نویسندهٔ آلمانیتبار، نامزد بهترین کتاب سال آلمان در سال ۲۰۱۶ شد. او جهان روایتش را بر بستر بلاهایی مینشاند که پیوسته در حال باریدن بر سر محیط زیستاند. آنچه رفتهرفته بر سر طبیعت میآید در پسزمینهٔ همهٔ آثارش نمود دارند.
برشی از کتاب را با هم میخوانیم: «نگاه کن لیلو!» و ناگهان به یاکوب فکر کرد. و اینکه چند روز پیش زنگ زده بود. کمی صداش را خوب نشنیده بود و اگر الکساندر درست فهمیده باشد، یاکوب خواسته بود مستقل شود و مسئولیت بپذیرد. انگار میخواست با نهایت سرعت ممکن از خانه دور شود. الکساندر فقط اینها را توانسته بود بفهمد. بالاخره یاکوب حالا دیگر بزرگ شده بود. او درمیماند که چطور میبایست او را راهنمایی کند. کدام بخش ارتش برای برادرش بهترین جا بود؟ او پسر حساسی بود.
is an Austrian writer who grew up in Hallwang, Eberstalzell, Upper Austria. From 2003 to 2007 he studied agriculture, history and international development in Vienna. In 2007 his debut novel Der lange Gang über die Stationen came out. The same here he received the literary award from the Jürgen-Ponto-Stiftung and a stipend from the Edenkoben estate. In 2009 he was a juror at the German-language Slovakian Prešover short story competition.
Ein sehr eindringliches Buch, bei dem ich Anfangs Schwierigkeiten mit dem Lesen hatte. Denn wie es schon im Klappentext steht, passiert eigentlich nichts, aber der Schreibstil des Autors lässt einen irgendwie so gar nicht los. In dieser Geschichte verfolgen wir den Lebensweg verschiedener Personen einer Familie, von denen jede einzelne sein bzw. ihr eigenes Paket mit sich rumschleppt. Der Vater, der ständig irgendwelche "Geschäftsideen" hat, aber immer mehr und mehr in die Pleite rutscht, die Großmutter, die nach dem Tod ihres Mannes von allen bedrängt wird, um das Erbe zu verteilen, es aber gluckenhaft hütet, die beiden Söhne, von denen einer als Soldat versucht, sein Leben zu leben, und der andere auf dem Hof dies ebenfalls versucht. Irgendwie scheint alles hoffnungslos zu sein, die Tragödien der einzelnen Personen liegen irgendwie schwer im Magen, auch wenn sie allesamt ohne Pomp und Getöse auskommen. Der Schluss des Buches versöhnt den Leser dann aber wieder einigermaßen. Lesenswert!
Der Titel, eine Turgenjew Anleihe, ist Programm: Ein dunkler Wald voll irrlichternder, einsamer Seelen, den anderen fremd wie sich selbst - ein starkes Bild für das Leben im Hausruckviertel, zwischen Eberstalzell und Wels in Oberösterreich. Die Ortsnamen werden zwar nicht explizit genannt, aber man kann es sich denken. Zwei Brüder wurden in diese Welt geworfen, genauer auf einen abgewirschafteten Bauernhof. Von da aus irren sie erratisch herum, auf der Suche nach ihrem Leben, entwurzelt, ohne Orientierung, ohne Zusammenhalt und ohne jede Hilfe. Man fragt sich, ob es einen freien Willen gibt in diesem Vakuum zwischen entschwundener Tradition und dem undeutlichen Traum irgendeiner Zukunft.
Alexander wollte Pfarrer werden, doch verschlägt es ihn zum Militär. Als UNO-Soldat geht er nach Kosovo, später nach Wien und überall bleibt er ein Fremder. Sein deutlich jüngerer Bruder Jakob arbeitet am elterlichen Hof, beim Maschinenring, er wird ohne sein Zutun in dörfliche Intrigen und erfundene Beschuldigungen verstrickt. Er ist daheim und trotzdem fremd.
Als die Großmutter stirbt, vermacht sie das trotzig zurückgehaltene Vermögen der Partei und nicht der Familie, die es dringend benötigen würde. Welche Partei, auch das kann man sich leicht denken, der Bezirk Wels ist schließlich mehrheitlich rechtsaußen.
Immer wieder musste ich an Thomas Bernhard denken, der ja ganz in der Nähe in Ohlsdorf seinen Bauernhof hatte. Seine wenig schmeichelhafte Beschreibung der Menschen dieser Gegend als niederträchtig und geistlos findet hier zumindest ihre Bestätigung.
Es ist eine äußerst triste und deprimierende Geschichte, die durch ihre nüchterne aber stilistisch treffsichere Sprache einen starken Sog entwickelt. Seltsam und für mich enttäuschend war allerdings der Schluss. Während Jakob aus dem Gesichtsfeld gerät, endet Alexanders Teil der Geschichte durch eine recht konstruierte Wendung mit einem Happy End.
Ein Heimatroman, und das was laut Ankündigung Handke über den Autor sagt: "zwischen Stifter und Hamsun" kann ich über lange Strecken nachvollziehen. Wieder erscheint der Schluss zu lieblich: das Liebespaar vereint. Trotzdem: die Familiensaga hat ihren Reiz, auch das Erbschaftsthema. Ich würde sagen, ein schicksalhafter Heimatroman, es hat was antik Griechisches.
Wow, so eine ruhige, atmosphärische Geschichte, die trotzdem an keiner Stelle langweilig war. Im Grunde geht es um zwei Brüder aus dem ländlichen Österreich - einem Setting, das an sich schon bemerkenswert ist, auch wenn es auf den ersten Blick nicht so wirkt. Die Umgebung der Figuren wirkt wie aus der Zeit gefallen. Man fühlt sich meist, als wäre man in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, bis plötzlich Tablets und Smartphones erwähnt werden und man wieder erinnert wird, dass man im hier und jetzt ist. Generell hat mich die extrem atmosphärische Beschreibung der Landschaft und Städtchen vollkommen in seinen Band gezogen. Das Buch hat keinen außergewöhnlichen Wortschatz und ist trotzdem auf eine für mich kaum nachvollziehbare Weise meisterhaft geschrieben. Super faszinierend! Ebenso wie die Geschichte der Brüder, auch wenn sie kaum etwas Außergewöhnliches an sich hat. Viel mehr lassen sich die Brüder vom Schicksal treiben, sind sehr passiv, nur punktuell packt sie irgendeine Leidenschaft. Diese gewöhnen sie sich aber meist schnell ab, weil alles zum Scheitern verurteilt scheint. Ich finde, das Buch zeigt gut, welche schlimmen Konsequenzen es haben kann, wenn man kein Interesse für etwas oder Empathie für andere entwickelt. Auch wenn der Vater der Geschichte das andere Extrem darstellt. Das Salz in der Suppe stellten die Ausflüge in Richtung True Crime und Sekten dar, die auf eine einerseits unbeteiligte, andererseits subjektive Perspektive beleuchtet wurden. Das hat mir total in die Karten gespielt und fand ich einfach super interessant umgesetzt. Dafür, dass die Handlung ziemlich pessimistisch erscheint, ist das Ende für beide Brüder erstaunlich versöhnlich, was das Buch für mich unfassbar rund gemacht hat, ohne dass einem das Wort "Kitsch" auch nur in den Sinn kommt. Ein wirklich tolles Buch, das ich aus vollem Herzen weiterempfehle. Tatsächlich fällt mir nichts auf, das ich bemängeln könnte.
Zwei Brüder aus einem kleinen Dorf, der ältere hat es bereits vor einigen Jahren hinter sich gelassen, während der halb so alte 15jährige praktisch im Alleingang den Hof bewirtschaftet. Der Vater ist ständig unterwegs auf der Suche nach neuen lukrativen Geschäften, um seine Geldsorgen zu beenden. Stattdessen verkleinert sich der Hof jedoch nach jedem neuen Versuch, Hektar um Hektar. Und Jakob, dem Jüngeren, bleibt nichts Anderes, als zuzuschauen. Es ist ein ungemein trostloses Buch, das dem Landleben nichts Positives abgewinnt, zumindest was das Zwischenmenschliche anbelangt. Was die Menschen dort leisten müssen, ist harte Arbeit, die immer schlechter entlohnt wird. Höfe werden verkleinert, verkauft, Landwirte müssen aufgeben, das Leben scheint perspektivlos. Miteinander reden ist den Menschen dort nicht gegeben; wenn man redet, dann eher übereinander, ansonsten schweigt man sich an. Es gibt kein Gemeinschaftsgefühl füreinander, weder bei den Brüdern noch bei den anderen Personen in diesem Buch. Trotz Ehe und Freundschaften sind die Menschen einsam, eine gewisse Zusammengehörigkeit gibt es nur in einer außerkirchlichen Gruppe. Alexander und Jakob brauchen eine geraume Zeit, bis sie erkennen was ihnen fehlt und sie die Eigeninitiative ergreifen. Doch für Andere gibt es keine Rettung mehr. Alexander gelingt es durch den Besuch einer weiterführenden Schule (worum er sich selbst kümmern musste) dieser Einsamkeit zu entfliehen und landet nach einigen Umwegen bei der Bundeswehr. Und Jakob tritt fast exakt in die Fußspuren seines großen Bruders, ohne sich dessen jedoch bewusst zu sein, sodass zumindest zum Ende hin sich für beide so etwas wie ein Lichtblick zeigt. Doch warum sollte man so etwas lesen, was einem vermutlich keine allzu guten Gefühle bereitet, eher im Gegenteil? Weil Reinhard Kaiser-Mühlecker eine wunderbare Sprache sein Eigen nennt. Es sind weniger einzelne Sätze, die herausragen, sodass sie das Zitieren wert sind, sondern die Beschreibungen der Gefühle und Gedanken seiner Protagonisten, die so echt sind, dass ich mir sicher bin, manche davon sehr gut zu kennen ;-) Wie Jakob in bestimmten Situationen ein unbändiger Zorn packt, den er jedoch nicht artikulieren kann und will. Wie Mutmaßungen und Interpretationen über andere Menschen angestellt werden, die durch ein Gespräch einfach klargestellt werden könnten. Wie Vermutungen fast Menschen zerstören, ohne dass diese sich wehren können. Es sind Situationen, die vermutlich jede/r kennt und wo ich mich immer wieder dabei erwischte, dass ich vor mich hinmurmelte: 'Jetzt redet doch miteinander!' Eine Aufforderung, die auch im wirklichen Leben beherzigt werden sollte :-)
I feel like I just didn't get this book. I struggled to connect with these characters and couldn't really figure out what to make of their behavior. Maybe it's just not the right book for me? I can't even say that it was badly written, I just never found my way into the story.
Hier zu einem eindeutigen Urteil zu kommen fällt mir schwer - auf der einen Seite bin ich immer wieder erstaunt, wie intensiv mir die Landschaft, das Umfeld mit der Sprache hier vermitteltnwird. Es ist auch beinahe die Landschaft und das Umfeld meiner eigenen Kindheit, was mich dem Autor nochmal näher bringt.
Schon ziemlich zu Beginn gibt es eine Szene in der Jakob "wortlos auf die Kuh einredet". Und das beschreibt diese Figur so exakt, dass es mich wirklich fasziniert hat.
Trotzdem hätte ich die Protagonisten oft genug einfach nur schütteln mögen, damit sie aus ihrer Lethargie herausfinden...
Kennt ihr das Gleichnis vom verlorenen Sohn aus der Bibel? Irgendwie hat mich dieses Buch daran erinnert. Diese Geschichte über Jakob und Alexander, die auf einem Hof groß geworden sind. Jakob, der vor Ort bleibt, Alexander, der als Soldat in die Welt zieht. Beide reden sie nicht viel, über Gefühle nicht, aber auch sonst sind sie eher wortkarg. Jeder ficht seine eigenen Probleme aus, geht auf seine eigene Art mit Liebe, Glaube, Familie um. Die Welt um sie herum zerfällt in beiden Leben. Wie sich die beiden trotzdem stumm durchkämpfen in ihrer jeweiligen Art, wie sie sich dem Leben stellen, hat Reinhard Kaiser-Mühlecker auf seine eigene, so großartige Art aufgeschrieben. Seine Sprache, seine Fähigkeit Worte zu Sätzen zu weben und sie wie ein Netz über mein Gehirn zu legen, ist fantastisch. Ein Rausch war dieses Buch, das einen solchen Sog entwickelt, der sich schwer beschreiben lässt. Eine innere Kraft hat es. Und auch wenn die Geschichte letztendlich nur zart an der Bibelvorlage angelehnt ist, hat sie doch eine biblische Wucht.
Young/ish (*1982) Austrian writer, like very Austrian with plenty of Austriacisms which I am not a fan of. Anyhow, I had a conversation the other day re: how many contemporary German language writers are trying a little too hard at sounding like Thomas Mann (except for Christian Kracht whose language I f love). This book is one of those trying a little too hard, at times the language is so artificial with way too many adjectives per sentence that I actually cringed. The pace of the story is pleasant, yes, I like it slow, but other than that not so sure.
Also ich musste mich gefühlt leider durchkämpfen. Ich dachte bei jedem neuen Thema - dass der Autor dieses endlich weiterverfolgen wird, aber es wird einfach viel angerissen und nichts zu Ende erzählt.
Aus Alexanders Geschichte hätte man viel machen können. Ebenso aus Jakob/ der Großmutter/ dem Vater / Elvira/Hagen … Eine Figur die mir als Leserin nicht viel gab ist Luisa, grundsätzlich sind die Frauenfiguren leider sehr eindimensional erzählt.
کتابی در سبک گوتیک نگاشته شده، اما به عقیده شخصی انسجام درونی در متن داستان وجود نداشت، با اینکه روایت داستان این گونه بود که هر فصل داستان مجزایی از کاراکترهای اصلی رابازگو کند، اما در خیلی از نقاط،داستان نامفهوم و گنگ می شد. شاید بتوان ایراد کار را در ترجمه اثر دانست و البته وجود ممیزی هااما باز آنچه را که نویسنده میخواست به خواننده بفهماند و برساند، وجود نداشت !