Chanel schickt Models mit feministischen Sprüchen über den Laufsteg, Popstars besingen das F-Wort, #metoo brach das Schweigen über sexuelle Gewalt in der Kunst-, Kultur- und Medienbranche auf. Was heißt es derzeit, eine junge Frau zu sein? Wie wird man Feministin? Welche Vorbilder prägen? Welchen Sex hat man?
Temporeich, mutig und zugänglich erzählt Hanna Herbst, was ihr Leben geprägt hat. Dabei genügt es ihr nicht, ihre Erfahrungen mit Sexismus zu teilen: Vielschichtig zeigt sie, dass ein Frauenleben auch heute noch nur in einem Kontext aus Macht- und Gewaltfragen zu verstehen ist. Sie zeichnet die Verbindungslinien zwischen alltäglichem Erleben von Belästigung, globalen Machtverhältnissen und strukturellen Ungleichheiten nach und macht sie so sicht- und nachvollziehbar. Dann ist es möglich, sich eine Welt vorzustellen, in der zuallererst nicht das Geschlecht, sondern der Mensch zählt.
Sowohl inhaltlich als auch grafisch toll aufbereitet, ist “Feministin sagt man nicht” ein großartiges Buch, das deutlich macht weshalb das Thema Feminismus längst noch nicht der Vergangenheit angehört. Ich denke es eignet sich auch hervorragend als Einstiegswerk für Menschen, die sich noch nicht einhergehender mit der Thematik auseinandergesetzt haben.
"Feminismus verteilt keine Arschkarten und will keine bekommen. Feminismus erhebt sich vom Tisch, ruft empört, dass das ein abgekartetes Spiel ist, und verlangt ein neues Deck und bessere Regeln. Manchmal sogar ein neues Spiel"
“Feministin sagt man nicht” ist in 8 unzusammenhängende Kapitel unterteilt, alle davon enthalten viele Zitate und Fakten. Das Kapitel zu Pornographie finde ich richtig gut, bei manchen anderen bin ich aber leider nicht so richtig reingekommen. Insgesamt geht mir persönlich das Buch zu wenig in die Tiefe, denke es ist aber ein gutes Einstiegsbuch für alle, die sich gerne mehr mit Feminismus auseinander setzen möchten.
Feminism in a nutshell. Eine schöne Zusammenfassung zu allen Fragen die hier und da gestellt werden und die man sicher auch gut an jene weiterempfehlen kann, die der Meinung sind Feminismus sei überflüssig.
Das beste was man über dieses Buch sagen kann ist die tolle graphische Gestaltung sowie die Anregung viele andere interessante Bücher zu dem Thema zu lesen. Ansonsten ist es leider trotz interessanter Ansätze (z.B. die Probleme dir durch die moderne Nutzung des Internets entstehen wie durch soziale Medien und Pornographie) nur eine Aneinanderreihung von Zitaten, gewürzt mit der persönlichen Erfahrung der Autorin die oft verallgemeinert wird mit 'wir', ohne irgendwie darauf einzugehen dass die Erfahrungen vielleicht von vielen Frauen nicht geteilt wird, und seltsamen Übergängen sowie schlechten Analogien. Ich würde es daher leider nicht empfehlen wenn man einen tieferen Einblick in die Materie haben möchte. Sollte man allerdings nur ein paar kurze Einblicke genießen wollen die sich wie aneinander gereihte Facebook Posts lesen dann kann man zu diesem Buch greifen.
% hat die gelernte Emanze, die sich selbst nicht so sieht, aber qua ihrer Einstellungen sicher so genannt werden würde, sicher schon öfter gehört. Nichts Neues für die westliche Frau, Geburtsjahr 1990 oder später.
Ähnlich geht es der aufgeklärten Leserin nach der Lektüre dieses Buches. Und welch Werk es ist. Atemlos in medias res stürzt man in die Gedankenwelt von Journalistin und "Femme fatale" der heimischen Menschenrechtsszene.
Atemlos, ohne Umschweife stürzt man in eine Analyse aller relevanten Lebensbereiche der modernen Frau. Entschleunigt wird die gehetzte Lesewut allein durch die Rückblicke in die Kindheit und Familie der Autorin.
Die 8 Kapitel sind gut recherchiert, viele Zitate von unterschiedlichsten FeministInnen, PhilosophInnen und anderer (heimischer) DenkerInnen werden konterkariert, konfrontiert mit der (medialen) Realität à la Michael Jeanné. Die Autorin hat ihre Simone de Beauvoir gelesen, man glaubt ihr, was sie schreibt.
Was will sie? fragt man sich. Viel Neues ist nicht zu entdecken - zumindest für die Frau Leserin. Wie auch, sie kennt Sexismus sowie physische und psychische Übergriffe zur Genüge aus ihrem eigenen Alltag. Wer ist also das Publikum? Was will das Buch sein?
Eine Streitschrift für Frauen zur Untetstützung im Kampf gegen Alltagssexismus im Job und im öffentlichen Leben? Wie eine Banane beim Marathon wohl eher, als eine Bibel für verhasste Männer, die geläutert werden sollen durch diese ungemütliche Wahrheit. Wohl kaum. Sie werden das Buch wohl nicht zur Hand nehmen.
Was lernen wir? Frauen, die nichts fordern, werden beim Wort genommen. Sie bekommen nichts. Eine Veränderung, von der schon Simone de Beauvoir wusste, dass sie kontinuierlich erkämpft werden muss - von uns allen. Wer nichts ändert, wird wohl kaum Veränderung erfahren. Wir haben diese ungemütliche Wahrheit in der Hand, zumindest hier eine für den Brandstätter Verlag ungewöhnlich aber passend gewählte ungemütliche und auffallende Bindung. Das Buch liegt nicht gut in der Hand. Das soll es auch nicht.
„Die feministische Debatte ist eine Debatte über eine gerechte Gesellschaft für alle Geschlechter.“
Hanna Herbst ist in Österreich längst keine Unbekannte mehr. Die Journalistin und Obfrau im Vorstand für das Frauenvolksbegehren hebelt in ihrem Werk sämtliche Argumente gegen den Feminismus geschickt aus („Aber dann werden ja die Männer diskriminiert!“), beschäftigt sich mit ad absurdum geführter Werbung, wenn Monatshygieneprodukte etwa mit hellblauer(!) Flüssigkeit getränkt werden und behandelt auch Themen wie Gewalt gegen Frauen sowie Pornografie. Gespickt mit Anekdoten aus ihrem eigenen Leben und Zitaten anderer Feministinnen schenkt uns Hanna Herbst ein Buch, das einen hervorragenden Rundumblick bietet und außerdem viele Inputs für die weitere Lektüre liefert. Mit ihren klaren Worten bleibt sie lange im Gedächtnis. Denn: Feministin sagt man doch!
Man hat das Buch sehr schnell gelesen und was feministische Literatur angeht, ist es ein verdammt wichtiges Buch.
Auch wenn der Stil manchmal etwas diffus ist und einigen Gedankensprünge ein gründlicheres Lektorat gut getan hätte, verdient das Buch imho 5 Sterne dafür wie unverblühmt es an den Horror der Geschlechterungerechtigkeit rangeht. Es geht um rohe Gewalt und Machtausübung, nicht um Empfindlichkeiten.
Und dabei ist es gleichzeitig auch ein sehr positives Buch, zwar keines, dass den zu gehenden Weg kleinredet, aber eines, dass einem zeigt, dass es schon viele Menschen gibt, die mitgehen wollen und die die herrschenden Verhältnisse mehr als satt haben.
Very graphic and quite pessimistic. It shows everything wrong with today's society but without any useful recommendations. I still enjoyed it as far as I read but it kinda ruined my day. You should definitely read it, for it's very well researched but be prepared to stop believing in humanity and to be grossed out my men. I came to page 83.
Grafisch toll aufgearbeitet. Eines der schönsten Bücher der letzten Jahre. Inhaltlich gibt es zwar keine wirklich neuen Erkenntnisse. Dafür ist es leicht verständlich geschrieben und für den Einstieg in feministische Themen sehr gut.
Toller Inhalt, tolles Design. So viele wichtige Aussagen, ich hoffe, ich kann viele andere begeistern, das Buch zu lesen und sich mehr für den Feminismus einzusetzen. Der einzige Kritikpunkt, den ich habe, ist, dass mir bei den Kapiteln am Anfang manchmal ein roter Faden gefehlt hat.
Ich habe wesentlich länger gebraucht um dieses Buch zu lesen, als ich erwartet habe. Feministische Literatur ist total mein Ding aber ich habe hier wenig Neues gelesen. Vielleicht ist es als Einstiegsmedium gut geeignet, für mehr aber auch nicht.
Die Autorin versucht immer wieder durch Geschichten aus ihrem eigenen Leben die Inhalte näher zu bringen, was auch gut ist. Aber natürlich kann ein Buch mit 130 Seiten kaum die Spannweite der feministischen Bewegung wiedergeben.
Die Kapital zu Hass und Pornographie fand ich gelungen aber im Ganzen hat mich das Buch nicht vom Hocker gehauen.