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Weiterglauben - Warum man einen großen Gott nicht klein denken kann

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Wer sich mit dem christlichen Glauben beschäftigt, sieht sich häufig mit der Wahl zwischen liberaler Universitätstheologie oder fundamentalistisch anmutender Bibelgläubigkeit konfrontiert. Beides ist einem alltagstauglichen Glauben, der ehrfürchtig und neugierig gleichermaßen nach dem himmlischen Ewigkeitsfaktor sucht, wenig zuträglich.

Dabei sind sich in einer Sache alle einig: Die Bibel ist die Grundlage des christlichen Glaubens. Doch wie kann, darf, muss man mit dem „Buch der Bücher“ umgehen? Fällt ohne klare Begrenzungen, Regeln, Maßstäbe und (Denk-) Verbote nicht alles wie ein Kartenhaus in sich zusammen? Und umgekehrt: Wenn die Bibel einer wissenschaftlichen Überprüfung nicht standhält, haben die Kritiker dann nicht doch recht mit ihrer Behauptung, es sei alles nur ein Konstrukt? Wie können wir dann überhaupt noch über Gott reden?

Thorsten Dietz schreibt über lebendigen, gelebten Glauben, der Orientierung bietet und Einsatz fordert. Ein Plädoyer für Befreiung und Versöhnung – für Über-den-eigenen- Schatten-Springer - und solche, die es gerne wären.

198 pages, Hardcover

Published May 1, 2018

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About the author

Thorsten Dietz

18 books8 followers
Thorsten Dietz hat evangelische Theologie und Philosophie studiert. Nach Vikariat und Pfarramt im Ruhrgebiet von 2000 bis 2005 schrieb er in Marburg eine Doktorarbeit über das Thema »Der Begriff der Furcht bei Luther«. Für diese Arbeit wurde er 2010 mit dem Martin-Luther-Preis der Luthergesellschaft ausgezeichnet. 2011 wurde er zum Professor für Systematische Theologie an der Evangelischen Hochschule TABOR in Marburg berufen. 2014 habilitierte er sich an der Philipps-Universität Marburg mit einer Arbeit zum Thema »Religiöse Gefühle«. 2016 wurde er als ständiger Gast zur Mitarbeit in die Kammer für Theologie der evangelischen Kirche in Deutschland berufen.
Seine Vortragstätigkeit konzentriert sich unter anderem auf die gegenwärtige Bedeutung der Theologie Martin Luthers und ein heutiges Verständnis von »Sünde«. Als Direktor des Marburger Instituts für Religion und Psychotherapie beschäftigt er sich vor allem mit der Theologie und Praxis christlicher Spiritualität und der wechselseitigen Beeinflussung von religiöser Erfahrung und psychischer Gesundheit.

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Displaying 1 - 4 of 4 reviews
Profile Image for Jens Hieber.
543 reviews8 followers
May 27, 2022
Very good. I wish there were an English translation. Along with Siegfried Zimmer, Dietz has been very enlightening and helpful in my thinking and faith journey over the last number of years.
Profile Image for Simon Wiebe.
232 reviews10 followers
October 1, 2022
Ich habe schon lange kein so hässliches Cover mehr gesehen. Dafür war der Inhalt umso schöner. Es geht um die Leitfrage: Wie kann lebendiger Glaube in Freiheit gelegt werden, ohne sich in Beliebigkeit zu verlieren? Dietz greift viele Fragen auf, die ich mir selbst in letzter Zeit gestellt habe und gibt hilfreiche Perspektiven auf sämtliche Themen (Schriftverständnis, Historizität, Ethik, Spiritualität, uvm.) Eins der hilfreichsten Bücher für dieses Jahr.
Profile Image for Werner Braun.
57 reviews2 followers
October 1, 2025
Trotzig und bescheiden, sprachgewandt und intelligent wirbt der evangelische Theologe Thorsten Dietz in seinem Buch dafür, die Gottesfrage und die damit verbundenen existenziellen Fragen neu zu denken, um im Glauben zu wachsen. Dietz ist durch und durch systematischer Theologe, was sich in seiner Wortgewandtheit und Detailversessenheit zeigt. Das wirkt einerseits positiv, kann aber gleichzeitig teilweise schwammig oder untransparent erscheinen. So bleiben etwa Formulierungen wie „theologische Verdichtung“ im Kontext der biblischen Urgeschichte schwer nachvollziehbar, da nicht klar wird, was genau darunter zu verstehen ist: „Die Erzählungen der biblischen Urgeschichte sind nicht einfach ‚nur‘ Dichtung, auch wenn sich in diesem ‚nur‘ eine traurige Unterschätzung dessen zeigt, was Poesie sein kann. Diese Texte sind noch mehr als Dichtung, es handelt sich um theologische Verdichtung von Menschheitserfahrungen.“

Dietz arbeitet sich durch zentrale philosophische und theologische Themen: die Frage nach Wahrheit, die Bibel als Gottes Wort, ethische Entscheidungsfindung, Gottesbild, christliche Gemeinschaft und die Zukunftsfähigkeit der Kirche. Positiv hervorzuheben ist, dass er pointiert Meinungen darlegt und zum kritischen Nachdenken anregt. Dabei wirbt er für eine Art „Weiterglauben“ – sowohl in der Tiefe des eigenen Denkens als auch in der Weite des Glaubens. Sein Wortspiel im Titel spiegelt die zentrale Intention des Buches: Nicht stehenbleiben, sondern weiterdenken, weiterfragen, weiterwachsen.

Seine Auseinandersetzungen mit kontroversen Themen wie gleichgeschlechtliche Ehe, Frauenordination oder Polarisierung innerhalb der Kirche sind pointiert und bewusst herausfordernd. Auch wenn ich persönlich seine Sichtweisen in diesen Fragen nicht teile, finde ich es wertvoll, dass sie angesprochen werden, da sie zur kritischen Auseinandersetzung einladen.

Die Darstellung Gottes als „verborgen offenbarter und offenbar verborgener Gott“ macht deutlich, dass menschliches Reden über Gott zunächst subjektiv bleibt und niemals Gott selbst gleichgesetzt werden kann. Dietz betont weitergehend treffend: „Der Verzicht auf die Wahrheitsfrage ist ein Luxus der Unbeteiligten.“

Gleichzeitig bleiben jedoch einige Argumentationen schwer nachvollziehbar. Dazu gehört insbesondere die Unschärfe mancher theologischer Begriffe sowie die eher diffuse Darstellung seiner Anthropologie und seines Inspirationsverständnisses. So widerspricht er teilweise sich selbst in Bezug auf den Offenbarungscharakter der Bibel: Einerseits erkennt er an, dass die neutestamentlichen Autoren die Schriften des Alten Testaments als Gottes Wort gelesen haben, andererseits schreibt er: „Die biblischen Texte kennen einen solchen unmittelbaren Offenbarungscharakter der ganzen Bibel gar nicht.“

Sein Kapitel zur Ethik bleibt ebenfalls uneindeutig, und die Betonung von Mystik als Schlüssel zur Zukunft der Kirche sehe ich kritisch. Als jemand, der in der Liturgie (Wort & Sakrament) den zentralen Schlüssel des Glaubens erkennt, halte ich eine stärker praxis- und traditionale Ausrichtung für essenziell.

Positiv hervorzuheben ist Dietz’ Haltung zur Demut und sein Aufruf zu tiefgehender Auseinandersetzung. Er fordert den Leser dazu auf, nicht bei einfachen Antworten stehenzubleiben, sondern die eigene Theologie und das Glaubensverständnis kritisch zu prüfen. Zahlreiche Kapitel regen dazu an, über das persönliche Denken hinaus auch den Umgang mit der Kirche und anderen Christen reflektiert anzugehen.

Insgesamt ist das Buch sprachlich anspruchsvoll und gedanklich reichhaltig, regt stark zur Reflexion an und öffnet Räume für ein erweitertes Glaubensverständnis. Wer jedoch klare, biblisch-theologische Antworten oder eine stringente Linie erwartet, wird stellenweise auf Schwierigkeiten stoßen. Es eignet sich daher eher für den Leser, der sich auf theologische Spurensuche begeben möchte, bereit ist, über komplexe Gedanken nachzudenken und auch kritische Positionen einzunehmen.
Profile Image for Roy.
132 reviews
September 10, 2021
I like this book and how Thorsten brings together all that can be observed and learned and concluded about the Christian faith from previous generations, theologians, traditions, ways of life, ways of seeing und understanding, cultural backgrounds… and connected to all of that to the God of the Bible, who so many claim to know, to understand, having had experiences with. Yet God cannot be controlled or managed by our understanding of the bible or our interpretation of past, present or future events. Which might be scary to some, but hey, welcome to the world of faith. Thorsten shows that this is not a new thing and reminds us to stay humble and curious and prepared to learn, when dealing with the great influxes of religious views of a globalised world where all of this presents itself to us in real-time and a high level of complexity which indeed IS a relatively new thing. Our desire for simple answers is understandable, but does not mean that a simple faith has more truth than one that embraces all of this and tries to continue the journey of experiencing ongoing learning about God and his world.
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