''Jaspals Bounty Service''. Verlässlich, diskret und erfahren. Zumindest preist Chefin Jaspal das an, obwohl das Unternehmen mehr Anekdoten als Erfolge aufzuweisen hat. Daran ist Don Sullivan nicht ganz unschuldig, seines Zeichens unwiderstehlichster Kettenraucher des Westens, selbsternannter Frauenversteher und Revolverheld der Extraklasse. Richtig auf die Probe gestellt wird er, als eines Tages ein ganz besonderer Kunde bei ihm aufschlägt. Der übernatürliche dunkle Reiter gibt Don Sullivan einen Steckbrief. Erst denkt Sullivan, das Gebiet der gefährlichen menschenfeindlichen Kreaturen sei das Schlimmste, durch das ihn sein Auftrag führen würde, doch schnell wird für ihn und seine Freunde klar, dass mit der Geschichte etwas nicht stimmt. Während ihrer unfreiwilligen Reise durch das Land und weit über den Westen hinaus, entpuppt sich die Sache bald als gefährliches Spiel des Teufels um einen fragwürdigen Preis.
Das Buch bedient ein Setting, das man in der High Fantasy selten findet und allein das macht es schon lesenswert. Ansonsten sehe ich ein paar Kinderkrankheiten, die man wohl noch hätte ausbügeln sollen. Das ist schade. Insgesamt aber kein schlechtes Buch.
Schreibstil:
Das Buch ist weitgehend aus der Ich-Perspektive in einem humorvoll-ironischen Ton geschrieben. Dadurch entsteht eine eigene Erzählstimme, was in vielen anderen Büchern nicht gelingt und deswegen auf jeden Fall positiv auffällt. Leider liest sich der Text insgesamt aber nicht ganz glatt. Es gibt manchmal Satzanschlussfehler bzw. nicht ganz klare Bezüge (eigentlich sollte das Lektorat ja auf so etwas schauen). Dadurch fehlt die Präzision und es kommt auch zu Verwirrung. Zudem fehlen mir auch die besonderen Bilder. Manchmal werden Ereignisse auch zusammengefasst, also nicht szenisch dargestellt, was ich immer etwas ungeschickt finde (da würde man manchmal besser damit fahren, manches einfach wegzulassen). Unnötige Längen gab es ansonsten aber immerhin nicht. Zusätzlich haben sich Fehler eingeschlichen. Dazu gehört auch, dass viel zu oft „-“ anstelle von „–“ verwendet wird oder mal ein Leerzeichen zu viel bzw. zu wenig gesetzt ist. So etwas (man möge mich kleinlich nennen) stört mich. Insgesamt sehe ich hier also Potenzial mit Luft nach oben. Ich schwanke zwischen 3,5 und 4 Sternen, gebe für die Erzählstimme und die gelegentlichen Selbstreferenzen aber mal wohlwollend die 4.
4 Sterne
Charaktere:
Die Figuren (vor allem der Protagonist) haben ihr Eigenheiten, was es einfach macht, ihnen durch die Handlung zu folgen. Mir fehlt hier allerdings ein wenig der Tiefgang, der wirklich komplexe Charaktere ausmacht.
4,5 Sterne
Handlung und Struktur:
Dass sich das Buch nicht ganz flüssig liest, hat vielleicht mit dem Schreibstil zu tun. Doch auch abgesehen davon hat mir manchmal einfach der Zug gefehlt. Ich habe überlegt, woran es lag. Ich denke, der Anfangskonflikt ist recht simpel und lässt zu wenige Fragen offen bzw. solche, die nicht interessant genug sind. Es führt eines zum anderen, aber mir fehlt irgendwie die übergreifende Spannung. Das heißt nicht, dass es zu langweilig gewesen wäre, aber eben auch nicht so, dass ich immer unbedingt weiterlesen wollte.
4 Sterne
Tiefgang:
Hier hätte der Roman ruhig mehr liefern dürfen. Der Grundton ist heiter-ironisch und bei dieser Leichtigkeit bleibt es auch. Das Buch möchte wohl in erster Linie unterhalten und nicht gesellschaftliche Diskurse problematisieren. Dennoch liefern vergleichbare Bücher da oft mehr, wenn sie Konflikte zwischen den Figuren entwickeln. Da es hier aber eher um eine Art Schnitzeljagd geht, ist wenig Raum für tiefere Ebenen.
2 Sterne
Worldbuilding:
„Don Sullivan“ spielt in einem Westernsetting. Da ein solches selten für High-Fantasy-Roman genutzt wird, ist das auf jeden Fall positiv. Insgesamt funktioniert es auch. Es gibt an manchen Stellen englische Begriffe, was mich in fiktiven Welten normalerweise stört, hier passt es aber in den Kontext. Manchmal hätte ich mir noch mehr Ungewöhnliches gewünscht, aber dennoch muss man festhalten, dass das Buch mit einem solchen Setting durchaus heraussticht, daher gibt es von mir 5 Sterne.
5 Sterne
Das Buch hat einige Stärken, dazu gehören der Humor und das Setting. Es lädt dazu ein, es locker wegzulesen – diesem Vorhaben hat der Schreibstil aber manchmal den Riegel vorgeschoben und auch der Spannungsbogen hätte straffer sein können.
Der Einstieg ist mir ziemlich schwer gefallen. Ich fand den ersten Monolog Sullivans sprachlich sehr anstrengend. Zu viele Einschübe, Halbsätze und flapsige Sprüche. Das beruhigt sich aber nach ein paar Kapiteln, spätestens nach dem ersten Wechsel der Erzählperspektive.
Die Welt fand ich gut beschrieben und weitgehend nachvollziehbar. Die meisten Locations kann man sich gut und bildhaft vorstellen.
Bei den Charakteren war das nur teilwesie so. Da hatte ich streckenweise Schwierigkeiten, mir die Figuren vorzustellen, oder auch nur auseinanderzuhalten, wer wer ist. Insebesondere bei Dialogen war mir manchmal nicht ganz klar, wer gerade spricht. Ich hatte öfter bei Dialogen das Problem, dass sich die Figuren im Buch mit irgendwelchen Andeutungen oder Halbsätzen verstehen, die ich selber dann aber nicht gerafft habe. Kann aber sein, dass das an mir lag...
Ich hatte auch ein paar mal das Problem, dass ich die Handlung nicht gerafft habe, und ein paar Stellen mehrfach nachlesen mußte.
Insgesamt fand ich das Buch unterhaltsam und meistens spannend, habe aber das Gefühl, den Hauptplot nicht wirklich verstanden zu haben. Also...epischer Widerstreit, schon klar. Aber warum? Und warum so? Aber gut...das liegt vielleicht am unvollkommenen Erzähler. Die Protagonisten raffen es an ein paar Stellen ja selber auch nicht.
Was mich tatsächlich etwas gestört hat, waren ein paar eher moderne Referenzen/metaphern. Das hat mir irgendwie die vierte Wand zu sehr durchbrochen. Die sind zwar stellenweise witzig, erscheinen mir aber vom Ich-Erzähler in einer phantastischen Welt eher unpassend.
Der Text enthält auch relativ viele Lektoratsfehler.
''Jaspals Bounty Service''. Hört sich gut an. Westerngeschichte, die brutal, blutrünstig und voller Sarkasmus ist. Das war mein Gedanke nach der ersten Seite. Ich war einfach begeistert von der Geschichte. Jedoch dann wurde mir die Spannung genommen, das hat sich die Geschichte verändert und irgendwie habe mich immer weiter gequält. Spannend, langweilig, spannend und dann kam irgendwie Themen dazu, die ich nicht richtig zu orten konnte und dadurch hat sich für mich der roten Faden verloren und hatte keine Lust mehr darauf, das Buch zu lesen. Also habe ich es auf Seite 243 abgebrochen. Es fing so gut an und wollte es auch weiterlesen. Doch die Passaschen, die langweilig und trocken waren, wurden immer häufiger. Außerdem hatte ich dann langsam das Problem, die Charakter nicht mehr auseinanderhalten zu können.