Ein türkischfränkischer Ermittler zwischen Landjugend und Sauren Zipfeln.
»Allmächt, des is doch die Gelbwurscht-Pflunzn!« Ja, da liegt sie nun, die Gelbwurst-Pflunzn, eigentlich Kerstin und Fleischereifachverkäuferin. Mausetot und nackert. Und einer soll's aufklären: Bülent Rambichler, Kriminaler aus Nürnberg, Sohn eines türkischen Vaters und einer Strunzheimer Mutter, der wenig Lust darauf hat, seine neue Kommandozentrale im elterlichen Gartenschuppen einzurichten. Aber da muss er jetzt durch, der »Büli« - meint auch seine Kollegin Astrid, eine Veganerin im Land der Rostbratwürstel. Gemeinsam fördern sie so einiges zu Tage: Manipulation beim Presssack-Wettbewerb, amouröse Umtriebe des Pfarrers - viele haben Dreck am Stecken, doch wer hat die Gelbwurst-Pflunzn auf dem Gewissen?
Ich habe diesen Titel zum Vorablesen angefordert, weil ich mich auf ein paar Seiten lustigen Klamauk im Voralpenland gefreut habe. Was ich bekommen habe, überschreitet für mich die Grenzen des guten Geschmacks. Dieses Buch ist menschenverachtend, der Kriminalfall papierdünn und spielt kaum eine Rolle. Er bildet nur die Kulisse für Anja Bogners Abrechnung mit der Provinz und ihren Bewohnern. Keine einzige Figur kommt in diesem Buch gut weg, jede einzelne wird nur durch ihre schlechten Eigenschaften charakterisiert. Und das schließt selbst Hauptfigur Bülent Rambichler und seinen esoterisch-erotischen Sidekick Astrid (?) ein.
Ich habe nichts gegen kauzige Kommissare mit verrückten Macken. Aber Büli Rambichler ist eine Figur ohne Ecken und Kanten, Vorlieben und - ja, dafür aber mit ganz vielen Abneigungen. Er verachtet die Leute in seinem Heimatdorf und findet sich selbst ziemlich gut. Und die Leute dort verachten ihn - und sich selbst, gegenseitig.
Das Mordopfer wird von allen nur die "Gelbwurst-Pflunzen" oder die "Dorfmatratze" genannt. Sie war fett. Und natürlich hässlich. Wie fette Menschen halt so sind. Und überhaupt Leute aus der Provinz: hässlich. Hässlich und dumm. Und versoffen. Aber vor allem dumm. Und weil sie so dumm sind, sind sie auch sexbesessen. Keiner von ihnen kann es unterlassen, der super sexy Astrid hinterherzugeifern und sich schon mal gedanklichen einen runterzuholen. - Natürlich nicht die Provinzlerinnen. Die sind damit beschäftigt Büli begatten zu wollen oder wahlweise ihre männlichen Mitprovinzler. Klar, denn ansonsten bekommen die ja gar keinen ab, so dick, dumm und hässlich wie die sind!
Ich wohne selbst auf dem Land, und als Zugereiste finde ich selbst nach einigen Jahren bestimmte Verhaltensweisen der Alteingesessenen wunderlich bis ... nun ja, das Spektrum ist groß. Aber zeigt mir doch bitte mal den Landstrich, in dem wirklich ALLE Arschlöcher sind.
Leute, ich kann nicht mehr. Ich habe wirklich versucht, diesem Buch etwas Lustiges abzugewinnen oder mich mehr auf den Fall zu konzentrieren. Aber ganz ehrlich: es gibt keinen Fall. Die Ermittlungen kommen kaum voran. Kein Wunder, denn Kommissar Büli stellt ja schon zu Anfang klar, dass er eigentlich gar nicht ermitteln, sondern lieber wieder in Ruhe in seine sportlichen Chinos pupsen möchte - im sicheren Büro versteht sich.
Es ist mir egal, wer diese Frau ermordet hat oder welches verrückte Ereignis dazu führte, denn jede einzelne Figur in diesem Buch ist mir egal. Niemand vermisst die Gelbwurst-Pflunzen, diese fliegende Sau (die Frau ist aus dem Fenster gestürzt - kein Spoiler, das erfährt man gleich zu Anfang), nicht einmal ihre eigene Familie. Wieso sollte denn der Leser Interesse an den Umständen ihres Todes haben, wenn niemand in diesem "Fall" es hat? Es gibt keine Indizien, keinen echten Verdacht. Es gibt ein paar Befragungen, die allesamt gleich ablaufen: Bülent stellt eine halbwegs rationale Frage. Der Befragte sagt etwas Beklopptes (vom Dorf halt... höhö). So kommt dieser Karren einfach nicht auf die Straße.
Und ich klappe dieses Ding jetzt zu (vielleicht verbrenne ich es nachher rituell im Garten - darf ich ja! Ich komme doch vom Dorf!), und lese dann Marc Ritter weiter, der vormacht wie man bayrische Provinzkrimis wirklich schreibt.
Bülent Rambichler,Hauptkommissar in Nürnberg und sehr selten zu Besuch bei seinen Eltern in Strunzheim wird in die alte Heimat zetiert um einen Fall zu lösen. Die Fleischereifachverkäuferin Kerstin wird in Strunzheim tot aufgefunden. Bülent begibt sich nur ungern nach Strunzheim,im Schlepptau seine Assisstentin Astrid,eine vegane Kriminalerin. Die Eltern von Bülent sind total angetan von Astrid und gerade seine Mutter hat ausgeprägte Enkelkind- Phantasien. Erkan Rambichler ist ein absoluter Dickschädel und mischt sich immer wieder in die Ermittlungen ein. Auch gibt es da noch die sogenannten "Dorfsheriffs", die Walder- Zwillinge. Sie tauchen immer auf,wenn man nicht unbedingt mit ihnen rechnet und haben da auch wilde Phantasien,was den Täter angeht. Bülent spürt mit der Zeit immer wieder ein kribbeln im Bauch,wenn er mit seiner Assisstentin zusammen ist. Wird Bülent den Fall lösen können und gibt es ein Happy End mit Astrid???
Meinung:
Das Cover sticht sofort ins Auge und man muss den Klappentext lesen. Im Buch selbst,werden die wichtigsten Charaktere kurz vorgestellt,bevor es richtig los geht. Am Ende des Buches gibt es eine Karte mit den wichtigsten Plätzen in Strunzheim und das Glossar mit "Fränkisch für den Hausgebrauch". Die Gestaltung des Buches gefällt mir sehr gut. Der Schreibstil ist locker und lässt sich sehr zügig lesen.
Es wird viel privates um Bülent Rambichler beschrieben,was mich persönlich aber nicht gestört hat.Es wird wohl eine Fortsetzung geben,weil hinten auf dem Buch steht,dass es der erste Fall für Bülent Rambichler ist und von daher sind gewisse Informationen gar nicht verkehrt.
Der Spannungsbogen flacht zwischendurch etwas ab,steigt zum Ende hin aber wieder an. Es gibt immer wieder neue pikante Ermittlungsergebnisse und auch wer der Täter ist kommt erst ganz zum Schluss raus. Auch gibt es hier eine unerwartete Wendung,die für mich überraschend kam und gut gelungen ist.
Der Humor kommt in diesem Buch auch nicht zu kurz: Seite 12 "Noch einige Zentimeter kleiner,und die beiden würden als Erdmännchen mit lila Haaren,gestärkter Bluse und Faltenrock durchgehen". Da musste ich doch tatsächlich an die Trolle aus meiner Kindheit denken,die es zum spielen gab.
Fazit:
Ein gelungener Provinzkrimi,der definitiv seine Liebhaber finden wird. Ich bin gespannt auf die Fortsetzung,die hoffentlich nicht allzu lange auf sich warten lässt.
Kurz zum Inhalt: In Strunzheim wird die Leiche der Fleischfachverkäuferin Kerstin Rummsler, von allen "Gelbwurst-Pflunzen" genannt, gefunden - nackert, nur mit Engelsflügeln bekleidet. "Gefunden" wurde sie von den alten Walder-Zwillingen, die sie unabsichtlich überfahren haben. Erkan Rambichler, Deutsch-Türke und Vorstand des Geflügelzuchtvereins im Ort, weiß auch sofort, wer der Einzige ist, der diesen Fall lösen kann: sein Sohn Bülent, Kriminalbeamter in Nürnberg. Dieser hat es sich jedoch in seiner Dienststelle gemütlich eingerichtet, wo er keinen Kontakt zu Leichen hat. Dies ist nun vorbei, da er von seinem Chef höchstpersönlich zur Aufklärung des Falles in sein Heimatdorf beordert wird - gemeinsam mit seiner Kollegin Astrid "Sunshine" Weber, die der Ruhepol zum gegenteiligen Bülent ist. Können die beiden den Mord aufklären?
Meine Meinung: "Bülent Rambichler und die fliegende Sau" ist der Auftakt einer Reihe um den Kriminalkommissar Bülent Rambichler. Der Schreibstil ist flüssig und schnell zu lesen und erinnert sehr an die humorvollen "Eberhofer"- und "Kluftinger"-Krimis. Was anfangs noch wirklich witzig zu lesen war (zb lautet der Spitzname des Säufers "Suff" und der Nachname des Leichenbeschauers Fledderer), hat sich im Laufe der Geschichte leider immer mehr aufgebauscht, und es wurden dann nicht nur sämtliche handelnden Personen, sondern auch die Situationen zu übertrieben und überzogen dargestellt - das war mir dann schon zu viel des Guten, und es war teilweise anstrengend zu lesen. Auch die Auflösung hat mich nicht so ganz zufrieden gestellt, das hätte man noch ein kleines bisschen harmonischer verfassen können. Die sich anbahnende Romanze zwischen Bülent und Astrid hat mir hingegen sehr gut gefallen, und auch die niedliche Sau Hannelore habe ich ins Herz geschlossen.
Am Ende gibt es ein Glossar, um die umgangssprachlichen Ausdrücke zu erklären. Auch innerhalb des Buches gibt es für einzelne spezielle Begriffe immer wieder erklärende Fußnoten. Das Cover zeigt einen Wolpertinger - mir ist leider nicht ganz klar, wie das mit der Geschichte im Zusammenhang stehen soll.
Fazit: Eigentlich ganz unterhaltsamer Klamauk, jedoch alles zu überspitzt. Mehr ist manchmal eben nicht mehr.
Ein weiterer "lustiger" Regionalkrimi geht an den Start, beheimatet in der tiefsten fränkischen Provinz mit einem Nürnberger Ermittlerduo, bestehend aus dem Halbtürken Bülent Rambichler, welcher ungern sein Büro verlässt und Ermittlungen nur in Akten verwaltet, dafür umso mehr Aufmerksamkeit seiner Körperpflege widmet und seiner Assistentin "Sunshine" Astrid, ehrgeizig, vegan, Yogaversessen. Und ausgerechnet Rambichler soll in seinem Heimatort in der tiefsten Provinz den etwas kuriosen Tod einer jungen Frau aufklären.
Das klingt doch schon mal nach guter Unterhaltung, dachte ich mir, als ich zum Buch griff. Die Handlung nimmt schnell Fahrt auf, eine Slapstickeinlage jagt die Nächste, Strunzheim wimmelt nur so von skurrilen Bewohnern, renitente Rentnerzwillinge, Alkoholiker an allen Ecken, ein Pastor mit einem erotischen Hang zu über 80 jährigen Seniorinnen, debile Metzger u.s.w. Es wird eigentlich permanent dialektisch derb geflucht, richtige Dialoge sind Fehlanzeige, da keiner der Protagonisten intellektuell dazu in der Lage wäre. Der eigentliche Fall - des gefallenen Engels - oder besser Gelbwurst-Pflunzn bzw. Dorfmatratze - tritt in den Hintergrund, das Mädel war eh allen egal, außer wenn`s ums begatten ging...
Mein Fazit ist gespalten, ich hatte mir was anderes erhofft, Humor, Derbheit, skurrile Personen - alles schön und gut aber hier wurde maßlos übertrieben und damit kam es nur als platte Vorführung debiler Landbevölkerung ala Vormittagsprogramm der privaten Fernsehsender rüber, obwohl jede Potential drinnen steckte, auch die Grundidee war gut. Wie man es besser machen kann zeigen die Kollegen*innen Falk, Maurer, Föhr oder Kobr/Klüpfel.
Zum Inhalt: Bülent Rambichler, Kriminaler aus Nürnberg, Sohn eines türkischen Vaters und einer Strunzheimer Mutter, der wenig Lust darauf hat, seine neue Kommandozentrale im elterlichen Gartenschuppen einzurichten. Aber da muss er jetzt durch, denn er muss aufklären, wie Kerstin um Leben kam. Meine Meinung: Ein humorvoller Krimi, der in Franken spielt und mit sehr viel Humor und viel fränkischem Dialekt daher kommt. Der Schreibstil und die Story haben mir recht gut gefallen. Den Humor und auch den Dialekt fand ich so über die Hälfte des Buches auch recht amüsant, im Laufe des Buches nutzt sich dass aber ab und war dann auch nicht mehr so lustig. Die Figur Bülent, seine Kollegin Astrid und Bülents Eltern haben mir sehr gut gefallen. Büle und Astrid geben schon ein interessantes Ermittlerduo ab. Fazit: Für mich ein wenig zuviel Lokalkolorit
Bülent Rambichler - was für ein Name - und dann noch eine fliegende Sau, dazu ein umwerfendes Cover, da kann ja wohl nichts schiefgehen.
Bülent, seines Zeichens Kriminalhauptkommissar in Nürnberg (am liebsten HINTER seinem Schreibtisch!) soll mit seiner ehrgeizigen Assistentin ausgerechnet in seinem fränkischen Heimatdorf Struntzheim einen Mord an einer Fleischereifachverkäuferin aufklären. Dass er der zuständige Ermittler wird, daran sind sein Vorgesetzter und die Machenschaften seines türkischen Vaters Schuld.
Mit fränkischem Lokalkolorit und recht viel typischer Mundart nimmt uns Anja Bogner bei der Hand und wir lernen alle Protagonisten einschließlich der Tiere kennen. All das schildert sie uns sowohl mit einem Schmunzeln als auch auf recht gewöhnliche Art, eben so, wie die Dörfler sind.
Den Kriminalfall löst der Hauptkommissar mit Hilfe seiner Kollegin Astrid natürlich, was auch sonst.
Ich denke, wenn man - spätestens mit Hilfe der Übersetzungen - diesen Roman verstehen kann, hat man sehr viel Freude daran. Und ich bin auch davon überzeugt, dass es weitere Romane mit Bülent Rambichler geben wird.