In „La Tragédie de la croissance“ liefert Gilbert Rist den unübertrefflichen Beweis dafür, dass wir uns kollektiv in einem Gestell der kognitiven Dissonanz eingerichtet haben. Mit analytischer Präzision seziert er die absurde Logik, nach der wir so tun, als sei unendliches Wachstum auf einem endlichen Planeten möglich – eine moderne Ignoranz, die er als strukturelle „Wachstumssucht“ entlarvt. Doch Rist belässt es nicht bei der Diagnose: Er öffnet eine maßgebliche Lichtung, um aus dieser selbstverschuldeten Sackgasse herauszufinden.
In einem radikalen Crunch der Vernunft plädiert er für die Rückkehr zu den Gemeingütern (biens communs), die Wiederbelebung der Reziprozität und ein Ende der ruinösen Verschuldung, um die Potentialentfaltung menschlicher Gesellschaften wieder mit den Grenzen der Natur zu versöhnen. Der „Alte aus Rhöndorf“ hätte wohl trocken angemerkt, man dürfe „keine Luftschlösser bauen, wenn der Boden unter den Füßen wankt“, und in Rists Dialog mit der Natur den höchstrangigen Schild gegen den ökologischen Kollaps erkannt. Dieses Buch ist keine beruhigende Utopie, sondern eine unbequeme, notwendige Anleitung, unser Handeln endlich an der Realität auszurichten – bevor der Oberschurke des ungebremsten Wachstums die materiellen Grundlagen unseres Zusammenlebens endgültig verschlingt.