»Am Ende kommt es nicht darauf an, ob sich unsere Hoffnungen bewahrheiten. Sondern darauf, ob man glücklich war.«
Ein Zitat aus Linda Schipps Nachwort aus ihrem Buch "Verdammt nah am Himmel". Zwei Sätze, die mich innerhalb von Sekunden dazu gebracht haben, in Tränen auszubrechen. Erneut.
"Verdammt nah am Himmel" ist ein unglaublich besonderes und zutiefst berührendes Buch. In der Geschichte folgen wir zwei Personen:
Rose, einem Bauchmenschen voller Fröhlich- und Herzlichkeit, sprühend vor Liebe zum Leben. Liebenswert und unbeschwert.
Und Jack, einem jungen Mann, der eine Antwort auf alles zu haben scheint. Rational, intelligent, nüchtern, durch und durch Wissenschaftler. Und suizidgefährdet.
Begibt man sich mit Rose und Jack auf die Reise durch dieses außergewöhnliche Buch, lernt man nicht nur die beiden Protagonisten sehr genau kennen, sondern auch sich selbst. Der Tod, die Frage nach seinem Sinn, nach Gott, nach einem Leben danach, führen unweigerlich dazu, dass man sich mit seinen eigenen Ansichten und Gedanken, und vielleicht auch Dämonen dazu auseinandersetzt.
Linda Schipp schafft es auf ganz besondere Weise, ein sehr schwieriges und für viele Menschen unangenehmes Thema sehr offen anzusprechen, ohne ihm seine sensible Seite zu nehmen. Und trotz aller Ernsthaftigkeit kommt gleichzeitig auch der Humor nicht zu kurz, sei es durch kleine zynische Randkommentare oder Schlagabtäusche. Die Übergänge zwischen Jack's und Rose's Gedanken sind fließend, dennoch weiß man immer genau in wessen Gedankenwelt man sich gerade befindet. Beide Charaktere werden auf den Seiten so lebendig, dass man jede ihrer Emotionen selbst zu spüren scheint.
Mich hat ein Buch selten so berührt wie dieses. Ich weine kaum, wenn ich Bücher lese, aber "Verdammt nah am Himmel" hat mich oft zum Weinen gebracht – mal mit einem Lächeln im Gesicht, mal aus genau dem gegenteiligen Grund. Es ist ein Buch, auf dass es sich lohnt, sich voll und ganz einzulassen, bei dem es sich lohnt, jede Seite zu fühlen und jedes geschriebene Wort in sich aufzunehmen.
Letztendlich wird keines der Worte in meiner Rezension dem gerecht was ich mit dem Lesen dieses Buches verbinde. Aber ich bin mir sicher: am Ende nimmt jeder etwas Hoffnung und Glück daraus für sich mit, egal wie sehr einen die Thematik emotional aufwühlt oder mitnimmt. Für mich persönlich nehme ich ein Zitat aus dem Buch mit, dass mich nicht mehr loslässt seit ich es gelesen habe. An dieser Stelle im Buch ragt sogar ein kleines Post-It über die Seiten:
»Ich werde nicht aufhören, an Dinge zu glauben, die meine Welt zu einer besseren machen. Das ist meine persönliche Religion.«