Das Buch beschreibt bestehende Diskriminierungsmechanismen, die sich gegen transgeschlechtliche Menschen richten. Die Kritik der Autorin bietet auf gesellschaftlicher Ebene Einblicke in rechtliche Aspekte des „Transsexuellengesetzes“, in medizinischpsychologische Bereiche wie z. B. die Gutachtenpraktiken und auch in ausschließende Mechanismen cisnormativer Feminismen. Trans. Frau. Sein. ist eine Kombination wissenschaftlicher Arbeit, überspitzter satirischer Darstellung, Dekonstruktion von Cissexismus und autobiographischer Elemente aus dem persönlichen (Er)-Leben der Autorin.
Auf dieses Buch habe ich schon lange vor seiner Erscheinung voller Vorfreude gewartet. Seit Jahren folge ich Felicia Ewert auf Twitter (@redhidinghood_) und bin begeistert von der ganzen Aufklärungsarbeit, die sie dort leistet – unbezahlt und oft im Fadenkreuz transfeindlicher, misogyner und lesbophober Tweets. Eine so undankbare wie wichtige Aufgabe, der sie mit Bravour nachkommt.
Das Buch allerdings, muss ich sagen, hat mich leider enttäuscht. Inhaltlich habe ich nichts auszusetzen – in detailgenauer Arbeit analysiert die Autorin die Aspekte des Transsexuellengesetzes, legt die Verflechtungen von Ableismus und Transfeindlichkeit offen, erzählt von alltäglichen absichtlichen wie unabsichtlichen Feindseligkeiten gegen trans Personen. Bei all dem verliert sie nie die Tatsache aus den Augen, dass von allen Menschen Transfeindlichkeit ausgehen kann, da wir alle, auch Personen voll guten Willens oder Personen, die selbst trans sind, in einer Gesellschaft der strukturellen Diskriminierung aufwachsen. Diese Positionierung innerhalb eines Systems anstatt der eine „objektiven“ Beobachtungsinstanz ist etwas, das ich in vielen kritischen Texten vermisse.
Das Enttäuschende war, dass das Buch wohl nur durch einen sehr, sehr oberflächlichen Lektoratsprozess durchlaufen hat. Bei diesem Thema bin ich bei kleinen/unabhängigen Verlagen sowie Self-Publishern eigentlich sehr kulant. Ich schwenke die Flagge des Teams „Inhalt über Form!“ und wenn ich twittere ist mir kaum etwas weniger wichtig als korrekte Rechtschreibung oder Grammatik. In diesem Buch aber wimmelte es in einem solchen Maße von Tippfehlern, seltsam platzierten Satzzeichen und unvollständigen Sätzen, dass teilweise das Verständnis des Inhalts sehr erschwert wurde. Hinzu kommt eine häufige Verwendung von Internet-Sprechweise (*zwinker*, lmao) und ständige Verweise auf online-Diskurse.
Ich kann selbst nur sagen, das Buch verstanden zu haben, weil ich mich mit den angesprochenen Themen schon vorher ziemlich gut auskannte und auch relativ gut dabei bin was ein aktuelles Wissen darüber betrifft, was in LGBT-Online-Communities gerade diskutiert wird. Als ein Einstieg für Menschen, die sich mit der Thematik Transsexualität noch überhaupt nicht auseinandergesetzt haben, und vielleicht auch gar nicht so viel im Internet unterwegs sind (ich denke da so an – ältere – Freund*innen und Verwandte, denen man vielleicht mit einem Buch einen kleinen Gedankenanstoß geben möchte, bevor man sich outet) kann ich das Buch leider nicht empfehlen.
Um es kurz zu machen: inhaltlich gut, grauenhaft gemacht.
Am Anfang des Buches wird der Name der lektorierenden Person genannt. Was genau diese Person beruflich macht, ich weiß es nicht, aber Lektorat ist es jedenfalls nicht.
Um mit Lob anzufangen: das Buch ist inhaltlich korrekt und sagt viel wichtiges. Frau Ewert weiß wovon sie spricht und es gibt viele Sätze hierin, die ich gerne doppelt unterstreichen oder auf irgendwelche Hauswände plakatieren möchte. Es wird umfassend auf viele Themen eingegangen, von der Frage "was ist Geschlecht eigentlich", über zahlreiche Facetten des Lebens als trans Person, zu detaillierten Dekonstruktionen verschiedener Ausdrucksformen von Transfeindlichkeit. So weit, so gut.
Leider ist das Buch ansonsten extrem schlecht gemacht. Bekäme ich einen Euro für jeden Rechtschreib- und Grammatikfehler, ich könnte den Verlag aufkaufen. Kein Kapitel kommt aus ohne komplett vermeidbare Falschschreibungen ("Verglecihe", "Feministi*innen", "todgeschwiegen") und dergleichen. Die Kommasetzung ist chaotisch und lässt keinerlei Konsistenz erkennen, regelmäßig scheint die Autorin den Unterschied zwischen Haupt- und Nebensätzen zu vergessen, wo frau hinschaut, überall hat es Fehler. Hier wurde scheinbar nicht einmal der Aufwand betrieben, das fertige Buch einmal durch die Rechtschreibprüfung von LibreOffice zu schicken. Probleme wie fehlende Leerzeichen nach Punkten, doppelte Leerzeichen vor und nach Kommata, oder Verwechslung von "das" und "dass" sind da nur die Streusel auf dem Rechtschreib-McSundae.
Aber es wird noch schöner. Formatierung und inhaltliche Konsistenz sind genau so katastrophal. Mal wird auf vorherige Kapitel Bezug genommen, die es so im Buch nicht gibt, ein anderes Mal zieht sich ein Absatz über drei Seiten. Mehrmals wird im Buch abrupt Schriftart und -größe ohne jeden erkennbaren Grund geändert, und wie gut der Blocksatz funktioniert variiert stark, mitunter fallen Zeilen auf in denen wahlweise sämtliche Leerzeichen verschwunden sind, oder absurd große Lücken klaffen. Der Stil fügt sich harmonisch ein ins chaotische Gesamtbild, Hervorhebungen werden an geradzahligen Tagen mit * gekennzeichnet, an ungeradzahligen Tagen mit - oder _, und in Schaltjahren wird mit CAPSLOCK hervorgehoben. Quellen werden in der Regel nach wissenschaftlicher Manier angegeben (vergl. Autoren Jahr Seite), außer wenn sie es nicht werden, und plötzlich komplette URLs im Fließtext stehen - mal unterstrichen, mal nicht.
Apropros Quellen: diese werden sehr unregelmäßig verwendet. Während manche Kapitel mehr Quellen(1) enthalten(2) als das Werk(3, 4) eines übereifrigen Wikipedia-Autors(5), vergehen an anderen Stellen vier oder fünf Kapitel ohne eine einzige Quelle. Im Vorwort nimmt Frau Ewert für sich in Anspruch, eine Mischung aus Sachbuch, Autobiografie, und Unterhaltung geschrieben zu haben; leider scheitert sie in allen drei Disziplinen. In der Mischung aus wissenschaftlich anmutender Betrachtung und persönlichen Anekdoten ist kein Sinn oder Muster erkennbar, die einzige Konstante ist die durchgehend unlustige Verwendung von Twittersprache, "*zwinker*", und deplatzierter Ironie oder Sprüchen wie "FIGHT ME". Das, zusammen mit andauernder Wiederholung und erneuter Einführung bereits behandelter Themen, lassen das Buch weniger als zusammenhängendes Werk und mehr wie ein Stückwerk aus verschiedenen Texten wirken; beinahe, als habe Frau Ewert alle ihre Twitter-Threads in Microsoft Word kopiert und von dort ohne Lektorat oder Satz ausgedruckt.
Selbst das Inhaltsverzeichnis bleibt von diesem Chaos nicht verschont: während die meisten Kapitel nach dem Schema "10. Thema Soundso" betitelt sind, trägt allein Kapitel 21 den Namen "21. Kapitel Soundso". Zwischenüberschriften sind mal numeriert und mal nicht, und die Länge der Kapitel schwankt zwischen einer halben Seite und dem halben Buch. Den Namen des aktuellen Kapitels in die Kopfzeile zu setzen hätte der Übersicht gut getan, im jetzigen Zustand hatte ich nach zehn Seiten Schwadronieren ohne Zeilenumbruch oft vergessen in welchem Kapitel ich mich eigentlich befand, und mich erst erinnert wenn die Autorin nach einem dreiseitigen Exkurs unerwartet zu ihrem Thema zurückfand.
An welche Zielgruppe sich das Buch richten soll ist vollkommen unklar. Eingangs erklärt die Autorin, auch Fachfremde ansprechen zu wollen, und präsentiert zu diesem Zwecke ein kleines Glossar. Für Laien ist das Buch aber vollkommen nutzlos (und für mit dem Thema vertraute Menschen bietet es nichts neues), der Wechsel von gezwungen humorvoller Anekdote zu akademischem Duktus überfordert. Im Glossar nicht aufgeführte Begriffe werden nicht erklärt, Abkürzungen regelmäßig klein geschrieben, anfangs Begriffe definiert die im eigentlichen Buch nicht verwendet werden, und so weiter. Die übermäßige Fixierung auf Anekdoten von Twitter scheint geeignet, Laien zu dem Fehlschluss zu verleiten, es handle sich hier primär um ein Netzproblem, und die unregelmäßig auftauchenden wissenschaftlich aufgemachten Passagen sind ähnlich gut lesbar wie ein Mathebuch. Wer überlegt hatte, das Buch etwa unaufgeklärten Verwandten zu schenken, kann das getrost vergessen: die andauernde Verwendung von Anglizismen (selbst bei Wörtern, für die sich im Deutschen gemeinhin genutzte Alternativen etabliert haben, etwa "non-binary" für "nichtbinär") und Twittersprache macht das Buch für die Generation 40+ in etwa so unverständlich wie das Jugendwort des Jahres. Felicia Ewert beklagt im Vorwort zurecht, dass trans Personen regelmäßig abgesprochen werde, selbst Forschende statt Forschungsobjekt zu sein - und unterwandert ihren eigenen Anspruch auf Ernsthaftigkeit prompt mit ihrem chaotischen Machwerk.
Was bleibt als Fazit? Ich las das Buch um seine Tauglichkeit als Einführung ins Thema Transgeschlechtlichkeit zu überprüfen, mit dem Gedanken, das eine oder andere Coming-out vielleicht durch begleitende Literatur zu erleichtern. Den Gedanken habe ich nach zwei oder drei Kapiteln verworfen. Übrig bleibt mir nur zu sagen, dass eine an und für sich sinnvolle Message komplett ruiniert wurde durch miserables oder nicht stattgefundenes Lektorat, dilettantischen Satz, und den Verzicht auf jegliche sinnvolle Strukturierung oder Unterscheidung zwischen Erzählung und Analyse.
Obwohl ich Felicia Ewert sehr schätze und überzeugt bin, dass sie viel richtiges und wichtiges zu sagen hat, ist es ihr nicht gelungen, das in diesem Buch auszudrücken; ein Scheitern, das ich mindestens zur Hälfte dem Verlang anlasten muss. Mir ist durchaus klar, dass edition assemblage als kleiner Verlag begrenzte Ressourcen zur Verfügung hat, aber 90% der Fehler in diesem Buch hätten an zwei Arbeitstagen unter Zuhilfenahme einer Textverarbeitung a la Word oder LibreOffice behoben werden können. Sogar von der Autorin selbst, die, anders kann ich mir das nicht erklären, das Ergebnis vor der Drucklegung wohl nicht selbst gelesen haben muss. Ob der Verlag ein gutes Manuskript ruiniert hat oder versäumt hat, ein vielversprechendes Manuskript in gute Form zu bringen, das kann ich nur rätselraten.
Ein wichtiger Hinweis zuletzt: meine gesamte Rezension bezieht sich auf die Erstausgabe von 2018. Aktuell ist meines Wissens nach die, laut Umschlag "vollständig überarbeitete", zweite Auflage von 2020. Die liegt mir aber nicht vor.
Man kommt gut auf den aktuellen Stand heutiger queerfeministischer Positionen, wobei es weniger um Argumentation als um Positionierung geht. Schlechtes (oder gar kein) Lektorat leider, daher wirkt der Text irgendwie unfertig, eher wie ein Manuskript als ein fertiges Buch.
Inhaltlich fand ich die Analyse der Autorin sehr stimmig, an der Form scheiterte es jedoch für mich: Sätze, die ins Leere führen. Satzzeichen an eigenartigen Stellen. Viele viele Rechtschreibfehler. Eine Formatierung, die einen zweiten Blick gebraucht hätte. All das macht es leider schwierig, dem Inhalt zu folgen und ohne Vorwissen hätte ich das Buch einfach beiseite gelegt. Innerlich jeden Satz korrigieren oder in Frage stellen zu müssen, war wirklich anstrengend.
Ich hab mich durchgekämpft, kann das Buch aber nicht weiter empfehlen, allein schon wegen des fehlenden Lektorats. An einigen Stellen hätte auch die "Twittersprache" korrigiert werden müssen und auch Ironie scheint mir kein gutes Mittel, wenn auch Einsteiger*innen angesprochen werden sollen. Viele der Pointen haben auch einfach nicht gesessen (wenn's denn schon unbedingt lustig sein soll).
Super wichtige, empfehlenswerte Lektüre, aus der ich viel mit genommen habe. Das Glossar ist super, um nochmal Erklärungen nach zu schlagen. Ich habe viel gelernt, insbesondere mich selbst und gesellschaftlich gelernte Dinge zu hinterfragen. Lediglich die Tippfehler und wiederholenden Satzanfänge haben das Lesen erschwert.
Ich schließe mich den Menschen an, die das (mangelhafte/ fehlende) Lektorat kritisiert haben. Ich habe mich auch schon Monate vorher auf das Buch gefreut und war dann ziemlich enttäuscht, als ich es endlich hatte, weil es so einfach schwierig zu lesen war. Auf praktisch jeder Seite stolperte ich über Tipp- und Rechtschreibfehler; oft waren Überschriften nicht stimmig und Sätze noch in Gedankenform. Trotzdem vier Sterne, weil es inhaltlich trotzdem großteils überzeugend ist und die Arbeit, die die Autorin geleistet hat, so unheimlich wichtig ist. Dieses Buch hat definitiv ein sauberes Lektorat verdient!
Ich gebe schweren Herzens 2 Sterne. Das Buch spricht wichtige Aspekte an, jedoch fehlt mir der wissenschaftliche Anspruch und die Sprache ist stellenweise auch gewöhnungsbedürftig. Ich muss mich hierbei anderen Rezensionen anschließen, die den Internet-Lingo ("*DONNERGROLLEN", "*hust*") und den starken Bezug auf Online- und insbesondere Twitter-Diskurse kritisieren. Zudem ist das Buch aus einer sehr ichbezogenen Perspektive verfasst, der nicht immer der Bezug zum gesamtgesellschaftlichen Kontext gelingt. Auch hätte ich mir gewünscht, das weniger lange Passagen aus Gesetzestexten einfach wörtlich wiedergegeben werden (mir hätte es mehr zugesagt, wären sie in Fußnoten oder den Anhang gesetzt worden, um einen starken Wechsel zwischen dem lockeren sprachlichen Stil des Buches und den juristischen Texten zu vermeiden). Jedoch gelingt es Felicia Ewert, wichtige Aspekte des Trans-Seins, Transfeindlichkeit, dabei im Besonderen Transmisogynie, und Cisheteronormativität zu thematisieren und anschaulich zu machen.
Ein unglaublich wichtiges Buch von einer unglaublich tolle Person: Nachdem ich mehrere ihrer Vorträge und Lesungen besucht habe, habe ich nun endlich Felicia Ewerts Buch über Cissexismus, Transfeindlichkeit und Transmisogynie gelesen und damit ein sehr lehrreiches, wütend-machendes und doch humorvoll und gut erklärtes Buch gefunden, dass mein Wissen um geschlechtliche Marginalisierung gefestigt und erweitert hat und mir vor allem auch gezeigt hat, wo ich als cis lesbische Frau mich noch mehr informieren und gegen Cissexismus engagieren kann und wo ich vor allem auch meine internalisierte Cisnormativität noch mehr outcallen muss. Ganz große Leseempfehlung!
Felicia Ewerts Buch wäre inhaltlich gar nicht so schlecht gewesen. Es gab allerdings viele grammatikalische Fehler, Rechtschreibfehler und keine klare Struktur.
Der Inhalt des Buches hatte das Potenzial, interessant und lehrreich zu sein, aber leider wurde dies durch die mangelhafte Bearbeitung vollkommen zunichte gemacht. Es war schwierig, dem Lesefluss zu folgen, da immer wieder Fehler unterbrochen haben.
Ein weiteres Problem war die fehlende Struktur. Es gab keine klare Gliederung und die Kapitel waren schwer zu verfolgen. Random Überschriften und viele Aussagen repetitiv. Dies machte es schwierig, den roten Faden des Buches zu verstehen und den Überblick zu behalten.
Insgesamt war das Buch von Felicia Ewert enttäuschend. Es wäre schön gewesen, wenn mehr Zeit und Aufwand in die Korrektur und Strukturierung des Buches gesteckt worden wäre.
Ich hatte mich echt auf das Buch gefreut, aber durch das offensichtlich nicht stattgefundene Lektorat war die Lektüre leider die reinste Zumutung. Schade drum.
Zunächst zum Positiven: mir hat die Gliederung sehr gut gefallen. Am Anfang werden viele Begriffe die wichtig sind wenn es um Transgender geht und auch im weiteren Verlauf des Buches zur Sprache kommen, erläutert. Nach diesem eher „trockenen“, aber unheimlich wichtigen Teil (denn Sprache gestaltet schließlich), kommt die Autorin zum lebendigeren Teil. Sie teilt persönliche Erfahrungen, stellt dar, wie und unter welchen Umständen trans Menschen in unserer Gesellschaft von Diskriminierung und Ausschluss betroffen sind und legt dabei auch den Finger in die „linke“ Wunde. Diskriminierungsstrukturen in vermeintlich diskriminierungskritischen Kreisen werden benannt. Zum Schluss erklärt die Autorin intensiv die rechtliche Grundlage, was für mich als cis Person, die nie diesen langjährigen und energieraubenden Prozess durchgehen musste, erhellend und erschütternd war zu sehen.
Trotzdem habe ich zwei Kritikpunkte: Zum einen kann ich mir schwer vorstellen, dieses Buch jemandem außerhalb der angesprochenen „diskriminierungskritischen, linken bubble“ und außerhalb des Betroffenenkreises zu empfehlen. Ich verstehe dass es wichtig ist, Dinge akademisch benennen zu können und auch wenn durchaus versucht wurde, wie gesagt Begriffe zu erklären etc., hatte ich oft das subjektive Gefühl, das ein gewisser Wissensstand notwendig war, um der Autorin zu folgen. Das ist aber ein Spagat, mit dem (meiner Erfahrung nach) viele Sachbücher zu kämpfen haben und gar nicht so leicht zu meistern ist. Und zweitens, wie schon sehr oft angesprochen, muss auch ich leider das mangelnde Lektorieren des Textes anmerken - etwas, das natürlich nicht in der Macht der Autorin liegt. Dieser Umstand hat es noch schwieriger gemacht, den Text flüssig zu lesen.
Dieses Buch hatte eine sehr gute Ausgangslage, es wollte “unter Berücksichtigung bestehender gesellschaftlicher Verhältnisse, ausdrücklich auf cissexistische, transfeindliche und trans-misogyne Einstellungen eingehen, die eben auch in Feminismen beste-hen. Es soll existierende Missstände darstellen, zeigen, welche Formen des Ausschlusses von trans Personen bestehen und diese kritisieren”. Jedoch fehlt das Zielpublikum. Weder zur Vertiefung ins Thema von Trans-sein noch als Einleitung eignet es sich. Viele Themen und Begriffe werden vereinfacht und wiederholt dargestellt, ohne die Tiefe von Diskurs von dem Leute die mit dem Thema schon Bekanntschaft haben schätzen. Aber viele Konzepte werden auch noch zu Umrissartig dargestellt. Somit eignet sich dieses Buch für weder das eine noch das andere Publikum. Aber, die Zwei letzten Kapitel zum Gesetz der Geschlechtsidentität in Deutschland waren sehr gut geschrieben und erläuternd. Diese Zwei Kapitel waren dass, was ich erhofft habe.
Ausserdem fand ich es komisch, dass ein Kapitel Harry Potter und die “Geschlechtsumwandlung” heisst, aber die TERF online präsenz von JK Rowling gar nicht thematisiert wurde (?).
Inhalt: eine Goldgrube an Informationen über die Marginalisierung von trans Personen und wie sich das in unserer Gesellschaft widerspiegelt.
Format: sehr viele Rechtschreib- und Formatierungsfehler, welches es schwer macht, diese Lektüre beispielsweise für einen wissenschaftlichen Essay zu verwenden und somit als Sekundärliteratur zu nutzen.
Wer dieses Buch als eine Freizeitlektüre lesen will, um sich mit den Erfahrungen und Hürden einer trans Person vertraut zu machen, die Felicia Ewert an ihr selber zu spüren bekommen hat, dem empfehle ich es sehr. Klar sollte man im Hinterkopf behalten, dass sie persönlich auch von Transmisogynie betroffen ist, welches ihre Erlebnisse stark von einer z.B. trans-männlichen Person unterscheidet. Als akademische Sekundärliteratur ist sie leider eher weniger geeignet, da die Formatierungsfehler hier einem einen gewaltigen Strich durch die Rechnung ziehen (welches meine Hauptmotivation war, dieses Buch überhaupt zu lesen). Daher kann ich dem Buch insgesamt nur 3 Sterne geben.
Felicia Ewert präsentiert in diesem Buch extrem wichtige Analysen und Argumente und obwohl ich mich mit dem Thema schon viel auseinandergesetzt habe, konnte ich noch viel Neues lernen und habe weitere biologistische Annahmen bei mir selbst entdecken können. Grundsätzlich finde ich Felicias Schreibstil voller Ironie, Sarkasmus und Radikalität großartig. Manchmal hab ich mich aber schwer getan mit der Struktur bzw. einen roten Faden zu finden. Es wirkte stellenweise so als wären die Gedanken, die vielleicht zusätzlicher Erklärung bedürften, genauso aufgeschrieben und dann nicht weiter ausformuliert oder überarbeitet worden. Ich würde da das Lektorat in der Pflicht sehen, habe aber auch verhältnismäßig viele Fehler entdeckt und würde das Lektorat daher als etwas mangelhaft bewerten. Insgesamt würde ich mir zwar wünschen, dass meine cis Verwandten das lesen, aber dazu braucht es vermutlich stellenweise etwas mehr Hintergrundwissen z.B. zu Begriffen, die teilweise erst recht spät erklärt werden.
Felicia Ewert hat mit »Trans. Frau. Sein.« eine sehr zugängliche Abhandlung über die Aspekte der Marginalisierung von trans Personen geschrieben. Es werden grundlegende Begriffe geklärt und Diskriminierungsmechanismen offen gelegt. Man lernt viel über internalisierte Transfeindlichkeit, geschlechtlichen Biologismus, TERFs und rückständige Gesetze. Ich musste beim Lesen sehr nachdenken: Über eigene Annahmen und Themen, die mich einfach bisher nicht tangiert haben.
Ich empfehle das Buch jeder Person, die sich bisher nicht mit der Marginalisierung von trans Personen beschäftigt hat und sich bezüglich Hetero- und Cisnormativität sensibilisieren möchte. Kurzer Disclaimer zum Schluss: das Buch wurde offenbar leider nicht lektoriert. Es finden sich recht oft Schreibfehler oder doppelte Wörter. Dies ändert aber nichts an dem wirklich aufschlussreichen Inhalt.
Ich lese die 3. Auflage. Wenn ich die Kommentare hier lese, müssen Satz, Rechtschreib- und Grammatikfehler im Vergleich zur 1. Auflage überarbeitet worden sein. Leider finde ich aber weiterhin Struktur und Inhalt nicht immer nachvollziehbar. Besonders bei "provokanten" Aussagen verzichtet die Autorin wiederholt auf eine Argumentation und endet ihren Punkt stattdessen mit flapsigen Aussagen im Sinne von "Ist halt so. Echt jetzt.". Schade! Genau hier hätte man ansetzen können, ich habe das Gefühl, hier wurden viele Chancen verpasst. Grundsätzlich verfolgt das Buch die Prämisse, der Biologismus hinter einem Geschlechterverständnis müsse abgelegt werden, was ich einen sehr spannenden Punkt finde, aber eben nicht bis ins Letzte hieb- und stichfest argumentiert. Ich hatte mir ehrlicherweise mehr erwartet.
Obwohl ich schon viele queerfeministische Texte gelesen habe, so lerne ich doch mit jedem neuen Buch etwas dazu. Felicia Ewert hat meinen Blick auf weitere Themen gelenkt, die ich bisher noch nicht im Bild hatte, und dafür bin ich sehr dankbar.
Da Ewerts Schreibstil eher trocken und bildungsnah ist, eignet sich dieses Buch weniger gut für jene, die sich erst einlesen müssen. Auch die Spitzen, die Ewert austeilt (gut so!), können für Leute, die sich einlesen wollen, abschreckend wirken.
Auch ich hatte an einigen Stellen Mühe, den Faden zu behalten, da die Struktur sehr unruhig wirkt. Die Sprache hat mich auch nicht abgeholt, sodass es trotz der Kürze des Textes, teilweise etwas anstrengend war. An einigen Stellen schimmert auch durch, dass das Buch 2020 veröffentlicht wurde.
Trotzdem verstehe ich Ewerts Wut, überhaupt die Wut von trans Menschen, die in das Stück eingeflossen ist. Und es tut gut, zu wissen, dass es anderen auch so geht. Dass es Bücher wie dieses gibt. Dass Menschen den Mund aufmachen und Strukturen kritisieren.
Deshalb ist es auch wichtig, dass dieses Buch existiert.
Vom Inhalt her informativ und wichtig, aber das Buch wäre sehr viel besser ohne die vielen nicht korrigierten Tippfehler und unklar formulierten Sätze. Der Schreibstil hat mir auch nicht besonders gefallen, was aber zu großen Teilen auch an den eben genannten Aspekten liegen kann. Vermutlich fehlt hier einfach ein Lektorat, bei dem ja unter anderem auch auf die sprachliche Gestaltung und Verständlichkeit eines Texts geschaut wird. Ich bin trotzdem froh, dass Buch gelesen zu haben, da ich so einen Einblick auf z.B. die Rechtslage für trans Personen in Deutschland bekommen habe und das auch durch die Perspektive einer Frau, die selbst trans ist.
Wie schon von ein paar Anderen erwähnt, hatte auch ich zeitweise (Verständnis-)Probleme wegen des Layouts und Grammatik- bzw. Rechtschreibfehlern. Ich könnte mir also vorstellen, dass es Personen, die sich zuvor noch nicht mit dem Thema auseinander gesetzt haben, (noch) schwerer fallen könnte, einzelnen Gedankengängen zu folgen. Deshalb kann ich persönlich nicht mehr Sterne vergeben.
Inhaltlich fand ich Trans. Frau. Sein. sehr informativ und gut aufgeteilt, und werde mich auf jeden Fall nach weiteren Informationen umschauen.
Ein sehr wichtiges Werk von Felicia Ewert, dank dem ich viel lernen konnte und mich weiterbilden konnte. Allerdings finde ich Ewerts Schreibstil recht komplex, da sie sehr wissenschaftlich schreibt und das Werk nicht gut leserlich ist, wie ich finde. Des Weiteren finde ich, dass sie in einem sehr klagenden Ton unterwegs ist - nachvollziehbar, der gesellschaftlichen Situation geschuldet. Es muss wirklich dringend noch unglaublich viel passieren, und das war auch für mich sehr augenöffnend. Trotzdem war "Trans. Frau. Sein" dadurch nicht super angenehm zu lesen.
Ich schließe mich mit meiner Bewertung an die vielen vor mir an. Ich schätze die Autorin und den Inhalt des Buches sehr, aber das Lesen erweist sich durch das mangelnde Lektorat als sehr unangenehm.
Ich las aber auch die erste Auflage und mittlerweile ist eine zweite, überarbeitete Auflage erschienen.
2,5 Sterne. Viele interessante Analysen, leider wiederholen sich einige Punkte öfter und gleichzeitig werden andere Themen angeschnitten, aber nicht in der Länge ausgeführt, die notwendig und wichtig wäre.
Wichtiges Buch! Hat mir in einigen Punkten die Augen geöffnet. Eine angenehme Mischung aus Sachbuch, Anekdoten und Autobiographie, gut zu lesen. Und gerade der Teil über das sogenannte "Transsexuellengesetz" ist heftig, aber deshalb umso wichtiger!! Große Empfehlung.
Ich hoffe sehr, dass die zweite Auflage super-überarbeitet ist. Die erste Auflage war für mich kaum lesbar, leider. Inhaltlich wär die Kombination von Info und Sarkasmus recht cool. Wäre.
Wichtigs buech für alli wo wend solidarisch(er) werde mit trans fraue und trans feminine persone. Sehr es wichtigs tool um sini eigeni transmisogynie z reflektiere und sin feminismus upzudate.
Ich las die zweite, komplett überarbeitete Fassung.
Inhaltlich? Fünf Sterne. Interessant, anregend, aufregend, informativ und wichtig.
Form... Unfassbar viele Dopplungen, Rechtschreibfehler, Zeichenfehler, Wiederholungen, Sätze die genau das Gegenteil sagen als sie meinen, Sätze die nicht beendet werden, Bandwurmsätze, Stilwirrungen... es häuft sich einfach.