Jolt (Wie du ihr) ist ein Jugendroman des neuseeländischen Autors Bernard Beckett. Der siebzehnjährige Marko erwacht auf der psychiatrischen Station eines Krankenhauses. Zunächst noch verwirrt darüber, was ihm geschah und wie er hierher gelangte, kehren nach und nach die Erinnerungen zurück und er hält diese in einem Notizbuch fest, denn sein Leben ist in Gefahr.
Während eines Outdoorkurses werden vier Schüler und eine junge Lehrerin in den Bergen von einem Erdbeben überrascht. In der nachfolgenden Ausnahmesituation beobachtet Marko wie drei Männer die Lehrerin bedrängen und töten. Einer der Täter ist Arzt in der Klinik, in der er sich nun befindet und Marko beschließt, ihn zu töten.
Die Kapitel erzählen alternierend über die gegenwärtigen Ereignisse im Krankenhaus, diese sind in eine unwirkliche, seltsame Lynch-Atmosphäre getaucht, und die vergangenen Erlebnisse. Die Wanderung, das Erdbeben, der Tod der Lehrerin und die Flucht der Schüler erinnern etwas an den Film Stand by me. Zwar wird der Grund für Markos Rachepläne erst etwa in der Mitte des Romans enthüllt, steht aber auch schon so auf dem Klappentext des Buches, so dass ich es hier auch aufschreibe.
Mit der Prämisse, die einem gleich auf der ersten Seite entgegengeschleudert wird, der Arzt muss sterben, hier ist keine Gerechtigkeit möglich, sondern nur Rache, habe ich mich unwohl gefühlt. Wie du ihr, so ich dir? Außerdem ist es unwahrscheinlich, dass bereits so kurze Zeit nach dem Erdbeben die Regeln des Zusammenlebens außer Kraft gesetzt werden. Marko schildert sich selbst als unscheinbare Person und er ist, obwohl der Ich-Erzähler, fast unsichtbar, aber auch sein Charakter ist auf beiden Erzählebenen sehr unterschiedlich. Die Geschichte verläuft so, wie man es vermutet, da fehlt am Ende doch noch eine Pointe.