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Frank Kunert: Lifestyle

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Working slowly and with methodical precision, Frank Kunert (born 1963) creates miniature stage settings which he then photographs with a large-format analog camera, producing magical images of “small worlds” that have been published in previous acclaimed volumes from Hatje Cantz such as Topsy-Turvy World (2008) and  Wonderland (2013). Kunert’s works exist between the poles of slapstick and metaphysics. His new book  Lifestyle presents 23 miniatures of these philosophically based stories of everyday life. Here, the ordinary quickly becomes absurd, tragedy veers into comedy and wit becomes ambiguous. The series is nominated for the International Felix Schoeller Photo Award 2017. 

71 pages, Hardcover

Published June 19, 2018

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Community Reviews

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Profile Image for Lyra.
370 reviews46 followers
June 5, 2019
Inhalt

Der Fotograf erweckt in seinem dritten Bildband erneut Miniaturwelten zum Leben, und lädt die LeserInnen ein, in diese Welten einzutauchen und diese zu entdecken.

Übersicht

Genre: Bildband, Kunst, Fotografie
Verlag: Hatje Cantz
Seitenzahl: 72

Warum dieses Buch?

Das Cover machte mich sofort neugierig, wodurch ich dann auch erstmals auf den Verlag aufmerksam wurde. Auch wenn ich keine Kunstexpertin bin, interessiere ich mich dennoch sehr für ästhetisch ansprechende oder schlichte interessante Fotografien oder Kunstwerke. Aus diesem Grund – und auch weil ich schon lange keinen Bildband mehr „gelesen“ habe, wollte ich mir dieses Werk unbedingt genauer ansehen.

Meine Meinung

Struktur (+)

Der Aufbau dieses Bildbandes ist meiner Meinung nach sehr gut gelungen. Zuerst gibt es einen kurzen Essay von Jörg Restorff zu lesen, der sich mit dem Kontext dieses Bildbandes beschäftigt. Alle Texte sind schlauerweise sowohl in deutscher als auch in englischer Sprache abgedruckt, wodurch deutlich wird, dass sich das Buch an ein internationales Publikum richtet. Im Anschluss daran folgen die Fotografien selbst – das Kernstück dieses Bildbandes – und eine sehr kurze Biographie des Künstlers.

Essay & Schreibstil (+)

In diesem eher kurzen Text erhalten die LeserInnen interessante Informationen zum Künstler (auch dieser selbst kommt immer wieder zu Wort) und Einblicke in seinen Schaffungsprozess. Schwarz-weiße Bilder, die Frank Kunert bei der Arbeit zeigen, ermöglichen einen überraschend unaufgeregten Blick hinter die Kulissen und zeigen, wie viel Arbeit in den kleinen Kunstwerken steckt. Auch Kommentare und kurze Interpretationen zu den verschiedenen Fotografien sind im Essay enthalten, sodass die Vorfreude auf die nachfolgenden Bilder immer größer wird. Der Schreibstil selbst ist angenehm zu lesen und unauffällig – es scheint, als würde sich der Autor hier zurücknehmen, weil die Fotografien im Mittelpunkt stehen sollen.

Fotografien (♥)

„‘Ich hatte immer das Bedürfnis, ungestört und in Ruhe arbeiten zu können; was mir am besten gelingt, wenn ich mir mit meinen Händen sozusagen im ‚stillen Kämmerlein‘ meine eigene Welt schaffen und damit Geschichten erzählen kann.‘“ Seite 13

Es ist mein erstes Buch aus dem Kunstverlag „Hantje Cantz“, und obwohl ich keine Kunstexpertin bin, war ich sofort fasziniert von Frank Kunerts Werken und fühlte mich davon wie magisch angezogen. In seinen menschenleeren, detailverliebten Miniaturkulissen werden durchaus auch ernste Themen wie z. B. der Tod angesprochen, im Zentrum dieses Bildbandes steht jedoch immer das Absurde. Der Künstler spielt mit unseren Erwartungen und Vorstellungen von Normalität und Alltag (die wir normalerweise nicht hinterfragen) und bricht sie – teilweise radikal. Es macht Spaß, in die kleinen Welten einzutauchen, weil es dort einiges zu entdecken gibt – wenn man sich die Zeit nimmt und die Bilder ganz genau betrachtet. Das hat eine angenehm entschleunigende Wirkung. Die oft feine Ironie und der manchmal auch etwas schwarze Humor entgehen einem sonst – und dabei sind gerade sie es, die diesen Bildband zu einem locker-leichten Augenschmaus und Lesegenuss machen und einem das eine oder andere Schmunzeln entlocken.

Wunderschön sind vor allem jene Bilder, die etwas mit Wasser zu tun haben – die unter Wasser stehenden Wohnzimmer und Dörfer haben mich teilweise auf charmante Art an den Film „Shape of Water“ erinnert. Nur ganz selten fand ich die Gegenstände und Farben nicht präzise genug gefertigt / aufgetragen – dann war mir nur allzu bewusst, dass es sich hier um Miniaturen handelt. In anderen Momenten hingegen konnte ich das vollkommen vergessen. Nicht alle, aber einige Bilder werden mir mit Sicherheit lange in Erinnerung bleiben, wie zum Beispiel die Fotografie mit dem Namen „Kletterurlaub“, die ein Hotel abbildet, dessen Zimmer man nur erreichen kann, wenn man zuerst einen äußerst schwierigen Kletterparcours meistert. Aber auch der „Bestattungsdiscounter“ konnte mich überzeugen und zum Lachen bringen. Dort gibt es nämlich endlich das Angebot, auf das wir alle so lange gewartet haben: Endlich bekommt man 15 Beerdigungen zum Preis von 10!

Mein Fazit

Mit „Lifestyle“ entführt uns Frank Kunert in faszinierende, detailverliebte kleine Welten, in denen es viel zu entdecken gibt, wenn man sich die Zeit nimmt, ganz in diese Kunstwerke einzutauchen. Ein kurzer Essay von Jörg Restorff, der sich mit dem Kontext dieses Bildbandes beschäftigt, und schwarz-weiße Bilder, die Frank Kunert bei der aufwändigen Arbeit zeigen und einen überraschend unaufgeregten Blick hinter die Kulissen ermöglichen, runden dieses Werk gelungen ab. Im Zentrum dieses Bildbandes steht das Absurde. Der Künstler spielt mit unseren Erwartungen und Vorstellungen von Normalität und Alltag (die wir normalerweise nicht hinterfragen) und bricht sie – teilweise radikal. Die oft feine Ironie und der manchmal auch schwarze Humor machen diesen Bildband zu einem locker-leichten Augenschmaus und wunderschönen Lesegenuss, der auch euch das eine oder andere Schmunzeln entlocken wird.

Bewertung

Aufbau: 5 Sterne
Essay & Schreibstil: 4 Sterne
Fotografien: 4-5 Sterne

Insgesamt:

❀❀❀❀,5 Lilien

Dieses Buch erhält von mir viereinhalb faszinierte Lilien!
Profile Image for YvonneN.
182 reviews3 followers
May 14, 2019
Betrachtet man die im elegant kühlen Vintage-Style gehaltenen Bilder des 1963 in Frankfurt geborenen Fotografen Frank Kunert, merkt man manchmal erst auf den zweiten Blick, dass hier irgendetwas nicht stimmt. Mit sichtlichem Vergnügen führt er auf optisch ansprechende Weise zusammen, was nicht zusammen gehört und konstruiert Situationen, die zum Innehalten und Nachdenken einladen.

Doch was bei oberflächlicher Betrachtung das Produkt eines versierten Grafik-Softwarebenutzers zu sein scheint, überrascht neben dem Dargestellten zusätzlich, wenn man erfährt, wie Frank Kunert vorgeht, um zu den fertigen Bildern zu kommen. In manchmal monatelanger Arbeit inszeniert er aus Leichtschaumplatten, Knetmasse und Farbe dreidimensionale Modellkulissen im Maßstab 1:20, um augenzwinkernd seine kleinen Welten zu materialisieren. Mit größter Sorgfalt arbeitet er Details so lange aus und setzt sie in Szene, bis alles täuschend echt aussieht. Erst dann kommt seine analoge Großformatkamera zum Einsatz um die visuelle Täuschung im Abbild perfekt zu machen.

Nach „Verkehrte Welt“ und „Wunderland“ fügt er mit seinem Bildband „Lifestyle“, der bei den Interational Photography Awards 2018 mit dem 2. Preis der Kategorie „Book/Fine Art“ ausgezeichnet wurde, nun 24 neue Miniaturen hinzu. Neben einem umfangreichen Text in jeweils deutscher und englischer Sprache zur Entstehung seiner Werke, dokumentieren Schwarzweißaufnahmen seine Arbeiten im Studio. Man erhält Hintergrundwissen über Kunerts Schaffensprozess und die Herangehensweise an ein Motiv, ebenso über die verwendeten Materialien und die Gedanken des Künstlers. Abschließend gibt es neben Frank Kunerts Vita eine Übersicht seiner inzwischen langen Liste von Einzel- und Gruppenausstellungen. Ein schönes Buch eines ungewöhnlichen Fotografen, das Lust darauf macht, sich seine Bilder großformatiger anzuschauen. Vielleicht bis zum 26. Mai 2019 in Iserlohn oder danach in Saarlouis? Weitere Termine sind auch auf seiner Webseite zu finden.
Profile Image for yellowdog.
877 reviews
May 8, 2019
Frank Kunerts Schwerpunkt liegt auf Studioarbeiten. Die menschenleeren Szenerien in seinen Fotos haben etwas skurriles und verschmitztes. Sein Blick ist ein anderer als der übliche. Dafür habe ich viel übrig und spüre eine latente Geistesverwandtschaft.

Das einleitende Essay Zwischen Lifestyle, Groteske und Metaphysik von Jörg Restorff führt gut in das Buch hinein.

Nicht immer versteht man Titel der Fotos und Inhalt sofort, aber dann versteht man die Ironie, es macht Klick und so macht das Betrachten Spaß.
Man bekommt Lust, weitere Bildbände von Frank Kunert zu sehen.
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