Der zweite Fall für den Polizeiseelsorger Martin Bauer, der eigene Wege geht und alles riskiert
Polizeiseelsorger Martin Bauer ist auf alles vorbereitet, als er zu dem Einsatz in einem stillgelegten Bergwerk eilt. Dort wurde eine Leiche gefunden, übergossen mit Honig. Bei Ihrem Anblick ist Bauers Amtskollege, Polizeidekan Rüdiger Vaals, der die Beamten vor Ort betreuen sollte, mit einem Herzinfarkt zusammengebrochen. Darauf war Bauer nicht gefasst. Hat der Tote im Bergwerk etwas mit Vaals' Vergangenheit zu tun? Bauers Suche nach der Wahrheit führt ihn zu einem sterbenden Mann und tausend Meter unter die Erde...
"Ein spannender Krimi, der lange nachwirkt – von mir eine klare Empfehlung! Ich freue mich schon sehr auf den zweiten Fall für Martin Bauer." Nele Neuhaus
Den ersten Band der „Martin Bauer“-Reihe „Glaube Liebe Tod“ fand ich unglaublich spannend und mitreißend. Ich hätte mir niemals vorstellen können, dass ein Polizeipfarrer als Protagonist so bei mir einschlagen würde. Aber das hat er definitiv getan, so dass ich mich sofort auf den neuen Band "Tiefer denn die Hölle" gestürzt habe. Denn nicht nur Martin Bauer hat mir gefallen, sondern auch die actionreiche und spektakuläre Erzählung der beiden Drehbuchautoren Peter Gallert und Jörg Reiter.
Die Handlung an sich ist auch in "Tiefer denn die Hölle" gelungen. Anfangs konnte ich mir überhaupt nichts unter dem Titel vorstellen, aber nach den ersten Kapiteln hat es relativ schnell klick gemacht. Den Fall fand ich in jedem Fall sehr interessant und besonders, auch wenn ich normalerweise mit Grube, Zeche und Bergwerk nicht besonders viel am Hut habe. Vielleicht hat es mir auch deswegen so gut gefallen. Es war eben mal was anderes und was neues für mich. Die Ermittlungen rund um die Honigleiche und das Verschwinden des Monsignores sind sehr weitschweifend und die losen Fäden der beiden Vorfälle fügen sich im Laufe des Buches immer mehr und mehr zusammen. Die Höhen und Tiefen haben das Autorenduo auf jeden Fall sehr gut darstellen können. Die verschiedenen Spannungsbögen und Wendungen haben mir stellenweise wirklich eine Gänsehaut bereitet und mich durchgängig unterhalten können.
Martin Bauer hat mir auch dieses Mal wieder ausgesprochen gut gefallen. Auch wenn seine privaten Probleme immer mal wieder angeschnitten werden und sich dort alles einfach nur im Kreis dreht, fand ich das als Abwechslung zum Fall doch interessant. Und auch sein Einsatz für den Monsignore, bei den Ermittlungen und bei der Suche nach der Vergangenheit haben ihn mir nur tiefgründiger erscheinen lassen. Allerdings hätte ich mir mehr Interaktion mit Verena Dohr, der Hauptkommissarin, gewünscht. Die beiden schleichen während des Falls eigentlich mehr umeinander herum, als wirklich miteinander zu ermitteln und sich zu unterstützen. Das fand ich ein bisschen schade, vor allem weil sich die beiden gut miteinander verstehen und meiner Meinung nach ein tolles Team abgeben. Beide Protagonisten sind sympathisch und kompetent ausgearbeitet, wirken durch ihre privaten Probleme menschlich und durch ihren Anteil an den Ermittlungen professionell. Für mich war das eine gute Mischung, die ich bereits im ersten Band bewundern konnte.
Kritisieren muss ich an diesem Buch allerdings die Dynamik. Aus dem ersten Band kenne ich die Schilderungen sehr temporeich und rasant, ein Spannungsmoment und eine Wendung nach der anderen. Dies führte bei „Glaube Liebe Tod“ dazu, dass die Spannung und die Abwechslung relativ hochgehalten wurde. Dieses Mal, in "Tiefer denn die Hölle", wurde der Plot meiner Meinung nach viel ruhiger und gemächlicher erzählt. Das macht das Buch zwar bei weitem nicht zu einem schlechten Thriller oder zu einer wenigen fesselnden Geschichte – etwas anderes erwartet hatte ich aber trotzdem und deswegen hat mich die ruhigere Erzählung ein bisschen gestört. Mir persönlich haben einfach die typischen Drehbuch-Momente gefehlt, die ich im ersten Band so gelobt habe.
Gefreut habe ich mich über das Ende. Obwohl „gefreut“ vielleicht auch der falsche Begriff ist. Auf jeden Fall fand ich es sehr stark von den Autoren, die Geschichte so enden zu lassen, denn wirklich befriedigend war das nicht. Es ist ausgesprochen schwer, darauf jetzt genauer einzugehen, schließlich ist das Ende ja immer ein wichtiger Faktor, aber es war nicht wirklich Friede, Freude, Eierkuchen. Ich habe das Buch zugeklappt und dachte nur: Es ist nicht unbedingt befriedigend, aber das Leben ist nun mal manchmal so. Man bekommt nicht immer, was man möchte, es werden nicht immer die Richtigen in der richtigen Art und Weise bestraft. Der Fall wurde einfach nicht zufriedenstellend gelöst, was aber auf keinen Fall an den Autoren lag, sondern daran, wie das Leben eben manchmal so spielt. Wenn ihr das Buch lest, werdet ihr wissen, was ich damit meine.
Fazit "Tiefer denn die Hölle" kommt meiner Meinung nach, was die Spannungsmomente und die actionreiche Schilderung betrifft, nicht an den Vorgängerband heran. Ich hätte mir mehr Power gewünscht. Trotzdem ist dieses Buch ein toller und besonderer Thriller, der mit einigen Überraschungen glänzt und als ein unterhaltsames Gesamtwerk angesehen werden kann, denn der Fall ist in jedem Fall spannend, mitreißend und außergewöhnlich. Mich hat es überzeugen können.
Wieder eine spannende Reise durch das Ruhrgebiet und menschliche Abgründe.
Martin Bauer ist eine Figur, die mich nicht loslässt - ich hoffe auf ein Wiedersehen mit ihm, seine Reaktionen auf die Menschen zu beobachten gefällt mir.
Die Infos, die sich um das Ruhrgebiet ranken, sind super in die Story eingepasst - Ich konnte das Buch nicht aus der Hand legen.
Der evangelische Polizeipfarrer Martin Bauer hatte sich etwas zu stark in die Polizeiarbeit eingemischt, mit Folgen (siehe Band 1). Jetzt will er den Ball flach halten, vor allem auch wegen seiner schwangeren Frau. Sein katholischer Amtskollege Monsignore Vaals entlastet ihn. Also ist auch Vaals derjenige, der gerufen wird, als ein Polizist mit Platzangst zu kämpfen hat, unter Tage bei einem frischen Leichenfund. Doch der Seelsorger bekommt beim Anblick der Leiche einen Herzinfarkt, und Bauer springt ein. Doch wessen hält sich Vaals für schuldig? Was war für fünfzehn Jahren, wer ist Josef Hartwig?
Bauer ermittelt in Vaals Vergangenheit. Gleichzeit kümmert sich Verena Dohr, die Leiterin des KK11, um die gefundene Leiche, die mit Honig übergossen war, nackt bis auf eine Socke, post mortem mit Schnitten versehen. Sie hat eigentlich gerade genug eigene Probleme, seit sie ihren koksenden Lebensgefährten Elmar in eine Suchtklinik genötigt hat, dazu ist nicht jeder Mitarbeiter auf ihrer Seite.
Die Spuren führen fünfzehn Jahre zurück, zu einem Jungen, dessen Mutter verschwand, und zu einer Frau, die ins Wasser gegangen war. Gibt es hier Zusammenhänge?
Och neee – schon wieder ein Buch, in dem ein mysteriöser und finsterer „ER“ die Chance erhält, seine Sicht der Dinge dem Leser nahezubringen. Mag ich nicht, ist mir zu gewollt und zu sehr Modeerscheinung. Dafür gefällt mir, wie es dem Autoren-Duo gelingt, mich auf einige falsche Fährten zu führen. Ich war völlig in der falschen Richtung unterwegs, und dazu gibt es ja noch eine weiter – Mist, das würde jetzt ein Spoiler. So einfach ist es nämlich nicht. Ich hatte mich immer gefragt, wie man das zu Zweit mit der Abstimmung beim Schreiben hinbekommt; hier hatte ich das Gefühl, die Sicht von Bauer bzw. Verena Dohr habe vermutlich jeweils ein Autor bearbeitet – so sehr empfand ich die Wechsel als von einer sehr eigenen Stimme gekennzeichnet. Was ich gar nicht mochte: einen Spruch in einem „Dohr-Kapitel“: „Dohr war weder getauft noch einem Kommunions- oder Konfirmationslehrer zur Indoktrination überlassen worden.“ Indoktrination? Wann hat das begonnen, dass sich über das Christentum so extrem herablassend und herabwürdigend geäußert wird in Büchern – und, vor allem in einem Buch mit einem Pfarrer als einer von zwei Hauptpersonen irgendwie widersinning. Und: ja, ich bin Christin. Ich mag so etwas aber über keine Religion, außer über Extremismus jeglicher Art.
Dazu ist dieses ein weiteres Buch mit einem einleitenden Kapitel, das arg viel verrät… ich hoffe fast, sowas schreiben die, die auch die Klappentexte verbrechen, so sinnlos sind beide (dann bleibt's bei meinem Feindbild und ich muss nicht auf die Autoren böse sein). Bitte, liebe Verlage, stoppt diese Macke. Top war, wie das verwoben ist, und sehr sehr spannend, mit mir hier zu viel „völlig gestört“. Insgesamt werde ich trotzdem Teil 3 lesen und dann entscheiden, ob ich bei der Reihe bleibe oder nicht. Im Moment mag ich die Reihe um Brandt und Erbay lieber.
Eigentlich hat Martin Bauer frei, denn Monsignore Vaals hat die Bereitschaft als Polizeiseelsorger übernommen. Doch der schreckliche Anblick des Toten in einem verlassenen Bergwerksstollen tief unter der Erde verstört Vaals so, dass er einen schweren Herzinfarkt erleidet. Der dazugerufene Martin Bauer begleitet seinen Seelsorger-Kollegen ins Krankenhaus und erlebt einen Vaals, der voller Panik um sein Seelenheil fürchtet. Während Vaals um sein Leben kämpft, macht sich Hauptkommissarin Verena Dohr daran, den Mordfall im Bergwerk aufzuklären und Martin Bauer versucht herauszufinden, was Vaals Seele so belastet.
So fand ich's:
Martin Bauer und Verena Dohr arbeiten an verschiedenen Aspekten des Leichenfundes im Bergwerksstollen. Martin Bauer möchte herausfinden, was Monsignore Vaals so ängstigt und stößt dabei auf Dinge aus Vaals Vergangenheit, die er über seinen sanften, gütigen Kollegen nicht wusste und kaum glauben kann. Wie man aus Band 1 "Glaube Liebe Tod" schon weiß, hält sich Bauer nicht nur an seine eigentliche Aufgabe der Seelsorge, sondern überschreitet in dem Versuch, sich alle Zusammenhänge zu erschließen, auch öfter mal seine Kompetenzen. Verena Dohr will in erster Linie den Mord aufklären, auch wenn ihr Vaals natürlich nicht gleichgültig ist. Da beide auch unterschiedlich vorgehen, bekommen sie jeweils andere Dinge zu fassen. Als Leser weiß man, dass diese irgendwie zusammenhängen, doch wie genau, war mir lange nicht klar, obwohl ich all das wusste, was Verena oder Martin bekannt war.
Zusätzlich wird auch das Privatleben von Martin Bauer mit einbezogen, der viel zu wenig Zeit für seine Familie hat, wenn ihn der Fall auf Trab hält und dessen Ehe gefährlich wackelt. Verena muss damit kämpfen, dass ihr Lebensgefährte drogensüchtig ist und der Kollege Karman, der eigentlich ihren Platz als Teamleitung hätte haben wollen, fleissig gegen sie intrigiert, und dabei den Chef auf seiner Seite zu haben scheint.
Der eingängige Schreibstil und die flotte Erzählweise haben mich von Anfang an gepackt. Man kann gut miträtseln und die Stimmung des Buches, das nicht nur aus Martin Bauers Sicht erzählt wird, hat mir gut gefallen. Die Spürnasen kommen hier zum Einsatz und auch der menschliche Aspekt wird nicht vergessen. Man merkt an vielen Dingen immer wieder, dass man sich in einer Bergbauregion befindet, denn die Gegend, in der das Buch spielt, ist ständig präsent. Auch wenn es immer wieder ruhigere Passagen gibt, war auch genug Spannung vorhanden, die sich besonders zum Ende hin zu einem echten Showdown zuspitzte.
Mit "Tiefer denn die Hölle" hat mich auch der zweite Band dieser Krimiserie überzeugt und ich hoffe auf mehr.
Warum habe ich mich für das Buch entschieden? Ich wurde durch das Cover auf das Buch aufmerksam. Der Klappentext hat mich dann überzeugt. Ich kannte bisher noch kein Buch von Gallert und/oder Reiter.
Cover: Das Cover wirkt sehr trostlos und doch geheimnisvoll. Irgendwie scheint die Sonne zu scheinen, aber irgendwie auch wieder nicht… Ich fand es gleich beim ersten Blick sehr interessant und musste wissen, um was es geht.
Inhalt: Martin Bauer ist Polizeiseelsorger und wird zu einem Einsatz zu einer Zeche gerufen. Dort wurde eine mit Honig überzogene Leiche gefunden. Sein Kollege Rüdiger Vaals, Polizeidekan, brach beim Anblick der Leiche zusammen und erlitt einen Herzinfarkt. Kannte er den Toten? Wer ist der Mörder?
Handlung und Thematik: Da ich gerne Krimis lese und gerne mitrate wer der Mörder ist, fand ich die Grundidee der Handlung super. Leider fehlten mir zu viele Hintergrundinfos, z.B. warum der Mörder was tut… Auch die Charaktere wurden für mich nicht lebendig genug beschrieben. Zum Ende hin fand ich die Ereignisse mitreißender, aber vor allem beim Mittelteil fand ich nicht wirklich viel was mich begeistern konnte. Die einzige Thematik die ich raus las war, dass es Menschen gibt, die an Himmel und Hölle glauben. Mehr leider nicht…
Charaktere: Leider konnte ich nicht wirklich Sympathien zu den Charakteren aufbauen. Die einzige die mich etwas mehr begeistert hat war Verena Dohr. Bauers Handlungen kann ich nicht nachvollziehen und auch die Handlungen der anderen wirkten eher willkürlich. Die einzige die mitdachte und mit der ich ein wenig mitfühlen konnte war Dohr.
Schreibstil: Das Buch begann vielversprechend. Zu Beginn lernt man viele Akteure kennen und der Leichenfund wurde super beschrieben. Es gibt immer wieder Perspektivenwechsel, die aber manchmal verwirrend waren. Die Wochentagsangaben waren nett, aber nicht notwendig. Leider wurde die ganze Story dann sehr langatmig. Das Ruhrpott-Flair hätte überzeugender sein können, ich habe mich nicht wirklich so gefühlt als wäre ich dort. Die religiösen Zitate fand ich anfangs etwas anstrengend. Auch der Dialekt in einem Kapitel war anstrengend. Bei den Beschreibungen der Bergwerke kam es mir so vor als wäre einfach die erste Passage beim Leichenfund kopiert und dann leicht abgeändert worden.
Persönliche Gesamtbewertung: Leider konnte mich dieses Buch nicht begeistern. Ich fand es langatmig und die Polizei zu wenig denkend. Von den Beschreibungen der Gegend und der Bergwerke hätte ich mir mehr erwartet. Es war mir nicht möglich, eine Beziehung zu den Charakteren aufzubauen. Ich kann dieses Buch leider nicht empfehlen.
Der evangelische Polizeiseelsorger Martin Bauer durchlebt persönlich gerade eine ziemlich schwere Zeit. Seine schwangere Frau Sarah hütet seit acht Monaten die Wohnung einer Freundin und lebt somit getrennt von ihm. Die Teenagertochter Nina pendelt zwischen den Elternteilen hin und her. Die zarten Annäherungsversuche beider Partner scheitern fast immer im Ansatz durch Martin Bauers Arbeit. Man kann sagen, er setzt sich mit Leib und Seele für seinen Beruf ein und er überschreitet bei seiner Tätigkeit auch schon einmal gerne seine Zuständigkeitsbereiche. Damit bringt er nicht nur sich selbst in Schwierigkeiten. Auf dem Weg zu einem Wochenend-Geburtsvorbereitungskurs wird Martin zu einem Einsatz gerufen. In einem Bergwerk wurde die Leiche eines Mannes aufgefunden und der Polizeiseelsorger vor Ort, Rüdiger Vaals, hat einen Herzanfall erlitten. Selbstverständlich macht sich Martin sofort auf dem Weg, um seinem Kollegen beizustehen. Und schon steckt er mitten in einem brisanten Fall, der ihn völlig einnimmt.
In dem Kriminalroman des Autorenduos „Tiefer denn die Hölle“ wechseln sich actionreiche Szenen mit stark emotionalen und einfühlsamen sowie tiefsinnigen und nachdenklich stimmenden Situationen ab. Dies geschieht in einem guten Tempo, das den Spannungsbogen fest gespannt hält und mich als Leserin fesselt und mitreißt. Dieser Krimi hat für mich fast schon Züge eines Psychothrillers und ist wörtlich genommen atemraubend. Die Arbeit eines Seelsorgers, der für die Polizei arbeitet, ist fantastisch heraus gearbeitet und völlig glaubwürdig und authentisch. Gefühle bekommen in dem Buch ebenso ihren Raum und Platz wie der spannende Fall selbst. Ein hervorragender Plot mit vielen unerwarteten Wendungen, die überraschen. Mich konnten aber auch die Figuren überzeugen, die mir so lebendig und nah wurden.
Selbstverständlich erhält dieses Buch von mir seine wohlverdienten fünf von fünf möglichen Sternen und ich empfehle es bedingungslos weiter. Leser, die Hochspannung, verzwickte Fälle und starke Charaktere lieben, werden das Buch verschlingen. Mich selbst hat es völlig eingenommen und nicht mehr los gelassen. Spannende Unterhaltung der Spitzenklasse!
Polizeiseelsorger Martin Bauer steckt wieder mittendrin in Ermittlungen, obwohl er seiner hochschwangeren Frau versprochen hat, seine Arbeit künftig ruhiger angehen zu lassen. Doch als ein mit Honig übergossener Toter in einem stillgelegtem Bergwerk gefunden wird und Monsignore Vals, Bauers katholischer Kollege, bei dessen Anblick einen Herzinfarkt erleidet, macht sich Bauer auf die Suche nach den Hintergründen. Im Gegensatz zum ersten Band führen die Nachforschungen des Polizeiseelsorgers ihn dieses Mal alleine in eine bestimmte Richtung; die Hauptkommissarin Dohr, fast schon eine Freundin, ist währenddessen mit den Ermittlungen nach dem Mörder des Honigtoten vollauf beschäftigt. Zudem muss sie sich massiv gegen die Intrigen eines Kollegen zur Wehr setzen. Somit gibt es zwei Handlungsstränge, die lange Zeit scheinbar ohne Berührungspunkte nebeneinander herlaufen. Spannend sind Beide und schnell ging das Rätseln los, wie das Alles miteinander zusammenhängen könnte. Die Geschichte ist klug angelegt und die Auflösung lässt nur wenig offen (Weshalb die vielen Schnitte? Besessenheit? Oder einfach nur das Böse?). Nur war mir leider zu schnell klar, wer hinter dem Ganzen steckte - mir war die Person viel zu eindeutig in dieser Hinsicht. Und wie schon im ersten Band kam mir die Figur des Protagonisten nicht so richtig nahe, ohne dass ich es an etwas Konkretem festmachen kann. Vielleicht, weil er einfach etwas zu perfekt ist. Seine Schwächen sind praktisch keine wie beispielsweise, dass er sich zu wenig um Frau und Tochter kümmert. Denn tatsächlich ist er auf der Suche nach der Wahrheit bzw. einem Mörder, einem eigentlich höheren Ziel. Sei's drum. Spannend ist das Buch allemal und durchaus eine Lektüre wert.
Peter Gallert und Jörg Reiter schreiben mit " Tiefer denn die Hölle" ihren 2. Kriminalroman um den Polizeiseelsorger Martin Bauer, der auf eigene Faust und mit der sehr sympathischen Verena Dohr im Umfeld eines Leichenfundes ermitteln, die von Bauers katholischen Kollegen Monsignore Rüdiger Vaal vor Ort betreut werden sollte. Dieser erleidet dabei einen Herzanfall und landet im Krankenhaus. Bauer nimmt für Vaal die Ermittlungen auf, auf der Suche nach einem alten Bekannten, der für ihn im Zusammenhang mit dem Herzanfall wohl sehr bedeutsam ist, wie er es wirr seinem Kollegen vermittelt. Bauer selbst steckt in Beziehungsproblemen mit seiner Frau und der bevorstehenden Geburt seines 2. Kindes. Die Ermittlungen lassen ihn an seine Grenzen stoßen, die er auch hin und wieder übertritt. Den beiden Autoren gelingt es, gute Charaktere zu entwickeln und einen Plot, der zum Ende hin noch einmal für Aufsehen, einen Showdown und Spannung sorgt. Freunde des Ruhrgebietes mit seinen alten Zechen und der Kumpelmentalität kommen hier genauso auf ihre Kosten, wie Krimileser, die gerne auch mal andere ermittelnde Protagonisten, als nur Kommissare erleben wollen. Ein kurzweiliges Buch, z.T etwas Klischee, was dem guten Gesamteindruck aber keinen Abzug gibt.
Tief hinab - und das nicht nur metaphorisch - geht es in Martin Bauers zweitem Fall. Der evangelische Polizeipfarrer aus Duisburg mischt sich hartnäckig wie erfolgreich in Polizeiarbeit ein und bringt damit Gruppenleiterin Verena Dohr wieder einmal intern in Bedrängnis.
Dabei beginnt alles relativ harmlos, als Bauer seinem katholische Kollegen Vaals helfen will und in dessen Vergangenheit zu graben beginnt. Was er dabei zutage fördert, hat weitreichende Konsequenzen und bringt eine Reihe von Personen unmittelbar in Gefahr.
Auch wenn man als geübter Lokal-Krimi-Leser immer hoffen kann, dass solche Bücher im Grunde gut enden werden, ist es immer spannend zu erleben, was dem Autor zwischen Prolog und eben diesem Ende so alles einfällt. In diesem Fall sind es Autoren, Peter Gallert und Jörg Reiter, die einiges parat haben. Die Entwicklung des Krimis an sich ist spannend, nicht weniger langweilig werden die Beschreibungen und Intrigen auf der Polizeistation und ganz nebenher kann Martin Bauer - da evangelisch - auch mit Familienprobleme aufwarten.
Kurze Abschnitte lassen die knapp 400 Seiten nur so verfliegen und auch wenn sich zwischendurch manchmal ein Twist schon abzeichnet unterhält dieser Krimi sehr gut und macht Hoffnung auf einen dritten Teil. Hier im zweiten Band war für mich die reine Krimihandlung etwas geradliniger und vorhersehbarer als im ersten Teil (Glaube Liebe Tod), daher gefiel mit letzterer noch einen Tick besser.
Zum Inhalt: Eine Leiche wurde in einem stillgelegten Bergwerk gefunden, übergossen mit Honig. Bei dem Anblick ist Bauers Amtskollege, Polizeidekan Rüdiger Vaals, mit einem Herzinfarkt zusammengebrochen. Hat der Tote im Bergwerk etwas mit Vaals' Vergangenheit zu tun? Meine Meinung: Was mir an dem Krimi besonders gefällt, ist das Lokalkolorit. Gerade weil ich auch aus der Gegend komme, lag mir der Krimi sehr. Auf der anderen Seite, zog sich die Geschichte zeitweise ein wenig, so dass ich den Krimi zwar nicht schlecht, aber auch nicht herausragend fand. Der Schreibstil war nicht schlecht, auch so typische Begriffe wie Flappmann waren untergebracht und sehr passend. Insgesamt ein eher ruhiger Krimi ohne große Highlights, aber solide geschrieben. Fazit: Solide geschrieben.