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Politik der Affirmation

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"Der vorliegende, kurze aber intensive Band hat sich zum Ziel gesetzt, die Entwicklung einer feministischen, affirmativen Ethik zu umreißen. Die Zusammenstellung der beiden 2006 und 2008 geschriebenen Essays enthält in kondensierter Form die wesentlichen Denkprozesse, auf denen die Ausarbeitung affirmativer und ethischer Subjektauffassungen beruht. Der Band beginnt mit einem Überblick über Nomadische Theorie und deren Anknüpfungspunkte an die wesentlichen Lehren und Implikationen einer affirmativen Haltung. Das Streben nach Affirmation ist ein wesentlicher Teil meiner politischen Praxis und meines feministischen politischen Prozesses. Ich bemühe mich um gesellschaftliche Horizonte kollektiv hervorgebrachter Hoffnung und entleihe hierfür dem kritischen Neospinozismus des französischen Denkens Inspirationen, Konzepte und Begriffe. Aus meiner Sicht liegt hierbei die bedeutendste Quelle im neomaterialistischen Zweig der poststrukturalistischen Philosophie, insbesondere im Werk von Gilles Deleuze, das in der außerordentlichen französischen Tradition von Immanenz und Körpermaterialismus steht. Ich fühle mich dieser Tradition, die sowohl das begriffliche Denken als auch ethisch-politische Praktiken neu denkt, stark zugehörig."

Der Band versammelt zwei Aufsätze von Rosi Braidotti, die sich mit einem zentralen Konzept ihrer Nomadischen Philosophie beschäftigen: der Nachhaltigkeit. Die hier entworfene Ethik beruht auf einer Subjekttheorie, die insbesondere von den Arbeiten Gilles Deleuzes und Félix Guattaris geprägt ist. So arbeitet Braidotti im ersten Essay die politische Bedeutung einer Subjektauffassung heraus, die das Subjekt als weder autonom noch selbstgenügsam begreift, sondern als relational und danach strebend, die eigenen Lebenskräfte zu bejahen – auch in scheinbar negativen Situationen wie Schmerz, Sucht oder Selbstmord. Im zweiten, stärker literaturwissenschaftlichen Essay wird diese Relationalität anhand der Beziehung zwischen Virginia Woolf und Vita Sackville-West verdeutlicht, die sich in Aspekten der professionellen Zusammenarbeit, kreativen Praxis, intellektuellen Freundschaft und lesbischen Liebe manifestierte.

104 pages, Paperback

First published December 20, 2017

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Rosi Braidotti

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Profile Image for Cristina Chițu.
Author 3 books20 followers
April 13, 2019
Zellen vervielfältigen sich—bei Krebs ebenso wie bei Schwangerschaft.

Abneigungen [dis-affection] jeglicher Art; legale Sucht (Kaffee, Zigaretten, Alkohol, Überarbeitung, Leistungswille), illegale Sucht (natürliche und pharmazeutische toxische und narkotische Substanzen); Selbstmord (vor allem unter Jugendlichen); Empfängnisverhütung, Abtreibung sowie die Wahl sexueller Praktiken und Identitäten; die Agonie bei chronischen Krankheiten; lebenserhaltende Geräte in und außerhalb von Krankenhäusern; Depressionen und Burnout Praktiken werden häufig anhand christlicher Moralvorstellungen bewertet oder unter Bezugnahme auf eine sakralisierte Vorstellung vom Leben und vom Individuum, das dieses lebt. Dadurch werden sie auf Pathologien, soziale Probleme oder Verbrechen reduziert.

Für ein Leben, dessen Begehren darauf abzielt, sich selbst auszulöschen, das heißt an sein Ende zu gelangen und sich dann aufzulösen, ist der Wunsch zu sterben also eine weitere Ausdrucksmöglichkeit für den Wunsch zu leben. Nicht nur besteht hier keine dialektische Spannung zwischen Eros und Thanatos, sondern beide Kräfte sind in Wirklichkeit auch nur eine -zoe als Lebenskraft zielt auf ihre eigene Erfüllung.

(...) Deleuze (...) etwas sehr deutlich: Du kannst dein eigenes Leben in seiner spezifischen und radikal immanenten Form unterdrücken und trotzdem noch das Vermögen oder die Potenz des Lebens affirmieren; insbesondere in Fällen, in denen gesundheitlicher Verfall oder soziale Zwänge dich ernsthaft der Kraft berauben, zu affirmieren und mit Freude anzudauern.
Profile Image for Molsa Roja(s).
872 reviews32 followers
September 27, 2023
Una vez leído Lo posthumano, cuya narrativa no me desagradó y me pareció útil como guía, decidí seguir leyendo alguna obra más de Braidotti, citada en ocasiones por Haraway. No se puede atribuir a Rosi Braidotti una filosofía creativa, y sin embargo, su obra es valiosa. En este libro, Braidotti busca y rebusca en la filosofía más reciente -Haraway, Deleuze y Guattari- las maneras de reinventar la subjetividad y, a su vez, establecer la posibilidad de una ética que vaya más allá de los dilemas morales tradicionales, usualmente escolásticos y con poca o nula utilidad real. El campo de la ética per se, debo admitir, no es mi mayor interés, y tengo pendiente leer a Hannah Arendt. Y sin embargo, Braidotti consigue hilvanar a Deleuze y Haraway en la constitución de este nuevo sujeto posthumano, y después, mediante principalmente la obra de D&G, transformar este sujeto en un vector ético per se. Las últimas cincuenta páginas, sobretodo, han estado bien.
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