Rückblick auf die 68er-Generation anhand eines "Remixes" von 20 Jahre alten Interviews mit mehr und weniger bekannten Zeitgenossen, die 1968 mit dabei waren.
In einigen Besprechungen des schmalen Bändchens kann man lesen, dass der Autor dankenswerterweise nur "eine Geschichte" und dieselbe auch sehr persönlich schreibt. Wohl wahr. Allerdings kann sich Heinz Bude nicht dazu entschliessen, seinen Soziologieprofessor-Hintergrund zurück zu lassen. Und so kommt es zu der sicher ungewollten Leseerfahrung, dass der Text, obwohl von einem nach-68er geschrieben, genauso verquast und undurchdringlich daher kommt, wie es die ganze Theorie-Diskussion damals für mich 13-jährigen auch war. Leider nicht viel dazu gelernt. Nicht mal über Adorno, der ja eigentlich oft genug erwähnt wird.
Daneben nervt ein stilistischer Kniff des Autors über weite Strecken, wenn er von den Interviewten in der dritten Person spricht und dann unversehens und ohne Uebergang, manchmal im selben Paragrafen, in die erste Person wechselt, was wohl unhandliche, hässliche Anführungszeichen vermeidet, aber gleichzeitig auch oft verwirrt.
Vielleicht das attraktivste am Buch ist das Retro-Suhrkamp Cover.