Als eines Tages ihr Vater von den Schergen des tyrannischen Fürsten Nagon entführt wird, damit er für ihn in seinen Schmieden schuftet, greift seine kleine Tochter Massu kurzentschlossen zu ihrem viel zu großen Schwert und schwört, alles daran zu setzen, ihn zu befreien.
Und so macht Massu sich auf eine lange, gefährliche Reise, nicht ahnend, dass sie der Stein des Anstoßes sein wird für eine Sache so viel größer als sie selbst.
Ines Korth hat mit ihrem Webcomic »Massu, Schmiedstochter« vor ein paar Jahren schon einige Bekanntheit erlangt, und ich habe mir nun endlich mal die Buchausgabe gegönnt und möchte sie euch hier vorstellen.
Die kleine Massu ist nämlich ein ganz reizendes und zudem auch sehr mutiges Mädchen, das sich ins Abenteuer wagt, nachdem ihr Vater von den fiesen Schergen des tyrannischen Fürsten Nagon entführt wurde. Dabei erlebt sie selbstverständlich eine Menge, trifft zahlreiche faszinierende Kreaturen und setzt auch noch etwas in Bewegung, das so gar nicht ihre Absicht gewesen ist.
Ines Korth schafft es dabei, die Geschichte in schönen, nicht überladenen Bildern zu erzählen, die einen manchmal erst auf den zweiten Blick, dafür jedoch umso nachhaltiger beeindrucken. Zudem ist das Ganze nicht nur aus der Sicht eines Kindes erzählt, sondern darüber hinaus auch durchaus für Kinder (und Comiceinsteiger) bestens geeignet.
Ich hatte große Freude an der Geschichte, die im handlichen Format daherkommt und zum Glück nicht zu sehr die Moralkeule schwingt. Mir haben auch der Zeichenstil und die vielen fantasievollen Ideen sehr gut gefallen, die diesen Comic aus der üblichen Masse herausheben.
Demzufolge möchte ich euch die abenteuerliche Reise der kleinen Massu ans Herz legen, die euch einige schöne Stunden in eine märchenhafte Fantasywelt mit einer tapferen kleinen Heldin bescheren wird.
Der Malstil und auch die Story sind sehr einfach gehalten, aber in jedem Bild fließt so viel Wärme und Gefühl mit und es gibt vereinzelt magische Momente (besonders die an den Lagerfeuern) in denen man in die Szenen eintaucht. Mir haben auch besonders die Kapiteleingangsbilder gefallen. Immer passend zum folgenden Kapitel und doch eigentlich nicht in die Welt gehörend. Die Geschichte ist sehr schnell erzählt und auch schnell durchgelesen. Literarisch gesehen ist es auch sehr sehr einfach gehalten. Keine großen Worte, Sätze oder Aussagen die sich lohnen rauszuschreiben. Teilweise ist es aber ein wenig unübersichtlich strukturiert. Wo ich als Leser überlegen musste wer das gerade gesagt hat und auch Flashbacks waren nicht immer deutlich zu erkennen. Ich mochte definitiv Mutter; ihren Charakter, ihre, wenn auch sehr traurige, Geschichte und ihre Funktion. Und die letzten Seiten haben mich überrascht und sind sehr zufriedenstellend (das fehlt mir in den meisten anderen Büchern). Wobei ich das Frühstück gerne in der Story wiedergefunden hätte. Allem in Allem eine niedliche Geschichte welche sich auf jeden Fall lohnt durchzublättern. Empfehlung für: sowohl Mädchen als auch Jungen zwischen 9 und 13 Jahren.