Wenige Autoren haben das 20. Jahrhundert so sehr geprägt wie Sigmund Freud, der mit der Psychoanalyse nicht nur ein neues theoretisches Denkgebäude und psychotherapeutisches Verfahren, sondern auch eine weltweite Organisation begründet hat. Freuds Schriften haben eine kaum überschaubare Fülle an Sekundärliteratur hervorgebracht und waren Gegenstand zahlreicher, bis heute andauernder Kontroversen. Diese Einführung von Andreas Mayer sucht einen Neuzugang, indem sie deren wissenschafts- und kulturhistorischen Kontexte erhellt und ihren kollektiven Charakter aufzeigt. Im Gegensatz zu einer Auffassung, die die zentralen Begriffe Freuds als stabile begriffliche Einheiten begreift, wird eine dynamische Perspektive entfaltet, die die Spuren des historischen Prozesses an den Texten selbst aufzeigt.
Dieses Buch ist definitiv keine Einführung. Es ist schlicht nicht geeignet für Personen, welche nicht bereits mit Freuds Konzepten vertraut sind. Begriffe werden erwähnt, in ihrem historischen Kontext verortet und teilweise auch kritisch betrachtet, doch werden sie nur selten erklärt. Wer also nicht bereits sehr genau weiss, was sich hinter dem Begriff verbirgt, ist hoffnungslos verloren. Ich empfehle Einsteigern stattdessen die Lektüre von Anthony Storrs "Freud: Eine sehr kurze Einführung".
Es will sich mir nicht recht erschließen, was den Autor bewogen haben mag, sich (innerhalb der sinnvollen großen Abschnitte) auf einzelne theoretische und/oder historische Feinheiten und Kontexte vertiefend festzulegen, auf andere wiederum nicht. Dennoch ganz dienlich.
Herr Wörle hätte gesagt dass die Sätze zu hypotaktisch sind. Viele verworrene Wörter die etwas ausdrücken, das auch einfacher hätte gesagt werden können.
Um 01:50 beende ich "Sigmund Freud zur Einführung", ich nehme Fachvokabular und Grundwissen mit, erkläre meinen Wissensdurst nach Freuds Theorien über Triebe, Infantiles und Kultur, aber noch nicht für gelöscht. Gerne Empfehlungen, wenn ihr differenzierte Literatur zu Freud kennt und für lesenswert befunden habt!