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Der Aufstieg des Nationalpopulismus

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Das Phänomen des nationalistischen Populismus hat in den vergangenen Jahren in Europa und darüber hinaus einen großen Aufschwung erlebt. Parteien und Organisationen verzeichnen steigenden Zulauf, einige haben es in die Parlamente oder sogar in die Regierungsverantwortung geschafft. Die in diesem Buch als Nationalpopulismus bezeichnete Politikrichtung basiert auf einer neuen Politik- und Weltanschauung jenseits gängiger Rechts-Links-Schemata. Sie stellt bestehende politische, rechtliche und gesellschaftliche Ordnungen infrage, stilisiert sich bewusst als Alternative zum etablierten Politikbetrieb und profitiert von dessen Krise. Kai Hirschmann beschreibt den Nationalpopulismus als bürgerliche Gegenbewegung, die von rechtspopulistischen und rechtsextremen Bestrebungen klar abzugrenzen sei. Mit welcher Programmatik und unter welchen Voraussetzungen erzielen nationalpopulistische Parteien Erfolge? Welche Herausforderungen stellen sie für Demokratie und Rechtsstaat dar? Und wie ist damit umzugehen?

271 pages, Paperback

Published January 1, 2017

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May 13, 2018
Das Buch "Der Aufstieg des Nationalpopulismus" ist in fünf Kapitel untergliedert. Das erste Kapitel benennt ganz grob die Ursachen sowie die Basis des Nationalpopulismus. Das zweite Kapitel beleuchtet die Wählerschichten und beschreibt die Historie und Entwicklung europäischer nationalpopulistischer Parteien und findet Gemeinsamkeiten. Das dritte Kapitel untersucht die von diesen Parteien angewandten Mittel um erfolgreich zu sein. Kapitel vier geht oberflächlich auf die Gefahren des Nationalpopulismus für die Demokratie und damit letztendlich den einzelnen Bürger ein. Das letzte Kapitel schlussendlich gibt Vorschläge für den Umgang mit nationalpopulistischen Parteien.

Kai Hirschmann hat ein kompaktes Buch zu diesem Thema verfasst, das eine hohe Informationsdichte enthält. Mit einigen wenigen Diagrammen wird versucht, manche Sachverhalte besser darzustellen. Das Anmerkungsverzeichnis ist, wie man es für ein eher wissenschaftliches Werk erwarten würde, riesig. Es ist ganz klar kein einfach zu lesendes Buch, trotzdem ist es verständlich. Jedoch ist es für Mich, nach dem Lesen, eines jender Bücher, das man immer wieder aufschlagen wird, um Begriffe und Sachverhalte nachzuschlagen. Das Buch ist ein ständiger Begleiter, wenn man mit dem Nationalpopulismus zu tun hat.

Empfehlenswert ist es für alle, die sich mehr mit dem Nationalpopulismus beschäftigen wollen oder ständig mit diesem zu tun haben. Wenn Sie nicht so sehr ins Detail gehen wollen, gucken Sie sich nach einem anderen Buch um. Jedoch sind für jeden die Kapitel 1 "Der Nationalpopulismus als bürgerliche Gegenbewegung" und Kapitel 5 "Der Umgang mit einem sich verstärkenden Phänomen" absolut relevant. Wenn Sie dieses Buch kaufen, machen Sie nichts falsch. Unter Umständen bekommen Sie viel mehr, als Sie erwartet haben. :)

Für Mich herausgenommen habe Ich zum einen, wie der Nationalpopulismus arbeitet und zum anderen, wie man ihm begegnen kann. Leider ist die Art, wie man ihm aktuell begegnet, die absolut schlechteste aller Arten: Die Änderung der eschäftsordnung zur Verhinderung einer Alterspräsidentschaft der AfD oder die Übernahme der Standpunkte der AfD sind hierfür vollkommen ungeeignet.

Nationalpopulistische Parteien sind ein Problem für den Staat, die Demokratie und für jeden Einzelnen in der Gemeinschaft. Es ist vollkommen legitim darüber zu diskutieren, wie man mit der Globalisierung auf nationaler Ebene umgeht. Es ist vollkommen legitim darüber zu diskutieren, ob man nationaler denken soll. Es ist vollkommen legitim darüber zu diskutieren, wie man mit Geflüchteten umgehen soll. Es ist vollkommen legitim darüber zu diskutieren, welche Art von EU man will oder ob man sie überhaupt will. Das alles sind Standpunkte, die in einer Demokratie eingenommen und disktuiert werden dürfen und müssen. Jedoch diskutieren nationalpopulistische Parteien nicht. Sie hetzen. Sie machen Angst. Sie sind desktruktiv.

Nicht alle Wähler von nationalpopulistischen Parteien sind Nazis. Nicht jeder, der anderer Meinung ist, ist ein Nazi. Es ist ein Bärendienst an der Demokratie den Nazijoker zu ziehen. Dieser hilft der nationalpopulistischen Partei den als Nazi beschimpften Wähler an sich zu binden, weil er sich dann nur bei ihr verstanden fühlt. Viele nationalpopulistische Parteien hocken auf einer Wählerbasis, die so schnell wegfallen kann, wie ein mit Luft gefüllter Ballon platzen kann. Das wissen sie. Davor haben sie Angst. Das versuchen sie zu verhindern.

Nationalpopulistische Parteien kriegt man nicht los, indem man sie ignoriert, kopiert oder bekämpft. Nationalpopulistische Parteien verschwinden, wenn die Wähler Alternativen haben. Es muss unser aller Ziel sein, diese Wähler zurück auf eine Ebene zu bringen, auf der man miteinander ehrlich und demokratisch auf Basis des Grundgesetzes diskutieren kann. Für Deutschland heißt das ganz konkret: Die Gesellschaft muss sich öffnen für die Probleme aller, sie darf sie nicht ignorieren, die Gesellschaft muss (stark) abweichende Meinungen von der Mitte akzeptieren, die Gesellschaft muss bereit sein mit anderen zu diskutieren. Dazu darf sie aber nicht auf die nationalpopulistischen Mittel hereinfallen oder selber anwenden. Ich denke, dass viele AfD-Wähler sich über eine Alternative freuen würden, die demokratischer, weniger nationalpopulistisch und mehr Achtung vor dem Grundgesetz hätte. Holen wir diese Wähler aḃ. Das Buch zu lesen ist ein erster Anfang dafür.
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