Das Römische Imperium hat das All in Besitz genommen. Seine Legionen haben Planeten erobert, fremde Völker unterworfen und versklavt. Doch im Hades, einem Schwarzen Loch am Rande des Mare Nostrum, lauern dämonische Kreaturen, die nur darauf warten, Rom für immer von der Sternenkarte zu löschen. Und auch auf dem Planeten selbst brodelt Der Gladiator-Sklave Spartacus will sich nicht länger seinem Schicksal ergeben und zettelt einen Aufstand an ...
Ich schwanke zwischen 2 und 3 Sternen, aber da ich am Ende froh war das Buch hinter mich gebracht zu haben, nehme ich die kleinere Wertung. Die Idee an sich (Übertragung der römischen Gesellschaft in eine Sci-Fi-Zivilisation) ist nett, und nachdem man den Beginn geschafft hat ist das Buch durchaus lesenswert - für mich ist es aber ab dem Zeitpunkt des Sklavenaufstands zu sehr abgefallen. Insgesamt wohl eine sehr subjektive Bewertung, ich kann mir gut vorstellen, dass das Buch anderen Leser*innen gut gefällt.
Mir fehlte hier wohl einfach ein bisschen diedeskriptiven Passagen, die nicht dazu da ist, die Handlung voranzutreiben. Ich wäre gerne tiefer in die Welt eingetaucht, konnte es aber nicht - was auch daran lag, dass der Schwerpunkt sehr stark auf den Charakteren lag. Schön fand ich die Idee mit dem Hades-System.
Das römische Reich meets Space Opera in Roma Nova. Das Setting fand ich persönlich sehr abgefahren, aber auch ansprechend. Das römische Imperium ist hier nämlich ins All versetzt, Rom ist eine Stadt, die den gesamten Planeten bedeckt. Das politische System deckt sich mit der Römischen Republik, und so tauchen auch viele bekannte Namen auf.
In Roma Nova geht es um den Fall der Mariner-Familie. Der Legat Lucius Marinus ist ein besonders übler Sklavenschinder. Dumm für ihn, dass seine Lieblings-Sklavin Morisa, über die er gerne rüber rutscht, eine thrakische Seherin ist, die die Mariner-Familie verflucht, und sich von dämonischen Hades-Truppen befreien lässt. Dabei kommen bis auf Lucius, seine Tochter Constantia und dem Sklaven Ianos alle an Bord ums Leben.
Morisas Mann Drennis ist beim römischen Volk als Spartacus bekannt und ist ein bekannter Gladiator, der ebenfalls den Marinern gehört. Der Fluch der Mariner führt dazu, dass Spartacus einen Sklavenaufstand anführt, um sich zu befreien und zurück zu seiner Frau zu kämpfen. Darin verwoben sind Ianos, der ebenfalls zum Gladiator gemacht wurde, und Constantia Marina, die sich durch den Fluch in Ianos verliebt hat.
Als Riesenfan der Masters of Rome Romane von Colleen McCullough hat mich das Setting schon begeistert. Der Roman ist recht umfangreich und liest sich gut weg. Gerade gegen Ende geht es dann Schlag auf Schlag, vielleicht etwas überhastet. Man sollte keine Probleme mit etwas derber Sprache haben, denn die Römer hier gehen verbal hart zur Sache, da sollte das F-Wort nicht schocken. ;-)
Letztendlich hätte ich mir noch etwas mehr Tiefgang bei den Charakteren gewünscht. Zum Beispiel habe ich Marius Marinus' Rolle bis zum Schluss nicht verstanden. Warum wollte er unbedingt zum Faber? Warum hatte er Probleme mit der Unterwelt? Keine Ahnung. Auch blieb die Beziehung von Ianos und Constantia etwas oberflächlich. Da das Ende für die beiden recht offen ist, schreit das förmlich nach einer Fortsetzung, in der die beiden Charaktere noch wachsen können.
Fazit: abgefahrenes Setting, definitiv keine hard SF, dafür ganz viel Space Opera und Drama vor dem Hintergrund des römischen Reiches im Weltall. Für mich 3.5 Sterne.
+++Vorab+++ Ich wollte dieses Buch wirklich mögen! "Roma Nova" von Judith C. Vogt vereint alles, was man sich nur wünschen kann, ein spannendes Settig auf einem Planeten, der dem alten Rom nachempfunden ist, eine Aufstand von Sklaven und Gladiatoren, eine Seherin, die nach Rache dürstet. Das Ganze geschrieben von einer weibliche SF-Autorin mit frischem Wind in den Segeln, die einen über 600 Seiten starken Roman abliefert. Da sind viele gute Voraussetzungen dabei, viel Stoff für eine spannende Geschichte. Aber was gut anfängt, entwickelt sich schnell zu einem eher seichtem Intrigenspiel mit viel zu vielen Figuren. Aber erst mal alles auf Anfang.
VORSICHT SPOILER!!!
+++Der Anfang+++ Zu Beginn der Geschichte sind wir auf einem Vergnügunsraumschiff. Die reiche Oberschicht des Planeten Rom frönt ihren Ausschweifungen. Wir lernen viele Figuren kennen, von mindestens einer erfahren wir die komplette Lebensgeschichte, aber einige Seiten später ist das alles egal, denn bis auf drei Leute überlebt keiner diese illustre Fahrt. Das Schiff wird angegriffen von dämonenhaften Wesen aus dem Hades und die drei Überlebenden flüchten zurück auf den Planeten Rom. Dieser Anfang ist (bis auf die eine oder andere Lebensgeschichte) wirklich gelungen. Ich war sofort in der Geschichte drin und begeistert von der Stimmung die aufkam. Auch der Überlebenskampf und die anschließende Flucht wurde sehr gut beschriebe. Leider kann diese Euphorie danach nicht mehr gehalten werden.
+++Wordbuilding+++ Die Beschreibung der Welt Rom ist das Glanzstück der Autorin. Der Planet, der nahezu komplett von einer riesigen Stadt eingenommen ist (bis auf ein paar Flecken Meer), wir hervorragend beschrieben. In der Oberstadt leben die reichen Leute Roms. In der Mittelstadt bieten Händler und Künstler ihre Waren feil. Und in der Unterstadt herrscht Armut und Verbrechen. Weiterhin gibt es Tempel für die verschiedenen Götter, manche sogar an Stellen, die man nicht erwarten würde. Aufzüge, die zwischen den Ebenen hin- und herfahren, Züge und Baren, mit denen man sich fortbewegen kann, werden sehr gut beschreiben. Man merkt, dass sich hier viele Gedanken gemacht wurden. Der Schreibstil der Autorin malt einem die Stadt mit aller Schönheit und Hässlichkeit direkt in den Kopf.
+++Figuren+++ Leider dehnt sich der Schreibstil nicht auf die emotionale Ebene der Figuren aus und bleibt eher kühl beschreibend. Egal ob die Personen ängstlich, freudig, wütend oder traurig sind, Emotionen werden immer nur gesagt, nie wirklich gezeigt. So bleiben für mich wirklich alle Figuren einfach nur leere Hüllen, die da sind, um die Handlung voranzutreiben. Oft habe ich zwischen drin auch manche Figuren total vergessen oder konnte sie nicht mehr zuordnen, weil sie so blass sind, dass sie keinen Eindruck hinterlassen und man sie gleich wieder vergisst. Die enorme Fülle an Figuren ist dabei nicht hilfreich. Ich hatte das Gefühl geradezu von Figuren ihren Namen, Titeln, Rängen, Bezeichnungen usw. überrannt zu werden. Manchmal hatte ich das Gefühl, dass sich sechs Personen in einem Raum aufhalten, aber am Ende waren es nur drei, und jeder spricht den anderen anders an. Die übergeordnete Erzählerperspektive macht es in dem Fall noch komplizierter, denn manchmal war mir nicht klar aus welcher Perspektive die Geschichte nun berichtet wird. Anfangs dachte ich, dass ich die Geschichte aus der Sicht, der drei Überlebenden erleben würde. Da haben wir zum einen den reichen Geschäftsmann Lucius Marinus, der auf der Vergnügungsfahrt seinen Sohn und ein Haufen Geld verloren hat. Seine Tochter Constantia, die um ihren Bruder und diverse Freunde trauert. Und Ianos, der Sklave der Familie. Tatsächlich gibt es einige Kapitel, die aus der Sicht, dieser drei geschrieben sind, doch schnell kommen andere Figuren hinzu und bei manchen war ich mir in keiner Weise sicher, wozu sie eigentlich da sind, andere wurden angeteasert und ich hatte das Gefühl, sie würden noch irgendwie wichtig werden, aber sie waren nur Plotdevices. Da haben wir zum Beispiel "Den Faber", der Masken herstellt, die den Träger aussehen lassen wie eine andere Person. Es wird oft gerätselt, wo er lebt, wo seine Werkstatt ist, wer er ist. Aber er erscheint nie. Schade. Oder die Gesetzlose Bakka, die angekündigt wird und auch erscheint, ein paar verheißungsvolle Szenen hat und am Ende nur dazu da ist, ein paar Daten von A nach B zu übertragen. Vielleicht wäre es an dieser Stelle ratsam gewesen eher weniger Figuren in die Welt zu werfen und sich mehr auf die zu konzentrieren, die für die Handlung wichtig sind?
+++Lose Handlungsstränge+++ Bei einer solchen Fülle an Figuren, die alle auch mehr oder weniger einen eigenen Handlungsstrang haben, kann man den Überblick verlieren. So verliefen manche manche davon im Nichts oder wurden nur geringfügig beendet (wobei ich einräumen möchte, dass ich möglicherweise selbst den Überblick verloren hab). Beispielsweise gibt es den Handlungsstrang, dass Constatias anderer Bruder (der noch lebt) will, dass sie einen der Geschäftspartner ihres Vaters heiratet, damit dessen Sohn zur Hochzeit nach Rom kommt. Aber WARUM besagter Sohn da sein soll, wird irgendwie nicht klar.
+++Schreibstil+++ Wie bereits erwähnt hat Judith C. Vogt ein besonderes Talent dafür Welten zu bauen und zu beschrieben. Die meiste Zeit schreibt sie flüssig und die Actionszene zu Beginn, in der Arena und beim Endkampf sind gut dargestellt. Jedoch verliert sie sich manchmal in Schachtelsätzen, die sehr konstruiert wirken.
+++Das Ende+++ Ich wiederhole SPOILER, SPOILER, SPOILER!!! Das Ende der Geschichte lies mich geradezu wütend zurück. Ich habe kein Happy End erwartet, aber das war wirklich hart. Nach allem, was die Figuren erleben mussten, nach dem Aufstand, der Schlacht, nach großen Opfern, ändert sich einfach GAR NICHTS! Rom ist noch immer der gleiche Planet wie vorher. Vielleicht sollte das die Aussage sein? Egal, was du tust, es ändert sich nichts? Mit dieser Frage beendete ich das Buch und blieb ratlos und wütend zurück. Es gibt noch ein paar Sachen, die ich gerne angesprochen hätte, aber die Rezension ist so schon ziemlich lang, also erzähle ich noch was zur Gestaltung.
+++Gestaltung des Buches+++ Die Cover-Illustration ist von Arnd Drechler und zeigt den Planeten Rom, die reiche Oberstadt und eine Frau. Gestaltet wurde das Cover von Guter Punkt, die Schrift und Bild gut zu einem ganzen vereint haben. Für den Buchsatz ist hanseatenSatz-bremen verantwortlich und die haben leider keine so gute Arbeit geleistet. Aber Buchsatz-Fehler fallen den meisten Lesern eher weniger auf (es sei denn, sie sind so designverliebt wie ich).
+++Fazit+++ Weniger Figuren und weniger verwirrende Handlungsstränge hätten der Geschichte gutgetan und Platz gegeben für die Entfaltung von Emotionen (egal welcher Art), die den Figuren mehr Tiefe verliehen hätte. So bleibt zwar eine an sich spannende Geschichte, die jedoch im Wirrwarr der Nebenstränge untergeht.
This entire review has been hidden because of spoilers.
Constantia muss mit ansehen, wie das Raumschiff ihres Vaters von Dämonen aus dem Hades angegriffen und zerstört wird. Nur sie, ihr Vater und der Sklave Ianos überleben. Mit einer Rettungskapsel können sie entkommen und zurück nach Rom fliegen. Dort versuchen sie die Tatsache, dass Dämonen für den Angriff verantwortlich sind, zu verheimlichen, um keine Panik zu verbreiten. Während Constantia mit ihren eigenen inneren Dämonen zu kämpfen hat, wird Ianos als Belohnung in die Arena geschickt, um dort als Gladiator zu kämpfen. Mit ihm in der Arena ist Spartacus - der Liebling des Publikums. Constantia und Ianos merken bald, dass sie mehr verbindet, als nur die Rettung vor den Dämonen. Sie brauchen einander. Und Spartacus braucht Constantia und Ianos, um die Sklaven im ganzen Weltall zu befreien.
Spartacus ist jedem bekannt, als Kämpfer in der Arena Roms, als Rächer der Unterdrückten, als Befreier der Sklaven. Er ist Held und Vorbild. Diese Heldenfigur nun in eine Zeit der Raumfahrt und des fast vollkommenen Fortschritts zu versetzen, ist ein mutiger Schritt. Doch ist dieser Schritt der Autorin mit Bravour gelungen.
"Roma Nova" ist eine Space Opera, eine Zukunftsvision. Eine ausgelebte Fantasie, die mit historischen Fakten gespickt ist. Wir befinden uns in einer unbestimmten Zukunft bzw. in einem Paralleluniversum auf dem Planeten Rom. Technologisch hochentwickelt. In dieser Moderne kann man jedoch bestimmte uns bekannte römische Gepflogenheiten entdecken. Man liegt zu Tisch, lässt sich mit Weintrauben und mehr füttern, hält Sklaven, nimmt an Orgien teil und frönt zur Unterhaltung Gladiatorenkämpfen.
Begegnungen gibt es mit bekannten Namen wie Spartacus, Minotaurus, Caesar oder Marcus. Erlebnisse mit historischen Begebenheiten (Wahlen, Sklavenaufstand und mehr) werden geschickt in die Geschichte eingewoben. Nur alles eben mit technischer Raffinesse ausgestattet. So gibt es Leinwände, sog. Imagi, hochmoderne Operationsmethoden, Raumschiffe, Waffen und Kommunikationsgeräte.
Constantia, die Tochter des Mariners Lucius, spielt in der Geschichte eine große Rolle, die sich jedoch erst gegen Ende richtig zeigt. Ebenso der Sklave Ianos, der durch Mut und Unwissenheit zum Gladiator ausgebildet wird und ein guter Freund Spartacus wird. Und dann sind wir auch schon mittendrin in einem Science-fiction-Abenteuer mit ungewissem Ausgang und sehr viel Action. Die fast nebenbei laufende Liebesgeschichte wirkt nicht aufgesetzt und gibt der Geschichte den gewissen Kick.
Doch wer das Alte Rom kennt, kennt auch den Lebensstil, den die Römer damals gelebt haben. Es fließt reichlich Wein, Drogen sind Alltag und sexuelle Handlungen jeglicher Art vollkommen normal. Intrigen werden geschmiedet, Kooperationen geschaffen, Diebstähle begangen, Manipulationen stehen hoch im Kurs. Wer Geld hat, hat Macht.
Der Schreibstil der Autorin macht es schwer, das Buch aus der Hand zu legen. Fesselnd und detailreich, im richtigen Moment rührend oder liebevoll, spannend und informativ.
Zugeben muss ich jedoch, dass ich zu Anfang skeptisch war, ob mir die Umsetzung der Geschichte - Spartacus in einer völlig neuen Welt - gefallen wird. Doch konnte mich die Autorin davon überzeugen, mich auf diese neue Welt einzulassen und ein spaciges Abenteuer zu genießen.
Fazit: Eine Space Opera der besonderen Art. Ich bin begeistert.
Der originale Text erschien auf der Webseite des Online-Magazins "Comicgate" in der Rubrik "Währenddessen: Woche 43 (Link: http://comicgate.de/aktuelles/waehren... )."
Isaac Asimov nutzte das römische Kaiserreich als eine Metapher für eine galaktische Zivilisation, die unter ihrem Gewicht zusammenbricht und durch weise Lehrer – meistens Männer, es waren die 50er – neu geschaffen werden muss. Judith Vogt dagegen kreiert eine galaktische römische Republik zu Zeiten des Gladiators Spartacus, in der im Detail erklärt wird, was alles mit dieser Gesellschaft derzeit falsch läuft. Eine Menge, wie sich im Verlauf ihres über 600 Seiten starken Romans "Roma Nova" herausstellt. In seinen besten Momenten ist das Buch ein beißender Kommentar über den Einfluss der Medien und der wankelhaften Liebe des Publikums, hier symbolisiert durch Gladiatoren mit eigenen Merchandise. Wem das alles zu intellektuell ist, kann sich am unterhaltsamen Rest erfreuen.
Denn in "Roma Nova" wird auf fast jeder Seite fleißig geflucht, gemordet und ge … plant. Die zahlreichen Haupt- und Nebenfiguren weben im Verlaufe der langen Handlung komplexe Pläne, von denen die meisten im Sande verlaufen. Entweder, weil sie nicht gut planten oder weil niemand im Universum über komplette Kontrolle verfügt. Ach ja, Sex gibt es auch. Mal mehr, mal weniger detailliert, aber wer immer noch nach dem nächsten Band von "Das Lied von Eis und Feuer" dürstet, kommt hier auf seine Kosten. Freunde der römischen Geschichte werden neben den Namen der Götter auch historische Persönlichkeiten wiederfinden, die den Sprung in die Zukunft überlebt haben. Schön ist auch, wie die Autorin antike Konzepte und Ideen in das Universum einfügt. Mein Favorit ist die Idee aus mythologischen Kreaturen Aliens zu machen, was einfach aber effektiv ist und vor den Augen des Lesers ein vielfältigeres Universum eröffnet.
Im Kern dreht sich die Geschichte von "Roma Nova" aber um das Thema Freiheit. Die Freiheit sein Leben ohne gesellschaftliche Zwänge zu leben, sich die Personen auszusuchen die man liebt oder die Freiheit alles tun zu wollen, worauf man eben gerade (Wol-)Lust hat. Aber in diesem Universum muss man nicht nur die weltliche Macht des Staates fürchten. Ältere, höhere Mächte haben ebenfalls ein Wort mitzureden, wenn es um das Schicksal der Sterblichen geht und wer sich ihnen unterwirft, ist in der Lage das komplexe Gebilde des Kosmos zum eigenen Nutzen zu manipulieren. Den Launen dieser Wesen ist man trotzdem ausgeliefert. Kann man in so einem Universum wahre Freiheit erringen? Wahrscheinlich nicht und "Roma Nova" beantwortet diese Fragen auch nicht direkt.
Insgesamt also ein weiteres gutes Buch von Judith Vogt, dem auch dieses Mal nur wenig fehlt, um perfekt zu sein. Für meinen Geschmack hätte es ruhig weniger Freiheitskampf und mehr Gesellschaftssatire sein können, mit mehr Einblicken in das Marketing der Gladiatoren und wie die Medien die römischen Bürger beeinflussen. Ein wichtiger Plottwist zum Verständnis der Welt kam für meinen Geschmack zu früh und beiläufig und nach dem langen Aufbau, fühlte sich das Finale dann doch etwas überhastet an. Ich hoffe auf eine Fortsetzung. Schließlich kann es nie genug Brot und Spiele geben.
Das alte Rom wurde in das Weltall verlagert. Nicht etwa, was wäre gewesen, wenn die alten Römer ins All gekommen wären, sondern die römische Geschichte einfach mal ins Weltall verlagert. Auf dieser Idee basiert der Roman „Roma Nova“ von Judith Vogt, der im Juli erschienen ist. Ich durfte das Buch im Zuge einer Leserunde auf Lovelybooks lesen und hatte somit den Austausch mit anderen Lesern und der Autorin. Der Roman war mein erster richtiger SciFy-Roman. So hatte ich am Anfang ein paar kleine Probleme mit dem Kopfkino, da ich mir das mit den Raumschiffen und alles nicht so gut vorstellen konnte. Aber die Autorin hat da Abhilfe geschaffen, denn wer auf ihrer Homepage mal vorbeischaut, der kann ein paar Arts sehen und das half mir sehr gut weiter um die Geschichte in Bildern in meinem Kopf abspielen zu lassen. Wir haben verschiedene Charaktere die wir begleiten. Zum einen eine Familie, die nicht nur Sklaven im Haus hält, sondern auch Gladiatoren erworben hat und damit ihren Stand in der Gesellschaft festigen will. Dann haben wir auch die Gladiatoren selbst und ein paar weitere wichtige Personen in Rom, die alle von einer Seherin beeinflusst werden. Am Anfang ist man sofort in der Handlung drin, denn auf den Raumschiffen ist richtig etwas los, denn es gibt den Hades, ein schwarzes Loch und dieses schwarze Loch beinhaltet Dämonen. Sonst hat man gedacht, es handle sich nur um Legenden und Märchen, die man sich erzählt, doch die Familie bekommt es sehr deutlich zu spüren. Dieser Kampf auf dem Schiff bleibt nicht ohne Folgen und dann sorgt ihr Gladiator Spartacus auch noch für einen Aufstand, der ungeahnte Folgen nach sich zieht. Der Sklavenaufstand im Weltall. Mit seinen 624 Seiten hat dieser Roman so einiges zu erzählen. Erst dachte ich: na was will man denn da alles erzählen? Die Gladiatoren wenden sich gegen ihre Herren und dann war es das, doch ganz anders, denn die dämonischen Elemente aus dem Hades und einfach die Menschlichkeit und ihre Verfehlungen sorgen für dauerhafte Intrigen, Machtgier und das Umdenken, ob das Leben, so wie es geführt wird, wirklich richtig ist. Mit Hilfe der oben beschriebenen Bilder habe ich recht schnell in die Handlung gefunden, konnte mir den Aufbau von Rom und auch die Raumschiffe gut vorstellen. Die Charaktere wachsen und verändern sich, manche nur innerlich, manche auch äußerlich, denn die nötige Technik macht es möglich. Oft habe ich beim Lesen den Gedanken gehabt, warum sind Menschen so? Wieso werden sie in diesem Buch so dargestellt, aber dann kam dieser kleine Stimme aus dem Hintergrund, dass ich mich doch an meinem Geschichtsunterricht erinnern soll: Die Römer waren einfach so. Denn dieses Buch schafft es die römische Geschichte, die Art der Menschen einzufangen und in einer spannenden Geschichte zu erzählen. Aber es geht nicht nur um Mord und Totschlag, es gibt auch einen Funken Liebe, der dort in der Luft liegt. Wobei eine Menge Sex bei den Römern auch dabei sein muss… Und dann diese Wortwahl. Findet euch ein im alten Rom, aber vergesst nicht euren Raumanzug anzuziehen, denn sonst bleibt euch hin und wieder die Luft weg.
Ich bin durch eine Leserunde auf das Buch aufmerksam geworden und habe mich an der Runde beteiligt.
Das Cover hat mir schon sehr gut gefallen, denn dort sieht man auch, dass es sich nicht um einen null acht fünfzehn Roman über Rom handelt, sondern das dort mehr dahinter steckt!
Die Charaktere machen in diesem Buch eine Wandlung mit. Besonders ein Charakter vollführt eine bemerkenswerte Wandlung. Andere treten für mich allerdings auf der Stelle.
Der Schreibstil hat mir gefallen, man springt durch verschiedene Charaktere und durchlebt die jeweilige Ansicht. Allerdings war ich manchmal verwirrt, da die Ansicht mitten in den Kapiteln springt.
Dieses Rom ist neu, es ist im All und trotzdem hat sich Rom im Thema Frauen und Sklaven nicht verändert. Ob sich im Laufe des Buches etwas verändert muss jeder selbst herausfinden, da ich nicht spoilern werde.
Mir sind ein paar Charaktere ans Herz gewachsen und andere habe ich fast angefangen richtig zu hassen, da mir ihr Verhalten Im Buch immer mehr auf die Nerven gegangen ist.
Trotzdem muss ich zugeben, dass mich die ganzen politischen Machtspielchen etwas abgeschreckt haben. Man hat in kurzer Zeit viele Namen an den Kopf geschmissen bekommen, Strategien und vieles mehr.
Zum Ende muss ich persönlich sagen, war ich ein kleines bisschen enttäuscht, da ich gedacht hätte, dass manche Dinge anders ausgehen.
Roma Nova ist trotz, dass es mich manchmal verwirrt hat, ein super Buch, dass man anderen ans Herz legen kann. Lesen lohnt sich.
Allerdings sollte man am Buch dran bleiben und alles Aufmerksam lesen, denn sonst folgt Verwirrung.
"Roma Nova" ist mein Einstieg in die Science Fiction für Erwachsene. Ich habe wenig Erfahrung mit diesem Genre und war mir lange Zeit unsicher, ob es was für mich ist, aber "Roma Nova" hat mir gezeigt, dass es ganz egal ist, in welchem Umfeld gute Geschichten spielen.
Dennoch ist gerade in diesem Roman das Setting sehr interessant. "Römer im Weltall" mit diesem Slogan wird das Buch vielerorts beworben. Klingt irgendwie abgefahren und sehr der Fantasie entsprungen. An den Haaren herbeigezogen? Ist es gar nicht. Die Römer waren gar nicht so viel anders, als heutige Gesellschaftsgruppen. Gruppen, Strukturen, Machtverhältnisse die es immer gegeben hat und vermutlich auch immer geben wird, wenn nicht doch irgendwann ein großes Umdenken stattfinden wird.
Genau das war es auch, was mich am Roman reizte. Aufmerksam geworden durch einen Podcast, in dem das Autorenpaar Judith und Christian Vogt über Bücher, über ihre Bücher sprechen, und die Autorin erklärt, dass sich deutliche Parallelen zeigen. Parallelen in der Struktur der Gesellschaft, im System der Politik, aber auch im Kleinen. Allzeit vorhanden ist die Gier nach Macht und das Ausspielen derselbigen, sobald man sie besitzt. Wer in einer Position über wem anders steht, spielt das aus. Psychologie, die auch in "Roma Nova" deutlich zum Einsatz kommt.
Der Einstieg ins Buch fiel mir etwas schwer. Ich wurde recht zügig mit einer komplexen Denkweise, einer Unbekannten Daseinsform mit nicht sehr leicht greifbaren Ideen und vielen weiteren Personen konfrontiert. Namen kamen mir bekannt vor aus dem Lateinunterricht (endlich macht er sich bezahlt! Ist aber absolut kein Muss, um das Buch zu verstehen), aber es sind direkt recht viele.
Nach kurzer Orientierungslosigkeit konnte mich der Roman schnell in seinen Bann ziehen. Festgelage, die beherrscht wurden von Hemmungslosigkeit und eben jenem Ausspielen der eigenen Macht. Menschen werden benutzt wie Gegenstände, man suhlt sich darin eine provokative Außenwirkung auf andere zu haben. Reichtum steht über Schönheit über Charakter. Die Protagonisten sind zunächst unangenehme Zeitgenossen. Judith Vogt spielt mit ihren Lesern, lässt sie nicht einmal ahnen, wer Gut und wer Böse ist.
Später gibt es dann einen Twist. Mit dem Auftauchen der Kämpfe in einer Arena, treten auch Heldenfiguren auf. Klassisch, aber nicht herkömmlich und schon gar nicht sympathisch und doch gibt es schon schnell Figuren, denen ich wünsche, dass sie auch die letzte Seite überleben.
Zum konkreten Inhalt möchte ich gar nicht zu viel verraten. Fakt ist: Römer in der Science Fiction funktioniert. Meiner Meinung nach sehr gut. Es gibt viele Dinge, die an historische Sagen und Fakten angelehnt sind, die aber dank des Phantastik Hintergrunds des Romans viel mehr Freiraum bekommen. Nicht nur in der Handlung, sondern auch im Denken. Ich habe mir sehr oft Gedanken darüber gemacht wie angesprochene Themen in der Realität ablaufen und sehr viele Parallelen entdeckt.
"Roma Nova" hat mich gefordert. Im positiven Sinn. Ich musste mich auf einiges einlassen, dass ich aufgrund meines Wissens über Geschichte anders im Kopf hatte, und ich musste mich einigen unangenehmen Themen stellen, die der Gesellschaft, in der ich lebe, auch in der Realität begegnen. Aber ich bin auch unterhalten worden. Sehr gut sogar. Mit vielen spannenden Handlungen, überraschenden Wendungen und interessanten Charakteren. von mir gibt es für "Roma Nova" eine ganz klare Leseempfehlung.
Roma Nova ist eine unterhaltsame, witzige, geistreiche und spannende Science-Fantasy Geschichte, die entweder zu lang oder zu kurz geraten ist, um volle fünf Sterne von mir zu bekommen.
Die Geschichte um den Gladiatorensklaven Ianos, die Patriziertochter Constantia Marina sowie die Gladiatorenschule und die Marinerfamilie im Allgemeinen, spielt in einer alternativen Welt, welche die römische Antike und Mythologie (sowie kontemporäre Kulturen und Reiche) auf einen Sternenhaufen mit Dutzenden Systemen und noch viel mehr Planeten adaptiert.
Science-Fiction und Fantasy-Elemente kommen gleichermaßen vor und harmonieren gut miteinander. Die Figuren sind spannend und vielschichtig, ebenso wie die Konflikte. Die Prosa ist immer kompetent, meistens sogar richtig gut. Eigentlich also alles bestens, aber, aber...
Ich werde das Gefühl nicht los, dass die 610 Seiten Roma Novas besser auf etwa 450 Seiten zusammengekürzt oder auf 800 Seiten in 2 Büchern ausgedehnt worden wären. Immer wieder war ich begeistert von Details der Welt, die aber nicht weiter ausgearbeitet wurden. Auf der anderen Seite hat die Handlung unerwartete Längen, die aufgrund des Schreibstils nicht wirklich störten, aber doch hinter ihren Möglichkeiten zurück blieben.
Das erste Drittel des Buchs war recht langsam und obwohl ich einen langsamen Aufbau von Figuren, Welt und Handlung eigentlich mag, wünschte ich mir nach etwa 100 Seiten doch mehr Tempo und erste Konfliktauflösungen. Das mittlere Drittel ist mit das beste was ich im Bereich Science-Fiction oder Fantasy gelesen habe. Hier spielt die Handlung alle ihre Stärken aus und machte mich heiß auf das Ende. Im letzten Drittel passiert sehr viel und hier ging es mir widerum oft zu schnell. Etwas mehr Beschreibungen des neuen Handlungsortes und dafür vielleicht ein oder zwei Nebenfiguren weniger, hätten der Sache sicher nicht geschadet.
Zuletzt bleibt das "Gimmick" Rom, welches manchmal sehr wie ein Gimmick wirkte, an anderen Stellen aber hochintelligent für die Handlung verwendet wurde. Auch hier fehlte ein bisschen das Gleichgewicht und Konstanz.
Falls ein zweiter Band erscheint, würde ich diesen auf jeden Fall lesen wollen. Das Potenzial ist vorhanden und mit mehr Raum oder mehr Fokus ist es bis zum fünften Stern nicht weit.
Eine sehr gelungene Mischung der Genres, die mich begeistert hat. Das Alte Rom wird mit allen Legenden, Herrschaftsformen, Kultur und Metaphern in eine entsprechend mythisch geprägte Zukunft verfrachtet. Die Sci-Tech Elemente sind gut durchdacht und funktionieren ziemlich gut. Die Hauptfiguren, insbesondere Versklavte und Frauen, leiden natürlich unter den Unrechtssystem der Römischen Gesellschaft. Aber sie finden ihre eigenen Wege, sich gegen die Mächtigen durchzusetzen. Teils wird es arg blutig und brutal. Während zu Beginn noch eindrucksvoll überflüssige Gefechtsbeschreibungen und Gemetzel im Hintergrund bleiben und genau an den richtigen Stellen stattdessen die Handlung und interpersonelle Dynamik vorankommt, geht diese Herangehensweise im letzten Drittel an das übliche Hollywood-Gewalt / Action Kinogefühl verloren. Ein bisschen zu viel "gegrinst" wird mir auch von den Protagonist*innen - eine Gefühlsbeschreibung, die gar nichts in mir regt und die deswegen eher unbefriedigend ist. Das Ende hingegen ist wieder eine Klasse für sich und hilft sehr, die Figuren mit einem äußerst befriedigenden und dennoch angenehm traurigen Gefühl zurückzulassen.
Mir gefällt die Idee, das römische Reich in den Weltraum zu versetzen, sehr gut. Die Idee, die Provinzen Roms zu anderen Sternensystemen zu machen oder Hades zu einem schwarzen Loch, hat mich wirklich überzeugt.
Die Charaktere kommen alle auch sehr überzeugend rüber, wobei ich aber nicht sagen kann, wen ich am meisten mag. Das teilt sich ziemlich gleichmäßig unter allen auf. Sie sind glauwürdig und nachvollziehbar aufgebaut, mit einer Tiefe, die sie lebendig werden lässt.
Ein wenig unzufrieden bin ich mit dem Ende. Es kam mir dann doch zu rasch, nachdem die Geschichte vorher über lange Zeit aufgebaut wird. Vor allem Ianos‘ und Constantias Ende hat mir nicht gefallen, es war mir zu simpel.
Grundsätzlich handelt es sich bei „Roma Nova“ aber um einen soliden Roman, der spannend und gut geschrieben ist. Die Handlung hat es mir sehr angetan und mich gefesselt. Dieses Buch ist eine absolute Leseempfehlung, sowohl für Science-Fiction Liebhaber als auch für Interessierte an römischer Geschichte. Hier wird beides wunderbar verbunden.
4/5* Römer. Im Weltall. Wieso gab es diese Idee nicht schon früher? Jetzt will ich auch mal Space-Wikinger. Gibt es das? Aber noch überraschender als die grundlegende Thematik des Buches ist der Fakt, dass es Science-Fiction aus Deutschland ist. Gute Science-Fiction, geschrieben von einer deutschen Autorin. Diese schon fast Kuriosität ist natürlich kein Qualitätsmerkmal. Der Inhalt des Buches dann schon eher. Trotz der Insidermäßigen Prämisse ist dieser nie zu abwegig und in sich durchaus geschlossen. Ein besonderes Merkmal sind für mich aber die Charaktere. Trotz der filmreifen Erzählweise und der Möglichkeit zum Opulenten bleibt J. Vogt‘s Geschichte immer bodenständig mit ihren Charakteren. Darunter leidet leider das Opulente, der übernatürliche Teil der Geschichte. Das geschichtliche Rom wird zwar sehr schön mit der Science-Fiction und dem Mythologischen verknüpft, leider wird zweiteres aber nicht weiter vertieft oder erklärt. Ich störe mich eigentlich nicht stark daran, aber mein Interesse an solchen Trivialitäten zeugt ja von dem Sog des Romanes.
Judith Vogt ist eine tolle Erzählerin. Sie erzählt hier eine spannende Space Opera vor einem interessanten Hintergrund: Das Römische Imperium hat nie aufgehört zu existieren und hat den Sprung zu den Sternen geschafft.
Die Autorin transportiert viele Details aus der Römischen Geschichte in eine alternative Zukunft und verknüpft dies geschickt mit einer auf Rom zugeschnittenen technischen Entwicklung. Das wirkt alles sehr stimmig.
Die Geschichte ist spannend und flüssig erzählt und die Charaktere sind in sich schlüssig.
Klare Leseempfehlung für alle die ein Faible für das alte Rom haben und Science Fiction lieben.