Das Semester neigt sich dem Ende zu und ich kann mit jedem neuen Buch für die Uni ein weiteres "letztes" Buch für einen Kurs abschließen, zum Glück. Das Seminar für das ich dieses Buch gelesen habe beschäftigt sich mit der Darstellung der Revolution 1918/19 in der Literatur und Plieviers Werk war mit Abstand das Beste von den gelesenen fünf Romanen.
Während dem Lesen und bevor ich das Nachwort angeschaut hatte fand ich schon dass es wie ein etwas ausgeschmückteres Geschichtsbuch wirkt. Da das auch Plieviers Anspruch an das Buch war, finde ich dass ihm das auf jeden Fall gelungen ist.
Meiner Meinung nach eine gute Darstellung der Ereignisse die zunächst sehr neutral wirkt und erst bei näherer Betrachtung einige Hinweise bezüglich politischer Gesinnung beinhaltet. Mit am besten hat mir die Kontrastierung zwischen den normalen, vielleicht eher armen Bürgern und den privilegierten Eliten gefallen, die bereits zu Anfang deutlich auftritt und im Verlauf des Romans immer wieder klar herausgestellt wird. Außerdem mochte ich die Vernetzung der Charaktere und die sehr fließenden Übergänge zwischen den verschiedenen Gruppen. Eine Sache, die mir immer wieder aufgefallen ist, ist die Beschreibung der Masse bzw Menschenmengen mit einer Wassermetaphorik.
Ich hätte das Buch auf jeden Fall nicht gelesen, wenn es nicht für einen Kurs gewesen wäre aber mit Hinblick auf die anderen Werke die wir gelesen haben hat mir dieses am besten gefallen. Trotzdem war es etwas langatmig und auch frustrierend da die geschilderten Situationen oft chaotisch waren und ich die Orientierungslosigkeit der Bewegung in anderen fiktionalen Erzählungen bestimmt schärfer kritisiert hätte. In diesem Fall entspricht es allerdings der Realität und wirklichen historischen Ereignissen und wir alle wissen wie schnell die Politik funktioniert (oder eben einfach nicht).
Wenn sich jemand für diesen Zeitabschnitt der deutschen Geschichte (der unter den nachfolgenden Jahrzehnten deutscher Geschichte wahrscheinlich immer versinkt und ignoriert wird) interessiert würde ich auf jeden Fall dieses Buch empfehlen, aber gleichzeitig sagen, dass man wahrscheinlich nicht jede Seite gründlichst lesen muss um einen guten Gesamtüberblick zu bekommen. Viele der Figuren sind reale Akteure und auch wenn viele Namen mit Ausnahme der größten wie Ebert, Scheidemann und Liebknecht heutzutage wahrscheinlich in Vergessenheit geraten sind lohnt sich bei Nennung eines neuen Funktionärs bzw Abgeordneten immer mal eine kurze Googleanfrage.
Ein ausgezeichnete und geschichtstreue (aber dennoch nicht neutrale) Darstellung der Ereignisse der Novemberrevolution, die in den Gedankenwelt den jeweiligen Akteuren (sowohl Ebert Liebknecht als auch Wilhelm II) gut wiederspiegelt. Selbst wenn das literarische Aspekt öfter in den Hintergrund rückt fiel mir die Lektüre angenehm und spannend. Am besten dargestellt fand ich die revolutionäre Obleute sowie das Schwanken von den Reichsminister
An important and exciting novel of one of the most important events in the 20th century. Semi biographical with an excellent pace and a building sense of tension from page one to the end.
Eine sehr lebendige Darstellung der Matrosenaufstände und der beginnenden Novemberrevolution, die zum Ende des deutschen Kaiserreiches geführt haben. Der Stil hat mir sehr gut gefallen, informativ war die Lektüre ebenfalls.