Fritz Mertens hat zwei Menschen ermordet. Um die Frage nach dem Strafmaß zu beantworten, soll er seinen Lebenslauf niederschreiben. Sein Bericht ist das bewegende Dokument eines kollektiven eine Kindheit, gekennzeichnet durch Krankheit und Misshandlung, die Suche nach Verständnis und die immer wieder darauf folgende Enttäuschung. Ein Buch über das sensible Terrain des kindlichen Gemüts, auf dem wir uns mit aller Vorsicht bewegen müssen.
„Es ist kein magisches gesetzt, das jeder Druck auch Narben hinterlässt“
„Ich wollte liebe und lernte Hassen“ ist ein erschütterndes Buch, das von einer Person im Gefängnis geschrieben wurde und auf seinem eigenen Leben basiert. Es beschreibt, wie das Kind statt der ersehnten Liebe von seinen Eltern nur Schläge und Hass erhielt.
Der Autor, der mittlerweile im Gefängnis sitzt und auf seine Strafe wartet, schildert die traumatischen Erlebnisse mit brutaler Ehrlichkeit. Dieses Werk, basierend auf einer wahren Begebenheit, ist nichts für schwache Nerven und hinterlässt einen tiefen Eindruck beim Leser.
Am Ende zeigt die Geschichte, wie wichtig es ist, dass Eltern und Menschen einander lieben und wertschätzen.
Autobiografien und Memoiren bewerte ich meistens nicht, da ich die Lebenserfahrungen eines anderen Menschen nicht beurteilen kann und möchte. In "Ich wollte Liebe und lernte hassen!" Erzählt Mertens, auf ursprünglich 500 handgeschriebenen Seiten, seine Geschichte. Vom Kindesalter an erlebt er emotionalen sowie physischen Missbrauch, macht Erfahrungen mit Suchtmitteln und setzt sich mit den "typischen" Problemen des Erwachsenwerdens auseinander. Ein sehr bewegendes Buch, das mich oft wütend und traurig gestimmt hat.