Ruim 22 jaar werkte Asta voor internationale hulporganisaties, nu is ze gestrand op het vliegveld van München. Er is wel een verleden, maar geen toekomst. Ze hoeft niet meer terug te keren naar Nicaragua, waar ze in het ziekenhuis werkzaam was, en weet niet waar ze naartoe kan. Asta staat bij de draaideur te roken. Haar hele leven was ze alleen gelukkig wanneer ze nodig was, maar wie heeft haar nu nog nodig? Asta maakt de balans op van haar leven, waarbij ze zich de mensen die ze ooit kende en de avonturen die ze beleefde in herinnering brengt. Met iedere sigaret graaft ze dieper in haar verleden en biedt ze de lezer een buitengewoon actuele en belangwekkende blik in de wereld van de internationale hulpverlening en de daarmee gepaard gaande risico’s.
Met humor en precisie laat Katja Lange-Müller zien hoe herinneringen de werkelijkheid kunnen kleuren, waarbij ze existentiële vraagstukken niet schuwt.
Ein Roman soll dieses Buch sein, doch auf mich wirkte 'Drehtür' eher wie ein Erzählband. Zusammengehalten werden die etwas mehr als 200 Seiten durch Asta, die nach vielen Jahrzehnten im Ausland als Krankenschwester wieder in ihre Heimat zurückgekehrt ist. Am Münchner Franz-Josef-Strauß-Flughafen gelandet, gönnt sie sich eine Atempause an einer Drehtür, wo sie sich ihrer Nikotinsucht hingeben kann. Dabei beobachtet sie die sie umgebenden Menschen, von denen manche sie an frühere Bekannte, KollegInnen oder FreundInnen erinnert - oder sind es sie vielleicht sogar? Doch immer wieder verliert sie die Personen aus ihrem Blickfeld, jemand Anderes taucht auf - und eine neue Erinnerung bahnt sich ihren Weg in Astas Gedächtnis, um danach wieder zu verschwinden. Wie die Menschen, die durch die Drehtür gehen. Mir kamen diese Rückblicke, die sehr detailliert geschildert werden, recht wahllos vor. Es geht unter anderem um eine Kollegin, die wiederum den Werdegang einer Möchtegern-Revolutionärin erzählt; ein Aufenthalt in New York, bei dem ein Film das eigentliche Ereignis war; ein Urlaubsaufenthalt mit einem Ex-Freund; eine Begegnung mit einem Nordkoreaner, die vielleicht der Auslöser für ihr eventuelles Helfersyndrom war; ihre einzige wahre Liebe. Es sind mindestens zehn, wenn nicht mehr Geschichten, die häufig wiederum den Rahmen für eine weitere Erzählung bilden. Meist sind es eher alltägliche Begebenheiten, die durch eine bestimmte Wendung zu etwas Außergewöhnlichem werden. Dazwischen hängt Asta ihren eigenen Gedanken nach, beispielsweise über das Helfen an sich oder über die Bedeutung einzelner Worte ihrer Muttersprache, die sie so lange nicht genutzt hat. Es macht Freude, Katja Lange-Müllers Sprache zu folgen, beinahe mehr als dem Roman (der nach meinem Dafürhalten keiner ist). Denn wie sie die Vielfältigkeit der Worte nutzt und mich beim Lesen immer wieder darüber zum Staunen brachte - das ist wirklich beeindruckend. Nur ein kleines Beispiel: "... wirkte Georg, als ob er den Ostler, der er ja war, nur spiele. - Das ist eine Rolle, dachte ich. Aber wickelt er sich in sie hinein oder aus ihr heraus?" Wäre das Ganze jetzt noch ein 'richtiger' Roman; eine Geschichte in der man die Entwicklung einer oder mehrerer Personen mitverfolgen kann - ich wäre sicherlich hin und weg gewesen. So aber wird mir vermutlich nur die wirklich gute Sprache der Autorin in Erinnerung bleiben - der Rest eher nicht.
Terminal – oder: der Weg zur Hölle ist mit guten Vorsätzen gepflastert
Eine Frau steht außen vor einer wenig frequentierten Drehtür des Flughafens in München und raucht. Die Frau ist Asta Arnold, ihr Gepäck ist verloren. Der Leser nimmt teil an ihren Gedanken.
Davor gibt es kurze Gedanken über den Weg dorthin – danach, ebenso kurz, über den Weg wieder hinein, Terminal. Ja, das ist gerade etwas, was eine Art Hommage sein soll daran, wie die Autorin ihre Hauptfigur durch Wortspiele driften lässt – im Sinne freier Assoziationen, zum Beispiel, Blitzgewitter Blitzartig artiger Blitz. Es passiert – nichts.
Asta sinniert über ihr Leben nach, erinnert sich an Stationen – sie ist ausgebildete Krankenschwester, 65 Jahre alt, tätig gewesen für internationale Hilfsorganisationen an den verschiedensten Orten der Welt. Auch darüber sinniert sie, sucht den Sinn „Helfen ist geil und macht geil: machtgeil.“ S. 37 Sonst sind viele, sehr viele Sätze lang, komplex, verlieren sich fast: „Einen wundervoll roten Schopf hatte sie, feine helle Porzellanhaut und flaschenglasgrüne Augen, was allerdings, ihre Mutter muss eine Ignorantin gewesen sein oder Carmen als Neugeborenes komplett kahl, nun gar nicht zu diesem feurigen Rufnamen passte – und mir neidischem Trampel Anlass zum Spott gab, wenigstens zu diesem.“ S. 17 Diese Sätze machen Astas Gedankenwelt (be)greifbar. Weiter im Sinne der freien Assoziation nimmt Asta Blickkontakt auf, erinnert sich anhand derer, die sie sieht, an Menschen aus ihrem Leben – oder sind es gar diese selbst? Projektionen? Ihre Gesundheit? Vergessen, wie so manches?
Blickkontakt, dabei bleibt es, etwas zu sagen fällt ihr immer schwerer. „Kaum verliebt, das war ich öfter gewesen.“ S. 138 Asta geht lieber weg. Auch das eine, das erste Mal, das das letzte ist, woran sie den Leser teilnehmen lässt.
Ich mag kaum wieder aus dieser Betrachtung hervortreten, die sich fast zwingend dem Stil des Buches unterordnet, dennoch: Der Schreibstil ist wunderschön. Die Sprache grandios. Nichts zu viel. Selbst die kleinen Drehtürsymbole, verstreut über den Text, sind punktgenau gesetzt, leiten jeweils Übergänge ein; ich lade zum Nachspüren ein. Dennoch. Mir fehlt etwas mehr an Handlung, Handeln, nicht nur abgehandelt werden, Behandelnden zusehen.
Wenn man meine Rezensionen verfolgt, wird man sehen, dass nach Kumpfmüllers Abgesang auf den Mann dieses Buch chronologisch gelesen folgt, der Abgesang auf eine Frau. Während Kumpfmüllers Georg zumindest familiäres Kinderglück schaffte, ist Lange-Müllers Asta über Affairen nicht hinausgekommen. Asta erzählt in einem Rückblick von den Begegnungen in ihrem Leben und diese kurzen Vignetten über unterschiedliche Typen in unterschiedlichen Ländern machen den Roman aus. Mich hats nicht überzeugt. Übrigens sind sowohl Kumpfmüller als auch Müller-Lange für den Buchpreis nominiert, letztere mit der Drehtür auch Buch des Monats des SDR. Versteh ich alles nicht.
Manchmal, Romane die von vielen verschiedenen Geschichten gemachten sind, kann sehr fragmentiert erscheinen, aber dieses Mal dieses war in Ordnung, plus, und ich schätze die Art und Weise wie die Autorin die Klischees behandelt.
A volte i romanzi "fatti di un sacco di storie diverse" pussono sembrare molto frammentati, ma questa volta no e ho davvero apprezzato il modo in cui l'autrice gestisce gli stereotipi.
Ein sehr interessantes Buch, das die Frage stellt: "Was bleibt am Ende übrig von einem Leben der Aufoperung?". Oder allgemein vom Leben? Es geht um eine Krankenschwester, die von ihren Kollegen ein One-Way-Ticket nach Deutschland zurück bekommen hat, damit sie ja nicht mehr im Ausland bei gemeinnützigen Organisationen helfen kann. Angeblich sei ihre Arbeit schlampig. Die Krankenschwester kommt am Flughafen in München an und weiß nichts mit sich anzufangen. Was soll sie nun tun? Sie hat keine Kinder, keinen Mann, keine Familie - und nun auch keinen Job mehr. Und so bleibt sie bei der Drehtür am Flughafen stehen, beobachtet die Menschen um sich herum, kettenrauchend, und erinnert sich an ihr Leben und bestimmte, richtungsweisende Episoden daraus, zurück.
Die einzelnen Rückblenden haben was von Kurzgeschichten, kleine Vignetten, die mir sehr gut gefallen haben. Jede hatte ihre ganz eigene Stimmung. Die Sprache in diesem eher kurzen Buch ist stellenweise anspruchsvoll - und gerade zu Beginn auch anstrengend, meiner Meinung nach. Da die Krankenschwester lange kein Deutsch mehr gehört hat, lässt sie sich bestimmte Wörter und Redewendungen gedanklich auf der Zunge zergehen. Mich hat das echt genervt, aber nachvollziehbar ist es schon - und im Laufe des Tages wird dieses Verhalten immer seltener.
A nurse who has been working in development aid programs abroad throughout most of her professional life, returns rather involuntarily to Germany when she has reached retirement age and her colleagues bought a one-way plane ticket for her. This sounds a bit unlikely, like quite a few other details in the book... (And some details are plainly wrong: There are no long-distance trains directly operating from Munich airport, you would have to take a local train to Munich main station first.) It's also not clear why the protagonist is so extremely listless, just standing outside the airport and smoking even though some practical yet very simple problems (food and drink, toilet, getting cash) do pop up in her head from time to time. While chain-smoking and observing people, she gets lost in memories of people that she has encountered in the past. The little stories that unfold are usually rather common-place, but nicely described. In between these memories there are some reflections about the nature of helping and the helping professions, like nursing. Overall it's a well-written, but very loosely composed book.
Kettingrokende verpleegster (65) heeft een leven lang in het buitenland (o.a. Nacaragua) gewerkt en is tegen haar zin enkele reis met pensioen gestuurd. Op het vliegveld van München aangekomen draalt ze bij een draaideur en herkent in passanten personen uit haar verleden. Ongelukkige liefdes en gedoe in onder meer Calcutta, Tunesië, Oostenrijk en New York. Aardig, maar niet met dan dat, want te uitvoerig verteld. Wat Astra er uiteindelijk van heeft opgestoken blijft onduidelijk.
It is an autobiographical story that writer's journey to herself. We are in Berlin during the cold war. It mentioned Berlin Wall, AIDS, Kapitalism and Communism. I was very exited it was my childhood, too. But I have to say the book make me disappointed. We can't see clearly those two world. Maybe I hoped to many things.
LANGE-MÜLLER, Katja: „Drehtür“, Köln 2016 Der Roman setzt sich aus vielen Einzelgeschichten zusammen. Die Klammer ist eine Frau, die diese Erlebnisse erzählt und zu einer Gesamtstory verknüpft. Letztlich bleibt es aber eine Sammlung von einzelnen Geschichten, die sich wie die Akte eines Theaterstücks aneinander reihen. Der Bühnenvorhang ist die Drehtür zu einem Flughafengebäude, wo die „Storyfrau“ eine Zigarette nach der anderen raucht und Personen sieht, die sie an solche aus ihrer Vergangenheit erinnert. • So erzählt sie von einem Bruder ihrer Freundin, mit dem sie in einem Kino in New York war. Der Hauptdarsteller dieses Films erinnert sie an einen Mann, der wütend aus dem Flughafengebäude stürmt. • Ihre Geschichten führen an verschiedenste Orte dieser Welt. So erzählt eine aus Hammamet in Tunesien, wo sie mit einem Freund war und kleine Katzen rettete, aber den Freund verlor. • Nach Kalkutta in Indien kommt sie auf Einladung einer Schriftstellerkollegin. • In Ulan Bator beschreibt sie eine italienisch sprechende Krankenschwesterkollegin, die einst eine Nonne war. Interessant auch die Wortspiele, die sie verwendet. Viele deutsche Worte hinterfragt sie nach dem Sinn. „Krankenschwester, das Wort rührt von den Krankenschwestern her, die ja generell Nonnen, also Ordensschwestern gewesen waren …“ (Seite 102) Immer wieder kommt es zu solchen „Wortspielen“. Die Proponentin – sie heißt Asta - kam aus Lateinamerika, wo sie als Krankenschwester gearbeitet hat in ihrer Heimat nach Deutschland zurück. Am Weg ging ihr Koffer verloren und sie wartet jetzt hier dass er nachkommt. Am Ende beschreibt sie sich in Gedanken ihr zukünftiges Leben als pensionierte Krankenschwester. Diese Zukunft erlebt sie aber nicht mehr, weil sie während all der Wartezeit Nichts gegessen und getrunken hat, stirbt sie letztlich in einer Flughafentoilette.
Ein interessantes Büchlein, das mit vielen Assoziationen und Vergleichen daherkommt. Die Drehtür als Eingangstor der Gedankenschweifigkeiten fand ich sehr interessant, auch wenn einzelne Episoden ein bisschen zu detailverliebt waren. Da hätte ich mir mehr Informationen zu der ehemaligen Krankenschwester erhofft. Vor allem ihr unfreiwilliger Abgang aus der Hilfsbranche fand ich sehr irritierend. Aber alles in allem ein sehr schönes Pendler-Buch.