INHALT
Zu viel kann man hier eigentlich nicht schreiben, immerhin hat das Buch nur 111 Seiten.
Erzählt wird die Geschichte von Nelli (eigentlich Cornelia), die einen Kriegsschaden hat, und bei einer Bauernfamilie untergekommen ist. Und dann ist da noch Michail, der Maler, der ebenfalls bei dieser landet.
ALLGEMEINES
Die Kapitel sind in Tage gegliedert, und werden von Nelli in der ersten Person erzählt. Dazwischen sind allerdings immer wieder Kapitel, in denen uns Geschichten erzählt werden, bei denen sie nicht anwesend war, die allerdings in der Handlung erwähnt wurden.
Das Thema Krieg ist zudem sehr präsent, naja, die Geschichte spielt auch 1945.
SCHREIBSTIL & CHARAKTERE
Ich bezweifle nicht, dass Dr. Hochgatterer schreiben kann. Täte ich das, würde ich seine Bücher wohl nicht lesen. Allerdings ist dieses hier schon ein wenig verworren geschrieben, wie ich finde. Während die kleinen Geschichten zwischendrin klar und leicht verständlich sind, muss man sich bei dem Teil aus Nellis Sicht immer wieder konzentrieren, um dem Geschehen zu folgen. Natürlich ist das Absicht, aber trotzdem eben nicht leicht zu lesen. Insgesamt machen die Figuren aber allesamt einen sehr glaubwürdigen Eindruck, auch wenn ich der Meinung bin, dass sich Nelli nicht wie eine 13-jährige verhält. Des weiteren geht mir ihre Fixierung auf ihre Ziehschwester ein wenig auf die Nerven. Manches Mal wusste ich auch nicht, worauf der Autor mit gewissen Inhalten hinaus wollte, und hatte das Gefühl nicht alles was er mir sagen wollte verstanden zu haben.
MEINUNG
Alles in allem hat es sich gut gelesen und war interessant. Zu sagen es hätte Spaß gemacht, wäre bei der Thematik ein wenig unangebracht, aber es hat sofern das in Ordnung ist, gut unterhalten. Ich hatte immer wieder das Gefühl, dass das Buch sehr viel mehr Schichten hat, als einem beim ersten Mal lesen tatsächlich klar werden. Zudem bin ich ein wenig unzufrieden damit, dass am Ende gar so viel angedeutet wurde und ich einfach nicht sicher sein kann, was nun ganz genau passiert ist. Ich denke, dass ich es im nächsten Jahr vielleicht noch einmal lesen werde, und dann langsamer.
Übrigens steht das H auf der Hundemarke des Amerikaners für jüdisch, falls das noch jemand nachsehen musste.
Ein kleiner ökonomischer Kritikpunkt bleibt aber noch. Während des Doktors andere Bücher durchaus auch eine gewisse Länge aufweisen, halte ich den saftigen Preis von 18,50€ (in Österreich) für 111 Seiten dann doch für übertrieben. Natürlich muss auch so ein kleines Buch gebunden und produziert werden, und es soll hier auch nicht dementiert werden, wie viel Arbeit selbst in diesem Büchlein steckt, aber es hätte wohl ein Taschenbuch auch gereicht.