Anton ist schüchtern und hatte noch nie eine Freundin. Aber wie alle Menschen, hat auch er Bedürfnisse und eines Tages lernt er, auf welch brutale Art er diese befriedigen kann. Für ihn ist es die ultimative Erkenntnis. Für die Frauen, die ihm begegnen, ist es der größte Albtraum. Vor allem für Annabella und ihre Freundin Frida, die schon bald in Antons Haus gefangen gehalten und gequält werden.
Moe Teratos wurde im Jahre 1982 in Duisburg geboren, wuchs dort auf und lebt derzeit mit ihrem Mann und ihren zwei Katzen in Krefeld. Sie entdeckte schon früh ihre blühende Fantasie. Jetzt beginnt sie, ihre im Kopf immer wieder abspielenden Geschichten auf Papier zu bringen.
Bei Fragen, Anregungen, Lob oder Kritik können Sie ihr gerne eine E-Mail schicken: moe-teratos@gmx.de
Er ist Böse von Moe Teratos, erschienen bei Redrum Verlag.
Was Teratos hier abliefert, ist keine Story, es ist eine Fallstudie mit dem Vorschlaghammer.
Ist Anton Böse, oder ist er das Ergebnis, von Vernachlässigung, Einsamkeit und einer Oma, die offenbar bei Charles Manson gelernt hat, wie man Hausfrauenprobleme löst. Anton wirkt anfangs wie ein harmloser Sozialfall auf zwei Beinen – doch wer glaubt, das hier sei ein klassischer Serienkiller-Roman mit Polizei, Ermittlung und Moral-Ende, sollte besser wieder zu Sebastian Fitzek greifen.
In diesem Buch gibt’s keine Gnade, keine Ermittler, keine Hoffnung. Nur Anton. Seine Bedürfnisse. Und zwei Frauen, die zur falschen Zeit am falschen Ort sind. Was folgt, ist ein Psychotrip, der in jedem Kapitel noch tiefer ins menschliche Elend führt. Zwischen Kellerverlies, Omas Ratschlägen und Antons kranker Suche nach „Liebe“ wird schnell klar: Das hier ist kein Schocker für den nächsten Sonntagnachmittag.
Die Perspektivwechsel – etwa zu Annabella oder Frida – funktioniert sehr gut und geben der Story emotionale Kontraste, ohne den Fokus zu verlieren.
Die Gewalt? Explizit, aber nie stumpf. Wir bekommen Unerwartete, Wendungen, die dich beim Lesen aus der Bahn werfen. Teratos schreibt schnörkellos, direkt, mit kalter Präzision. Kein Satz zu viel, kein Trost in Sicht. Er ist Böse, ist nichts für Zartbesaitete, aber Pflichtlektüre für alle, die sich literarisch gerne die Haut abziehen lassen. Anton ist kein Monster. Er ist das Resultat. Und genau das macht ihn so verdammt gefährlich. Dies war mein erstes Buch von Moe Teratos, aber definitiv nicht mein Letztes, von mir 09/10.