nochmal gut 50 Seiten, bis es tatsächlich spannend wird und ich es auch mal geschafft habe mehr als nur 20 Seiten am Stück zu lesen ohne mich zu langweilen.

Die Charaktere in diesem Roman sind allesamt unsympathisch und haben eine sehr pessimistische Einstellung der Welt und ihrem Leben gegenüber. Das macht es einem zwischenzeitlich recht schwer, den Roman weiterzulesen, wenn man nicht selbst unheimlich schlechte Laune bekommen möchte.

Auch ist der Roman durchzogen von prätentiösen Äußerungen, die sich gegen die heutige Gesellschaft und vor allem die sozialen Medien richten, die einem vom Autor aus jeder Ecke und von jedem Charakter - die wirklich alle die gleiche Meinung dazu haben, soviel also zum Thema einzigartige Charaktere - aufs Auge gedrückt werden. Leider war ich hier in vielerlei Hinsicht ganz und gar nicht Nasts Meinung, weshalb diese ständige Wiederholung seiner Ansichten nach einer Zeit doch recht anstrengend wurde.

Insgesamt lässt sich meine Meinung zum Inhalt wohl mit diesem Satz aus dem Roman recht gut zusammenfassen: “[D]iese täglichen Gespräche voller Verbitterung, Nostalgie und Selbstmitleid nervten eigentlich nur noch.”

Was mich jedoch positiv Überrascht hat war der Schreibstil des Autors, den ich wirklich gut fand und der das Ganze um einiges erträglicher gemacht hat.

Sollte Nast also in den nächsten Jahren noch einen Roman veröffentlichen, würde ich aufgrund seines Schreibstils tatsächlich darüber nachdenken ihn zu lesen, obwohl ich, wie bereits gesagt, kein großer Fan von Egoland war.
Profile Image for Astrid.
197 reviews91 followers
June 7, 2018

Generation Beziehungsunfähig und Ist das Liebe oder kann das weg? – daher sollte man Michael Nast kennen, neuerdings auch durch #Egoland. Während die ersten beiden Werke sich noch um Kolumnen über Beziehungen, Zwischenmenschliches und dem Leben zwischen dem Web 2.0 drehten, ist #Egoland Nasts erster Roman und hoffentlich auch sein Letzter.
Wir befinden uns in einem wüsten Mix aus vier Lebensgeschichten mit gelegentlichen Einschüben des Autors, wie er in die Hände des Manuskriptes seines Freundes und Rivalen Andreas Landwehr kam. Denn eigentlich ist das sein Buch, wenn nicht gar sein Leben. Doch Andreas ist tot, hat sich das Leben genommen und der fiktive Nast möchte das Buch zu Ende führen und erzählt Andreas‘ Geschichte, gepaart mit eigenen Einfällen und Verstrickungen.
Andreas, gefangen in seinem scheinbildlichen, perfekten und doch anstrengenden Leben als Autor, ist unglücklich, obwohl er eigentlich mehr als genug davon hat, worum ihn die facebook/instragram-Welt beneneidet. Nast schildert den Weg zum Selbstmord, wie Andreas Leben erfindet, zerstört, Zwischenmenschliches ausnutzt und Beziehungen neu verbindet. Im Mittelpunkt verschiedene Charaktere, die sich um den bald toten Autor scharren und alle ihre eigenen Probleme haben. Verwirrend, verschachtelt und pseudointellektuell tuckert das Buch so vor sich hin – sympathisch wird einem keiner der Charaktere.
Und irgendwo zwischen dem Leben von Christoph und Leonie und ein paar Szenediscotheken findet sowas wie Gesellschaftskritik statt. Wir sind nur noch an den Handys. Stimmt doch, oder nicht? Wir werden immer forscher durch das Internet und vergessen die Etikette. Stimmt doch, oder? Irgendwie schon und in seinen Kolumnen konnte ich das Nast auch immer gut abkaufen. Generation Beziehungsunfähig war – nach meiner Trennung von meinem Exfreund – wahrlich eine unterhaltsame Lektüre. Doch als Roman und in übertrieben langer Form ist Nasts Anschauung nur schwerlich zu verdauen.
Und so sieht man leider an #Egoland, dass Nast ein guter Kolumnist ist, aber an seinem Erzählen über mehr als 10 Seiten hinweg, noch arbeiten sollte oder sich weiterhin seinen kurzen Themen widmen sollte.
Profile Image for Anne.
Author 5 books14 followers
May 21, 2018
2,5/5*

#EGOLAND ist der Partygast mit dem ich endlose hitzige Diskussionen führe, den ich aber immer wieder in der Raucherküche stehen lasse, weil er mich deprimiert und mir die Party verdirbt.

Ich habe eine sehr gespaltene Meinung zu diesem Buch.
Ich mochte nicht, wie Berlin beschrieben wurde. Es wirkte als würde der Autor mit seinen Berlin Kenntnissen angeben wollen, ohne je ein wirkliches Bild von der Stadt zu zeichnen. Straßenname folgt nach Straßennahme, aber nie wird im Laufe der Straße beschieben wie sich die Umgebung langsam verändert.
Wie kann der Leser vom Soho House Torstraße 1 losgehen und an der U-Bahn Station Eberswalderstr. ankommen ohne die Veränderung der Umgebung zu bemerken?
Hier war ich sehr enttäuscht und bekam häufig das Gefühl als würde ich eine Landkarte lesen. (Wobei ich es unheimlich witzig - UND UNHEIMLICH - fand, wie der Autor immer zufällig genau gerade die Orte beschrieb, wo ich die letzten zwei Wochen war.)

Die Geschichte an sich hatte viel Potenzial und bis zum Ende (trotz kurzer Google Suche) bin ich mir unklar, ob es reine Fiktion ist oder tatsächlich auf wahre Begebenheiten beruht.
Das Buch ist wirklich bedrückend und vielleicht war ich einfach nicht in der richtigen Laune, um es zu lesen (So habe ich es auch nicht durchgehend lesen können und zwischen durch 2-4 andere Bücher begonnen und beendet). Nur über die Selbstironie des Autors konnte ich herzhaft lachen.

Man merkt, dass Nast aus der Werbung kommt, denn er hat ein Talent dazu seine Werke zu promoten. Trotzdem bin ich kein überzeugter Leser von ihm. Schon bei "Generation Beziehungsunfähig" fühlte ich mich als wäre ich auf die Werbung hereingefallen, weil der Inhalt nicht dem Titel entsprach.
Oft fühle ich mich beim Lesen so, als würde Nast versuchen mir seine Ansichten aufzudrängen und nicht selten habe ich "Schwachsinn" an die Seitenränder geschrieben.
Profile Image for Lolyed.
38 reviews
May 16, 2018
Wer anderen eine Grube gräbt
Dieses Buch wurde zwar von Michael Nast geschrieben, jedoch kommt bereits im Prolog heraus dass es auf den Ideen und Recherchen von Andreas Landwehr basiert. Dieser lernt eines Abends in einer Bar Christoph kennen, der mit seinem Leben unzufrieden ist. Nach einer durchzechten Nacht bleiben die Beiden in Kontakt. Bereits hier merkt Andreas wie sehr er durch seine Worte Christoph und andere Menschen beeinflussen kann. Jedoch erst nachdem Christoph, der in einer Beziehung mit Julia ist auf einer Party Leonie kennen lernt (Exfreundin von Andreas). Entscheidet Andreas ein perfides Spiel mit den Dreien zu spielen um zu schauen wie weit er ihre Leben beeinflussen kann.
Das Buch hat in mir eine Art Hassliebe ausgelöst. Oftmals reagiert man mit Antipathie manchen Figuren gegenüber. Besonders Andreas. Jedoch ist es auch auf eine erschreckende Art und Weise ein Spiegel der heutigen Kommunikation und der Gleichgültigkeit bzw. Leugnung der Realität. Ich kann nicht sagen dass das Buch einem Spaß macht zu lesen, jedoch glaube ich auch nicht dass der Autor dies bezwecken will. Interessant finde ich wie der Autor selbstkritisch mit seiner Darstellung der Geschichte umgeht, welche nie den tatsächlichen Geschehnissen entsprechen kann, da er sie immer verfälscht. Genauso gut finde ich das Nast sich getraut hat an einigen Stellen aus der Erzählung Andreas herauszutreten und über seine eigenen Gedanken und Empfindungen zu reflektieren.
Das Buch gibt einem viel zum Nachdenken über die Entwicklung unserer Gesellschaft. Und vor Allem ob man das Buch nun gemacht hat oder nicht. Es ist garantiert nicht für jeden was, jedoch kann es einige verlorene Seelen vielleicht helfen.
Profile Image for Margarethe.
572 reviews
May 27, 2018
Dieses Buch war kein Lesevergnügen. Ich hatte von Anfang an Schwierigkeiten mit dem Konstrukt, dass der Autor ein Buch von jemanden schreibt, der Selbstmord begangen hat. Einem ehemaligen Freund, den er aus den Augen verloren hat und die gegenseitigen Sympathien verloren gegangen sind und doch wird Nast von den Eltern gebeten das Skript zu Ende zu schreiben.
Der Ur-Autor wird nicht sympathisch geschrieben auch die anderen Charakteren sind so langweilig oberflächlich egoistisch und substanzlos, das man immer wieder nur jammern kann - Armes Berlin, was hast du für Zuwanderer oder auch Einheimische. Es mag das Leben der derzeitig 30jährigen sein, aber ich kann es mir nicht vorstellen, dass alles so plump lieb und leblos gelebt wird.Der Ur-Autor Andreas Landwehr hat keine Ideen mehr und kommt dann doch auf eine: Er manipuliert das Leben anderer um eine Geschichte zu initiieren, die er aufschreiben kann. Was evtl. an Kritik an der immer egoistischer und narzisstischer werdenden Zeit gedacht war findet bei mir keinen Nährboden. Es gibt Gedanken, die einen aufmerken lassen, die man zuende denken will, aber in der Geschichte versandet alles. Dass das Buch zum Ende noch mal warm läuft tröstet nicht darüber hinweg.
200 reviews
April 15, 2018
unsere Gesellschaft

Inhalt Das Buch handelt von Obsessionen und Missverständnissen, von falsch verstandener Liebe und Entwurzelung, von Selbstentfremdung und der Sinnsuche in unserer narzisstischen Konsumgesellschaft. Von der großen Sehnsucht, ein ganz neues Leben auszuprobieren und dabei sein altes hinter sich lassen zu können.
#EGOLAND ist eine Reise in die Psyche unserer Gesellschaft, in der das Ego alles bestimmt. Nast beschreibt, was neue Technologien, verändertes Kommunikationsverhalten und Selbstinszenierung mit der Generation machen, die sich alles offen hält.

Fazit:

interessantes Thema - aber mich konnte das Buch nicht ganz erreichen. Ich wurde einfach nicht warm mit der Geschichte. Die Geschehnisse haben mich nicht berührt/erreicht, und die Spannung kam nicht ganz an.
31 reviews
July 3, 2018
Michael Nast bekommt die Aufgabe, ein unvollendetes Manuskript des fiktiven ( nach eigenen Angaben existierenden, aber namentlich veränderten) Andreas Landwehr zu schreiben bzw. zu beenden, der ihn in seinem Nachlass dazu benannt hat.

Landwehr hat einen Suizid begangen und Nast taucht in die Welt seines früheren Bekannten ein und entdeckt ein Werk aus Manipulationen, Narzissmus und dem egoistischen Selbstdarstellen und - Erhöhung der eigenen Person als Universalkunstwerk in der digitalen Gesellschaft. Illusionen, falsche Wege, Ängste vor dem selbst, vor eigenen Zielen und Bedürfnissen, die alle hinter einer Fassade der Instagram- Glückseligkeiten zurückbleiben. Wie nannte es eine Person im Buch. Wenn Du keinen Instagram Account hast, existierst Du nicht.
Nast greift in seinem Buch die bröckelnde Identität einer Generation auf, die sich verloren hat und die ihre Mängel in Selbstdarstellung und - optimierung überpoliert, bis sie in der Unendlichkeit der Gleichheit auf einen Nenner im digitalen Logarithmus gebracht werden.
Dabei werden nicht die Medien verteufelt, sondern die Abhängigkeiten , die sich daraus ergeben. Die Unfähigkeit sich einem Menschen wirklich öffnen zu wollen und hinter die Fassade zu blicken.
Ein Buch voller Dramatik und außergewöhnlichen Protagonisten, die alle irgendwie Lost sind und sich voller Angst in der Ambivalenz aus Nähe, Distanz uns einen gesellschaftlichen Spiegel vorhalten.
Dieses Buch wird nicht jedem gefallen, zu sehr denken wir dabei an eigene Fassaden und Mauern, die uns zu einem Teil des Egolandes machen.
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