Vorweg: Absolute Leseempfehlung für alle, die sich noch nie damit beschäftigt haben oder bisher nur reingeschnuppert haben. 99% dem Buch möchte ich vollkommen zustimmen. Das Buch ist keine Bibel und Olga Witt predigt auch nicht, sondern gibt Einblicke in die meisten alltäglichen Bereiche und wie wir dort "besser" leben können. Auch wenn man das ein oder andere als zu extrem belächeln mag/kann, bleibt sicherlich bei jedem etwas hängen. Ich habe auch vorher bereits sehr auf Müllaufkommen, Vermeidung von Verpackungen, Nachhaltiger Ernährung und Lebensweise allgemein geachtet. Während der Lektüre ist mir allerdings immer wieder im Alltag aufgefallen, an wie vielen Stellen es zusätzlich ein Leichtes wäre, noch mehr "zu verbessern". Ohne wirkliche Einschränkungen versteht sich. Ich habe auf jeden Fall wieder einige neue Denkanstöße mitgenommen.
Auch wenn sie nicht den Moralapostel spielt, versucht sie recht klar ihren Standpunkt zu verdeutlichen. Manchmal führt das dazu, dass bestimmte Dingen mehrfach angesprochen und wiederholt werden. Wirklich störend ist das zwar nicht, hätte aber vermieden werden können. Was mich im Gegensatz dazu etwas stört, sind die teilweise etwas plumpe Aussagen und Plattitüden, die entweder nicht belegt werden wie "Wer zum Arzt geht, bekommt immer etwas verschrieben, ganz egal, wie notwendig es ist. Das liegt daran, dass zum einen der Arzt daran mitverdient, zum anderen wird es aber auch von ihm erwartet."
Auch wenn ich mich grundsätzlich in der selben Ecke einsortieren würde, wirkt es in dem Buch sehr Anti-System, Anti-Elitär, Anti-Alles. Kann man darüber hinwegsehen oder weiß es entsprechend einzuordnen, kann das Buch sehr sehr lehrreich sein. Und am Ende gibt es sogar noch ein paar gute Tipps über den sozialen Umgang mit seinem Umfeld, die ich sehr hilfreich fand, da ich einige Situationen nur zu gut kenne.