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Kon-Formismen: Die Neuordnung der Differenzen

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Der politische Aktivismus der Gegenwart kreist um Kulturen, Identitäten, Sprache, Körper und Sexualität. Seine Grundlage ist das Ausdrucksbedürfnis des Selbst, das jedoch nur im Rahmen unüberwindbarer Zugehörigkeiten zu Gruppen Bedeutung erlangt. Im Fokus steht die Festschreibung eines richtigen Verhaltens, das eine störungsfreie Entfaltung gewährleisten soll. Doch die ideologisch besetzten Begriffe der Identität und der Differenz, der Vielfalt und Diversität, die dabei im Spiel sind, stellen sich als völlig entleert heraus. Abgeschwächt ist auch das Konzept der Gleichheit, das die Vielfalt der differenten Lebensformen einrahmen und absichern soll. Gerade dort, wo der politische Aktivismus heute vermeintlich sensibel für die Besonderheiten und aufmerksam für das Abweichende ist, wird das Einzelne und Besondere getilgt. Es vollzieht sich eine Standardisierung und Vereinheitlichung des Denkens. Bei den Debatten, die oft hart und unerbittlich geführt werden, verbinden sich naive Empörungsgesten und denunziatorische Praktiken mit moralischer Selbsterhebung und biederem Opportunismus. Der politische Aktivismus, der um die differenzierten Lebensformen kreist, hat sich längst sowohl von der Idee des Besonderen und Singulären als auch vom politischen Denken verabschiedet.

»Kon-Formismen« greift das entschärfte Politikverständnis derjenigen an, die sich als kritisch, subversiv und revolutionär präsentieren, aber zugleich reaktionäre Denkweisen wiederholen und bestätigen. Ziel der Intervention ist es, in der gegenwärtig reflexorientierten Debattenkultur Formen des Denkens, Sprechens und Handelns zu verteidigen, die jenseits von Gruppenzugehörigkeiten, Gewissensfragen und Distinktionsbedürfnissen liegen. Gleichzeitig wird an eine Idee der politischen Praxis erinnert, die die bestehenden Differenzen durchkreuzt und an der Möglichkeit von subjektiver und kollektiver Transformation festhält.

63 pages, Paperback

First published June 4, 2018

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Marcus Quent

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Profile Image for Iamthesword.
333 reviews24 followers
January 3, 2026
A short essay about progressive political activism and identity from someone sympathizing with the goals while seeing the strategies as flawed - so if you're looking for a "those woke people" rant, you have to keep looking, sorry. The author argues from a theoretical standpoint questioning the essentialization of identities as little inflexible boxes which in the end involuntarily cement thinking in terms of difference. Instead, he promotes a new universalism as a common base that still leaves room for individual identities (following the works of marxist philosopher Alain Badiou).

If you read a bit of Frankfurt School philosophy (especially Zygmunt Baumann) and the subsequent discussion around ambivalency tolerance, you get his argument fairly quickly. I don't have any major disagreements with his points, but I didn't learn much new here even though there are some interesting thoughts scattered throughout the essay. You might also need a bit of background in these debates, for Quent often just states his position without much further developement or context using a rather theoretical language. In addition, he works with a bit too many generalizations to streamline his line of argumentation. So I'm not sure who to recommend this essay to. It is too demanding for someone looking for a summary, and it doesn't offer too much for someone already familiar with the debates. However, it also does no harm neither.
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