Wie die alte Vita und der kranke Lazy über das Leben philosophieren und dabei zu Freunden werden. Seit 42 Jahren wohnt Vita Maier in dem Haus in der Torstraße 6. Als junge Mutter ist sie hier eingezogen. Doch längst ist der Sohn aus dem Haus, der Mann unter der Erde. Für ihren Nachbarn, den Studenten Lazy, ist Vita die Alte von oben, denn für Lazy gibt es nur seine Freundin Elsie. Doch so plötzlich, wie die Liebe kam, und ebenso heftig, kommt die Krankheit. Sie verscheucht Elsie und die Zukunft. Im Treppenhaus liest Vita einen mageren, erschöpften Lazy auf und nimmt ihn zu sich, um ihn mit Wurstbroten aufzupäppeln. Eine ungewöhnliche, lustige und seltsam innige Freundschaft entsteht. Dann kommt der Tag, an dem ein neues Blutbild die Zuversicht kaputt macht. »Ich steige aus«, sagt Lazy. »Ich komme mit«, sagt Vita. Und so begeben sich zwei Lebensmüde auf eine verrückte letzte Reise.
Angelika Waldis schreibt hier über eine alte Frau, die an der Bürde ihres Alters trägt, und einen jungen Mann, der die Last einer schweren Krankheit mit sich herumschleppt. Die beiden kennen sich schon seit der Kindheit des jungen Mannes und begegnen sich anfangs mit wenig Sympathie. Durch die Umstände lernen sie sich besser kennen und so entwickelt sich über den Graben eines riesigen Altersunterschieds hinweg eine echte Freundschaft.
Mir hat sehr gefallen, wie nahbar und nachvollziehbar Angelika Waldis ihre Protagonisten zeichnet und wie menschlich und warmherzig die Geschichte bei mir ankommt. Anders als manch andere Rezensenten empfand ich das Buch keineswegs als trübsinnig und deprimierend. Die Autorin stellt die Gedanken und Gefühle der Protagonisten durch ständige Perspektivwechsel so eindrücklich und einfühlsam dar, dass ich mich an jeder Stelle abgeholt gefühlt habe.
Das Ende entwickelt sich dann anders als von mir erwartet, aber ich empfand das dennoch nicht als kitschig.
Um Missverständnisse zu vermeiden, weise ich darauf hin, dass das hier keine Wohlfühlgeschichte ist, sondern ein Roman, der Menschen und ihr schwieriges, aber dennoch alltägliches Schicksal sehr echt und ohne auf die Tränendrüse zu drücken beschreibt.
Ein äußerst empfehlenswerter, kurzer Roman, den ich mit sehr guten 4 Sternen bewerte.
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Angelika Waldis writes about an old woman who is carrying the burden of her age and a young man who is struggling with the burden of a serious illness. The two have known each other since the young man's childhood and initially met with little sympathy. Circumstances allow them to get to know each other better and a true friendship develops across a huge age gap.
I really liked how approachable and relatable Angelika Waldis drew her protagonists and how human and warm-hearted the story came across to me. Unlike some other reviewers, I did not find the book gloomy or depressing. The author presents the thoughts and feelings of the protagonists so impressively and sensitively through constant changes of perspective that I felt picked up at every point.
The ending then developed differently than I expected, but I still didn't find it cheesy.
To avoid any misunderstandings, I would like to point out that this is not a feel-good story, but a novel that describes people and their difficult, yet everyday fate very genuinely and without pulling the tears.
A highly recommended, short novel, which I rate with very good 4 stars.
Schon seit 42 Jahren wohnt Vita Maier (72) in dem Haus in der Torstraße 6. Ihr Mann ist bereits tot, ihr Sohn ausgewandert. Für den Studenten Lazar Laval (20), genannt Lazy, der auch in dem Gebäude zu Hause ist, ist sie bloß die Alte von oben. Doch Vita nimmt ihn bei sich auf, nachdem er von seiner Freundin Elsie verlassen wurde. Seine schwere Krankheit, Leukämie, hat die Geliebte abgeschreckt. Mager und erschöpft weckt er Vitas Mitgefühl. Eine ungewöhnliche Freundschaft entsteht. Als Lazy erfährt, dass er dem Tode geweiht ist, begeben sich die zwei Lebensmüden auf eine verrückte letzte Reise.
„Ich komme mit“ von Angelika Waldis ist ein berührender Roman.
Meine Meinung: Der Roman besteht aus 15 Kapiteln. Zudem gibt es eine Art Prolog. Erzählt abwechselnd aus der Sicht von Lazy (aus der Ich-Perspektive) und der von Vita. Dieser Aufbau gefällt mir gut.
Ein Pluspunkt ist der ungewöhnliche Schreibstil. Besondere Sprachbilder und -spielereien sowie poetische Beschreibungen tauchen immer wieder auf. Gekennzeichnet ist der Stil außerdem durch knappe Sätze und neue Wortschöpfungen. Dennoch wird das Lesen nicht mühsam, sondern – im Gegenteil – zu einem Genuss. Der Einstieg in die Geschichte fiel mir leicht.
Mit Lazy und Vita stehen zwei spezielle und recht gegensätzliche Protagonisten im Vordergrund – eine reizvolle Mischung. Die zwei Charaktere waren mir schnell sympathisch. Gerne habe ich die Entwicklung der beiden und die Entstehung einer Freundschaft verfolgt.
Inhaltlich konnte mich der Roman sehr bewegen, denn Themen wie Krankheit, Sterben und das Altern werden in den Mittelpunkt gerückt. Doch es klingen auch lebensbejahende, humorvolle Töne an und nicht nur traurige und ernste. Viele Weisheiten und Denkimpulse sind eingestreut und regen zum Nachdenken an.
Der Roman über die besondere Freundschaft der beiden erzählt eine ruhige, spannungsarme Geschichte. Dennoch kommt beim Lesen keine Langeweile auf – und das liegt nicht nur an der eher geringen Seitenzahl. Allerdings hätte ich mir an der einen oder anderen Stelle mehr Ausführlichkeit gewünscht.
Das reduzierte Cover und die wertige Aufmachung des Buches treffen genau meinen Geschmack. Den Titel finde ich ebenfalls passend.
Mein Fazit: Mit „Ich komme mit“ ist Angelika Waldis ein bewegender und sprachlich besonderer Roman gelungen, der zum Nachdenken einlädt.
Waldis erwies sich hier als wahre Meisterin der trüben Atmosphäre. Ich fühlte mich fast gefangen im Leben meiner Großtante und wurde daran erinnert, wie viel ich mit meinen jungen achtzehn Jahren noch von Leuten wie ihr über das Leben lernen kann. Und so etwas finde ich bewundernswehrt: Fiktive Charaktere, die aufs kleinste Detail ausgeklügelt, so real wirken, dass sie einen an Bekannte erinnern. Hinzu kommt die wunderbar kreative Wortwahl der Autorin, die authentische Poesie in ihren Sätzen zu verstecken weiß. Als Gesamtpaket wirklich toll!
PS: Ich habe mir an mehreren Stellen notiert: Würde gern so denken können, wie Lazy.
Well, I expected something different from this which is why I'm a bit disappointed by it. I know, my own fault, but still.
I like the way the book is written - in two POVs, one the first person POV and the second the third person POV.
I like that it doesn't pull the punches in some regards and shows what illness and loneliness feel like and are and can do to a person.
At the end, I almost threw the book against the wall because, well, that's not an ending. *argh* But, I'm glad, that it didn't end how I feared it would be. That would have been something that I really didn't need that day.
All in all, an okay read for me.
This entire review has been hidden because of spoilers.
Vielen Dank an das Bloggerportal und an den Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars, das aber in keiner Weise meine Meinung beeinflusst.
Mein Eindruck: Zitat (Seite 64, Seneca): „Nur ein kleiner Teil des Lebens ist es, den wir leben. Die gesamte übrige Spanne ist nicht Leben, sondern Zeit.“
Gleich mal vorweg: Wenn ihr denkt, ihr bekommt hier einen üblichen 0815-Roman, dann muss ich euch leider enttäuschen. Denn das Buch ist anders… Aber anders ist manchmal sogar gut, findet ihr nicht auch? Ich auf jeden Fall.
Was bedeutet Leben? Jeden morgen aufstehen, zur Arbeit gehen, essen und schlafen, ohne eine Möglichkeit mal auszubrechen? Sich krank im Bett quälen und auf neue medizinische Wunderwaffen hoffen? Oder bedeutet Leben sich über die kleinen Dinge zu freuen, andere Länder bereisen, neue Kulturen kennenlernen, neue Freunde finden und sich mit neuen und alten Freunden über die schönen kleinen Dinge des Leben austauschen?
Über diese Fragen philosophieren Vida und Lazy, wenn sie gemeinsam essen, im Wohnzimmer sitzen oder weit weg in der Türkei ihre Zeit verbringen….
Das Buch wird aus zwei Perspektiven geschildert: aus Vitas und Lazys Sicht. Damit bekommt man einen guten Einblick in die beiden Protagonisten und es schafft automatisch mehr Nähe zu ihnen.
Vita lebt nach dem Tod ihres Mannes allein. Sie dachte immer, sie würde ihren Mann kennen, aber nachdem sie in seinen gelesenen Büchern von ihm markierte Stellen entdeckt, beginnt sie daran zu zweifeln. Vita scheint auf den ersten Blick und mit ihrem Alter etwas verbittert zu sein, aber im Laufe der Zeit spürt man, dass sie einfach nur einsam und müde vom Leben ist. Der Mann verstorben und der Sohn weit weg.
Lazy ist Student und lebt im gleichen Haus wie Vida Meier. Nachdem Lazy erkrankt, lassen sich die wenigen Freunde, die er hat, kaum noch blicken, die Freundin wird zur Ex-Freundin und seine Tage sind voller Schmerzen, Übelkeit und Krankenhausbesuche. Dann wird Frau Meier seine „Vertraute“, mit der er reden, über das Leben philosophieren und träumen kann. Mit der er anfängt Reisepläne zu machen…
Wie ich oben schon erwähnte, ist das Buch anders. Schon allein der Schreibstil der Autorin ist völlig anders, als man eigentlich erwartet. Und ich mag dieses Buch, mochte es von der ersten Seite an. Der Schreibstil lässt sich auf den ersten Blick nicht wirklich leicht lesen, aber wenn man sich auf dieses Buch und die Geschichte einlässt, auf die Botschaft, die dahintersteckt, dann versteht man, warum das Buch in diesem besonderen Stil geschrieben ist.
Wer hier Spannung sucht, der sucht leider vergebens. Ok, vielleicht kommt es darauf an, was für eine Art von Spannung gesucht wird. Die übliche Spannung, die man bei Krimis, Thriller etc. findet, ist hier leider nicht vorhanden. Es ist spannend, aber auf eine ganz besondere Art und Weise, ich würde sogar sagen, eine Spannung nach Lazy-Art.
„Ich komme mit“ ist kein Buch, dass man schnell und zwischendurch lesen sollte, zu was die knapp 220 Seiten eigentlich verleiten. Es ist ein Buch, das man Häppchenweise lesen und auf sich wirken lassen sollte. Nach jedem gelesenen Kapitel arbeitete dieses weiter in meinem Kopf, wirkte nach und hinterließ seine Spur. Eine Spur von Traurigkeit, Heiterkeit oder aber auch Glück.
Fazit: Ein wundervolles Buch voller Emotionen und Tiefe, das mich nach Beenden aufgewühlt zurückgelassen hat. Klare Leseempfehlung für alle, die gerne Bücher lesen, die anders und auf einer eigenen Art und Weise besonders sind.
Zweisamkeit - Leben ist eine Schneeflocke, ist ein Geschenk und ist etwas vor dem Sterben. Jedoch man kann´s nur einmal auspacken. Die Autorin Angelika Waldis hat einen der besten Romane des Herbstes verfasst. Pointiert und tiefgründig zugleich, mit gekonnter Abwesenheit von Pathos, erzählt sie aus zwei Perspektiven. Es ist ein Kammerspiel, eine ungewöhnliche Freundschaft. Seit 42 Jahren wohnt Vita Maier in dem Haus in der Torstraße 6. Als junge Mutter ist sie hier eingezogen. Doch längst ist der Sohn aus dem Haus, der Mann unter der Erde. Für ihren Nachbarn, den Studenten Lazy, ist Vita die Alte von oben, denn für Lazy gibt es nur seine Freundin Elsie. Doch so plötzlich, wie die Liebe kam, und ebenso heftig, kommt die Krankheit. Sie verscheucht Elsie und die Zukunft. Im Treppenhaus liest Vita einen mageren, erschöpften Lazy auf und nimmt ihn zu sich, um ihn mit Wurstbroten aufzupäppeln. Eine ungewöhnliche, lustige und seltsam innige Freundschaft entsteht. Dann kommt der Tag, an dem ein neues Blutbild die Zuversicht kaputt macht. "Ich steige aus", sagt Lazy. "Ich komme mit", sagt Vita. Und so begeben sich zwei Lebensmüde auf eine verrückte letzte Reise. Vita Maier und Lazar Laval sind Nachbarn. "Ich hab von Maier kaum was gewusst. Hab einfach gedacht: freundliche, müde Tante. Aber wenn sie spricht, kommt eigentlich nichts Müdes raus. Sie sagt ziemlich frische Sachen, ungeschälte, ungekochte." Lazar, genannt Lazy, 21-jähriger Student, lebt allein und hat Leukämie. Vita genannt Maier, etwas vereinsamt, beginnt für Lazy zu kochen. Auf einer Reise in die Türkei zu dem prähistorischen Fundort Göbekli Tepe, wo Lazy das Abbild eines Fuchses bewundern möchte, reift bei den Gefährten ein Entschluss. "Vita Maier, Komische Frau Sie erlaubt mir zu sterben, aber nur wenn ich satt bin", denkt Lazy. Aber es wird anders kommen. Wie die alte Vita und der kranke Lazy über das Leben philosophieren und dabei zu Freunden werden. Dieser Roman ist eine sehr bewegende Geschichte über zwei ganz unterschiedliche Menschen, das Abschiednehmen und die Akzeptanz, das Leben und das eigene ganz individuelle Schicksal anzunehmen. Liebevoll geschildert, wie sie sich annähern, sich aneinander festhalten, sich gegenseitig helfen und gegen Trauer und Sterben ankämpfen. Leben ist ein Geschenk. Man kann´s nur einmal auspacken. Eine Geschichte, die man mit einem neuen Gefühl der Verletzlichkeit aus der Hand legt, mit dem Gefühl, dass jeder neue Herzschlag zählt. Eine bewegende, witzige und mitreißende Hymne an das Leben und an das Menschsein - ebenso unterhaltsam wie berührend.
Lazy war total verliebt und noch sehr jung als ihn das Schicksal eiskalt erwischt hat und aus der Bahn warf: Diagnose: Leukämie und die Freundin verdrückt sich.
Nur eine scheint plötzlich auf ihn zu achten: die Alte aus seinem Eingang. Eigentlich hatte er gar nichts mit ihr zu tun gehabt, doch sie fand, er würde kränklich aussehen und zu dünn sein.
Und Vita selbst? Die alte Frau versucht einfach irgendwie ihre Tage ‚rumzubekommen.
Stil:
Etwas eigen und sehr sehr einfach gehalten. Teilweise empfand ich die Sprache so einfach, dass ich befürchtet habe, die Autorin würde es extra so halten, weil sie dem Leser nicht zu viel zumuten (oder zutrauen) wollte. Doch irgendwie passt es. Lazy entspricht seinem Namen (wenn man nur Lazy hat und nicht Lazar/us): müde, langsam und manchmal voller Power. Vita ist nun auch nicht mehr die jüngste.
Es ist nicht jedermanns Sache, aber irgendwie gewöhnt man sich daran und nimmt es in Kauf. Es ist etwas Spezielles und hat sich mit der Geschichte vereint.
Fazit:
Ich hab viel geweint, manchmal geschmunzelt und oft nachgedacht.
„Leben ist sich umdrehen wollen, nachdem man an etwas Schönem vorbeigegangen ist“, steht auf der Rückseite und solche „Lesen ist …“ Sätze gibt es häufig, immer anders und manchmal sehr tiefgründig.
Lazy fand ich teilweise etwas leichtsinnig. Wie er mit seiner Krankheit und seinem Leben umgeht, während Vita einfach nur müde vom Alter ist.
Die Freundschaft, die zwischen diesen zwei so ungleichen Personen entsteht, ist einzigartig.
Gesamtbewertung:
Cover: Schlicht und einfach. Passt zur Geschichte.
Titel: ‚Ich komme mit‘ ist das, was diese Geschichte aussagt.
Inhalt: In manchen Rezensionen wird über die Philosophie dieses Romans geschrieben, aber das möchte ich nicht, dafür bin ich kein Philosoph. Aber dieses Buch geht sehr tief und irgendwie ist es schwierig das alles so zu bewerten, dass es passt. Der Schreibstil hat mich manchmal etwas aufgehalten, aber nur, weil ich ihn nicht gewohnt bin und diese Art von Geschichte nicht sehr häufig lese und doch hab ich fast das komplette Buch innerhalb eines Nachmittags gelesen
Wer, wie Lazar Laval, Geschichte studiert hat, weiß möglicherweise, dass in einigen Kulturen Caniden wie Hund, Schakal oder Fuchs symbolische Seelenführer ins Totenreich waren. Als Lazar an Leukämie erkrankt und sein Blutbild trotz Therapie schlecht ausfällt, beschließt er das Bild eines eingravierten Fuchses in einer mesopotamischen Kultstätte in der Türkei aufzusuchen. Ob dieser Fuchs Lazar auf seiner letzten Reise begleiten wird, so wie seine 72jährige Nachbarin Vita Maier, die in dieser schweren Zeit als einzige zu ihm hält?
Angelika Waldis Roman „Ich komme mit“ ist in jeder Hinsicht etwas Besonderes. Zum einen bricht die Autorin gekonnt mit der gängigen Vorgehensweise bei einem derartig ernsten Thema wie einer Krebserkrankung vor allem das Gefühl des Lesers ansprechen zu wollen. Vielmehr wählt sie einen assoziativen, beobachtenden, sprachspielerischen Ton. Dieser Ton ist quasi die Abkehr des Zwangs zum Mitgefühl. Dadurch berührt jeder Romanmoment und jeder Figurgedanke den Leser nur umso mehr.
Zum anderen gelingt der Autorin mit wechselnder Innensicht zwischen den Protagonisten Lazar und Vita zwei äußerst divergierende Charaktere zu zeichnen. Manch einer mag sich vielleicht denken: „Die Figur der Maier mag der Autorin sicherlich gut gelungen sein, da die Autorin ja selbst über siebzig ist, aber ob sie sich wirklich in einen jungen Mann hineinfühlen kann – das bezweifle ich“. Und doch ist es so! Lazar Laval ist ebenso authentisch und lebensnah wie Vita Maier. Angelika Waldis ist tatsächlich jung im Herzen geblieben.
Zu guter Letzt entwickelt sich der philosophische Unterton in den jeweils eigenen Betrachtungen der Figuren – ein ungewohntes Sprachbild jagt das andere! – während ihrer Zwiegespräche zu einer wahrhaft Funken sprühenden Feier des Intellekts. Das lässt sich nicht wiedergeben, man muss es selbst erleben! Da sich das intellektuelle Vergnügen und das Mit-Leid in Angelika Waldis Roman auf derart kongeniale Weise die Waage halten, liegt uns mit „Ich komme mit“ ein bis ins Innerste bewegender Roman vor, der zu tiefgehenden Erkenntnissen führt und in seiner Einzigartigkeit seinesgleichen vergeblich suchen wird.
Inhalt: Seit 42 Jahren wohnt Vita Maier in dem Haus in der Torstraße 6. Als junge Mutter ist sie hier eingezogen. Doch längst ist der Sohn aus dem Haus, der Mann unter der Erde. Für ihren Nachbarn, den Studenten Lazy, ist Vita die Alte von oben, denn für Lazy gibt es nur seine Freundin Elsie. Doch so plötzlich, wie die Liebe kam, und ebenso heftig, kommt die Krankheit. Sie verscheucht Elsie und die Zukunft. Im Treppenhaus liest Vita einen mageren, erschöpften Lazy auf und nimmt ihn zu sich, um ihn mit Wurstbroten aufzupäppeln. Eine ungewöhnliche, lustige und seltsam innige Freundschaft entsteht. Dann kommt der Tag, an dem ein neues Blutbild die Zuversicht kaputt macht. »Ich steige aus«, sagt Lazy. »Ich komme mit«, sagt Vita. Und so begeben sich zwei Lebensmüde auf eine verrückte letzte Reise.
Mein persönliches Fazit: Das Buch ist wunderschön geschrieben. Abwechselnd wird aus den Perspektiven von Lazy und Vita erzählt - somit wird von beiden Hauptfiguren viel erzählt und Einblick in deren Leben gewährt. Das ungleiche Paar muss sich zwar erst aneinander gewöhnen, jedoch gewähren beide dem anderen genügend Freiraum, so dass sich hier eine tolle Freundschaft ergibt. Trotz des schwierigen Themas, bietet das Buch so viel mehr. Ein bewegender und besonderer Roman ist entstanden - der definitiv zum Nachdenken anregt.
Die 72-jährige Vita fühlt sich allein, seit der Sohn aus dem Haus und der Ehemann verstorben ist. Ihr Nachbar, der junge Lazy, dagegen ist glücklich verliebt – so scheint es zumindest. Die Liebe vergeht so schnell wie sie kam und zu allem Überfluss wird Lazy auch noch krank. Die beiden Nachbarn entwickeln langsam eine Freundschaft, die genauso zauberhaft wie außergewöhnlich ist.
Fortan fungieren Lazy und Vita abwechselnd als Erzähler, wodurch keine Langeweile aufkommt. Schon in der Leseprobe war ich etwas vom Schreibstil abgeschreckt, dieser Eindruck ist auch am Beginn des Buches so geblieben. Weiterlesen lohnt sich aber auf jeden Fall, denn erst einmal ''eingewöhnt'' macht der Roman richtig Spaß und fesselte mich von Anfang an.
Definitiv keine leichte Kost, aber dennoch jede Minute meiner Zeit wert.
Zum Inhalt: Seit 42 Jahren wohnt Vita Maier in dem Haus in der Torstraße 6. Der sohn ist aus dem haus, der mann tot. Und dann gibt es da Lazy, den jungen Nachbarn. Eine ungewöhnliche, lustige und seltsam innige Freundschaft entsteht. Meine Meinung: Nachdem ich mich erst ein wenig schwer getan habe mit dem Buch, bin ich am Ende doch recht angetan, da diese Geschichte einfach besonders ist. Die Freundschaft der alten Dame mit dem jungen Studenten hat einfach einen besonderen Charme. Und schön war galt such, zu lesen, wie alt und jung auf besondere Weise verbunden sein können. Der Schreibstil ist zunächst echt gewöhnungsbedürftig, am Ende hat er mir gut gefallen, weil er halt auch zur Geschichte passt. Die Protagonisten haben mir gut gefallen, waren mal so was ganz anderes auf ihre besondere Art und Weise. Fazit: Leben ist dieses Buch zu lesen.
I enjoyed this book for the most part, and was thrilled that I could read it. It’s very creative, and goes back and forth between the 20-something male voice and the 70-something female voice. I liked hearing both perspectives. Both of the characters feel alone, and are facing death in their own way (him from leukemia, and her from old age). They end up planning a joint suicide, because they both realize they are going to die, and have nothing to be hopeful about. Then at the last minute, the woman backs out of the plan and sends the man to the intensive care unit. The book ends like that — with her feeling very lonely and directionless, and him laying in the intensive care unit. I was disappointed with the ending. (But I would read more from this author.)
This entire review has been hidden because of spoilers.
Nettes Buch, nicht mehr, nicht weniger. Gefallen hat mir die sich entwickelnde Freundschaft zwischen Vita und Lazy. Lakonischer Schreibstil, mit alternierender Erzählperspektive. Aber warum erzählt Lazy aus der ich-Perspektive und Vitas Kapitel werden aus der personalen Perspektive erzählt? Ich finde der Ton der Kapitel unterscheidet sich ansonsten nicht sehr. Das Ende hat mich enttäuscht.
Ein sehr berührende Roman über die Annäherung eines schwerkranken jungen Mannes und einer älteren Frau, die seine Großmutter sein könnte, und die langsam ihrer Lebens überdrüssig wird. Überraschender Schluss.
Eigentlich kein schlechtes Buch. Es trägt beständig melancholische, trübe Stimmung mit sich, was wahrscheinlich Geschmackssache ist. Auch das Ende fand ich nicht sehr befriedigend, daher nur drei Sterne.
Der 20-jährige Lazar und die 72-jährige Vita sind Nachbarn und füreinander da, als Ersterer krank wird und Letztere sich alt und allein fühlt. Das ungleiche Paar muss sich zwar erst aneinander gewöhnen, doch jeder der beiden besitzt genügend Anstand und Feingefühl, um sich bedingungslos auf diese Situation einzulassen, ohne den anderen zu bedrängen. Trotz der schwierigen Themen fehlt dem Buch jegliche Melodramatik; vielmehr überrascht es mit schonungsloser Offenheit, philosophischen Gedanken und Galgenhumor. „Leben ist, wenn man Sterben das Letzte findet.“ Das Ganze ist dann noch verpackt in prägnante Sätze, die die Beobachtungsgabe der Autorin bezeugen. Für mich war „Ich komme mit“ ein bewegender und besonderer Roman, den ich unbedingt weiterempfehlen möchte.