Kann ein und derselbe Tag dreimal völlig unterschiedlich verlaufen? Kann ein unscheinbares Detail wie ein Colaglas darüber entscheiden, wie sich alle weiteren Geschehnisse entwickeln? Erlebe, wie Justus, Peter und Bob auf den unheimlichen Fluch der Sheldon Street, die mysteriösen Zeichen der Ritter und den bedrohlichen Fremden Freund stoßen - und zwar zeitgleich am selben Tag!
Die Idee, wie ein Tag drei mal unterschiedlich verlaufen kann, fand ich gut, ebenso wie die einzelnen Elemente in jedem der drei Teile aufgenommen wurde. Gerade Dinge die eigentlich nichts mit den Fällen zu tun haben, sondern einfach so vorkommen aber bei denen man sich trotzdem fragt, was es damit wohl auf sich hat. Allgemein mochte ich auch alle Teile aber mit Abstrichen.
Der Fluch der Sheldon Street - Bei Justus' Fall fand ich die Stimmung sehr gut aufgebaut. Ich fand des die ganze Zeit ein wenig unangenehm und gruselig. An manchen Stellen fand ich die Entwicklung etwas langsam aber kurz vor der Auflösung hatte ich wirklich einen Schock-Moment, den die drei ??? bei mir sonst eher selten auslösen. Da wurde es dann mal zum Ende hin spannend.
Im Zeichen der Ritter - Von den Fällen her fand ich diesen hier am uninteressantesten. Dafür ist Bob meine Lieblingsfigur (wenn ich sowas habe) und ich fand es sehr spannend das Meiste aus seiner Sicht zu sehen. Eher so triviale Dinge wie er in der Bibliothek arbeite, das ist alles sehr angenehm zu lesen. Aber spricht das jetzt für oder gegen das Buch, dass mir gerade sowas so hängen bleibt? Irritierend fand ich hier schon etwas Peters Reaktion auf das Mädchen. Ein kurzer Gedanke an Kelly schnell weggeschoben (so weiß man zumindest, dass sie noch zusammen sind und es keiner dieser Bücher ist in denen sie mysteriöserweise weil es gerade plottechnisch passt einfach nicht exisitiert), weil das Mädchen die wunderschönsten Augen hat und ihm seine Nummer gibt? Pfff...
Fremder Freund - Tja, eigentlich. Eigentlich ist das der beste Teil der drei. Aber irgendwie auch wieder nicht. Peter der von einem Stalker verfolgt wird bietet noch so viel mehr als da rausgeholt wird. Ich finde leider auch den Stalker und sein Handeln nicht immer einleuchtend, was genau er eigentlich von Peter will (ja, klar, ihn ersetzen, aber wieso muss findet er dann so schlimm, dass Peter ihn nicht als Freund ansieht? Und wieso wirkt er gleichzeitig eher als wäre er selbst in Peter verliebt und nicht nur neidisch auf ihn) und vor Allem die Art wie er das alles einfädelt. Aber ok, der Typ ist halt verrückt. So weit kann ich mitgehen.
Was dann aber leider irgendwie die Laune verdirbt ist, wie vollkommen bescheuert Peter sich verhält. An jedem Moment an dem er stutzig werden müsste denkt er sich "ach, keine Ahnung, ist auch egal" oder "das war sicher meine Mutter" oder noch besser ein "Das ist schon seltsam aber... oh, was ist denn das da drüben?". Klar, Peter ist ein verplanter Mensch aber er ist immer noch ein guter Detektiv. Er würde doch spätestens bei dem Treffen im Diner kapieren, das etwas gar nicht richtig läuft. Und warum wundern sich Bob und Justus eigentlich nicht darüber, als sie denken, dass er ein Date mit dem Mädchen hat, wenn er doch in einer festen Beziehung ist? Wieso ist der Onkel des Mädchens so gruselig zu ihm? Das wirkt mehr als nur "schlecht gelaunt" und eher leicht neben der Spur, wie er ihn im Badezimmer fertig macht.
Ich glaube dieser Teil frustriert mich so, weil er das Potential für einen absoluten Lieblingsfall hatte und mich dafür aber dann doch ein paar Sachen zu sehr gestört haben. Die Stimmung ist so schön gruselig, und selbst die humorvollen Elemente finde ich gut (obwohl ich es als ganz ersten gruseligen Stalkerfall noch besser fänd..) aber sobald es ins total Unglaubwürdige abdriftet, finde ich es einfach nur schade.
Ein geniales Konzept und auch die drei Fälle in sich sind super! Alle total verschieden, aber alle spannend und bringen etwas neues aus dem Tag. Hat mir sehr gefallen. Eines der besten, wenn nicht sogar beste Special der Reihe! (24.06.2018) PS. Und natürlich sind die Seitenhiebe auf die Fünf Freunde und TKKG (mit Sprecherteilnahme von u.a. George, Timmy ;D, Tim und Gabi) natürlich auch herrlich!
Eines der besten Specials rund um die Drei ???. Die Idee, den Verlauf eines Tages (oder mehrerer aufeinander folgender Tage) vom Fall eines Colaglases abhängig zu machen, finde ich super! Auch dass die Grundgerüste der einzelnen Fälle gleich sind (Unwetter, Marienkäfer, Eiswagen, Sebastian Dawson etc.), und einzelne Elemente der anderen Fälle überall wiederfinden, ist sehr gelungen.
Mir persönlich gefällt "Falscher Freund" am besten, auch wenn ich es schade finde, dass Peter dermaßen verpeilt, fast schon vertrottelt erscheint. Er ist zwar von den dreien der impulsivste, aber deshalb doch noch lange nicht blöd. Bei sehr vielen Situationen in der Geschichte hätte er folglich die richtigen Schlüsse ziehen können, und dass er bis zum Schluss glaubt, seine Mutter steckt hinter diesen ganzen Stalker-Vorfällen, ist unglaubwürdig. Trotzdem finde ich diesen Fall am besten.
"Der Fluch" der Sheldon Street ist von der Spannung her richtig gut aufgebaut und hat Potenzial, vor allem der unheimliche "Radio-Mann" in diesem heruntergekommennen Haus hatte es in sich. Schade, dass nicht aufgeklärt wurde, werd das nun war (der Neffe?). Auch dass in diesem Fall Justus mal nicht der Oberlehrer war, obwohl er durchaus seine analytisch-sondierenden Zitate und Gespräche pflegt.
"Im Zeichen der Ritter" ist ebenfalls spannend, leider kommt hier Bob ein bisschen zu kurz, obwohl es eigentlich "sein" Fall ist. Dafür finde ich hier die akribische Detektivarbeit und das analytische Kombinieren, das letztendlich zum Ziel führt, am besten gelungen. Typisch Bob halt. ;)
Zum Schluss noch ein kleines Detail am Rande, das mich herrlich unterhalten hat: in allen drei Geschichten kommt eine nervige Jugendgruppe vor, die die jeweiligen Autoren in einem nicht gerade vorteilhaften Licht beschreiben. Ein kleiner Seitenhieb auf TKKG (in den Hörspielfassungen werden der Junge und das Mädchen auch noch von den Sprechern von "Tim" und "Gabi" gesprochen), vor allem auch beim Casting, als Steve sein Kickbox-Können zum Türeeintreten anbietet. Herrlich!^^
Mir gefielen die Parallelen zwischen den Fällen sehr gut: Je nachdem, wonach die drei Ausschau hielten, bewerteten sie einen Gegenstand bzw. Personen entweder als wichtig oder unwichtig. Das Erkenntnisinteresse und der Kontext machten also ganz viel aus. Dementsprechend musste ich schon schmunzeln, wenn sie Mr. Gabbin begegneten, aber nicht weiter beachteten. Dieses Was wäre wenn… und der Titel dreiTag gefielen mir wirklich ausgesprochen gut!
Während im ersten Fall für mich der Humor herausstach, erinnerte mich der zweite Fall verdächtig an die geheime Treppe…Beim letzten Fall hatten die Autoren mit dem Titel aber ins Schwarze getroffen! Auf einem Spannungsbarometer würde für mich der erste Fall aber deutlich über den anderen beiden liegen.
Ich mag die Idee echt gerne. Ein Tag, der auf drei verschiedene Fälle hinauslaufen kann? Mit Hinweisen auf die anderen beiden Fälle in jeder Geschichte? Und unterschiedlichem Fokus auf die Charaktere, so dass wir auch mal Bob beim Recherchieren und Peter beim Sport etc sehen? Darf es seeehr gerne öfters geben.
4,5/5 ✨ Peters Fall hat so viel mehr Potential als ausgeschöpft wurde! Weil dieses Special allerdings zu meinen Kindheitslieblingen gehört, kann ich auch jetzt nicht anders als das ignorieren, und den Fall genauso mögen wie Justus‘ und Bobs.