Starwirtschaftsanwalt Urs Blank, fünfundvierzig, Fachmann für Fusionsverhandlungen, hat seine Gefühle im Griff. Doch dann gerät sein Leben aus den Fugen. Ein Trip mit halluzinogenen Pilzen führt zu einer gefährlichen Persönlichkeitsveränderung, aus der ihn niemand zurückzuholen vermag. Blank flieht in den Wald und lernt dort zu überleben. Bis er endlich begreift: Es gibt nur einen Weg, um sich aus diesem Alptraum zu befreien.
Martin Suter is a Swiss author. He became known for his weekly column Business Class in the Weltwoche newspaper (1992–2004), now appearing in the Tages-Anzeiger, and another column appearing in "NZZ Folio". Suter has published seven novels, for which he received various awards. He is married and lives in Spain and Guatemala.
Eine wirre Geschichte mit einem eher unsympathischen Protagonisten, was dazu führte, dass mir sein Schicksal ein bisschen egal war. Die Wendungen waren meist recht überraschend, bis auf das Ende, das war mir bei der Hälfte klar. Ich bleibe mit der Frage zurück: was will mir die Geschichte sagen?
Als Urlaubslektüre für alle, die gerne Krimis lesen, sicherlich ein Lesespaß. Für alle, die mehr suchen, vielleicht eher nix.
Abgefahren. Total unvorhersehbar und schockierend, aber sowas von unterhaltsam. Kleiner Abzug, weil das Ende wirklich sehr abrupt und für meinen Geschmack zu kurz war. Außerdem waren die vielen Personen und wirtschaftlichen Verstrickungen in Blanks Umfeld vor allem anfangs ein wenig verwirrend und undurchsichtig. Aber, man ey, was für ein Trip.
Junge, was war das denn für ein (Lese)Trip? Cool, sehr wirr, sehr strange, unterhaltsam, spannend, oft unvorhersehbar. Ich mochte den Schreibstil. Zeitweise sehr nüchtern, was ich sehr passend fand. Mehr weiß ich auch gar nicht zu sagen. Ich weiß nicht, wie die das alles in der Verfilmung umsetzen wollen :D
Eine Staranwalt im Bereich Wirtschaftsrecht kommt in seiner Midlife-Krise auf den Pfad einer jungen, esoterischen Schönheit, die ihn über Räucherstäbchen und sexueller Erfüllung in die Welt der psychedelischen Drogen einführt. Der Pilztrip geht schief, die Persönlichkeit verändert sich grundlegend und der Weg ins Unheil ins vorgezeichnet.
Erstmal hatte es das Buch ganz schwer auf den ersten Seiten, mich vom Weiterlesen zu überzeugen, denn klischeehafter kann man die Welt der Finanzen und der Juristen kaum darstellen, wie das Suter tut. Die Fixierung auf Macht und Materialismus ist derart penetrant, dass es wirklich zum Augenrollen war. Ich stehe der Finanzbranche, in der ich tätig bin, und einer Vielzahl deren Entscheidungsträger zwar auch kritisch gegenüber, aber dieses Bunt-Kleinkariert-Denken zwischen den Pilzkonsumenten und den Krawattenträgern ist dann doch schon sehr schematisch. Als dann die Handlung in der Mitte des Buchs sich immer mehr darum dreht, wie der Staranwalt versucht, seinen Trip rückgängig zu machen, hat das Buch dann kurz vor dem Abbruch doch noch meine Aufmerksamkeit erhalten. Es liest sich ganz nett zu Ende, aber das war es dann auch schon.
Das Buch will von allem ein wenig sein. Etwas Wirtschaftskrimi, etwas Drogenrausch, etwa Liebesgeschichte, etwas Survivalbuch. Und dabei bleibt es immer oberflächlich auf der Handlungsebene. Was den Anwalt wirklich bewegt bei seiner Persönlichkeitsveränderung bleibt offen. Wir beobachten ihn lediglich auf seinem empathielosen Feldzug gegen die Gesellschaft. Zwischendrin habe ich mich oft gefragt, was ein T.C. Boyle aus dieser Geschichte gemacht hätte, die ungefähr sein Stil gewesen wäre. Wenn ich das mal mit Drop City vergleiche, das im gleichen Drogenmilieu spielt, dann ist das Buch meilenweit schriftstellerisch davon entfernt. Boyle liebt seine Figuren, auch wenn sie unsympathisch sind und schreibt mit Humor. Suter geht dies völlig ab. Als Drehbuch für eine Verfilmung ist das bestimmt geeignet. Als Roman hat es mich wenig bewegt und wird bald vergessen werden.
"Die dunkle Seite des Mondes" ist das zweite Buch von Martin Suter, das ich in diesem Jahr aus einem Bücherschrank entführt habe. Mit "Der Koch" war ich leider sehr unzufrieden. Doch diesmal war es ganz anders. Von den vielen Suter-Büchern, die ich gelesen habe, ist "Die dunkle Seite des Mondes" eines der besten.
Urs Blank ist fünfundvierzig Jahre alt und ein erfolgreicher Wirtschaftsanwalt. Sein Beruf macht ihn nicht mehr glücklich. Er ist mit Evelyne Vogt in einer lieblosen funktionalen Beziehung. Urs kauft bei Lucille an einem Flohmarktstand Räucherstäbchen und beginnt danach eine Liaison mit ihr. Der Anwalt und das Hippiemädchen. Gemeinsam besuchen sie einen Workshop, in dem halluzinogene Pilze genommen werden. Urs Blank ist nach seinem Trip nicht mehr derselbe. Mehr wird aus Spoiler-Gründen nicht verraten.
Es geht um Veränderungen durch Frust über die Routine des Lebens. Es geht um die Unterdrückung bestimmter Eigenschaften und Charakterzüge, was gut und schlecht zugleich sein kann. Blank verliert nach dem Pilztrip seine Kontrolle. Er gibt seinen Impulsen nach.
Oft habe ich über den Roman gelesen, dass es im wesentlichen um einen Mann im Wald geht. Auch in der sehenswerten Dokumentation "Alles über Martin Suter. Außer die Wahrheit." (derzeit in der Arte-Mediathek verfügbar) kann dieser Eindruck entstehen. Das würde mich nicht besonders interessieren. Man sollte sich aber nicht täuschen lassen. Urs Blank interagiert viel mit anderen Menschen, sei es in Sitzungszimmern, im Büro, zu Hause, in der Wohnung seiner Hippiefreundin, im Hotel usw. Der Wald ist ein zentraler aber eben nur einer von vielen Schauplätzen, der im Kontrast zu diesen seine Wirkung entfaltet. Somit ist schon über die Orte und die Kommunikation Blanks mit anderen für eine hohe Dynamik gesorgt.
Mir gefällt neben der Dynamik, durch die große Spannung entsteht, die beschriebene Wirtschaftswelt. Oft wird in Romanen eine Künstlerperspektive eingenommen. Hier ist es ein Anwalt. Das ist eine Welt, die in meiner Wahrnehmung nicht so oft in Romanen behandelt wird, und dadurch für mich frisch und interessant ist. Im zweiten Teil des Romans - dem "Waldteil" - wird diese Welt endgültig dekonstruiert. Das liest sich spannend wie ein Krimi, was nicht nur daran liegt, dass es einen kriminalistischen Handlungsstrang gibt.
Ich habe dieses Buch ursprünglich nur gekauft, um auf den Mindestbestellwert für kostenlosen Versand zu kommen - von dem Autor hab ich noch nie was gehört und die Inhaltsangabe hab ich nur grob überflogen. Mega. Als nach den ersten vierzig Seiten bereits die 'Haupthandlung' passierte, hab ich mich schon gefragt, was denn jetzt noch in den letzten 300 Seiten alles passieren wird bzw. ob da noch was passiert. Ich fands richtig gut. Die zwei Haupthandlungsstränge, die sich abwechselten und immer wieder auf Blanks Wirtschaftsanwaltskarriere zurückverwiesen wurde, der Wahnsinn. Hab mir direkt von dem Autor noch ein anderes Buch bestellt. Hat mir ein bisschen 'Veronika beschließt zu sterben' Vibes gegeben.
Und die Namen der Figuren sind auch mega hahahah: Urs Blank, Rolf Blaser und Pius Ott sind meine favs lmao
Meine Lieblingsstellen:
"Er war früh dran, es roch nach Frühling, und vielleicht sollte er sowieso ein paar Dinge in seinem Leben ändern." (S.17)
"Blank grinste. "Ich sag's ja: Ihr Psychiater helft den Menschen nicht, sich zu ändern. Ihr helft ihnen, sich damit abzufinden, daß sie gleich bleiben."" (S.20)
"Nie nahm er Karte und Kompaß mit. Als hoffte er insgeheim, sich im Wald zu verirren." (S.169)
"Er schaute ins Tal vor ihm und auf die verstreuten Dörfer. Er genoß das Gefühl, der einzige Mensch zu sein, der wußte, wo Urs Blank sich befand." (S.181)
"Langsam sank er ein. Durch die duftende Schicht trockener Fichtennadeln. Durch die modrige Schicht der von Pilzfäden durchzogenen Streudecke. Durch die erdige Schicht aus schwarzem Humus." (S.224)
"Blank löste den Wald in seine Grundfarben auf und mischte sie neu. Dann begann er seine Formen zu ändern. Ein Wald aus lauter bunten Würfeln, ein Wald aus Kuben, aus Zylindern, aus Tupfern, aus Schleiern. Ein Wald aus Menschen." (S.308)
Eigentlich ist sie witzig: Die Midlife-Crisis. Wenn Laura vom Yoga sich nochmal einen halb so alten Freund sucht. Wenn sich Peter von nebenan mit fünfzig nochmal den schicken Porsche kauft. Was aber oft vergessen wird, ist die Orientierungslosigkeit, die sich dahinter verbirgt. Und die ist verdammt gruselig.
Die dunkle Seite des Mondes ist die Geschichte vor Urs Blank. Ein verlässlicher, emotionsloser, fünfundvierzig-jähriger Wirtschaftsanwalt. Als sein (wesentlich jüngerer, versteht sich) Seitensprung ihn zu einem Trip mit halluzinogenen Pilzen überredet, scheint er danach ein neuer Mensch zu sein. Aber nicht unbedingt ein besserer...
Die Geschichte ist verrückt und nüchtern, beunruhigend und amüsant zugleich. Urs Blank ist nicht unbedingt ein krasser Sympathieträger, seine Geschichte wird zudem genauso unsentimental erzählt, wie er sich verhält. Anwalt halt. Dahinter verbirgt sich aber ein menschlicher Abgrund: die beängstigenden Seiten von Identitätsverlust, dem Herausbrechen aus Routinen und Gewohnheiten.
Beeindruckend ist Suters Dichte im Schreibstil. Hier sitzt alles: keine überflüssigen Floskeln, keine poetischen Abschweifungen. Wir erfahren genauso viel über die Charaktere, wie wir wissen müssen, um sie in unserem Kopf zum Leben erwachen zu lassen. Klar stellt sich die Frage, inwiefern mit Stereotypen gearbeitet wird. Aber eigentlich ist das egal, dass Blank der typische Anwalt ist, seine Frau die typische Anwaltsfrau, ja sogar seine Affäre die typische Affäre. Es ist die Orientierungslosigkeit, die sich echt anfühlt. Giftig, sogar. Und das regt zum Nachdenken an.
Ganz ehrlich; ich verstehe den Hype um dieses Buch nicht.. Alle meinen immer das dies das beste Buch von Suter sein soll. Ich fand es regelrecht langweilig. Also zunächst ist es ganz interessant, wird aber ganz schnell repetitiv. Und das Ende ist sehr ernüchternd und nicht wirklich spannend gemacht. Also dafür das sich der Mittelteil ewig hingezogen hat, kam der Schluss dann doch zu abrupt.
Also lieber JEDES andere Buch von M. Suter lesen. „Elefant“ gehört immer noch zu meinen Favoriten.
Urs Blank ist Staranwalt und lebt ein glamouröses, geregeltes Leben, doch irgend etwas fehlt ihm. Er merkt, dass ihn Fusionsverhandlungen und der ewig gleiche Alltag nicht mehr so berühren und ausfüllen wie früher. Da trifft er auf eine junge Frau, beginnt eine Affäre mit ihr, kann sich durch sie wieder lebendig fühlen. Als die beiden eines Tages einen psychedelischen Pilz-Trip mitmachen, verändert sich Urs Leben dramatisch...
Wow, was war das für ein Trip! "Die dunkle Seite des Mondes" ist abgedreht, verrückt, irgendwie wirr, dabei aber sehr spannend und verstörend.
Urs Blank ist ein höchst unsympathischer Protagonist, mit dem ich mich überhauptnicht identifizieren konnte, das war aber nicht weiter schlimm, ich denke sogar, dass das von Suter so gewollt war. Seine Entwicklung während des Buches hat mich des öfteren sehr beunruhigt und ich saß beim Hören häufig kopfschüttelnd da.
Der Roman ist die perfekte Drogenprävention - wer von Urs Trip liest, möchte sicherlich keine psychedelischen Pilze zu sich nehmen. Dafür hab ich aber dauernd Lust auf Pilzragout, Wildkräutersalate & Co. bekommen. Sprachlich schafft Suter nämlich mal wieder einen richtigen Sog und ich war sehr begeistert von dem nüchternen Schreibstil.
Alles in allem also ein wirklich gutes Buch, das durch die vielen Personen und die manchmal etwas abrupten Perspektivenwechsel aber etwas wirr wirkt. Für mich gibt es 4 / 5 ⭐ und ich kann das Hörbuch sehr empfehlen.
Es fing spannend und vielversprechend an und ging dann in eine Richtung, die ich nicht ganz nachvollziehen konnte und steigerte sich dann soweit, dass es fast ein kleiner Krimi wurde. Aber leider ein ziemlich langweiliger, da vor allem der Mittelteil sich endlos zog. Die Wandlung des Protagonisten vom Unsympath zum Psychopath hat mir leider überhaupt nicht gefallen und empfand ich als ziemlich überspitzt. Ich habe dann darüber philosophiert, ob und welche Message der Autor seinen LeserInnen mitgeben wollte. Lasst die Finger von Drogen? Wahrscheinlich..Nun ja, mir hat die Geschichte leider nicht gefallen.
Wieder einmal habe ich mich überreden lassen, es doch noch mal mit Suter zu versuchen. Und wieder einmal die Erkenntnis: er schreibt zwar gut, ist aber nichts für mich. Ich kann mit seinen Personen nichts anfangen, sie berühren mich nicht. Ich bin zwar in der Lage, eine Flucht in die Natur, in den Wald, und auch eine Besessenheit mit einem Thema in gewissem Grad nachzuvollziehen. Trotzdem ist mir das Schicksal von Urs Blank gleichgültig geblieben. Schade um die Zeit.
Ich habe, ehrlich gesagt, mehr erwartet von dem Buch. Es hat sich gut und einfach gelesen, aber man hat die ganze Zeit auf Spannung gewartet, die nicht gekommen ist. Das Ende aber hat zum Buch an sich gepasst: ernüchternd. Ich würde es nicht weiterempfehlen.
Ausgesprochen gut geschrieben, aber inhaltlich zum an die Wand werfen, so sehr habe ich den Protagonisten teilweise verabscheut. Wer davor bereits eine Aversion gegen Anwälte hatte, wird darin nur bestärkt werden, und wer sie noch nicht hatte, wird damit enden.
naajaaa die geschichte an sich bodenlos spannend aber es wurd doch ein bisschen viel vom fusionsrecht und wald erzählt und da ! kenne ich mich nicht aus, deswegen hat es sich in die länge gezogen aber surters vokabular ist 1 banger
3,5 Sterne würde ich vergeben. Es war komplett anders, als ich es erwartet habe und ich weiß nicht, ob das positiv oder negativ ist. Teilweise war es sehr langatmig, dann wieder relativ spannend und dann wieder langweilig. Urs Blank hat mich am Anfang genervt, dann fand ich ihn kurz okay und dann wurde er zum schlimmsten Protagonisten ever. Aber irgendwie war es trotzdem alles okay. Die ganze Anwalts/Wirtschafts-Storyline hat mich so wenig interessiert, dass ich es meistens eher überflogen habe. Und meiner Meinung nach ein bisschen zu viele Perspektivwechsel, obwohl das ab und zu auf jeden Fall nötig war, um es weniger langweilig zu machen. Die Pilz-Drogen-Storyline war der Grund, warum ichs überhaupt lesen wollte und das war auch das einzige, was es ein bisschen interessant gemacht hat meiner Meinung nach.
By several negative reviews of Suter books from my Goodreads friends I was primed to be wary of this author. Almost all of his books feature the same characters. Very successful older men with status and disputable past or present. Literature for old white men, belonging to the maligned "entertainment" side of German literature instead of the "serious" one.
All of that proved true: cardboard characters described by position in society, profession and appearance. The main protagonist is Urs Blank, one of the top M&A lawyers in Switzerland. He's living through his second midlife crisis and leaves his long-time partner for the 23 year old hippie Lucille. He even goes so far to spend a weekend with her on a magic mushroom retreat. Alas, he gets a wrong one, the drug abuse reveals his hidden killer instinct and unluckily the trip doesn't really end. He turns into a hunter and forfeits his job and social life, opting for a life in the woods, committing various crimes up to and including murder. He chooses a life on the dark side of the moon which coincidentally is also termed the perfect soundtrack for a shroom experience.
I'm not convinced what makes Blank (!) so special. Why is he so successful in his job? The M&A parts remain shallow and feel wrong. This business is not so simple and transactions and choices of lawyers and consultants don't work like that. No idea what moves Lucille to start an affair with him either. None of the characters feels like an average person acting in a believable way.
But it is a page-turner. To me, it was like watching Michael Douglas in Falling Down and who doesn't like Falling Down. Once I stopped caring about the cardboard characters and went with the flow, I had fun. Beyond the immediate fun, not much remains. I let fate decide if I read another Suter. In Frankfurt, we have those public book cabinets. If I ever find one of his books there, I'll take it. If not, I will not miss much.
Was soll ich sagen, das Buch hat mich gefesselt. Mein erstes Martin Suter-Buch und ich bin sehr sehr positiv überrascht. Nachdem ich in den letzten Tagen noch viele weitere Fans von Suter neben unserem Bendi aufgeschnappt habe, musste ich mich selbst überzeugen. Super Schreibstil, ich konnte mich in die so absurde Lage ,trotz ständiger Perspektivenwechsel, anstrengungslos hineindenken. Leo hatte mich gewarnt, dass die Story ein bisschen abgefuckt ist, aber mich hat sie sehr sehr stark angesprochen. Mich würde nur interessieren, wieviel davon wahr ist, auf dem Rücken des Buches steht, dass es gut recherchiert ist. Meine endgültige Bewertung? Eine sehr gute 9.7 / 10. Ich hatte auch zwischenzeitlich schon mit Wut und Liebe angefangen und so mehrere Bücher gleichzeitig gelesen und das wird jz fortgeführt. More to come und danke fürs Lesen dieser extraordinären Bewertung. ;)
Mir ist es wichtig ab und zu meinen Sinn für die deutsche Sprache zu schärfen und ein deutsches Buch zu lesen. Diesmal kam mir wieder Martin Suter unter, den ich mir wie immer für seinen arschtrockenen Schreibstil lobe.
Davon abgesehen fand ich die Handlung sehr ausgefallen, brutal und nicht unfassbar spannend.
Starwirtschaftsanwalt Urs Blank, fünfundvierzig, Fachmann für Fusionsverhandlungen, hat seine Gefühle im Griff. Doch dann gerät sein Leben aus den Fugen. Ein Trip mit halluzinogenen Pilzen führt zu einer gefährlichen Persönlichkeitsveränderung, aus der ihn niemand zurückzuholen vermag. Blank flieht in den Wald und lernt dort zu überleben. Bis er endlich begreift: Es gibt nur einen Weg, um sich aus diesem Alptraum zu befreien.
Der Schreibstil ist knackig, ohne überflüssige Schnörkel, sorgt aber trotzdem für ausreichend Atmosphäre. Der Leser wird direkt durch viele schnelle Perspektivsprünge mitgerissen, die aber gut miteinander harmonieren und keine Verwirrung aufkommen lassen. Erzeugt wird eher der Eindruck von gezielt gesetzten Schnitten in einem Film, was für Tempo und Abwechslung sorgt.
Die inhaltliche Verbindung der Persönlichkeitsveränderung des Hauptcharakters, den Reaktionen seines Umfelds, dem Umschwung von Anwaltssorgen und Affären hin zu verrücktem Survivaltrip, Spannung und Krimianleihen fand ich sehr ungewöhnlich und wirklich gut gelungen. Der Roman wurde nie langweilig, hatte einige WTF-Momente zu bieten und gerade die zweite Hälfte habe ich als ziemlich spannend und faszinierend empfunden. Das Ende fällt etwas knapp, aber gut aus.
Hat mich auf alle Fälle überzeugt und ich werde „Die dunkle Seite des Mondes“ sicher irgendwann ein zweites Mal lesen!
Dann und wann mal ein wenig humorvoll und/oder eine kurze Überraschung. Aber doch etwas sehr langatmig, klischeehaft & repetitiv ... ab der Mitte langweilig und es wird nicht besser bis zum Ende (habe es sehnlichst erwartet)
Die Geschichte an sich, war durchaus spannend. Allerdings empfand ich die vielen Figuren als sehr verwirrend und die Sidestory der Kanzlei über Wirtschaftskriminalität eher ermüdend.
3-4 Sterne. Im direkten Vergleich mit anderen Suter Romanen, fand ich diesen etwas schwächer. Das ist hauptsächlich dem Thema geschuldet, das nicht so ganz mein Fall war. Gleichwohl lese ich Suter immer sehr, sehr gerne! Auch dieses Buch hat mir gefallen.
Meinen ersten Martin Suter konnte ich im Rahmen meiner Diogenes Lese Challenge lesen und bin entsetzt, dass ich nicht schon eher zu einem Buch von ihm gegriffen habe!
Mit Die dunkle Seite des Mondes wusste ich zu Anfangs nicht gleich worauf ich mich hier eingelassen hatte. Die Geschichte fing sehr schlicht und sachlich an. Man lernte Urs Blank den Hauptprotagonisten kennen, sowie einige wichtige und unwichtige Nebenfiguren. Bereits auf den ersten paar Seiten konnte mich aber der Schreibstil von Suter fesseln. Obwohl einigen Stellen trocken und distanziert wirkten, verlor die Geschichte nicht an Spannung. Ganz im Gegenteil, das Buch reizte einen erst recht durch diesen Stil und man wollte erfahren; Wohin geht diese Reise mit Urs Blank?
Ohne viel Spoilern zu wollen: Urs lernt eine Droge kennen und dieser Trip verändert ihn grundlegend. Was sich daraus entwickelt und welchen Einfluss dies auf sein weiteres Leben hat erfährt man, Schritt für Schritt beim Lesen der Geschichte.
Um zwei Uhr wachte er auf. Er fror. Er hatte die Bettdecke weggestrampelt. Der Pyjama klebte am Körper. Sein Gesicht war nass. Durch das halboffene Fenster zog ein frischer Wind. Regen trommelte auf die Kastanienblätter im Hotelpark.
Die dunkle Seite des Mondes S. 133 Ich konnte durch seine Beschreibungen, sehr viel von der Geschichte und den Protagonisten visualisieren und las das Buch beinahe in einem Rutsch durch.
Das Ende war absolut stimmig und obwohl es nicht ein typisches Happy End ist – macht besonders dies das Buch rund. Denn es passt einfach.
Schreibstil & Cover
Der Schreibstil ist wie bereits oben erwähnt herausragend. Es war absolut fesselnd, schlicht aber auch sehr überzeugend. Ich werde auf jeden Fall noch mehr von ihm Lesen!
Das Cover ist wieder sehr Diogenes-like und gefällt mir auch hier besonders gut.
Fazit
Die dunkle Seite des Mondes konnte mich fesseln und überzeugen. Hin und wieder gab es die ein oder andere Stelle, die mir extrem war, doch dies gehörte einfach zu Geschichte und letzten Endes passte alles zusammen!