Die Geschwister Cardin sind zu viert. Als Tante Tamara und Onkel Simon sterben, werden am Tag der Beerdigung jedoch nicht nur die Trennlinien zwischen den vier Geschwistern sichtbar, sondern die Gräben in der gesamten Familie. Die Verstorbenen waren es, die alle zusammenhielten. Nun hinterlassen sie neben Uneinigkeit vor allem eine Auseinandersetzung um das Erbe, die schon auf dem Weg zur Trauerhalle ihren Anfang nimmt. Die gefühlte Ungerechtigkeit in der Verwandtschaft ist außergewöhnlich groß – und genau darin ist diese französische Familie so ziemlich gewöhnlich. Sylvie Schenk hat einen Roman geschrieben, der auf wenigen Seiten poetisch, klar und klug die Geheimnisse einer ganzen Familie ausleuchtet.
Familie ist nicht gleich Familie. Das beweist auch „Eine gewöhnliche Familie“ von Sylvie Schenk. Es ist bereits der zweite Roman, den ich von dieser Autorin gelesen habe und mal wieder war ich in Windeseile fertig damit. Ich bewundere die Tatsache, in wie wenigen Worten Sylvie Schenk es schafft, alles zu sagen, was es zu sagen gibt. Jeder Satz, jedes Wort sitzt. Dabei schreibt sie mit einer schlagfertigen, leicht zynischen Sicht auf die Welt, die mir sehr gefällt. Auch nach diesem Buch steht für mich fest: Diese Frau kann definitiv schreiben.
Mir persönlich war es ein wenig zu peotisch (also anstrengend zu lesen), dennoch war es ein ganz nettes Buch darüber wie sich eine Familie entwickelt, was hinter allem steht und was passiert wenn es plötzlich um viel Geld geht. Also um eine ganz gewöhnliche Familie.
Ein Buch, dass uns einer gewöhnlichen französichen Famile während eines Doppelbegräbnisses näherbringt. Gut zu lesen. Am Schluss, hätte ich gerne noch mehr über Célines´ weiteres Leben lesen wollen.