Jump to ratings and reviews
Rate this book

Das Leben des Diogenes von Sinope

Rate this book
Unusual book

96 pages, Hardcover

First published April 1, 1999

Loading...
Loading...

About the author

Kurt Steinmann

33 books1 follower
Kurt Steinmann ist ein Schweizer Altphilologe. Er ist bekannt als Autor zahlreicher Übersetzungen antiker Autoren.

Steinmann arbeitete als Mittelschullehrer in Willisau und Reussbühl. Er ist Mitglied bei P.E.N. und bei Autorinnen und Autoren der Schweiz (AdS). Für sein Werk erhielt er zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Förderpreis der Luzerner Literaturförderung (1983), den 1. Preis beim Coop-Kurzgeschichten-Wettbewerb (1985), den Preis der Berner Radiostiftung (1991) und den Werkpreis Pro Helvetia (2003). 2008 machte er durch eine metrische Neuübersetzung der Odyssee auf sich aufmerksam. Noch im selben Jahr bekam er dafür den Kunst- und Kulturpreis der Stadt Luzern.

Ratings & Reviews

What do you think?
Rate this book

Friends & Following

Create a free account to discover what your friends think of this book!

Community Reviews

5 stars
15 (23%)
4 stars
26 (40%)
3 stars
21 (32%)
2 stars
2 (3%)
1 star
0 (0%)
Displaying 1 - 3 of 3 reviews
Profile Image for Петко Ристић.
182 reviews14 followers
June 25, 2024
"Einige weisen ihm auch folgende Anekdote zu: Platon beobachtete ihn, wie er Gemüse wusch; er trat an ihn heran und sagte leise zu ihm: »Wenn du Dionysios (der reiche Tyran vom Sydakus) die Ehre erwiesest, müßtest du jetzt kein Gemüse waschen.<<< Dieser aber habe ebenso leise geantwortet: >>Und wenn du Gemüse waschen würdest, müßtest du nicht Dionysios schmeicheln.<<

Als einer zu ihm sagte: >>Die Mehrzahl der Leute lacht über dich«, erwiderte er: »Ja, und über jene lachen vielleicht die Esel; aber wie sich jene nicht um die Esel kümmern, kümmere ich mich nicht um sie.<<

Die Demagogen nannte er Lakaien des Pöbels, die Ehrenkränze Geschwüre des Ruhms.

Er zündete bei Tag eine Laterne an und sagte: »Ich suche einen Menschen.<<"

Diese Ausschnitte sollen bezeugen mit was für einer Person man es zu tun bekommt, wenn man anfängt, sich mit Diogenes von Sinope zu beschäftigen. Ich hatte gewiß nicht erwartet so oft und so herzlich aus tiefster Sympathie zu lachen. Ob sich nun all dies, genau so wie der römische Historiker Laertios berichtet, zugetragen hat oder nicht ist letztlich irrelevant, denn was zählt ist dass hier eine Persönlichkeit gezeigt wird, die kaum origineller sein könnte.

Diogenes von Sinope würde man heute geistig gestört und einen sittlichen Strolch nennen, da seine Lebensphilosophie keine bloße Theorie, sondern vor allem Praxis beweißt, in der moralische Tabus oder die feige Rücksichtnahme auf die schwachen Gefühle anderer keinen Platz haben. Freilich würde er heute noch viel mehr als zu seiner Zeit auf seine Mitmenschen schimpfen; er empfände gewiß die größte Wonne, all unseren Dünkel, unsere sinnentleerten Rituale, ja unsere ganze dekadente, verfaulte Zivilisation seinem freimütigen Spott auszusetzen, nur um dann von unseren achso braven Bürgern einen "Menschenhasser" genannt zu werden.

Gleichsam bin ich davon überzeugt, dass Diogenes von Sinope sich damals wie auch heute von niemanden unterkriegen lassen würde, obgleich so einer wie er heute gar nicht entstehen und so blühen könnte, wie es im antiken Griechenland noch möglich war. Aber man stelle sich vor, er, der er doch obdachlos war, würde heute einem ekelhaften Bankangestellten der ihn fragte, ob er was für ihn tun könne, genauso wie Alexander dem Großen antworten indem er sagt "Ja, geh mir aus der Sonne". Ich würde ihm die Hand schütteln.

Ein freimütiges Büchlein wie dieses Zeugnis von einem Charakter erhöht fürwahr den Spaß beim lesen, vorausgesetzt man empfände eine starke Sympathie für eben jenen seltenen Menschen. Diogenes nahm wahrlich kein Blatt vor dem Mund, spuckte buchstäblich der Eitelkeit ins Gesicht, urinierte gegen allen Tand und Prunk und trampelte selbst auf "Platons Wichtigtuerei" - dessen teuren Teppich - herum. Wer hätte denn in unserer von Gefallsucht durchsetzten Zeit noch den Mut so offen und ungeniert seinen Standpunkt zu vertreten, wenn man sich bewusst ist, dass man dabei alle "Freunde" verlieren würde.

Obgleich ich persönlich Diogenes nicht als vollgültiges Vorbild bezeichnen würde, so kann ich gleichwohl nicht umhin, seine knallharte Ehrlichkeit und Offenheit zu bewundern, mit der er nicht nur einen starken Charakter, sondern auch sehr oft eine tiefe Weisheit bezeugt. Würden wir auch auch nur einen Teil dieser Eigenschaften verinnerlichen, so wäre ich davon überzeugt, dass unser aller Alltag davon profitieren würde.
Profile Image for Tayfun.
59 reviews
May 7, 2023
In dem Buch werden die wichtigsten Stationen des Lebens von Diogenes beschrieben, von seiner Geburt in Sinope bis zu seinem Leben als "hundeartiger" Philosoph in Athen. Es zeigt, wie er seine Philosophie des Zynismus in die Tat umsetzte, indem er ein Leben der Einfachheit und der Freiheit führte.

Seine Betonung der persönlichen Freiheit und der Unabhängigkeit von äußeren Einflüssen ist eine wichtige Erinnerung daran, dass das Glück und die Zufriedenheit im Leben nicht von materiellen Gütern abhängen.

(Vorsicht, es besteht die Gefahr, dass der Mann dich anpinkelt, wenn du ihm dumm kommst)

“I am Diogenes the Dog. I nuzzle the kind, bark at the greedy and bite scoundrels.”
― Diogenes of Sinope
Displaying 1 - 3 of 3 reviews