Seit dem Roman "Wer fürchtet den Tod" bin ich ein Fan der SF von Nnedi Okorafor, auch die Romane Das "Buch des Phönix" und "Lagune" haben mir gefallen. Diese Geschichte aber, hat mir von ihrem Werk, das ich bisher kenne, am wenigsten gefallen. Ihre Geschichten entstammen einer, für europäische Leser, ungewöhnlichen Science-Fiction-Tradition, die ein schillerndes, oft beinahe magisches Universum der Zukunft beschreiben, mit außergewöhnlichen Aliens, vielen Momenten, die zum Staunen einladen, und einer Heldin, die zwischen Welten, die nicht verschiedener sein könnten, auf der Suche nach sich selbst und ihrem Zuhause ist.
"Binti" ist eigentlich eine Novellensammlung, die, auch vom amerikanischen Verlag und von CrossCult zuerst als eBooks veröffentlicht wurde, dies ist der Sammelband der drei zusammenhängenden Binti-Novellen.
Binti, Himba von der Erde, ist eine außergewöhnliche Protagonistin, die sich einerseits zutiefst in der Kultur der Himba verwurzelt fühlt, aber auch nicht widerstehen kann, als sie die Zulassung für die Oomza-Universität bekommt. Sie riskiert es, zur Außenseiterin zu werden, die mit allen Traditionen ihres Volkes bricht, um auf einem lebendigen Raumschiff (Raumschiffe sind in der Science-Fiction-Welt, die Nnedi Okorafor für die Binti-Novellen erschafft, genetisch manipulierte, intelligente Meerestiere, die reiselustig sind und in mit Pflanzen gefüllten Kammern in ihrem Inneren Menschen und andere Aliens von Planet zu Planet befördern) zu der Universität zu reisen.
Auf dem Weg zur Universität wird ihr Raumschiff von Medusen überfallen und sie wird zur Zeugin eines Massakers und erweist sich als die einzige Person, die Schlimmeres verhindern kann. In den nächsten Monaten wird sie zur Friedensstifterin, und die Eigenschaften und Ideen anderer Spezies und Kulturen werden wortwörtlich ein Teil von ihr...
Damit beginnt die erste von drei Novellen, in denen wir Bintis Reisen und Erlebnisse sowie ihre Suche nach Identität begleiten...
Während die erste Novelle noch spannend ist, wobei vieles noch offen bleibt, so sind die beiden nächsten Teile merkwürdig unispiriert, sie haben keinen echten Spannungsbogen und plätschern m.E. so vor sich hin. Auch nervt mich nach einiger Zeit die esoterischen Momente bei der Beschreibung der Himba-Kultur, die, nach Lektüre des Buches, sowieso das Beste ist, was die Erde jemals hervorgebracht hat...
Irgendwie hat mich Nnedi mit diesem Buch nicht gepackt...