Am Mannheimer Klärwerk wird eine Leiche angespült. Um den Hals der Toten hängt ein Medaillon mit einer in Harz gegossenen Kreuzspinne. Die Ermittlungen führen Hauptkommissarin Alexis Hall und Kriminalbiologin Karen Hellstern zu der Freundin der Getöteten. Sind die Frau und deren Tochter ebenfalls in Gefahr? Oder handelt es sich um ein perfides Eifersuchtsspiel? Erst als Alexis die Verbindung zu einer Serie von Morden in Kolumbien herstellt, wird Das nächste Opfer ist bereits ausgewählt, und das Gift einer Spinne wird ihm langsam das Leben nehmen ...
Insgesamt ein solide konstruierter Thriller mit einem starken Frauen-Duo an der Spitze (in dem doch sehr männerdominierten Genre eine sehr willkommene Abwechslung). Auch das Spinnen-Grundthema (nichts für Arachnophobiker*innen ;) ) hat mir sehr gut gefallen und die Mord-Szenen hatten es auf eine sehr grausige Weise in sich. Nichts für schwache Nerven, für mich aber genau das Richtige. Wie schon beim ersten Teil fand ich auch die Szenen aus Sicht des Täters enorm interessant und gut umgesetzt. Auch das Stalking-Thema und die rechtlichen Probleme und Grenzen, die damit einhergehen, wurde sehr glaubwürdig aufbereitet.
Was mich dagegen deutlich gestört hat, war der hohe Subplot-Anteil. Ich kann auf Subplots in Thrillern in der Regel ganz gut komplett verzichten, weil die mich selten interessieren, vor allem dann, wenn es die üblichen Stories sind (Familiendramen, Beziehungsprobleme etc.). Manche Subplot-Themen (z.B. die Mord-Anschuldigung gegen die Protagonistin) wurden mir dann auch zu schnell und zu glatt aufgelöst. Abgesehen davon hatte ich das Gefühl, dass sich Alexis in Hinblick auf ihre Selbstzweifel und ihre Herkunft oft ein bisschen im Kreis dreht. Da das Thema schon im ersten Band recht prägnant im Fokus steht, hätte man es im zweiten nach meinem Geschmack etwas zurückschrauben können (andererseits ist mir klar, dass neue LeserInnen in diesem Kontext auch abgeholt werden müssen).
Die Auflösung hab ich so tatsächlich nicht kommen sehen, dadurch blieb es bis zum Schluss spannend, ich fand sie aber leider zu konstruiert, um das Buch mit einem befriedigten Gefühl weglegen zu können .
Insgesamt also ein solider Thriller, vor allem wenn man kein Problem mit etwas derberen Mordmethoden und wissenschaftlichen Hintergründen hat (gerade die Arbeit der Kriminialbiologin Karen wird sehr detailliert geschildert, ich fand den Umfang aber passend und die Darstellungen interessant).
Nachdem ich von dem ersten Buch der Autorin mehr als begeistert war, ist nachtürlich dieses Buch absolute Pflichtlektüre gewesen. Der Klappentext hat auch gleich ganz viel Spannung versprochen und total Lust auf das Buch gemacht! Am Anfang werden erstmal alle wichtigen Protagonisten aus dem Team von Alexis gesondert vorgestellt, das habe ich so noch nie im einem Buch gesehen und fand es richtig toll, so wusste man gleich (wieder) mit wem man es zu tun hat und konnte sich von einigen schon sein eigenes, kleines Bild im Kopf machen.
In das Buch reinkommen muss man nicht, man wird sofort tief in die Geschichte hinein katapultiert, in das Jahr 1988 in Kolumbien und ist sofort mitten in einem tiefspannenden Geschehen gefangen. Ein kleiner Junge aus Kolumbien muss sich schon früh ganz alleine durchsetzen und bekommt zeitig von seinem Vater Gewalt, und brutales Durchsetzungsvermögen gelernt. Diese kleinen Rückblicke haben mich immer zutiefst erschüttert und ich konnte bereits voller Angst erahnen, dass dies noch lange nicht alles war.
In der Gegenwart wird eine Frauenleiche gefunden und schnell sind Alexis, sowie die Kriminalbiologin Karen vor Ort. Im Privatleben sind die beiden Frauen eng befreundet, diese Freundschaft wird allerdings ziemlich schnell auf eine harte Probe gestellt. Ich fand es sehr interessant zu lesen, wieviel man doch alleine durch das Untersuchen von Insekten usw. herausfinden kann und wie man allein dadurch schnell ganz neue Erkenntnisse und Ansätze gewinnen kann, die beim lösen eines Kriminalfalls von großer Hilfe sind.
Immer wieder bekommt man Einblicke in das kranke Hirn des Täters und ich war immer geschockt, wenn das nächste Opfer an der Reihe war. Immer wieder kommen Spinnen zum Einsatz und auch bei den toten Frauen, werden in Harz gegossene Spinnen gefunden. Wie oft habe ich hier mitgezittert, ob es nicht vielleicht doch eine junge Frau schafft, zu entkommen. Das Buch ist durchweg sowas von spannend, einfach unglaublich, denn dem Leser bleibt hier keine Zeit zum Atmen. Die Ermittler arbeiten auf Hochtouren und ich war so gespannt, in welche Richtung sich alles entwickelt und wann und wie sich die ganzen losen Stricke zusammenfügen. Auch einige richtig gute Wendungen, mit denen ich so niemals gerechnet habe, gibt es in diesem Pageturner. Für mich ein muss, ich möchte bei Thrillern immer gern schockiert und überrascht werden und das wurde ich in diesem Buch ausgiebig. Auch das Privatleben von Alexis und den anderen Ermittlern kommt nicht zu kurz und ich war überrascht, wie mühelos die Autorin da noch so ganz nebenbei eigene kleine Geschichten eingebaut hat. Besonders gern gelesen habe ich über Alexis und Stephen und konnte es kaum erwarten zu erfahren, ob und wie es mit den beiden weitergeht. Auch Karen ist mir in diesem Buch sehr ans Herz gewachsen.
Das Ende war dann noch einmal Drama und Spannung pur, so viele Dinge überschlagen sich, es passiert noch einmal richtig viel. Gleichzeitig gibt es eine lückenlose Aufklärung, die dann ganz am Schluss keine Fragen mehr offen lässt. Ein absolutes Thriller- Highlight, dass man gelesen haben sollte!
Letztes Jahr habe ich das Thriller-Debüt von Julia Corbin gelesen und war begeistert! Deswegen wartete ich schon voller Vorfreude auf ihr weiteres Buch. Auch in "Das Gift der Wahrheit" geht es gleich rasant los. Für mich als Mensch mit Spinnenphobie ist dieser zweite Fall um Alexis Hall und Karen Hellstern ein weitere Herausforderung, denn hier wird vorallem durch Spinnen getötet. Nur als kleine Warnung für alle, die ebenfalls einen Schreikrampf bei einer dicken schwarzen Spinne bekommen, wie ich.
Auch wenn man den ersten Band nicht kennt, hat man sich schnell mit Hauptkommissarin Alexis Hall und der Kriminalbiologin Karen, bekannt gemacht. Besonders Alexis ist eine eher komplizierte Frau und diejenigen, die den ersten Band und ihre Geschichte nicht kennen, könnten anfangs vielleicht kleine Schwierigkeiten mit ihr haben. Doch sie ist tough und konsequent im Beruf, im Privatleben leider weniger. Als eine Leiche mit seltenen Bisswunden gefunden wird, holt Alexis sofort ihre Freundin, die Kriminalbiologin Karen, zu Hilfe. Die junge Frau wurde bereits vor drei Jahren als vermisst gemeldet, um den Hals hat sie ein seltsames Medaillon: eine in Harz gegossene Kreuzspinne. Die Spur führt zu ihrer Lebensgefährtin Gabriela Thalberg und ihrer Tochter Merle, die von ihrem Exmann bedroht werden. Aber auch ein Stadtrat, der gegen Lesben und Schwule vorgeht, kreuzte immer wieder den Weg der Toten. Als weitere Leichen gefunden werden und man das Ausmaß der Morde erkennt, heißt es schnell handeln....
Der Plot ist außerordentlich gut durchdacht und überzeugt wieder zu 100%. Die Art, wie der Täter seine Opfer tötet, haben mir manchen Alptraum beschert. Spinnen spielen dabei eine große Rolle. Das Krabbeltier ist der eigentliche roten Faden der Geschichte und lässt auch nur gedanklich meine Haare zu Berge stehen. Meine Spinnenphobie wurde mit diesem Thriller definitiv nicht geheilt! :)
Rückblenden in die Vergangenheit, die nach Kolumbien führen und alte Zeitungsartikel über eine grausame Mordserie in Südamerika, lassen dem Leser Vermutungen anstellen, wie diese zur Geschichte um die heutigen Mordfälle passen könnten. Auch hier spielen Spinnen eine große Rolle und ist der Handschrift des Täters in Mannheim sehr ähnlich. Wie auch schon beim letzten Thriller der Autorin tappte ich bis zum Ende völlig im Dunkeln, obwohl der Thriller nicht allzu viele Figuren abseits des Polizeiapparates aufweist. Die Brutalität und Grausamkeit des Täters ist enorm, der Spannungsbogen steigt kontinuierlich an und bleibt hoch. Interessant fand ich auch diesmal wieder die Zusammenarbeit zwischen Polizei und Kriminalbiologin. Die forensischen Auswertungen, mit dem die Ermittler dem Mörder schlussendlich auf die Spur kommen, sind so erklärt, dass es auch jeder Laie verstehen muss. Auch das Privatleben der beiden Frauen kommt nicht zu kurz und war mir manchmal fast ein bisschen zu viel. Alexis kämpft noch immer gegen ihre Dämonen aus der Kindheit und hat zusätzlich noch eine Anklage von ihrem Onkel Magnus am Hals, die ihre polizeiliche Karriere zerstören könnte. Die Charaktere sind wieder sehr authentisch und haben Ecken und Kanten.
Schreibstil: Der fesselnde Schreibstil der Autorin lässt einem wieder von Anfang an an den Seiten kleben. Die temporeiche Geschichte ist spannend und lässt sich wunderbar lesen. Der Thriller ist in vier Teile aufgeteilt, die mit einem Zeitungsartikel aus dem Jahr 1998 über Serienmorde in Kolumbien berichten. Danach gibt es ein Kapitel über einen Jungen aus ärmlichen Verhältnissen, der von seinem Vater misshandelt wird. Das Cover spürt sich durch einge rauhe Unebenheiten richtig toll an.
Fazit: Nach dem großartigen Debüt hatte ich hohe Erwartungen an den zweiten Band und wurde nicht enttäuscht, auch wenn mir "Die Betsimmung des Bösen" noch eine kleine Spur besser gefallen hat. Im Thrillergenre habe ich nun definitiv eine Lieblingsautorin mehr! Leseempfehlung!
"Das Gift der Wahrheit" ist der zweite Band der Thriller-Reihe um Alexis Hall und Karen Hellstern von Julia Corbin. Alexis ist Kriminalkommissarin in Mannheim, Karen wird als Kriminalbiologin bei besonders schweren Fällen hinzugezogen. Zu einem solchen Fall werden die beiden gerufen, als in einem Mannheimer Klärwerk eine Leiche angespült wird. Besonders an der Leiche ist, dass sie ein Medaillon um ihren Hals trägt, in das eine Spinne eingefasst ist. Die Ermittler tappen zunächst im Dunkeln, als aber noch mehr Frauenleichen entdeckt werden, geraten gleich zwei Männer unter verdacht...
Auch dieser Teil der Mannheimer Thriller-Reihe konnte mich restlos überzeugen. Das Buch war von der ersten bis zur letzten Seite spannend. Julia Corbin hat es immer wieder geschafft, mir einen Schauer über den Rücken zu jagen, ich konnte den Thriller nicht mehr aus der Hand legen. Alexis und Karen sind beide sehr facettenreiche und starke Protagonistinnen mit Persönlichkeit. Man bekommt viel aus ihrem Privatleben mit, was mir bei Krimis und Thrillern sehr gut gefällt.
Das Thema Spinnen spielt in diesem Buch eine große Rolle, darauf sollte man sich also unbedingt gefasst machen. Ich fand das besonders gruselig und schockierend aber auch einfach genial! Der Killer, den sich Julia Corbin ausgedacht hat, ist besonders perfide und böse. Als i-Tüpfelchen kommt hinzu, dass ich in Mannheim wohne, weshalb ich viele der Schauplätze im Buch kenne. Der Bezug zwischen Kriminologie und Biologie fand ich auch super, sehr interessant und nicht zu wissenschaftlich.
Für mich ein absolut spannendes Lesevergnügen. Es gibt 5 / 5 ⭐.
Das Gift der Wahrheit, der zweite Band um Hauptkommissarin Alexis Hall und Kriminalbiologin Karen Hellstern, konnte mich immerhin etwas mehr überzeugen als der Auftakt. Es war weitestgehend spannend und ich war sehr dankbar, keine großen Probleme mit Spinnen zu haben. Insgesamt wirkte das Geschehen ziemlich rund und gradlinig, keine großen Plottwists während des Verlaufes. Allerdings verliert sich Julia Corbin wieder etwas zu viel in Subplots: Egal ob Liebesgeschichte, Krach in der Freundschaft, drohende Mordanklage oder die Aufarbeitung des ersten Bandes, alles findet hier seinen Platz. Dieses Mal legt sich der Fokus glücklicherweise nicht nur auf Alexis, sondern auch auf Karen, was es etwas abwechslungsreicher und nicht ganz so zermürbend machte. Die finale Auflösung kam zwar überraschend, wirkte aber im Gesamtkontext doch sehr konstruiert. So richtig glaubwürdig war das alles nicht.