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Alles im Fluss: Die Lebensadern unserer Gesellschaft – Geschichte und Zukunft der Infrastruktur

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Von Brücken und Straßen bis zu Datennetzen: Warum in der Moderne alles fließen muss – eine globale Geschichte der Infrastrukturen

Sie sind die Lebensadern unserer Zivilisation: Datenautobahnen, Stromversorgung, Kanäle und Satelliten. In einem großen Überblick erzählt der Historiker Dirk van Laak elegant und anekdotenreich, wie diese Netze, Infrastruktur genannt, in den letzten 200 Jahren die Welt und den Alltag verändert haben. Ohne sie wären weder der moderne Haushalt noch TV, Internet und Smartphones, weder Kolonialismus noch Globalisierung möglich gewesen. Doch ob Wasser, Güter oder Verkehr: Alles muss fließen, sonst geht gar nichts mehr. Dabei sind die Infrastrukturen von Anfang an stetig ausgebaut worden – immer mehr, immer schneller ist bis heute die Devise. Dirk van Laak zeigt nicht nur, wie zentral diese oft unterhalb unserer Wahrnehmungsschwelle liegenden Strukturen heute sind. Er führt auch vor Augen, wie wichtig es ist, für die Zukunft Konzepte zu entwickeln, um sie zu betreiben und zu erhalten – und fragt, ob ein Innehalten nicht manchmal klüger wäre als der permanente Ausbau.

368 pages, Hardcover

Published May 23, 2018

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Dirk van Laak

21 books

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February 15, 2020
Das Buch beschreibt die historische Entwicklung der Infrastruktur, deren Errichtung und Konfliktpotentiale und wagt eine Aussicht auf die zukünftige Nutzung. Es macht deutlich, dass Infrastruktur in unserer heutigen schnelllebigen Zeit mehr als eine Ware ist und deutlich langlebiger ist, als wir es von unseren Konsumgütern gewohnt sind. Dirk van Laak erklärt die Rolle von Infrastruktur auf unser aller tägliches Leben.

Die zwei Kapitel "Die klassische Ära der Infrastrukturen" und "Knotenpunkte der Debatten um die Infrastruktur" mit drei beziehungsweise fünf Unterkapiteln gliedern das fast 370 Seiten umfassende Buch in zwei Abschnitte. Diese werden mit einer "Ein-Leitung" und einer "Aus-Leitung" hübsch wortspielerisch umschlossen. Daran schließen sich noch Kapitel für Anmerkungen, Literaturquellen, Abbildungsnachweise, Danksagungen und Personen- und Ortsregister an. Die Unterkapitel sind wiederum in ein paar Seiten umfassende Blöcke aufgeteilt. Ab und an gibt es ein paar Bilder.

Die Sprache ist klar und verständlich, wenn auch hier und da Wörter vorkommen, die nicht so geläufig sind. Grundsätzlich ist das Buch aber gut lesbar. Es hat eher einen erzählerischen Charakter.

Drei Punkte habe Ich nach dem Lesen mitgenommen:

1. Proteste gegen Infrastrukturprojekte wie Stromtrassen, Müllverbrennungsanlagen und Straßen sind Zeichen der pluralistischen Gesellschaft innerhalb einer freiheitlichen Demokratie, die mit sich ausmacht, was sie eigentlich will. Das ist zu begrüßen. Diese zu beschneiden oder zu verhindern, beschneidet und verhindert immer die Gesellschaft selbst.
2. Oft wird Infrastruktur im Laufe der Zeit anders oder neu genutzt. Beispielsweise sind Straßen in den Innenstädten mittlerweile Fußgängerzonen oder Straßen teilen sich ihren Raum mit Fahrradfahrern oder Internet wird über Stromleitungen und Kabelanschluss verfügbar gemacht.
3. Der Nutzen von Infrastruktur bleibt nicht von Anfang an so, wie er einmal gedacht war. Der Mensch entdeckt die Infrastruktur und nutzt sie anders als erwartet, zum Beispiel entdecken Fahrradfahrer bei ihrem ständigen Wechsel von Straße zu Gehsteig neue Nutzungsmöglichkeiten für eine schnelle Fortbewegung innerhalb einer Stadt oder die eigentlich als Prüftechnik gedachte SMS wird ein großer kommerzieller Erfolg. Ähnlich ist es dem World Wide Web ergangen. So wie es jetzt genutzt wird, hat keiner vorausgesehen.

Infrastruktur ist ein spannendes Thema. Funktioniert sie, dann ist sie nicht in unseren Köpfen präsent, fällt sie aus, vermissen wir sie sofort. Das Buch empfehle Ich denen, die Infrastruktur gegenüber genauso blind waren wie Ich es war.
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