„Sündengräber“ ist der sechste Band der Thriller-Reihe mit Alex Recht und Frederika Bergman aus der Feder von Kristina Ohlsson und hat mir in dreifacher Hinsicht mein Leserherz gebrochen.
Zum einen natürlich weil wir uns hier von einem tollen, vor allem sehr menschlichen Ermittlerteam verabschieden müssen – denn nach aktuellem Stand der Dinge ist kein weiterer Band in der Reihe geplant, auch wenn die Autorin eine Fortsetzung in ihrem Nachwort nicht kategorisch ausschließt. Zum zweiten setzen mir die persönlichen Sorgen, die Frederika Bergmann umtreiben, ziemlich zu, ohne mich persönlich zu triggern. Aber ich mag unsere beiden Ermittler wie auch das ehemalige Team-Mitglied Peder Rhyd einfach extrem gern und die Schicksalsschläge, mit denen sich alle drei Ermittler im Laufe der Reihe auseinander zu setzen haben, finde ich wirklich schwer zu ertragen. Warum mir mein Leserherz ein drittes Mal gebrochen wurde, kann ich ohne zu spoilern nicht verraten, aber da hat mich die Autorin wirklich komplett auf dem falschen Fuß erwischt und ich weiß noch nicht wirklich, ob ich ihr das verzeihen kann.
Auch wenn ich selbst die Reihe ursprünglich mit Band 5 (Papierjunge) für mich entdeckt habe und erst im Anschluss alle vorherigen Bände gelesen habe, kann ich nur empfehlen, die Reihe in der richtigen Reihenfolge zu lesen, gerade weil sich die Figuren des Ermittlerteams wunderbar weiterentwickeln und Fäden aus den Vorgängerbänden hier wieder aufgenommen werden. Ja, man kann es unabhängig von den anderen Bänden lesen, aber für mich ergibt sich der wahre Reiz der Reihe aus den Ermittlern, die für mich fast schon Freunde geworden sind.
Wie schon in den Vorgängerbänden haben wir es auch hier mit einem vielschichtigen Thriller, mit viele Personen und Handlungsstränge, zu tun. Wenn man die Autorin kennt, ist klar, dass die Handlungsstränge alle irgendwie zusammenhängen und den Fall sehr komplex machen werden. Ich hatte zunächst ganz leichte Schwierigkeiten, alle Fäden aufzunehmen ohne dass sie sich zu einem gordischen Knoten verwickeln, aber ohne Mist, gerade der Handlungsstrang um Malin und ihre Familie, die entführt und in einem Haus gefangen sind, ist echt mega gelungen. Was diese Situation mit der Familie macht war sehr beklemmend und für mich auch das wahre Thrill-Element des Buches. Denn ansonsten sind die Bücher für mich eher Krimis als Thriller. Was aber egal ist, denn sie lesen sich gut und sind spannend, aber eben nicht bluttriefend.
Eine tolle Reihe geht mit „Sündengräber“ zu Ende. Ich werde unsere Ermittler sehr vermissen, aber ich bin sicher, dass Kristina Ohlsson noch genug andere spannende Geschichten in Petto hat und mir auch ihre neue Krimi-Reihe mit August Strindberg als Ermittler wieder gut gefallen wird.